Schlagwort-Archiv: Zynismus

hackder gerechtigkeit

tiltedMF – Geschäftsideen Sonntag 31.05.2015, oder: Vom Versagen gegen den Zynismus anzukämpfen

hackder gerechtigkeit

(Vorwort: Das ist alles nur Notwehr, also brauche ich mich ja auch nicht zu entschuldigen.)

Workshop: Gefühle äußern ohne Emoticons. Ein HowTo/ Tutorial. (500€/h)

Workshop: Reallife. Wie damit umgehen? Dos and Don’ts. (500€/h)

Workshops: Erfolgreich Atmen step by step (250/h Anfänger; 500€/h Fortgeschrittene)

Workshops: Erfolgreich Stoffwechseln step by step. (250/h Anfänger; 500€/h Fortgeschrittene)

Workshop: Les plaisirs de la quisine rapide. Ein Einführung in MacDonalds und BurgerKing für Menschen die normalerweise Geschmack haben, aber sich nicht trauen ihn zu zeigen. (300€/h)

Workshop: Erfolgreich Geld ausgeben gegen die Zeit um mehr Zeit zu haben für Atmen, Stofwechseln und Familie. (5000€/m; Blitzkurs 10000€/s)

Darauf aufbauend: Amusement Armut. Vom Tellerwaschen zum Hartz4. Wie man erfolgreich Dankbarkeit zeigt, dafür dass man existieren darf und wie man JobCenter-Sanktionen als Chance begreift. (19,90/Wochenendkurs)

Workshop: Masturbation mit drei einfachen Handgriffen. Live-Action-Rollenspiel mit zweidimensionalen Anschauungsmaterial. Wie handle ich mehrere offene Tabs? Welche cumpilation ist die richtige für mich, Anal oder cumshots? Wie greife ich richtig? Wie kann ich Verletzungen vermeiden?(69,90/10m)

Workshop: Flirten für winner. Wer sich verliebt verliert. Effektive Flirttechniken die das eigene Selbstwertgefühl und Aufmerksamkeitslevel steigern durch Auslösung von Liebesgefühle beim Gegenüber. (150€/h)

Darauf aufbauend für Fortgeschrittene: Flirt into Death. Wie man sich durch das Senden falscher Botschaften erfolgreich einen Werther oder eine Wertherin heranzüchtet. (19,90/ Wochenende)

Buch: Hilfe ich bin Politprominent und alle glauben mir! Vertrauen erfolgreich abbauen in 5 einfachen Schritten. (49.90€)

Buch: Der Markt ist dein bester Feind. Sorge Dich nicht produziere! Ratgeber-Leidfaden für unbezahlte Praktikanten und unterbezahlte Sweatshop-Angstellte. (39,90€)

Buch: Wie man seine Unsicherheit als Arroganz verkaufen kann. Step by step von der Schüchternheit zum erfolgreichen Arschloch. (59,90€)

Buch: Erfolgreich Politprominent. Dem Labern Nichtstun folgen lassen ohne dass es jemanden stört. (89,90€)

Buch: How to manage correctly. Durch Unmenschlichkeit zum Erfolg. (29,90€)

Buch: Wie man einen Planeten erfolgreich kaputtkackt. Kapitalismus für Anfänger. (49.90€)

Darauf aufbauend. Wie man einen Planeten erfolgreich kaputtkacken lässt. Kapitalismus für Fortgeschrittene. (49.90€)

Buch: Stop doing RTL2. Aufhören mit Idiotie, Menschenverachtung und Müllscheiße. (29,90€)

Buch: Survival in Battlefield und diesen anderen Egoshootern. (49,90€)

Buch: Richtig Einrichten für DIE SIMS. 100 Einfache Tipps und Geld gespart. (39,90€)

Das esoterische Buch: Müll essen. Mit Ernährung den Planeten retten. (69,90€)

Darauf aufbauend: Zero Emission. Fäkalienkochbuch. (39,90€)

Für Weltverbesserer und Revolutionäre: Quisine Homme: Rette die Welt – Esse Menschen. Die kannibalistische Küche. 100 einfache Gerichte. (49,90€)

—————————————————————-

Foto: Marcus Frost (CC-by-SA)

Künstler: Pille (steht da): “Das Hack der Gerechtigkeit schlägt zurück” (Danziger Straße Nähe U2 Eberswalder Straße)

Asburys Tagebuch/Kalender der immerwährenden Enttäuschungen

perpetual-front

Yeah! Es ist November, meine Seasonal Affective Disorder haut gerade wieder voll rein und Asbury veröffentlichen eine Neuauflaufe ihres Perpetual Disappointments Diary für 2015. Irgendwo zwischen Demotivationsspruch-Sammlung, Adressbuch für Leute, die nie anrufen, Notizen für Nachrichten, die niemand lesen wird, Entschuldigungsnotizen für kommende Fehltritte und natürlich nützliche Phrasen wie “A table for one please” in verschiedenen Sprachen für verzweifelte Reisende. Schade, dass ich meine Notizen, Termine, Gedanken mittlerweile nur noch digital sichere (und analoge Kalender grundsätzlich irgendwann verschlampe oder ignoriere), sonst wäre das Teil sowas von gekauft.

All-new demotivational proverbs are mixed in with the most depressing of the old ones. Also includes double the amount of Notable Deaths and new sections such as Useful Phrases (translated into French, German, Mandarin and Spanish), Personal SWOT Analysis, Apology Note templates and Bank Insecurity Questions.

An address book section includes space for People Who Never Call and Imaginary Friends. A notes section includes Ideas You’ll Never Follow Up and Notes Toward A Tweet Everyone Will Ignore.

Weiterlesen

Die 90er Jahre: Die polarisierenden, extremen und kontroversen Filme des Jahrzehnts I

Wenn man diese Kategorie mit der selben der 00er Jahre vergleicht, stellt man fest, dass die Kinozuschauer und vor allem Kritiker in den 90ern weitaus dünnhäutiger waren als im 21. Jahrhundert. Scheinen die extremen und kontroversen Filme der letzten Dekade tatsächlich infam bis zur berechtigten Wut vieler Zuschauer, wirken die 90er dagegen fast schon handzahm; oft genug scheinen die provokanten Filme wie Basic Instinct dem Prinzip “Viel Lärm um nichts” zu folgen. Aber das ist retrospektiv natürlich leicht zu sagen und wer weiß schon, wie das Publikum in zehn Jahrenüber die Aufreger unserer Zeit schmunzeln wird… Egal, auch die 90er waren für so manche cineastische Provokation, für so manchen Tabubruch gut. Und mitunter hatte die Aufregung um den jeweiligen Film auch eine gewisse Berechtigung. Auch an dieser Stelle gilt wie beim letzten Mal: Nicht alle hier auftauchenden Filme sind Meistwerwerke, manche fallen sogar eher in die Kategorie ‘unterdurchschnittlich’. Aber durch ihren Mut beziehungsweise ihre Dreistigkeit oder eben auch ihre offene Infamität haben sie sich ihren Platz im Filmkanon verdient… und sei es nur, um daran zu erinnern, dass das Kino auch immer ein Ort der Skandale und Skandälchen sein kann.

Weiterlesen

Die 90er: Die besten Britpop-Alben des Jahrzents I

Mit den elektronischen Alben haben wir unsere musikalische Retrospektive der 90er begonnen und heute kommen wir zu einem weiteren höchst erfolgreichen Genre dieser Ära. Dabei ist gar nicht so wirklich klar und auszumachen, wo Britpop startet und aufhört: Der Höhepunkt dieses Subgenres war sicherlich Mitte der 90er, als plötzlich die Mischung aus Sixties-Pop, Punk und Zitaten aus aus dem Rave-Sound der 80er von der Insel zu uns rüberollte und für zwei Sommer lang den Globus infizierte. Der erste Grund für dieses Phänomen dürfte sicherlich die unglaublich hohe Dichte an guten Alben sein, aber auch die Reaktion auf die immer langweiliger werdende amerikanische Grunge-Musik, die zu allem Überfluss 1994 mit dem Tod von Kurt Cobain ihre wichtigste Persönlichkeit verlor und damit endgültig den Weg für smarten Pop aus UK freimachte. Britisch und Smart, beides Attribute, die man in Deutschland noch nie sonderlich schätze und  selbst heute wird hier Britpop immer noch auf Oasis und ihre erfolgreichste Single Wonderwall reduziert. Wir geben hier nun die Möglichkeit, weitere Bands des Genres kennen zu lernen und stellen in unserem ersten Teil unter anderem die zynischen Pulp, die unterschätzen Supergrass und die Ur-Väter des Britpop`95 vor…

Weiterlesen

Rapid Music Movements – Retrospektive zum neuem R.E.M. Album “Collapse Into Now”

Die Welt dreht sich weiter und R.E.M. veröffentlichen wieder ein neues Album. Seit nunmehr fast 30 Jahren erfreuen die Alternative-Rocker ihre Fans mit regelmäßigen, neuen Veröffentlichungen: Mal laut und kratzbürstig, mal experimentell, mal mit Pop und Harmonie flirtend, mal mit großem Stadionrock Gestus und dann wieder ganz zurückgezogen, melancholisch und nachdenklich. Über ein Dutzend Gründe, sich ihrer Discographie genauer anzunehmen…

Weiterlesen

Lyrik der Woche: Durs Grünbein – Den teuren Toten

Heute der postmoderne, zynisch morbide Dichter Durs Grünbein mit einem seiner berüchtigten Epitaphe aus “Den teuren Toten”

In einer U-Bahn, früh am Morgen, lag ein Toter. Erwürgt mit einem Draht. Aus seinen Ohren quoll Musik aus einem walkman irgendwo im Innern

Der Lederjacke, blutverschmiert. Sein kahler Schädel Hing über die zerstochne Sitzbank wo mit FilzstiftIn Kinderschrift geschrieben stand ” Du Arschloch!”

Die 00er Jahre: Die extremsten, polarisierendsten und kontroversesten Filme des Jahrzehnts

Extrem ist natürlich ein ziemlich dehnbarer Begriff… und mit den besten Horrorfilmen und auch den besten surrealen Filmen haben wir diese Sparte bereits ganz gut bedient. Aber es gab noch Krasseres als das bisher Vorgestellte: Hartes, Gewalttätiges, an der Schmerzgrenze Balancierendes. Filme die sadistisch waren, oder auch masochistisch; Filme die ihren Zuschauern einiges abverlangten und nicht zuletzt auch immer wieder für abgebrochene Kinobesuche oder Empörungen bei diversen Festivals gut waren. Dabei sind es nicht zwangsläufig gute Filme, mitunter sind sie einfach nur hart, schwer verdaulich oder tatsächlich polarisierend und kontrovers bis zur Ärgernis. Dennoch haben alle die vorgestellten Filme ihre Existenzberechtigung. Sie haben dem Medium seine Grenzen aufgezeigt, indem sie diese überschritten haben, indem sie mit diesen gespielt haben, indem sie bewusst den Weg des größten Widerstandes gingen. Die härtesten, die kontroversesten, die am meisten diskutierten… die extremsten Filme der Dekade. Wie immer nach dem Klick.

Weiterlesen

Die 00er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts II

Frei nach Chaplin: Mit einem Lächeln, wahrscheinlich auch mit einer Träne. Teil 1 hat uns schon viele tragikomische Meisterwerke gebracht: Auf zu Runde 2…

Weiterlesen

Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Sechste: Robert Altmans "The Player" (1992)

Normalerweise beleuchten Meta-Filme den kreativen Schaffungsprozess: Klassiker des selbstreflexiven Kinos nutzen den Blick der Regisseure, der Crew oder gar des Rezipienten, um die Möglichkeiten des Films auszuloten, aufzuzeigen und in kreisförmigen Bewegungen zu ihrer Ader zurückzuführen. Aber das Konzept des Films als Kunst, als Erweiterung des Geistes und als Medium zwischen Realität und Fiktion wird dabei konstant aufrecht erhalten. Mit seinem 1992er Film „The Player“ beschreitet Robert Altman einen anderen Weg: Film als Produkt, Film als Kommerz, Film als Tod der Kreativität. Willkommen in Hollywood. The Player ist ein zynischer Abgesang auf die Mechanismen des Big Business und die Ohnmacht der daran beteiligten Künstler.

Weiterlesen

Rattisches, allzu Rattisches – Rezension zu Sam Savages „Firmin – Ein Rattenleben“ (2008)

Erinnert ihr euch an Remy, die sympathische Ratte aus Pixars Ratatouille? Der kleine Nager war mit erstaunlichen Fähigkeiten gesegnet. Er konnte hervorragend kochen, verstand die Menschen und die menschlichen Bedürfnisse und schließlich gelang es ihm sogar mit einem Menschen Kontakt aufzunehmen, mit ihm zu kommunizieren und ihm zu helfen. Mit seinem 200seitigen Roman „Firmin – Ein Rattenleben“ liefert der amerikanische Autor Sam Savage den genauen Gegenentwurf zu dieser niedlichen und unrealistischen Geschichte.

Weiterlesen

Zorn und Phantasie: Rezension zu Salman Rushdies "Wut" (2001)

Salman Rushdie hat sich als Märchenerzähler, Kulturkritiker und Brückenschlager von West nach Ost einen vielbeachteten Namen gemacht. Dies dürfte nicht nur an seinen ausgezeichneten Romanen wie „Mitternachtskinder“ liegen, sondern insbesondere an der Tatsache, dass er selbst zum Politikum wurde, nachdem der iranische Staatschef Komeini eine Fawta gegen den im Exil lebenden indischen-britischen Schriftsteller verhängte. Die gesellschaftskritische Märchenparabel „Die satanischen Verse“ war einfach zu viel für die Vertreter eines fundamentalistischen Islam, obwohl sie keineswegs eine böse Abrechnung war, sondern viel mehr ein fantastisches Sittengemälde, das gekonnt zwischen östlicher Mythologie & Religion und westlicher Kultur pendelte. Immerhin wurde Rushdie dadurch nicht nur weltberühmt, sondern zählt auch seitdem zu den wichtigsten orientalischen Kulturbotschaftern und zu den führenden Vertretern des magischen Realismus. Allerdings lässt er sich keineswegs auf dieses Genre festlegen, sondern versucht sich daneben als Gesellschaftskritiker, postmoderner Theoretiker oder gar als Zyniker, wie sein 2001 erschienener Roman „Wut“ (Originaltitel: „Fury“) eindrucksvoll belegt.

Weiterlesen