Schlagwort-Archiv: Twitter

Mad Men in the 21st Century

Die Amis sind ja absolut verwöhnt mit großartigen Serien, man denke nur an Boardwalk-Empire oder Breaking Bad. Mein Favorit ist und bleibt aber Mad Men, dieser großartige Gesellschaftsroman der Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts und stylish ohne Limit. Aber wie würden Don Draper, Roger Sterling und Pete Campell heute arbeiten und natürlich trinken?

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Links fürs Wochenende

Der Tod und das Social Web

Thomas Gigold über die Rolle der digitalen Sphäre am Ende des Lebens.

Die Grass-Debatte:

Puh, da gibt es so viel, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nee, okay… eigentlich ist es klar. Natürlich erstmal mit dem Gedicht selbst, Was gesagt werden muss. Einen guten Kommentar gibt es von Josef Joffe, der sich Gedanken über den innerlichen Antisemitismus Grass’ macht: Der Antisemitismus will raus. Etwas handwerklicher geht da Frank Schirrmacher vor, der das Gedicht auseinander nimmt und unter dem Titel Was Grass uns sagen will eine mögliche Interpretation anbietet.

Die SZ selbst stellt noch einmal einen kleinen Überblick der empörten Reaktionen zusammen, die auf Grass in den letzten Tagen hereingeprasselt sind. Laut dem Postillon haben die Vereinten Nationen ein Tinten- und Pfeifentabakembargo über Grass verhängt. Broder stellt fest, Günther Grass sei zwar nicht ganz dicht, aber ein Dichter, während einer der wenigen wohlwollenden Kommentare von Thomas Nehls stammt. Dieser verlangt Friedenspreis statt Schelte für den in der Kritik stehenden Lyriker. Dieser hat selbst natürlich auch nochmal reagiert (siehe Video unten), woraufhin Arno Frank feststellt, dass sich Grass nur noch weiter in seinem selbstverzapften Unsinn verstrickt. Und Broder langt in diesem Fall auch nochmal nach: “Ein autoritärer Knochen spielt verfolgte Unschuld”… Meiner Meinung nach summa summarum viel zu viel Aufregung um ein politisch eindimensionales, unterdurchschnittliches Gedicht.

Sensationalist Movie Posters, 1956-1973

Futter für die Augen vom Retronauten

Eine kurze Geschichte vom Kopieren und Kapieren

Wolfgang Messer begibt sich auf eine kleine Zeitreise in die Geschichte der analogen und digitalen Kopie des 20. Jahrhunderts:

Kein (Urheber-, Nutzungs-, Lizenz-, Leistungsschutz-, Anti-Produktpiraterie-)Recht der Welt – und sei es auch noch so neu und genial konstruiert – wird die Zeit komplett zurück drehen können. Es wird allenfalls noch notdürftig ein paar Wunden verbinden und Brüche schienen, aber nichts mehr wirklich heilen. Möglicherweise richtet es stattdessen sogar neuen Schaden an. Viele Chancen vertan und wenig kapiert, schon lange.

Gottes geliebte Söhne

Er ist homosexuell und Kandidat für das Priesteramt. Die katholische Kirche sieht das nicht vor, sie nennt sein Leben „ungeordnet“. Anvertrauen kann sich der junge Mann niemandem – und ringt mit seiner Berufung.

Die sixtinische Kapelle online

Ein wenig Besinnung für die feierlichen Ostertage, inklusive sakraler Klänge und interaktiver Features.

Machen Pornofilme Religiöse (un-)glücklich?

Pornofilme werden von glücklich Verheirateten seltener angeschaut und machen auch nicht wirklich glücklich. Aber massiv beeinträchtigen sie das Lebensglück (nur) jener, die glauben, dass solche Filme zu verdammen seien – und sie dennoch anschauen.

Die Handelsblatt-Debatte:

Das Handelsblatt, das Autoren auch gerne mal Kriegserklärungen an die Netzgemeinde schreiben lässt – hat unter dem Slogan Mein Kopf gehört mir die Statements von “mehr als hundert Vertreter aus Kunst, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik” zu Urheberrecht und geistigem Eigentum veröffentlicht. Reaktionen aus der “Netzwelt” ließen natürlich nicht lange auf sich warten: So stellt Marcel Weiss auf Neunetz fest, dass sich unter den 100 Handelsblatt-Kreativen gerade mal 26 Kreativschaffende, dafür aber 47 Manager befinden und spricht von einer kompletten Selbstdemontage des Handelsblatt, während  Markus Beckedahl dem Wirtschaftsmagazin Kampagnen”journalismus” vom Feinsten attestiert. Schön bissig nimmt Thomas Knüwer den zu den Promi-Statements veröffentlichten Artikel auseinander: Das Handelsblatt schwurbelt durch die unreale Welt lautet sein Fazit.

Auch Dirk von Gehlen meldet sich zu Wort: Vom Wissen der Wichser, ebenso Stefan Niggemeier, der passend feststellt Euren Kopf habt ihr längst verloren und den Verantwortlichen der Kampagne einige weitere lesenswerte Links ans Herz legt. Eine ebenfalls gute Linksammlung haben die Piraten auf Google+ zusammengestellt, während Richard Gutjahr zum anschwelenden Twitter-Shitstorm verschmitzt feststellt:

Letztes Jahr auf Seite360:

Florian sinniert über Grenzen und Möglichkeiten des aktuellen Zombiefilms und sucht in der Veröffentlichungsflut des Jahres 2011 nach hörenswerten Alben für den April. Fündig wird er bei den Mountain Goats, Za!, Explosions in the Sky und Colin Stetson. Für den nötigen Schub Nostalgie sorgen die besten Komödien der 90er Jahre. Ansonsten freuen wir uns alle so wie dieses Jahr (ähmm) am schönen Wetter und geben uns diversen Frühlingsgefühlen hin.

Die Mode des Internet

Der italienische Designer Neko-Vi hat sich Gedanken über die Rolle verschiedener Internetdienstleister gemacht und entsprechende Modevorschläge für festliche Bankette und rote Teppiche kreiert. Passt! Während Facebook im putzigen Rüschen-Abendkleid fast schon konservativ bis kitschig – und zugleich geerdet – wirkt, läuft die Dame Megaupload mit einem konfusen, übervollen – im Grunde genommen ziemlich stillosen – Dynamik-Dress auf. Youtube ist am Oberkörper mit schillernder Eleganz ausgestattet, während in Bodennähe ebenfalls die Konfusion ausbricht. Google und Yahoo sind einfach liebreizend, während Twitter ziemlich fesch und stylish – und irgendwie auch am trendigsten – daherkommt. Alle festlichen Abendgarderoben folgen nach dem Klick.

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Links fürs Wochenende

SPOTIFY

Wahrscheinlich der überflüssigste Link, den wir hier jemals als Link fürs Wochenende gepostet haben. Falls ihr also die letzten Tage durchgeschlafen, auf dem Mond oder in einer Zeitkapsel verbracht habt, here we go. Ich benutze Spotify mittlerweile schon ein paar Tage und werde mit Sicherheit auch noch etwas Längeres dazu schreiben. Nur so viel schon mal vorab: Es lohnt sich! Sowohl als Musik-Stream-Portal als auch Organisations-Tool für die lokale Musikbibliothek. Es ist schlank, verdammt sexy und macht süchtig.

Passend dazu auch: Ein erster Rundgang durch Spotify beim Musikexpress, Spotify scheucht die Konkurrenz mit Gratisangebot auf, Darf ich die Musik mitschneiden? + Replik: Ist das Rippen bei Spotify zulässig?, Im Schatten von Spotify: Rdio mit großem Redesign, Kritik am Datenschutz von Spotify, Interview mit Axel Bringéusdem Director of International Growth für Spotify

Westberlin

Sehr cooler Tumblr, der die Vergangenheit der geteilten Hauptstadt in schicken Fotografien wieder aufleben lässt.

Fantasy Ja! Aber bitte ohne Freaks!

Sehr schöner Rant von Michael Erle über unangenehme Begleiterscheinungen der Popularisierung der Nerdkultur:

von A wie Alderaan bis Z wie Zwerg hat der Mainstream so ziemlich jedes Element einer Gedankenwelt, die früher noch Geeks, Dorks und Freaks gehörte, aufgesogen. Vampire als bevorzugte Lektüre von Teenagermädchen waren sozusagen der letzte Nagel im Sarg des Nischendaseins unseres Lieblingsgenres. Spätestens die Spekulationen über das „Next Big Thing“ (Zombies? Werwölfe? Zeitreisende Cowboys?) sollten uns einen Schrecken eingejagt haben: unser schönes, verschrobenes und geistreiches Hobby leidet unter dem Gesetz des Freien Marktes und seines Marketings.

Die Facepalmisierung des Internet

Warum muss ich täglich auf Twitter lesen “Wer noch einmal Wort xy schreibt, wird entfolgt”? Wozu die ganzen abwertenden Vokabeln, warum andere lächerlich machen, anstatt einfach mit ihnen zu reden? Wie wäre es denn, der betreffenden Person, die etwas so unsägliches gebloggt/getwittert/gesagt hat, einfach mal in Ruhe zu erklären, was mir nicht passt? Anstatt sie durch einen abwertenden Tweet zu verhöhnen?

dys4ia (Browsergame)

Ungemein persönliches Browsergame von ‘Pixel Provocateur’ Auntie Pixelante, die ihren Weg zur Frau, von der gesellschaftlichen Ablehnung über die Hormontherapie bis heute spielerisch aufarbeitet.

Nelly (Browsergame)

Wenn es nicht ganz so artifiziell sein soll: Nelly ist ein spannender Plattformer zwischen jugendlichem Alptraum, Gothic Novel und Burton-Ästhetik. Narration und spielerische Herausforderung behindern sich hier nicht gegenseitig sondern ergänzen sich zu einem fantastischen, dunklen Anti-Märchen.

Meinungsmacher 2012: Hacker-Interviews

Schafft Leverkusen den Klassenerhalt?

Eine mathematische Problemlösungsstrategie für Fanhoffnungen und Fanängste.

Warum ich nie mit etwas fertig werde…

Infografik

Letztes Jahr auf Seite360:

Der März wird endlich etwas hörenswerter, mit J Mascis, dem Esbjörn Svensson Trio, den Strokes, The Pain of being pure at heart, Earth und anderen… und dann gibt es natürlich auch noch die wundervolle neue Songcollage von R.E.M. Collapse into now und der musikalische Frühling ist gerettet. Cineastisch läuft eher weniger und so rezensiert Florian schon etwas weiter zurückliegende Filme wie Revanche und Hot Tub Timemachine.

Ein ganz normaler Mittwoch…? (#facebookdown)

Nope… zahllose Hilfe suchende Facebook-User irren durch andere Social Networks… und werden unter anderem auf Twitter fündig. Der Hashtag #facebookdown ist ganz oben bei den Deutschland-Trends und die Reaktionen reichen von schierer Panik über Weltuntergangs-Prophezeiungen bis hin zu selbstzufriedener Gehässigkeit. Hier ein paar Auszüge…

Update: Facebook geht wieder. Der Tag ist gerettet…

Jon Bon Jovi is alive!

Habe ich gerade bei Spiegel Online gelesen, da die aber wieder einmal nicht auf ihre Quellen verlinken mache ich es ihnen gleich und spare mir den Link auf den Artikel im Panorama-Bereich: Das WordPress.com-Blog dailynewbloginternational hat gestern den Tod von Jon Bon Jovi (49) verkündet. Dieser sei angeblich komatös in einem Hotelzimmer aufgefunden worden. Kurz darauf hätten die Ärzte seinen Tod festgestellt:

Rockstar Jon Bon Jovi (John Francis Bongiovi, Jr) was pronounced dead today after paramedics found him in a coma at his Empress Hotel, city and law enforcement of Asbury Park, NJ sources told The Times after World Christmas Tour concert on The Bamboozle Festival,North Beach Asbury Park.

Der nebulöse Bericht gelangte irgendwie auf Twitter und wurde dort munter weiter verbreitet. Vor 19 Stunden hat der gute Jon dann mit einem tatsächlich ziemlich coolen Foto ein persönliches Dementi über Facebook verbreitet (Heaven looks a lot like New Jersey). Auf Twitter rauschts immer noch gewaltig. Viele nehmen das Ereignis zum Anlass, um alberne Meme zu verbreiten, so zum Beispiel Schwabti, der tweetet:

Nach Aufregung bei Twitter: Kim Jong Il ist doch nicht tot. #bonjovi

Bei anderen dagegen ist das Dementi noch nicht angekommen und so wird die potentielle Nachricht zumindest mit einem Fragezeichen immer noch munter weiter gezwitschert. Anyway, Bon Jovi lebt, und für diese Nachricht kann es nur einen passenden Song geben:

Joseph von Nazareth @ Twitter

Joseph, ein Zimmermann aus Nazareth ist auf Twitter unterwegs. Über sich selbst sagt er

Joseph aus Nazareth, gefühlte 35 Jahre alt und vergeben. Führe einen kleinen Zimmermannsbetrieb in der 3. Generation in der Innenstadt von Nazareth.

und twittert Dinge wie:

Mache mir ernsthaft Sorgen. Maria ist die Nacht zwei Mal aufgestanden und aus dem Zimmer geschlichen. Ich muss unbedingt mit ihr reden.

Mal sehen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt…

Joseph von Nazareth @ Twitter via Kulturzeit

Der Mann, der die Militäraktion gegen Osama Bin Laden tweetete (ohne davon zu wissen)

So, schnell das Unwesentliche abhaken: Das Imperfekt vom eingedeutschten Tweeten sieht ja mal so richtig beschissen aus…

Zurück zum Wesentlichen: Die Twitter-Welt ist um eine weitere faszinierende Geschichte reicher. @ReallyVirtual alias Sohaib Athar darf heute seine 24 Stunden Internet-Berühmtheit in vollen Zügen genießen erst einmal verdauen. Denn dieser junge Mann aus Abbottabad war quasi live dabei als Osama Bin Laden getötet wurde… jedenfalls in der Nachbarschaft. Und was um ihn herum passiert ist, hat er live auf seinem Twitter-Account verbreitet. Freilich ohne zu wissen, dass die Militäraktionen im Umkreises seiner Wohnung dem am meisten gesuchten Terroristen weltweit galten.

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Links fürs Wochenende

Jenseits allen guten Geschmacks – New New Age

Uli von Auftouren über New Age Musik und die Angst, dass dieses unbeliebte Genre ein Revival erleben könnte… aber auch mit der Erkenntnis, dass es durchaus Hörbares aus der Ecke der Meditativen und Esoterischen gibt.

ZDF – Mit diesen Zwei twittert man besser

Die Geschichte dürfte zumindest in der Blogosphäre und im Twitteruniversum die Runde gemacht haben. Zwei Jungs twittern unter einem Fakeaccount ‘für’ das ZDF und bekommen keine Abmahnung sondern eine Festanstellung beim Sender. Daumen hoch!

Bitte, bitte keine Mystery-Blogger-Pakete mehr. Bitte!

Marco von Minds Delight ärgert sich über pseudoanonyme, pseudomysteriöse virale Werbepost. Der Rant dazu ist nicht nur so wahr sondern auch einfach sau unterhaltsam zu lesen.

Späte Ostern

Ein wenig Mathematisches zum diesjährigen, späten Osterdatum

“Erhalt uns, Herr die Obrigkeit!” singt keiner mehr

Kirchenlieder sind eine ganz besondere Gattung. Anders als Goethegedichte verändern sie ihre Gestalt im Lauf der Zeiten. Sie sind fließende Gebilde. Oft gibt es kein Original, sondern nur Fassungen, denen nacheinander die Reformation, die Gegenreformation, die Aufklärung, die Romantik, die Restauration, der Faschismus und die Liberalität unserer Tage ihren Stempel aufgedrückt haben. Die Textsorte Kirchenlied ist deshalb ein ideales Feld für rezeptionsgeschichtliche und rezeptionsästhetische Studien.

Letztes Jahr auf Seite360:

Mit Guru (Jazzmatazz) stirbt einer der größten Rapper unserer Zeit. Florian spielt Sleep is Death auf dem PC, hört das neue Album von Broken Social Scene Forgiveness Rock Record, erfreut sich an der zweihundertsten South Park Folge und Noah Baumbachs Der Tintenfisch und der Wal. Rinko rezensiert Swim von Caribou und hört und sieht mal wieder ausgiebig Björk. Eine kleine Retrospektive vergrößert nur den Appetit auf das kommende Deftones Album und mit den Fotos der Castingallee wird Bildbeute zum festen Bestandteil unserer Seite.

Links fürs Wochenende

Die BILD-Zeitung und Judith Holofernes

Spannendes Interview der TAZ mit Judith Holofernes: Zu ihrem offenen Brief, der Art, wie die BILD nun mit diesem wirbt und ihre generelle Ablehnung der berüchtigten Boulevardzeitung gegenüber.

Eine Fußnote zur Fußnotendebatte

Christian Reinboth über die verhängnisvolle Kombination von Netzartikeln zum Thema Plagiate und die passende, keyword-generierte Google-Adsense-Werbung.

Kunst im öffentlichen Raum

Kurzbericht der Tagesschau über digitale und analoge Kunstinstallationen in Berlin.

Voll eklich wg schule *stöhn

Von Wegen Schreibkompetenzverlust durch Twitter, SMS und Facebook! Wolfgang Kriscke geht dem urbanen Mythos der Sprachverrohung durch moderne Mythen auf den Grund.

Gesellschaftskritische Kunst

Erschreckend-Schöne Versinnbildlichungen gesellschaftlicher Um/Miss Stände

Letztes Jahr auf Seite360

Marcus analysiert die Selbstreflexivität von Fellinis Achteinhalb. Rinko freut sich über Videoclips von den Gorillaz und Foals sowie ein Konzert von The Soft Pack, während Florian aktuelle Songwriteralben und die schräge asiatische Science Fiction Satire Save the Green Planet unter die Lupe nimmt. Die Redaktion spielt eine Heavy Rain Demo auf Youtube, gedenkt weiteren vergessenen Alben der 00er Jahre und erinnert sich wehmütig an alte Comicdetektive.