Schlagwort-Archiv: Trash

Die 80er Jahre: Die besten Horrorfilme des Jahrzehnts I

Während es bei den Fantasyfilmen der 80er Jahre die schräge Albernheit ist, die die Filme von damals aus heutiger Sicht mitunter sehr befremdlich und lächerlich wirken lässt, ist es beim Horror-Genre mitunter der plastische und überzeichnete Gewaltanteil. Brutalität hatte diese Nische zwar schon in den 70ern zu bieten, aber erst in den 80er Jahren kam es – zumindest im Independent-Bereich – zu einer wahren Welle an Gore- und Splatter-Flicks. Während die Gewalt des 70er Jahre Kinos vor allem durch den Terror dominiert war, der in Filmen wie Texas Chainsaw Massacre (1974) weniger visueller als viel mehr inhaltlicher Natur war, standen im folgenden Jahrzehnt vor allem die explizite Darstellung im Mittelpunkt. Dabei ist diese Dekade keineswegs brutaler als die vorhergehende, viel mehr wurde das dystopische Moment der Gewalt zurückgeschraubt, um dafür blutigen, organischen Visualisierungen – vom gnadenlosen Realismus bis hin zur comichaften Überzeichnung – Platz zu machen. Gerade Letztere wiederum wirkt aus der heutigen Sicht mitunter albern, unseriös und alles andere als gruselig. Neben den zahllosen dreckigen Independent-Flicks gab es aber auch den ein oder anderen subtilen, traditionellen Horrorfilm. Ein Recht auf Beachtung verdienen beide Auslegungen des Genres und so pendeln wir in den folgenden Retrospektiven munter zwischen intelligenten Schauergeschichten und blutrünstigen BPjM-Zensur-Kandidaten.

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Trailerprogramm: The Amazing Spider-Man, Osombie, Ai Weiwei, Red Lights, PlayStation Vita, Side by Side, Brake, Zelda: The Lost Oracle

The Amazing Spider-Man [Marc Webb]

Okay, auch auf die Gefahr hin, mich an dieser Stelle unbeliebt zu machen: Ich verstehe einfach nicht, warum es jetzt schon wieder einen Reboot des Spinnenmannes braucht. Und ja verdammt, ich liebe die Raimi-Trilogie, auch den verlachten dritten Teil. Scheiß auf die Goofyness, die zahllosen cheesy Momente, den Emo-Peter-Parker. Spiderman in der Raimi-Variante bietet perfektes Popcorn-Kino mit einigen überraschend gehaltvollen Drama-Elementen, coolen Oberbösewichtern und schicken Effekten. Da ist es mir auch egal, dass sich die neue Version stärker an die klassischen Comics anlehnt, dunkler und erwachsener ist. Nichts gegen Marc Webb, aber der neue Trailer wirkt auf mich doch ziemlich lame, vorausschaubar, und die Special F/X scheint eher einem besseren PS3-Game entsprungen. No need for this… und ich werde ihn mir wahrscheinlich trotzdem ansehen. (via)

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Faster Pussycat! Kill! Kill! – In seiner ganzen Pracht online

Einer der größten Exploitation-Filme überhaupt und der erste Film, den ich von Russ Meyer – der mehr drauf hat als große Brüste – gesehen habe, wurde im November letzten Jahres komplett auf YouTube hochgeladen. In Faster Pussycat! Kill! Kill! (1966) steht eine Gang von drei aggressiven, schnelle Autos liebenden Stripperinnen im Mittelpunkt. Nachdem diese einen jungen Mann getötet und dessen Freundin entführt haben, landen sie bei einem Farmer und seinen zwei Söhnen. Auf der Jagd nach deren Vermögen kommt es zu einer Gewaltorgie.

Der Film, der unter dem selten dämlichen Titel Die Satansweiber von Tittfield in Deutschland veröffentlicht wurde, verbindet auf grandiose Weise Western, Action, Thrill und verklemmte Pop-Erotik zu einem ganz eigenartigen, einzigartigen Cocktail irgendwo zwischen proto-Feminismus, Chauvinismus und lächerlichen Jungs-Fantasien. Irgendwie cheesy, irgendwie geeky, irgendwie funny und trotz und gerade wegen überhöhtem Trash-Faktor einer der großen Klassiker des traditionellen Exploitation-Films. Roger Ebert schrieb dazu:

What attracts audiences is not sex and not really violence, either, but a Pop Art fantasy image of powerful women, filmed with high energy and exaggerated in a way that seems bizarre and unnatural, until you realize Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Jean-Claude Van Damme and Steven Seagal play more or less the same characters. Without the bras, of course.

via

Hörenswertes Januar 2012: Oliver Tank, Enter Shikari, The Maccabees, The Big Pink, Die Antwoord

Hurra, der erste Hörenswert-Artikel für dieses Jahr. Nunja, man sollte die Vorfreude etwas zügeln, denn so wirklich toll ist die darin gemusterte Musik nicht geworden. Indie-Pop aus England, einstmals der ganze Stolz des Königreiches, enttäuscht mit lauwarmen Nachfolgealben von Enter Shikari, The Maccabees und The Big Pink; nur Oliver Tank kann mit liebevollen Dream Pop Songs überzeugen, während Die Antwoord aus dem südlicher liegenden Südafrika mal wieder diskutabel bleibt.

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Trailerprogramm: Prometheus, The Hobbit, Bad Ass, John Carter, Keyhole, Schilf, Mars et Avril, MIB 3, The Theatre Bizarre, A Monster Calls

So, Winternickerchen ist vorbei… und damit zurück zur Seite360-Normalität. Irgendwann im Frühherbst dieses Jahres haben wir damit angefangen, Trailer zu kommenden Filmen in einzelne, wöchentliche Artikel zu hauen, die meistens Dienstags veröffentlicht wurden. Das will ich versuchen in der Form auch nächstes Jahr weiter zu führen, einfach weil es irgendwie doch mehr Sinn macht, kommende Filme und spannende Trailer geballt zusammen zu fassen, anstatt das Blog täglich mit einzelnen Artikeln, die nur einen Trailer enthalten, zuzuspammen. Da die letzten Wochen diesbezüglich nicht viel bis gar nichts gelaufen ist, gibt es einiges nachzuholen… Sprich, ne Menge frischer und weniger frischer Trailer folgen nach dem Klick.

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Christmas Content: Das Star Wars Holiday Special

Okay… genau genommen, handelt es sich beim Star Wars Holiday Special (1978) nicht um direkten Weihnachtscontent. Im Mittelpunkt dieses speziell fürs Fernsehen produzierten Krieg der Sterne Spin-Offs steht der obskure Tag des Lebens, ein Feiertag der nur von Wookies zelebriert wird und deren scheinbaren Weihnachtsersatz darstellt. Das Skript zu dieser absurden Zweckentfremdung des Star Wars Kosmos stammt tatsächlich von George Lucas himself, der allerdings damals bereits mit den Dreharbeiten zu Das Imperium schlägt zurück (1980) beschäftigt war und so die Regie und Produktion vertrauensvoll in andere Hände legte. Der Rest ist Geschichte: George Lucas war nicht nur enttäuscht sondern geradezu erschüttert von dem Ergebnis und versucht seitdem – obwohl das Special mit einer Recihweite von 18 Millionen Haushalten ziemlich erfolgreich war – eine Weiterverbreitung des Space/Sitcom/Musical-Flicks zu verhindern. Das Teil hat einen regelrechten Kultstatus entwickelt und wird auf Bootleg-Börsen zu horrenden Summen gehandelt.

Here we go: Über 90 Minuten Fremdscham pur und eine ordentliche Zertrümmerung des Star Wars Mythos, lange bevor es Jar Jaaargh Binks und Darth Vaders “Noooooo!” gab. Nach dem Klick – ebenfalls sehr empfehlenswert – Doug Walkers Review dieser grauenhaften Kuriosität aus der Star Wars Galaxie…

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Links fürs Weihnachtswochenende

Weihnachts-Cartoons bei NICHTLUSTIG

Just that! Zur Einstimmung aufs Fest…

Klugscheißer? Ein Ressentiment gegen Hochbegabte!

Harald Martenstein macht sich Gedanken über diskriminierende und diskriminierungsfreie Schimpfwörter und interessiert sich dabei vor allem für eine Facebook-Seite, die sich um das selbe Thema kümmert.

“Trash-Fernsehen ist wie Fast Food”

Interview mit Philipp Walilus, der im Fernsehen auf die billigen Sendeplätze abgeschoben ist, dessen herausragende TV-Satiren aber auf YouTube ein richtiger Renner sind. Der Channel Walulis sieht fern gehört einfach mal mit zum Besten, was es derzeit auf Youtube zu suscriben gibt.

Wissenschaft? Na klar!

Naturwissenschaft ist nicht nur wichtig, um zu verstehen, wie die Welt rund um uns funktioniert, sie ist auch noch spannend, sie ist schön, sie ist wertvolles Kulturgut. Eine Beobachtung, die uns ein neues Naturphänomen erkennen lässt, kann das selbe Bauchkribbeln hervorrufen wie gute Musik. Eine Theorie, die in schönen, einfachen Formeln große Wahrheiten festhält, kann ähnlich begeisternd sein wie Poesie.

The 36 worst Action Figures from iconic Toy Lines

All das, was damals kein Kind unterm Weihnachtsbaum sehen wollte. Grauenhafte Actionfiguren, die sich irgendwie in eigentlich ziemlich coole Spielzeugserien geschmuggelt haben: Prostitute April O’Neil, Stinkor, German Mechanic from Indiana Jones, Wheelchair Rocky, Invisible Woman, Aunt Mary from Spiderman and many more.

The Word ALONE

Nettes, kleines Puzzlespiel für zwischendurch. Kombination aus Scrabble und einem entspannten Tetris-Klon, die zumindest für eine oder zwei Runden Spaß macht, allerdings kein Suchtpotential birgt. Gut so, schließlich will man an diesem Wochenende ja auch Zeit für seine Liebsten haben.

Disneycember

Doug Walker alias That Guy with the Glasses produziert derzeit knackige, pointierte Video-Reviews zu so ziemlich jedem Disney-Zeichentrickfilm, der jemals produziert wurde. Und an Weihnachten gibt es nachweislich nichts Schöneres, als sich an all die wunderbaren Momente der Kindheit zu erinnern, zu denen die Walt Disney Company ebenfalls nachweislich einen erheblichen Teil beigetragen hat.

Letztes Jahr auf Seite360:

Wie dieses Jahr, wie jedes Jahr… WEIHNACHTEN! Und damit auch so etwas wie ein wohlverdienter Kurzurlaub für alle Schreibenden. Das waren dann zusätzlich auch die letzten Tage, die wir auf unserer alten Domain unter wordpress.com unterwegs waren. Noch vor dem Jahreswechsel haben wir alles zusammengepackt und sind auf die Domain hier umgezogen, wo wir uns seitdem ausgebreitet und es uns gemütlich gemacht haben…

Lesezeichen: Tinkers, Herr Mozart wacht auf, Liebe am Ende der Welt

Unser Literaturbereich läuft ja immer ein wenig Gefahr, vor sich hinzudarben. Dabei ist über Literatur zu schreiben, doch eigentlich die Quintessenz des Feuilletons, praktisch wie zu Musik zu tanzen oder zu Architektur zu bauen. Gott sei Dank habe ich in den letzten Wochen mal wieder etwas vermehrt Zeit zum Lesen gefunden. Und das Ergebnis dieser intensiven Lektüre-Beschäftigung bekommt ihr hiermit nachgeliefert: Das lyrische und zugleich authentische Tinkers von Paul Harding, das mit dem Pulitzerpreis 2010 ausgezeichnet wurde, die leichtfüßige Liebeserklärung an die klassische Musik Herr Mozart wacht auf, sowie das dichte Drama zwischen Mystery und Gesellschaftskritik Liebe am Ende der Welt. Dreimal Lektüre um die kommenden kalten Tage etwas wärmer zu machen, und vielleicht ist ja auch das ein oder andere potentielle Weihnachtsgeschenk dabei.

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Worst Music Video Ever: Jan Terri – Journey To Mars

Gäähn, der NME hat das schon sattsam bekannte Friday Video von Rebecca Black zu dem schlechtesten Video aller Zeiten gewählt. Ok, es ist ist wirklich schlecht…aber haben die noch nie was Jan Terri und “Journey To Mars” gehört? In diesem Video stimmt nichts, absolut gar nichts und auch 1994 gab es es schon weitaus bessere Videos als dieses unfassbare Machwerk. Ich übernehme ausdrücklich keine Verantwortung für das Anschauen dieses Videos und warne ausdrücklich vor möglichen Spätfolgen!

Trailerprogramm: Jonas, The Ghastly Love of Johnny X, The Lorax, The Woman in Black, Games of Thrones, Lilyhammer

Jonas [Robert Wilde]

Nicht von dem Regie-Namen täuschen lassen… Jonas ist natürlich in erster Linie ein Christian Ulmen Projekt, in dem sich der Comedian und Verkleidungskünstler wieder auf dem ihm vertrauten Terrain der mockumentarischen Tragikomödie und Satire bewegt. Allerdings bringt er sein in ulmen.tv (2008 – 2010) und Mein neuer Freund (2005) bestens funktionierende Konzept auf ein neues Level, oder eben auch ein vorheriges Level,  je nachdem, wie man es interpretieren möchte. Die Maskerade fungiert hier nämlich nicht als Schein für die Beteiligten, dafür ist Ulmen in den Kreisen in denen sein neuer Film spielt, wohl einfach zu populär. Und trotzdem sind die “Statisten” auch hier echte Menschen mit echten Sorgen und Nöten, mit echten Geschichten, die im filmischen Mikrokosmos Ulmens zwischen Fiction und Mockumentary neu arrangiert werden. Jonas spielt auf einer Gesamtschule, Ulmen mimt den etwas debberten, viel zu alten Sitzengebliebenen, der eine letzte Chance bekommt. Ob und wie diese neue Variation seiner Rollenspiele aufgeht, wird sich zeigen. Immerhin birgt der Film nicht nur die Chance zur Authentizität sondern ebenso das Risiko zum unbeholfenen Vexierspiel der Statisten mit der omnipräsenten Kamera und dem absurden Gebaren Ulmens selbst. Der Trailer sieht auf jeden Fall schonmal sehr schick aus und macht auf den Film – allein wegen seines gewagten Konzeptes – neugierig.

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Filmabriss: Die Haut in der ich wohne, Womb, Wrecked

Dreimal das Sujet Identität, jedes Mal auf vollkommen andere Weise verarbeitet: Während der neue Film von Pedro Almodóvar Die Haut in der ich wohne (2011) auf ästhetizistische, hocherotische Bilder setzt, bewegt sich Womb (2010) in den kargen, minimalistischen Gefilden klassischer Arthaus-Dramen. Und die Direct-to-DVD-Produktion Wrecked (2011) wiederum versucht sich in der Tradition, dunkler, verwobener amerikanischer Mindfuck- und Survival-Thriller. In welchem Genre hat die Thematik die Nase vorn, welchem Film gelingt es, dem Stoff neue Blickwinkel abzutrotzen, und welches Werk geht mit dem schweren Thema baden? Drei Filme, drei Rezensionen, ein Motiv: Cineastische Identitätssuche und Selbstfindung nach dem Klick…

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Trailerprogramm: The Mortician, Corman’s World, The Hunger Games, Snow White and the Huntsman, We need to talk about Kevin

The Mortician [Gareth Maxwell Roberts]

Interessanter, parabolisch scheinender und offensichtlich angenehm anachronistisch inszenierter Thriller von Regieneuling Gareth Maxwell Roberts: Da scheint jemand ein ziemlich großer Jim Jarmusch Fan zu sein, was aber nicht weiter stört, da der Look der Films nicht nur exquisit sondern auch ziemlich originell ist: Irgendwo zwischen Film-Noir, 50’s Reminiszenzen, Comic-Look und realistischen, aktuellem Urban-Thriller ist The Mortician anscheinend ein ziemliches Crossover von Zeiten und Genres. Method Man als nachdenklicher Totengräber kommt auf jeden Fall schon mal cool rüber. Edward Furlong war lange nicht mehr zu sehen, macht hier aber auch einiges her. Und die angerissene Geschichte zwischen coolem Großstadtdrama und dunklem Mysterythriller macht auch neugierig. Wird im Auge behalten.

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Trailerprogramm: 21 Jump Street, You are not so smart, Perfect Sense, Fear of Falling, I believe I can fly, GTA5, We are the Legion

We are the Legion [Luminant Media]

Für 2012 angesetzte Dokumentation über Ursprünge, Ideale, Attitüde und Aktionen der Hacktivisten von Anonymous, die ja derzeit – Dank der Drogenkriege in Mexiko – wieder in aller Munde sind. Sieht gut aus, gerade weil sich der Film offensichtlich in der Dynamik und im Rhythmus an der Geschwindigkeit des Netzes orientiert. Ordentliche Bilder, ein hektisches – und gerade dadurch passendes – Spiel mit der Bildgestaltung, viele Interviews und interessante “Actionshots”. Jepp, macht Laune.

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Halloween-Content: Nostalgiaween – Schlechte Horrorfilme bei ‘That Guy with the Glasses’

Doug Walker alias The Nostalgia Critic hat sich zu Halloween auch ein paar Klassiker der Horror-Filmgeschichte vorgenommen: The Tommyknockers (1993), das Remake von Das Geisterschloss (1999), Blair Witch 2 (2000) und Exorcist II (1977) sind aber auch allesamt furchterregende, grauenvolle Filme, die Doug mit gewohnt spitzer Zunge wunderbar fies und gnadenlos komisch auseinandernimmt. Alle vier Videokritiken gibt es nach dem Klick.

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