Schlagwort-Archiv: Wim Wenders

Urlaubsgrüße von Jean-Luc Godard, Wim Wenders und Heiner Müller…

Egal was jetzt noch kommt… der Sommer ist einfach mal im Arsch. Nehmen wir das doch einfach zum Anlass, um uns ein wenig in nostalgischer Weltflucht zu üben und schauen uns dieses wunderbare Film-Material von Ira Schneider an. Dieser teilte sich in den 70ern mit Jean Pierre Gorin ein Haus unter der Sonne Kalifornien, in dem allerhand prominente Filmemacher und Künstler der damaligen Zeit zu Besuch waren. A Weekend at the Beach with Jean-Luc Godard (1979)  ist eine zehnminütige Impression der unbeschwerten Tage, die sie damals erlebten. Keine große Kunst, keine artifizielle Dekonstruktion, just The Wonder Years of the Golden Age of Cinema. Allein diese großen künstlerischen Genies, unbeschwert im atypischen Homevideo-Format zu sehen, ist schon ziemlich strange und gerade deswegen ein besonderer Genuss.

via cargo

Room 666 von Wim Wenders online

Während der Filmfestspiele in Cannes 1982 baute Wim Wenders in Zimmer 666 des Hotel Martinez eine Kamera auf und lud verschiedene Regisseure und Filmemacher zum Plausch über die Zukunft des Kinos ein. Die grundsätzliche Frage dabei war “Stirbt die Sprache des Films aus?” und eingeladen waren unter anderem Steven Spielberg, Jean-Luc Godard, Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Michelangelo Antonioni. Herausgekommen sind wundervoll emphatische und persönliche Gespräche, die gerade durch die gemütliche, unprofessionelle Atmosphäre des Hotelzimmers authentisch und lebendig wirken. Room 666 (1982) gibt es komplett online und es versteht sich von selbst, dass der Talk-Movie Pflichtprogramm für jeden Cineasten ist.

Wim Wenders – Room 666 (1982) from Cpá TV on Vimeo.

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Die 80er Jahre: Die besten Fantasyfilme und Märchen des Jahrzehnts III

Für unsere letzte Fantasy-Retrospektive wagen wir noch einmal den Blick in die Traumfabrik: Mit Spielbergs E.T., Reitmans Ghostbusters und Marshalls Big zeigt Hollywood, wie sich große Mainstream-Fantasy mit gehobener Qualität produzieren lässt. Für das Big Budget Independent-Kino ist aber auch noch genug Platz, und wer könnte dieses in den 80er Jahren besser vertreten als der Meister des Emo Grusels Tim Beetlejuice Burton höchstpersönlich? Der bekommt auch gleich noch Konkurrenz durch die wunderbare, sträflich unterbewertete Klassiker-Fortsetzung Return to Oz. Und wenn es etwas europäischer, arthausiger und anspruchsvoller sein soll… Wim Wenders poetisches Fantasy-Drama Der Himmel über Berlin und das neuseeländische Düster-Epos The Navigator sorgen für die notwendige Abwechslung zum amerikanischen Bombast-Programm. Egal ob Studio-Produkt oder unabhängiges Kunstwerk, sehenswert sind alle hier genannten Filme, auch wenn wir im Anschluss gerne wieder über die ein oder andere Nennung (und Nicht-Nennung) streiten können.

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Unheimlich viele Kurzfilme der Woche: The Beauty of a Second

Wie viel Film, wie viel Geschichte, wie viel Schönheit passen in eine Sekunde Film? Dieser Frage geht der Shortfilm Contest The Beauty of a Second von Montblanc in Zusammenarbeit mit Wim Wenders nach. Jeder ist eingeladen mitzumachen: Profis, Amateure, Filmmacher, Fotografen… jeder der sich darauf versteht, die Schönheit einer einzelnen Sekunde einzufangen und auf Film zu bannen. Während drei Qualifikationsrunden soll der Gewinner-Short ermittelt werden. Die ersten beiden dieser Qualifikationsrunden sind bereits gelaufen und es gibt auch schon unglaublich schöne Einsekünder zu bestaunen, die im unteren einminütigen Video perfekt arrangiert und mit Musik unterlegt sind. One Seconds of Beauty… unglaublich gut…

190 years ago, Nicolas Rieussec recorded time to an accuracy of a fifth second for the first time – the chronograph was born. To celebrate this unique invention, Montblanc is announcing the one-of-a-kind “The Beauty of a Second” short-film contest presented by the famous film director Wim Wenders.

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Links fürs Wochenende

Harry Potter vs. Star Wars

Die Gemeinsamkeiten sind einfach zu offensichtlich, als dass sie nicht benannt werden sollten. Hier in einer pointierten Bilderserie der Dit Rebels.

Wir hatten wirklich einen Engel gefunden!

Nachruf von Wim Wenders an Peter Falk und Erinnerungen an ihre Zusammenarbeit bei Himmel über Berlin (1987)

Der Backpfeifen-Picasso

Er prägte ganze Generationen: mampfte, rülpste und verteilte Backpfeifen. Seine Biografie ist ein Beststeller. Aber was können wir von Bud Spencer lernen? Zwei einestages-Redakteure nahmen sich eine DVD-Box mit den Filmen des Haudraufs und wagten ein Experiment – eine Zeitreise in die Jugend.

Seine Jungs

Die Geschichte der Zivildienstleistenden aus der Sicht eines Querschnittsgelähmten, der seit 27 Jahren von Zivis betreut wird.

Ach, Apple!

Vor kurzem hat Apple die neueste Version ihrer Videoschnitt-Software Final Cut Pro X veröffentlicht… und die Reaktionen auf die beschnittene und entprofessionalisierte Software waren vernichtend. Selbst Conan O’Brien stieg in das Apple-Bashing ein, und in professionellen Cut-Communities wurde heftig darüber diskutiert, ob das ehemalige Schnitt-Flaggschiff von Apple damit endgültig zu Grabe getragen wurde. Optimistische Prognosen gab es nur vereinzelt, und so sah sich Apple schließlich selbst zu einer Stellungnahme genötigt, die die User auch eher unschlüssig zurückließ… Und ich habe gerade begonnen, mich in Final Cut Studio zu verlieben. Das Leben ist einfach nicht fair.

Leitwolf im Schafspelz

Es dürfte eigentlich mittlerweile jedem aufgefallen sein, wie sich SPON der Bild annähert und Titanic Autor Stefan Gärtner erklärt uns, wie Spiegel Online sogar Deutschlands erfolgreichstes Boulevard-Medium an Sensationsgeilheit in den Schatten stellt.

Suburban Knights

Jetzt wird’s episch… That Guy with the Glasses feiert sein fünfjähriges Bestehen, und um dies gebührend zu zelebrieren hat Doug Walker (alias The Nostalgia Critic) Freunde, Videopodcaster, Reviewer zu einer großen Queste eingeladen, inklusive Cosplay, inklusive zahlloser Running Gags, inklusive Cheesy, trashy Moments, inklusive alberner Zitate, und… und… und… Vier Teile sind es bereits, und es lässt sich jetzt bereits erahnen, dass dies das epischste Critic-Abenteuer aller Zeiten wird. Trailer unten, den Rest bei That Guy with the Glasses anschauen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Weiter gehts in unserer 00er Retrospektive mit den besten Tragikomödien des Jahrzehnts, während wir uns alle anlässlich des großen Fußballsommers die berechtigte Frage stellen, ob man für oder gegen die Deutsche Nationalelf sein sollte.

Die 90er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts I

Viel Sehenswertes ist im Weltraum der 90er Jahre nicht geschehen. Dafür wie schon bei den besten Science Fiction Filmen der 00er umsomehr auf einer (potentiell) zukünftigen Erde. Das mag vor allem mit einem erneuten Endzeit- und Dystopienhype des ausgehenden 20. Jahrhunderts zusammenhängen (übrigens ganz ähnlich dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts). Jedenfalls war der Blick in die Zukunft, den viele Filmmacher in den 90ern wagten, oft ein kritischer, skeptischer, einer, der relevante Themen der 90er aufgriff und in ein mögliches – von düsteres bis buntes – 21. Jahrhundert transformierte. Jedenfalls waren die gelungenen Prophezeiungen zahlreich genug vertreten, dass das Science Fiction Genre zwei Artikel spendiert bekommt… Den ersten Teil gibt es direkt hier…

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Wim Wenders und der Ring des Nibelungen

Ob es beim Gemunkel bleibt…? Im Moment stehen die Chancen ganz gut, dass aus der Gerüchteküche Realität wird. Zumindest laut der dpa, die Katharina Wagner zitiert, die wiederum bestätigt, dass es Verhandlungen zwischen den Bayreuther Wagnerianern und Wim Wenders um eine kommende Inszenierung des berühmten “Ring des Nibelungen” gibt. Ausgerechnet im Jahr 2013 – zum 200. Geburtstag Richard Wagners – könnte der Regisseur von Filmen wie “Himmel über Berlin” und “Paris, Texas” die Ring-Inszenierung beim immer sowohl amüsanten als auch erschreckenden Bayreuther Treiben übernehmen.

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Die 00er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts II

Frei nach Chaplin: Mit einem Lächeln, wahrscheinlich auch mit einer Träne. Teil 1 hat uns schon viele tragikomische Meisterwerke gebracht: Auf zu Runde 2…

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Schlingensief-Retrospektive II – „Die 120 Tage von Bottrop“ (1997)

Liebe Zuschauer!

Bitte genießen sie den folgenden Film sehr laut und mit vielen Höhen!

Wir danken für ihr Verständnis

Sodom ist die Stadt der Verruchtheit, der Perversion und Sodomie, die als göttliches Exempel schließlich in einem apokalyptischen Feuerregen untergehen sollte. Bottrop ist eine deutsche Stadt im nordwestlichen Ruhrgebiet. Bottrop hat mit diesem Film nichts zu tun. Nachdem sich Christoph Schlingensief in „Terror 2000“ der deutschen TV-Medienlandschaft widmete, ist sein Opfer im 1997 entstandenen „Die 120 Tage von Bottrop“ der deutsche Film. Dabei wäre es allerdings etwas vorschnell, dem Regisseur zu unterstellen, wieder mal alles zu zerfleddern und zu zerreißen, was dieses Medium hergibt. Ganz im Gegenteil: Denn obwohl Schlingenisef, wie es für ihn typisch ist, nach allen Seiten hin ausholt und dabei mehr als scharfe Munition verschießt, ist „Die 120 Tage von Bottrop“ in erster Linie eine Hommage, ein fast schon wehmütiger Film, der einer Zeit nachtrauert, in denen deutsche Regisseure wie Fassbinder und Herzog kein Risiko scheuten, um provokante Meisterwerke auf die Leinwand zu bringen.

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