Die 80er Jahre: Die besten Kriegsfilme des Jahrzehnts

Platoon-DI

Nachdem wir im letzten Artikel einen Blick auf die zivilen Kriegsfilme der Dekade geworfen haben, geht es nun direkt hinein ins Kampfgeschehen. Der Vietnamkrieg war damals noch ein großes Thema, auch und insbesondere in den 80ern und wurde in gleich zwei Meisterwerken, Kubricks Full Metal Jacket und Stones Platoon auf eindringliche Art aufgearbeitet. Auch das posttraumatische Drama Birdy lieferte wesentliche Impulse für die kulturelle Auseinandersetzung mit dem Sujet in der Reagan-Ära. Weitaus “historischer” ist da das deutsche Kriegsfilmepos Das Boot, in dem Antikriegsfilm und Kriegsfilm auf fragwürdige und dennoch beeindruckende Art zusammenwirken. Und dass sich nicht nur der Westen mit seinen kriegerischen Konflikten auseinandersetzen kann, beweist der artifizielle mitreißende russische Film Komm und sieh. Trotz nur weniger überragender Beiträge; die 80er sind ein ungemein wichtiges Jahrzehnt für die filmische Aufbereitung militärischer Geschehnisse.

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Harry Potter, Hitler und Appeasement: Der Zauberlehrling und das britische Trauma

Nicht mehr lange… Bald ist es so weit. Wenn Mitte Juli mit Harry Potter and the Deathly Hollows 2 der endgültig letzte Film über Hogwarts, Harry Potter und Lord Voldemort in den Kinos anläuft, wird damit eine Fantasyserie beendet, die Leser und Kinogänger in den letzten zehn Jahren permanent in Atem hielt. Die Erlebnisse des Schülers, Zauberlehrlings und Auserwählten sind bereits jetzt schon so etwas wie Literaturgeschichte, haben eine riesige Fankultur um sich versammelt, Autorin J.K. Rowling reich gemacht und zahllose Untersuchungen des Phänomens provoziert. Die Mythologie, die Religion, die klassischen Fantasy-Bezüge… Dabei lässt sich Harry Potter problemlos (und mit viel Spaß) ganz konkret beinahe zeitgenössisch lesen: Nämlich als Verarbeitung eines großen britischen Traumas der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Vom europäischen Schicksalsjahr 1914 über die Deutschlandpolitik der 30er Jahre, den Zweiten Weltkrieg bis hin zu 1945 und dem Schlussstrich unter die Verwirrungen der europäischen “Moderne”. Harry Potter und Lord Voldemort, Großbritannien und Adolf Hitler, Appeasement und Krieg… Parallelen und Analogien: Spoiler ahead!

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Die besten Kriegsfilme der 90er – Warum Saving Private Ryan da nicht rein gehört

Was wir auf der Leinwand sehen, könnte der bis dato  heftigste Antikriegsfilm aller Zeiten, zumindest aber der extremste Kriegsfilm der 90er sein. Ein blutiges – phasenweise kaum zu ertragendes – Gemetzel ohne Vergleichsmöglichkeit: Der Sturm auf den Strand in der Normandie, ohne Musik, ohne unnötige Effekte, stattdessen mit verwackelter Handkamera, aus der Sicht einfacher Soldaten und direkt im Geschehen, nah, unter die Haut fahrend und gewalttätig. Das Licht im Kinosaal ist gerade ausgegangen, da geht es auch schon los. Die amerikanischen Soldaten sitzen in ihren Landebooten, blass, übermüdet verängstigt, die ersten von ihnen übergeben sich bereits und dann wird die Klappe geöffnet, die erste Reihe von Kämpfern wird von Maschinengewehrsalven niedergemäht und die restlichen stürzen in die Fluten des Meeres. Ein Feuerhagel, unbeschreiblicher Lärm, plötzliche Stille in dem Chaos, da einer der Soldaten fast komplett taub ist durch dieses Maschinengewehrgewitter; und dann sehen wir den Krieg in all seinen Schrecken: weiterlesen

Rezension zu Tarantinos "Inglourious Basterds"

Quentin Tarantino hat mit seinen Filmen ja schon so manche Schauspielerkarriere kräftig angekurbelt. John Travolta und Uma Thurman können davon sicher ein Lied singen. Und auch „Inglourious Basterds“ dürfte für einen Darsteller ein enormes Sprungbrett darstellen. Gemeint ist nicht Brad Pitt, der eh schon lange im Olymp weilt und der es abgesehen davon auch gar nicht verdient hätte, für seinen routiniert kühlen Auftritt in „Inglourious Basterds“ größere Lorbeeren zu ernten, sondern der Österreicher Christoph Waltz. Trotz einiger Auszeichnungen (u.a. den „Adolf-Grimme-Preis“) und diverser Rollen in Kino- und Fernsehfilmen wird Waltz für die meisten ein unbeschriebenes Blatt sein, was sich in den kommenden Monaten gewaltig ändern dürfte. Seine Darstellung des „Judenjägers“ Hans Landa hat ihm nicht nur den Preis für den „Besten Darsteller“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes eingebracht, sondern schreit auch geradezu nach einer Oscar Nominierung, für die übrigens Kritikerguru Roger Ebert vehement plädiert. Verdient hätte Christoph Waltz eine Nominierung schon allein deswegen, da er den Dreh- und Angelpunkt des neuen Tarantino darstellt. An dieser Stelle wird nun auch deutlich, warum „Inglourious Basterds“ einen eher schwächeren Film im Schaffenswerk von Tarantino darstellt:

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