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Shut up and take my money – Brille die reale Realität zeigt

Ich bin viel zutiefst davon überzeugt, dass das der nächste heiße Scheiß wird. Gleich mal ein paar NHL-Aktien ordern.

Irgend so eine skandinavische Firma namens Naturskyddsföreningen werkelt wohl schon etwas länger an dieser Technologie und hat bereits 2016 eine Brille entwickelt, die sogar Natural Reality geht. Krasse Grafik.

Typ fährt Achterbahn und schaut dabei mit der Oculus Rift eine virtuelle Achterbahnfahrt

Um den Gedanken aus meinem kleinen Artikel zu Benoit Paillés GTA V Projekt, in dem er Fotohybride aus Virtuellem und Realem fabriziert, noch mal auf den Punkt zu bringen: Žižek über Deleuze, den er als Philosoph des Virtuellen ansieht:

Für Deleuze zählt nicht die Virtuelle Realität, sondern die Realität des Virtuellen (bei der es sich, Lacansch gesprochen, um das Reale handelt). Die virtuelle Realität an sich ist die relativ dürftige Idee, die Realität nachzuahmen, d.h. die Erfahrung der Realität in einem künstlichen Medium zu reproduzieren. Die Realität des Virtuellen hingegen steht für die Realität des Virtuellen selbst, für seine realen Wirkungen und Folgen.

In diesem Video ist dieser Gedanke umgesetzt: Das Virtuelle befiehlt dem Empfinden. Etwas, was laut Lacan, Deleuze und Žižek einfach passiert. Ihre Idee des Virtuellen ist dabei nicht die digitale Version, sondern die Idee eines transzendentalen Möglichkeitsraumes, der Entscheidungen, Gefühle und Erleben strukturiert. Oder, um es noch abgehobener zu formulieren: Das Transzendente, was im Grunde genommen dem Freudschen Unbewusten mehr als nur nahe kommt, ist die Bedingung, zumindest aber der Ursprung von Emergenz. (Die beiden anderen strukturierenden Momente sind das Imaginäre und das Symbolische. Žižek bedient sich ja dieser Terminologie des Psychoanalytikers Lacan, um damit über Philosophie und Popkultur zu sprechen. Wer Bock hat auf diese komplexen und so verdammt interessanteren Gedankengänge, dem/der sei Žižeks Vortrag über die Realität des Virtuellen ans Herz gelegt.) Im Zusammenhang mit diesen Ideen sagt das Video (sag ich, dass das Video sagt): Menschen leben, das ist die Achterbahnfahrt, und währenddessen sehen sie etwas, von dem sie meinen, dass es so sein soll, so sein muss, so sein darf, nicht so sein darf, das ist das virtuelle Bild. (Freudianisch: Über-Ich/ Es. Lacan ist noch komplexer. Dazu Žižeks Vortrag.)

via

(Das Zitat stammt aus: Žižek, Slavoj: Körperlose Organe. Bausteine für eine Begegnung zwischen Deleuze und Lacan. Suhrkamp 2005. S. 13)

Interaktiver, virtueller Bibliophilen-Porno

40GB-Pixel Panoramfoto der Philosophieabteilung der Strahover Bibliothek in Prag… Bei 360Cities lässt sich in dem gigantischen Panorama dann auch ganz fein rumschwenken und in das Bild reinzoomen. Die Buchrücken sind einwandfrei zu erkennen, die Titel teilweise problemlos zu lesen. Und auch das Deckenfresko versteckt keines seiner Details.

Im Wired-Magazin gibt es dann noch Bilder von Jeffrey Martin und seinem gigantomanischen Photoshooting in der Bibliothekshalle und ne Menge technischer Details, die mich im Moment gerade mal so gar nicht interessieren. Cooler sind dann schon diese Fakten:

In other regards, viewing Martin’s web-based panorama might actually be better than an actual visit, especially when it comes to exploring the fresco high above the books. Completed in 1794, Franz Anton Maulbertsch’s trompe l’oeil ceiling depicts dozens of historical and religious figures, ranging from Noah and Moses to the French encyclopedists.

From inside the library, you can see why historians, scholars and travelers would flock here. A giant, four-volume set marked Musée Français, contained in a standalone, statue-topped wooden case, is believed to be one of only four extant copies. It’s a gift from Marie Louise, the second wife of Emperor Napoleon.

Beyond the rare tomes, guests who look carefully at the bookshelves might spot two hidden doors, masked with fake book spines, that lead to secret stairways

Wenn ich groß bin, will ich auch so ne Bibliothek besitzen…

via Interfilm

Die 90er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts II

Und zum Zweiten: Futuristisches und Endzeitliches aus den 90er Jahren. Auch hier finden wir in erster Linie die selbe apokalyptische Stimmung wie schon bei der ersten 90er Science Fiction Retrospektive. Aber auch viel Virtuelles und Scheinbares, einen echten Popcornblockbuster, Abseitiges japanisches Kino und nicht zuletzt ein ganz klassisches episches Schlachtenspektakel mitten im Weltraum…

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Google Art Project: Museumsrundgänge im Street View Stil

Natürlich war es nur eine Frage der Zeit… Und die scheint jetzt gekommen zu sein. Google erweitert seine “Street View Franchise” um virtuelle Museumsrundgänge. Über ein Dutzend Museen befinden sich derzeit im Februar 2011 releasten Google Art Project, und so wie man den Suchmaschinenriesen kennt, werden mit Sicherheit bald weitere folgen. So gibt es derzeit unter anderem die National Gallery London, das Museum of Modern Art (New York) und die Alte Nationalgalerie in Berlin virtuell zu bestaunen, zu durchreisen und zu erleben. Virtuelle Museumsrundgänge sind an und für sich nicht neu, aber wenn sich Google daran hängt, ist klar, dass das alles größer, breiter und panoramischer wird. Jetzt haben sie es getan. Und das Ergebnis kann sich tatsächlich mehr als sehen lassen…

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Kurzfilm der Woche: Play

Heute ein berauschender Trip, der die Grenzen zwischen virtueller Welt und Realität auflöst. Ein 18 minütiges verstörendes Meisterwerk.

Play (USA 2010)

Regie: David Kaplan, Eric Zimmerman

Making-Of: http://futurestates.tv/episodes/play