Schlagwort-Archiv: Zappaeskes

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts IV

Ich befinde mich gerade in so einer Art unheimlichem Progressive Rock Rausch, Dank dem ich die entsprechenden Artikel beinahe in einem Rutsch runter geschrieben habe. Ich hoffe mal, dass sich meine derzeitige Begeisterung für die Art Rock Nische auch ein wenig in den Texten Lobeshymnen auf die Genre-Alben der 90er Jahre niedergeschlagen hat. Wie bei jedem guten Rausch wird früher oder später der Kater folgen und diesen werde ich mit den Stooges, Ramones und Sex Pistols dann auch hoffentlich erfolgreich bekämpfen. Bis dahin gibt es aber noch einmal eine volle Ladung Prog-Rock der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Morte Macabre laden zum düsteren Tanz ein, Mats / Morgan versetzen dem Fusion neue Stromschläge, Tool weiden sich in Undertow in einer Mischung aus Stoner, Alternative und Art Rock, während Bondage Fruit und Simon Steensland den Zeuhl erfolgreich in eine neue Epoche transferieren. Auch Buckethead und Tenhi klingen alles andere als nach klassischem RetroProg und mixen stattdessen Ambient, Postrock, Gothic, Metal, Experimental und was ihnen sonst noch in den Kram passt in ihren originellen, ungewöhnlichen Sound. Schubladenzertrümmerung erfolgreich, würde ich sagen: Der Patient lebt.

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Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts I

Nachdem Rinko sich in Hip Hop Nischen herumgetrieben hat, wird es mal wieder Zeit für etwas populärere Genres (*hüstel). Dass Progressive Rock eigentlich ziemlich out of date ist, wahrscheinlich Zeit seines Bestehens out of date war, muss wohl nicht extra betont werden. Dürfte jeder wissen. Anyway, aktuelle und auch länger andauernde Trends sollten im Kanon keine Rolle spielen, und unabhängig von seinem Low Coolness-Faktor hat der Progressive Rock (oder Prog wie die Babyblauen liebevoll sagen) in den 90ern eine Menge toller Werke zwischen selbstverliebter Frickelei und bombastischem Monumentalismus abgeworfen. So begeistert Frank Zappa mit einem epischen Live-Doppelalbum, das auch  als einsteigerfreundliches Spätwerk funktioniert, King Crimson gelingt mit Thrak das kaum erwartete Comeback und mit Anekdoten, Porcupine Tree und The Gathering schießen die Progressive Rock Bands einer neuen Generation aus dem Boden. Die großen Unbekannten in dieser Runde bilden die Schweden Landberk, die mit atmosphärischem und trippigen Folk Post-Progressive begeistern.

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Hörenswertes April 2012: The Shins, The Mars Volta, Meshuggah, Les Discrets

Okay… ich stolpere mal wieder den aktuellen Veröffentlichungen hinterher. Und daher gibt es auch bei diesem Hörenswert-Artikel nur Material, das irgendwie so März 2012 ist. Macht aber nichts, da die kurzrezensierten Alben allemal hörenswert und zudem mit prominenten Namen besetzt sind. The Shins schielen schon mal Richtung Sommer, Meshuggah bolzen Richtung Herbst und Winter und The Mars Volta sind sowieso wieder komplett abgehoben irgendwo da oben im Weltraum. Etwas gediegener und für ein letztes Auskosten der Wintergefühle empfehlen sich die französischen Shoegazer Les Discrets, indem sie mit sphärischen, dunklen und mysteriösen Klängen ein letztes Mal gegen die Frühlingssonne rebellieren.

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Die 90er Jahre: Die besten Progressive Metal Alben des Jahrzehnts II

Sorry @ all und vor allem sorry an Rinko: Einmal geht es noch durch die Prog-Hölle. Der Progressive Metal hat wohl vor allem das Problem, dass er nie populär, nie trendy war und damals in den 90ern in seiner “Frühphase” bereits antiquiert wirkte. Kein Wunder: Der Progressive Rock hatte zwar seine kurze Hochphase in den 70ern, wurde aber schnell zur Blaupause für pathetischen, anstrengenden, selbstverliebten Rock N Roll ohne coole Attitüde. Der Punk als Quasi-Gegenbewegung zog an seiner Antipode dementsprechend schnell vorbei, setzte Trends und verbannte die Progger auf die hinteren Bänke der Musikgeschichte. Dort wurde dann insbesondere in den 80ern eine Menge musikalischer Müll verbrochen. Auch der Metal gewann in den 90ern sukzessive den Ruf alles andere als cool zu sein: Eher überholt, konservativ, dogmatisch… Die trendbewussten Kids wanderten zum Hip Hop, die Geeks gaben sich dem Grunge und später immer mehr der elektronischen Musik hin. Logisch, dass die Fusionierung zweier eher unpopulärer Genres nichts weiter als ein weiteres unpopuläres Subgenre hervorbringen konnte, zumal der Progressive Metal bereits damals – wie schon im ersten Teil erwähnt – im Vergleich zum Extreme und Avantgarde Metal ziemlich brav und bieder klang. Anyway… er hatte seine Perlen. Vielleicht nicht als Trendsetter, vielleicht nicht als schicke Profilierungsmucke, aber allemal zum Genuss zu Hause oder aber auch auf diversen Metal-Festivals (zusammen mit den anderen Outsidern). Hier kommen sie: Noch einmal Proto-Prog-Pathetisches von Dream Theater, Düster-Pathetisches von Opeth, Pathetisch-Pathetisches von Symphony X und Ayreon sowie verquast Groovy-Pathetisches vom Liquid Tension Experiment und Pain of Salvation.

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Hörenswertes August/September 2011 II: Primus, Thees Uhlmann, Sungrazer, Beirut

Jepp… das Sommerloch. Viel Musik gehört, aber wenig Muße zum Schreiben gefunden. Das wird jetzt nachgereicht. Rinko hat ja schon ordentlich mit Sommer-Indie-Rock, Postrock und beginnender Herbstdepression losgelegt. Hier soll ebenfalls noch einmal  nach den Klängen des endenden Augusts und beginnenden Septembers gesucht werden. Auf dem Dienstplan steht verschrobener Avantgarde Funkrock der klassischen Art von Primus, die Naivität der neuen Hamburger Schule im frischen Gewand von Tomtes Thees Uhlmann, der sich auf Solo-Abwegen befindet, melancholisch stimmungsvoller Folk von Beirut und hitzigkalter progressiver Stoner Rock von Sungrazer…. Alle auf der Suche nach der verlorenen Jahreszeit.

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Hörenswertes: April 2011: Explosions in the Sky, Za!, The Mountain Goats, Colin Stetson

Nein… Heute wird an dieser Stelle mal nicht über das Wetter gejammert… Warum sollten wir auch, wenn uns die Tage so heiße Musik auf den Tisch bringen? Richtig feurig wird es mit wüstem, chaotischen Hack-Zappa-Prog von Za! und ihrem musikalischen Bastard Megaflow, sowie ambivalentem Post-Jazz vom Arcade Fire Saxophonisten Colin Stetson. Explosions in the Sky machen wieder einmal was sie am besten können, gediegenen, atmosphärischen Postrock und John Darnielle lässt auf All Eternal Deck erneut die etwas lauteren Seiten von The Mountain Goats zum Vorschein kommen, freilich ohne auf wunderschöne subtile Songwriterballaden zu verzichten.

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