Die 80er Jahre: Die besten Filme des Jahrzehnts für Musikliebhaber

THE-BLUES-BROTHERS

Ich glaube, ich habe schon in einem der letzten Artikel mit Musikliebhaberfilmen erwähnt, dass Musicals so überhaupt nicht mein Genre sind. Dementsprechend sind sie auch in dieser Retrospektive nicht besonders präsent. Müssen sie auch gar nicht: Wer Musik und gleichzeitig Filme mag, ist keineswegs auf das naheliegendste und damit auch irgendwie ödeste Genre-Crossover angewiesen: Warum nicht stattdessen großartige Slapstick-Action mit viel Coolness, viel Humor und vor allem viel Rock N Roll (Blues Brothers)? Oder überlange surreale Musikvideos (The Amazing Mr. Bickford, The Wall), gerne auch dramatisch, pathetisch und voll mit Attitüde (Purple Rain). Oder warum nicht eine der besten Mockumentarys aller Zeiten (This is Spinal Tap)? Und wenns dann doch musicaleske Unterhaltung sein soll, kann ich zumindest Forbidden Zone anbieten… das wiederum ist aber auch ein Musical wie kein Zweites und passt somit perfekt in diese Reihe schriller, verquerer und ungewöhnlicher Filme.

weiterlesen

Die 80er Jahre: Die besten surrealistischen Filme des Jahrzehnts II

maxresdefault

Surrealismus, Nummer zwei. Man kann durchaus die Behauptung vertreten, dass nach der goldenen Ära des surrealistischen Films der Surrealismus ziemlich tot war. Genuin surreal waren schon die Filme der ersten 80er-Liste kaum, viel eher Genrehybriden, Experimentalfilme oder vom Surrealismus inspirierte Werke. Das ist auch im zweiten Artikel kaum anders. Mit Jodorowskys Santa Sangre hat sich zumindest eine unbestreitbare Ikone des surrealen Kinos hineingemogelt, wenn auch mit einem Film, der die meiste Zeit über anderen Vorbildern huldigt. Abgesehen davon gibt es Surrealismus im Gewand des Bodyhorrors (Videodrome), Surrealismus im Gewand des Mystery (Angel Heart) und Surrealismus im Gewand des fantastischen Avantgardekinos (Alice). Ist das Genre tot? Vielleicht, aber die Frucht aus diesem Schoß ist äußerst lebendig.

weiterlesen

Die 80er Jahre: Die besten Trash-Filme des Jahrzehnts II

Street_trash_1

In den 80ern gab es wirklich genügend gediegenen Müll, um einen zweiten Best-of-Trash Artikel zu rechtfertigen. Wie schon in Teil Eins ist auch dieses mal wieder Troma vertreten. in diesem Fall mit der Class of Nuke ‘Em High. Während die Troma-Machwerke wie auch der Melt-Film Klassiker Street Trash ohne größeren Widerspruch hier rein gehören, – ebenso wie das türkische Rambo-Rip-off Rampage – darf zumindest vorsichtig die Frage gestellt werden, was die bissige Satire Sie leben hier verloren hat. Einerseits ist dieser SciFi-Verschwörungstheorie-Bastard viel zu politisch, zu subversiv und auch irgendwie zu clever, um einfach als Trash abgetan zu werden. Andererseits besitzt er eine (gefühlt) 5-Stunden lange Kampfszene die nirgendwo hinführt, Sonnenbrillenfetischismus und Roddy Fucking Rowdy Piper. Insofern…

weiterlesen

Die 80er Jahre: Die besten Trash-Filme des Jahrzehnts

Flash-Gordon-Blast

So… die Zeichentrickfilme haben wir endlich hinter uns gebracht. Zeit, wieder zu etwas Handfesterem überzugehen… TRASHHHHH! Und zwar solcher der feinsinnigen, unterhaltsamen Sorte. Alle hier geposteten Filme sind mal mehr mal weniger unfreiwilliger Ramsch. Aber irgendwie doch zu gut, um als schlechte Filme abgetan zu werden. Natürlich zählen dazu, SciFi-Klassiker wie der wunderbar cheesige Flash Gordon, aber eben auch der meiner Meinung nach komplett unterschätzte, epische Masters of the Universe. Für den richtig schlechten Geschmack gibt es Bad Taste, von einem Regisseur, der sich später komplett aus der Trash-Ecke rausinszenieren sollte. Und Troma darf natürlich auch nicht fehlen. Hier erst einmal vertreten mit dem Kultklassiker Toxic Avenger. Und wem das alles noch zu stilsicher ist, der dürfte mit dem vollkommen überdrehten Machwerk Buckaroo Banzai seine Freude haben.

weiterlesen

Kurzfilm der Woche: Kung Fury

Ja, ich weiß: Wir sind wieder einmal eine Woche zu spät. Zu meiner Verteidigung, ich bin tatsächlich erst diesen Samstag dazu gekommen, dass Pseudo 80er Trash-Brett Kung Fury und zu schauen; und der Film ist tatsächlich so genial, wie Kampagne, Trailer und Sneak Peeks vermuten ließen: Komplett over the Top, komplett neben der Spur; größenwahnsinnig und low budget zugleich.

Achja, und neben massiver Kung Fu Action, amoklaufenden Arcademaschinen, Triceratops-Cop, zeitreisendem Hitler, Thor, Wikinger-Amazonen und laserschießenden Velociraptoren gibt es auch noch Hassel the fucking Hoff zu sehen. Alles richtig gemacht, und vollkommen verdient der beste Kurzfilm der reanimierten 80er Jahre (oder so…)

via alle

Ich bin ein Akademiker, holt mich hier raus! – Zum Start des Dschungelcamps 2015

dschungelcamp2015

Bei unserem Fernseher sind die Sender verstellt: Einmal komplett durcheinandergewürfelt in einer Reihenfolge, in der wohl kein deutscher TV-Zuschauer seine Sender einstellen würde. Irgendwann mitte letzten Jahres wollten wir von Zimmerantenne auf Kabel umstellen, und zack ist es passiert. Nicht, dass ich nicht wüsste, wie ich die ganzen verschiedenen Programme wieder auf ihren logischen Platz verschieben könnte… Aber das ist trotz vermeintlichem Smart-TV so zeitraubend wie eh und je, und außerdem habe ich mich mittlerweile an das hierarchielose Chaos gewöhnt. Auf den ersten zehn Programmplätzen tummeln sich RTL und RTL2 neben irgendeinem Home Shopping Kanal, Nickelodeon und einem nicht sauber eingestellten Kabel1. Will ich Arte schauen, muss ich auf die 11 gehen (ehrlich, ohne prätentiösen Snobismus: Das ist die einzige Zuordnung, die ich mir merken kann), und will ich die gute alte Tagesschau gucken, muss ich mich irgendwo in die 30er Regionen begeben. Gestern habe ich endgültig beschlossen, das jetzt so stehen zu lassen. So ein bisschen ist damit auch die Hoffnung verbunden, dass wenn meine Eltern das nächste mal zu Besuch kommen und mein Vater die ZDF-Nachrichten genießen will, er beim Einschalten einen Mordsschreck bekommt und mich fortan als Unterschichten-TV-Glotzer abstempelt. In unserem gutbildungsbürgerlichen ARD/ZDF/3SAT/Arte-Haushalt damals wäre meine derzeitige TV-Sender Top10 ein übler Affront gegen den guten Geschmack gewesen. Mehr noch: Geradezu ein Symbol für ein wachkomatöses TV-Konsumzombie-Dasein. Insofern darf ich mich sogar ein wenig als vom Elternhaus emanzipierter Rebell fühlen, wenn ich den Fernseher einschalte und auf meinem persönlichen ersten Programmplatz gleich mal von “Berlin bei Tag und Nacht begrüßt” werde.

weiterlesen

Zombiefilm-Abriss: The Returned, Ben & Mickey vs. the Dead, Mutants, World War Z, White Zombie

world-war-z

Genau so schwer wie seine Protagonisten ist das Genre des Zombiefilms totzukriegen. Nach dem großen Revival der 00er Jahre und einer wahren Blütezeit an Remakes/Fortsetzungen/Neuerfindungen ist der Zombiefilm auch im Jahr 2014 quickuntot. Und ich habe das Gefühl, gerade in den ersten beiden Quartalen mehr Film rund um Zombies gesehen zu haben als im gesamten Jahr davor. Also ist es mal wieder an der Zeit einen klar fokussierten Filmabriss zu schreiben, unter den Tags: Zombies, Untote, Infizierte… Neben neuen Vertretern wie den klassischen Fantasyfilmfest-Flicks The Returned und Ben & Mickey vs. the Dead werfe ich einen kurzen Blick auf den schon etwas älteren französischen Horror Nouvelle Vague Mutants aus dem Jahr 2009 und den letztjährigen Hollywoodbeitrag zum Subgenre World War Z. Und da die Zeit gerade da ist, schadet es auch nichts, sich kurz mit dem Klassiker überhaupt auseinanderzusetzen. White Zombie aus dem Jahr 1932, der gemeinhin als der erste Zombiefilm überhaupt gehandelt wird.

weiterlesen

David Lynchs Yoga-Mode, Anatomische Unterwäsche, Hello Kitty Superhelden, Trash-Overalls, Fashion/Porn

lynch

Wir hatten vor kurzem ne Redaktionskonferenz (in unserem Fall bedeutet das, wir drei sind zufällig gleichzeitig online) und dabei konnte es Marcus nicht lassen, über unseren Mangel an Facebook-Fans zu trauern abzukotzen und im selben Atemzug festzustellen, wie beliebt doch diese ganzen nervigen Fashion-Blogs seien. Logische Konsequenz: Seite360 braucht mehr Mode- und Lifestylethemen, um ordentlich Laufkundschaft abzugreifen. Here we go:

Meditationsguru und (irgendwann auch mal) einer der größten noch lebenden Regisseure des Surrealismus David Lynch setzt jetzt voll und ganz auf selbstdesignte Mode! Klingt erst einmal schräg… bleibt es auch. Aber immerhin hat sich der Mastermind von Filmen wie Lost Highway dafür mit Live The Process zusammengetan und ein Teil der Verkaufserlöse der Yoga- und Sportbekleidung für Frauen soll an Missbrauchsopfer gespendet werden. Also schon irgendwie cool, auch wenn die Begründung für den neu gewonnenen Fashion-Kreativitätsschub voll und ganz nach dem schrägen Lynch der letzten Jahre klingt, der alles mögliche macht, außer uns mit einem weiteren bizarren Kino-Meisterwerk zu beglücken:

I have experienced many benefits (of meditation): more happiness within, more energy, more love of life, more understanding and more of a flow of ideas and intuition.

Ist ja gut man… aber bitte dreh auch wieder Filme. Okay? (via Vice)

Nächstes großes Fashion-Thema: Anatomisch korrekte Unterwäsche der Studentin  Eleanor Beth Haswell. Spricht eigentlich für sich; der erklärende Kommentar im entsprechenden Tumblr gefällt ebenfalls und ergibt auch Sinn: “Why are you so afraid of your own anatomy?” (via Designtaxi)

tumblr_n0mvclfm1d1tst8q6o3_r1_1280

So awesome die Betonung des Körpers in dieser feministischen Unterwäsche auch ist, so sehr erinnert sie doch daran, dass die Modeindustrie nicht nur sexualisiert sondern auch pornografisiert bis hin zum Sexismus und Chauvinismus ist. Damit setzt sich Erika Lust in einem spannenden Blogpost auseinander und verweist auch gleich auf das passende Exempel: Fashion or Porn? Mal wieder so ein Rate-Tumblr, der aber erschreckende Abgründe der Modeindustrie und überraschende Stilsucht der Pornoindustrie offenbart. Natürlich – spätestens wenn es zu den Auflösungen kommt – not safe for work und von unter 18jährigen fernzuhalten.

forp

Die Nordstadtblogger bloggen über eine ziemlich coole Kunstaktion zwischen Mode-Performance, Trash (im wahrsten Sinne des Wortes) und sozialer, ökologischer Programmatik. Auf der Trash Tour über den Borsigplatz tragen die Teilnehmer mit doppelseitigem Klebeband bestückte Overalls und sammeln so Müll auf, der sich an ihrem Körper in Mode verwandelt, die auf den all zu leichtfertigen Umgang der Platzbesucher mit überflüssig gewordenen Dingen hinweist. Fotos der Aktion und einen längeren Beitrag dazu gibt es im Nordstadtblog.

Hello-Kitty-heroes-5

Einen habe ich noch: Superhelden nach der Hello Kitty Stilberatung. Damit dürfte das Thema Mode für Seite360 dann aber wirklich für die nächsten 12 Monate gegessen sein.

Lying in your own Garbage

Garbage

Großartiges Fotoprojekt von Gregg Segal: In “7 Days of Garbage” liegen Menschen in ihrem eigenen Müll, den sie über eine Woche lang angestaut haben. Eigentlich finde ich Kunstprojekte mit Holzhammer-Öko-Botschaft immer eher so meeh… das hier funktioniert aber sehr gut, zum einen weil es inszenatorisch auf eine all zu große Wertung verzichtet, zum anderen, weil die Bilder wunderbar zwischen Tragik und schulterzuckendem Alltag oszillieren: We’ve made our bed and in it we lie. 

7 Days of Garbage at The Fence via Dangerous Minds

Why American Horror Story sucks… a little bit

6B1C5DAD4

Verdammt nochmal, ich liebe diese Serie! Ich liebe, liebe, liebe sie! American Horror Story gehört für mich zu den großen Serien-Überraschungen der letzten Jahre. Habe ich sie bei Ankündigung und Präsentation der ersten Teaser noch als Standard-Mystery-Schmu abgetan, habe ich mich erst zu Beginn dieses Jahres – aus Mangel an anderem Material – auf die Horror-Serie von Ryan Murphy eingelassen… und sie hat mich umgehauen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich die drei Staffeln weggesuchtet und kann es jetzt schon kaum erwarten, den Freakshow der kommenden vierten Staffel zu bewundern.  Daher ist dieses “Why … sucks!”-Resümee dann auch in erster Linie ein Versuch, mit Nitpicking gegen schwelendes Fanboytum anzukämpfen, in zweiter Linie dann aber doch auch eine Auseinandersetzung mit den zahllosen großen und kleinen Fehlern, die diese Serie beherbergt. Denn so genial sie auch ist, geschieht doch eine Menge stranges, dummes und einfach nur fragwürdiges Zeug im Verlauf ihrer drei Staffeln. Ganz schön schwer darauf herumzureiten, weil American Horror Story einfach mal Gott ist, aber ich will es dennoch (in diesem Fall auch relativ spoilerfrei) versuchen: Why American Horror Story sucks… zumindest ein bisschen.

weiterlesen

Tätowierte Porzellanfiguren von Jessica Harrison

porcelain-5

Take this, Kitsch! Die Künstlerin Jessica Harrison bemalt klassische unfassbar kitschig idealisierte Porzellanfiguren von Frauen mit genau so klassischen, idealisierten Tätowierungen von Matrosen. Ein großartiges Spiel mit prototypischen, traditionellen Erscheinungsbildern und Stilisierungen: Auf der einen Seite die zarten, fragilen “Püppchen”, auf der anderen Seite die zumindest in der zeitgenössischen Rezeption derben, von Männlichkeit sprühenden Seemann-Tattoos.

Andererseits sind diese ikonischen Bilder von zerstochenen Herzen und holden Seejungfrauen selbst wieder um Kitsch in ihrer reinsten Form, stereotype Männlichkeits-Ikonographien, die in ihrer Schlichtheit nicht weniger plump und sentimental daherkommen, wie die Fläche auf der sie hier verewigt werden. Fight Fire with Fire, dem Kitsch mit Kitsch begegnet und durch diese Multiplikation etwas tatsächlich kitschfreies, originär künstlerisches geschaffen. Groß!

Harrison proposes a multi-directional and pervasive model of skin as a space in which body and world mingle. Working with this moving space between artist/maker and viewer, she draws on the active body in both making and interpreting sculpture to unravel imaginative touch and proprioceptive sensation in sculptural practice. In this way, Harrison re-describes the body in sculpture through the skin, offering an alternative way of thinking about the body beyond a binary tradition of inside and outside.

porcelain-3

porcelain-1

porcelain-81

Ebenfalls sehenswert: Harrisons noch radikalerer Umgang mit den Porzellan-Frauen, wenn sie auf den Kitsch direkt mit physischer Gewalt reagiert. Diese und andere Werke sind Teil von Harrisons Ausstellung FLASH in der Galerie L.J. in Paris

via Colossal

RemakeORama: Evil Dead, RoboCop, Oldboy, Maniac

remakes

Es ist kein großes Geheimnis, dass der Traumfabrik in den letzten Jahren doch das eine oder andere Mal die kreativen und originellen Ideen fehlten, wenn es darum ging, Kinohits für die große Leinwand zu produzieren: Fortsetzungen, Remakes, Reboots, Prequels und Sequels wohin das cineastische Auge reicht. Und als ob das nicht schon frustrierend genug wäre, scheint selbst das vermeintliche Outsider- und Independent-Kino mittlerweile große Freude an der Resteverwertung gefunden zu haben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass mittlerweile nicht nur Kassenschlager von einst durch die Konservationsmaschinerie gedreht werden, sondern ebenso dreckige Trash-Perlen, Splatter-Kultfilme und düstere, groteske Thriller-Dramen mit Exoten-Flair. Remaking ist keineswegs ein Privileg, das nur Hollywood vorbehalten ist und wird durchaus auch jenseits des großen Blockbuster-Kinos für die ganze Familie eingesetzt. Aber Remake ist auch nicht gleich Remake und selbst in der vermeintlichen Ideenlosigkeit lässt sich dann doch manchmal die ein oder andere Perle finden: Fünf aktuelle Remakes von “Indie-Klassikern” auf dem Prüfstand: Was machen sie besser, was machen sie schlechter als das Original. Und sind sie es wert geschaut zu werden?

weiterlesen

Sie haben E.T. gefunden!

BmK3trBCMAI6Tya

Yes! Endlich! Eine der größten Legenden der Videospielgeschichte – neben dem Polybius-Arcade-Automaten der CIA wahrscheinlich sogar DIE Größte – wurde nun endgültig belegt: In der Wüste von New Mexico haben Videospiel-Archäologen einen Haufen Cartridges des Atari VCS2600 Videospiels E.T.  the Extra-Terrestrial (1986) ausgegraben (via). Und das kommt tatsächlich einer Sensation gleich. Das vermeintlich schlechteste Spiel aller Zeiten entstand in einer Zeit, in der die gesamte Videospiel-Industrie einen riesigen Boom erlebt hatte. Es gab zahllose verschiedene Heimkonsolen und ebenso unzählige Games, vor allem Arcade-Ports, die allerdings mitunter von eher zweifelhafter Qualität waren. Es wollte halt jede Entwicklerschmiede ihren Teil vom großen Computerspiel-Kuchen abhaben, und so wurde programmiert und designt, was das Zeug hielt, wodurch der Markt in den mittleren 80ern von vielen, viel zu vielen, viel zu lieblos hingerotzten Spielen überrannt wurde. E.T. für den Atari war eines dieser Spiele:

weiterlesen

Die 80er Jahre: Die besten Actionfilme des Jahrzehnts IV

Nach ihnen die Sintflut… die 80er Jahre waren das letzte Jahrzehnt, in dem Action noch so richtig dumm, moralisch unkorrekt und vor allem over the top sein durfte. Mit den 90ern folgten die gebrochenen, jungen Helden, die nichts mehr von der Perfektion der 80er Kampfmaschinen besaßen. Und im neuen Jahrtausend dann schließlich wurde der Realismus derart aggressiv in das Genre hineingedrängt, dass für übertriebene, alberne Awesomeness kein Platz mehr war. Die 80er markieren damit als Actionjahrzehnt auch die letzte Dekade der Unschuld des Genres, der machoistischen Naivität und apolitischen Überhöhung. Wenn es einen Film gibt, der sich bestens zur Stützung dieser Kategorisierung eignet, dann ist es Commando, in dem sich sämtliche Genreklischees der Zeit wiederfinden. Aber auch der gutgelaunte, charmante James Bond in Sag niemals nie (der letzte Auftritt Connerys als 007) wirkt fast wie ein Konterpart zum aktuellen, düsteren und tragischen Agenten ihrer Majestät Daniel Craig. Allerdings beweisen Filme wie Runaway Train und Black Rain – in ihrer Düsternis und Charakterzeichnung beinahe Vorboten des aktuellen Actionkinos – dass auch in den 80ern Platz für schwere und tragische Töne innerhalb des Genres war. Und mit dem knallharten Actionthriller Ausgelöscht fand das Jahrzehnt sogar noch die Zeit ein wenig den Actionhelden der 70er Jahre zu gedenken, bevor diese komplett in der Versenkung verschwanden. Die besten Actionfilme des Jahrzehnts, Klappe die Letzte:

weiterlesen

Filmabriss: The Master, Side Effects, Häppchenweise

Ich habe zwar mit dem Jahr 2012 filmtechnisch immer noch nicht abgeschlossen – und dementsprechend warten hier noch sehr viele Rezensionen ebenso wie Want-Sees in der “Packe ich alles nach der Magisterarbeit”-Warteschleife – aber es kann ja nichts schaden zwischendurch auch mal etwas zu aktuelleren Filmen zu schreiben. Der Kino-Verwertungszeitraum ist zwar (sofern überhaupt vorhanden) für die in diesem Artikel kurz abgerissenen Filme bereits abgelaufen, aber ich glaube, ich habe im letzten Jahr oft genug einen leicht in mir aufkeimenden Widerwillen gegen die Institution “Kino” geäußert, weswegen ich alle drei ohne schlechtes Gewissen für einen gemütlichen Filmabend zu Hause empfehlen kann. Also dann: Drei sehenswerte, etwas andere, aber auch komplett verschiedene Filme: Mit The Master versucht sich Paul Thomas Anderson erneut an der Verbrüderung von Arthaus-Anspruch mit epischem Kinodrama, in Side Effects versucht Style-over-Substance-Legende Steven Soderbergh gerissenen Mindfuck-Thrill zu inszenieren, und mit Häppchenweise inszeniert Maike Brochhaus ein postpornografisches Filmexperiment, das genau das tut, was alle Erotikfilme wollen, im Gegensatz zu den meisten anderen jedoch mit erstaunlichem Erfolg.

weiterlesen