The Brothers Quay waren die Inspirationsquelle für die Musikvideos von TOOL

The Brothers Quay - "Rehearsals for Extinct Anatomies"

Diese beengende, düstere Atmosphäre, durch die sich stop-motion-animierte Figuren und Puppen bewegen, haben nicht Tool, allen voran Gitarrist Adam Jones, erfunden, sondern die Stop-Motion-Künstler The Brothers Quay.

Adam Jones war auch Special Effect Artist und arbeitete gemeinsam mit Fred Stuhr an den ikonischen Tool-Musikvideos aus den 90er Jahren. Diese zeichneten sich vor allem durch einen exzessiven Einsatz von Stop-Motion aus, in einem vermoderten und farblich und auch sonst kargen Setup, wodurch diese bedrückende und groteske bisweilen unangenehme Atmosphäre entstand. Adam Jones arbeitete auch an Filmen wie „Ghostbusters II”, „Predator 2” und „Edward Scissorhands” mit. Damit war für mich die visuelle Kraft der Videos immer hinreichend erklärt. Nun erfahre ich aber, dass Werke der Stop-Motion-Künstler The Brothers Quay als Vorlage dienten für Jones Video-Arbei. Darüber war Kurt Cobain so angepisst, dass er hoffte, dass Tool für dieses „rip off” verklagt würden:

Und in der Tat. Tools „Sober” sieht schon sehr nachempfunden aus. Aber hey. Kurt hat sich bei einigen Nirvana-Riffs auch woanders inspirieren lassen, das sagt er selbst in seinem Tagebuch. Der politisch korrekte Terminus dafür lautet „remix culture” und ist völlig okay.

Hier mal zwei Arbeiten der Brothers Quay. „Bruno Schulz’s Street of Crocodiles” und „Rehearsals for Extinct Anatomies”.

 

Außerdem warten wir bereits seit mindestens fünf, wenn nicht zehn Jahren auf ein neues Tool-Album. Ob man von Metal überhaupt noch was erwarten kann, ist fraglich. Da wurde ja auch schon alles durchgespielt. Das Genre scheint nur noch was für Liebhaber zu sein. Es passt nicht mehr in den schnelllebigen Fashionlifestyle, bei dem es um Verkaufszahlen, Absätze und ständiges Reizen geht. Irgendwie.

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts IV

Ich befinde mich gerade in so einer Art unheimlichem Progressive Rock Rausch, Dank dem ich die entsprechenden Artikel beinahe in einem Rutsch runter geschrieben habe. Ich hoffe mal, dass sich meine derzeitige Begeisterung für die Art Rock Nische auch ein wenig in den Texten Lobeshymnen auf die Genre-Alben der 90er Jahre niedergeschlagen hat. Wie bei jedem guten Rausch wird früher oder später der Kater folgen und diesen werde ich mit den Stooges, Ramones und Sex Pistols dann auch hoffentlich erfolgreich bekämpfen. Bis dahin gibt es aber noch einmal eine volle Ladung Prog-Rock der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Morte Macabre laden zum düsteren Tanz ein, Mats / Morgan versetzen dem Fusion neue Stromschläge, Tool weiden sich in Undertow in einer Mischung aus Stoner, Alternative und Art Rock, während Bondage Fruit und Simon Steensland den Zeuhl erfolgreich in eine neue Epoche transferieren. Auch Buckethead und Tenhi klingen alles andere als nach klassischem RetroProg und mixen stattdessen Ambient, Postrock, Gothic, Metal, Experimental und was ihnen sonst noch in den Kram passt in ihren originellen, ungewöhnlichen Sound. Schubladenzertrümmerung erfolgreich, würde ich sagen: Der Patient lebt.

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Puscifer – Conditions of my Parole (Stream)

Des Wartens auf die neue Tool oder A Perfect Circle überdrüssig…? Trotzdem nach der Stimme von Maynard James Keenan gierend…? Okay, am 18. Oktober erscheint das neue Puscifer-Album “Conditions of my Parole”, in dem die Stimme und das Talent von MJK prominent vertreten sind. Konnte ja mit Puscifer bis dato noch nicht viel anfangen. Das hier klingt aber wirklich schön atmosphärisch (mit Betonung auf den letzten beiden Silben), schräg und mitreißend. Vielleicht bin ich als Tool-Jünger aber auch einfach ausgehungert.

—> Zum Stream geht es hier entlang

Hollywood Career-o-Matic von Slate

Großartige Idee! Die quantitaiv/qualitativen Auswertungen von Rotten Tomatoes verleiten ja immer ganz gerne zu Überlegungen, Analysen und semiwissenschaftlichen Veranschaulichungen der Rezeption verschiedener Filme, Regisseure und Schauspieler. Das wird in Zukunft deutlich einfacher von Statten gehen. Slate hat ein kleines aber umso tolleres Tool gebastelt, mit dem sich Verläufe diverser Karrieren visualisieren lassen. Einfach den Namen verschiedener Filmschaffender zwischen 1985 und heute eingeben… et voilà, bastelt der Career-o-Matic aus den Durchschnittswertungen von Rotten Tomatoes schicke Kurven zum Verlauf verschiedener Karrieren zusammen. Obere Grafik veranschaulicht natürlich die extremen Auswüchse: Der stets gut bewertete Martin Scorsese, der qualitative Niedergang M. Night Shyamalans und der am unteren Rand der Skala stagnierende Uwe Boll. Aber auch jenseits dieser krassen Ausbuchtungen, macht es unglaublich viel Spaß, mit dem Career-o-Matic rumzuspielen…

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Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Die Deftones und der Nu Metal – Geschichte eines Missverständnisses

An alle Deftones-Fans
Musiksnobgasse 2
Alternativemetalhausen
CC/ Tool-Fans

Betreff: Re.: “Die Deftones sind kein Nu Metal”

Liebe Deftones-Fans,

um das gleich klar zu stellen: Ich bin einer von euch. Nicht, dass angesichts dieses Textes irgendwelche Missverständnisse aufkommen. Ich mag die Deftones, ich liebe sie geradezu. Fast jedes Album: Den Hassfetzen Adreanline, das fiebrige Around the Fur, das schillernde Meisterwerk White Pony, ja sogar dessen in Fankreisen verpönten selbstbetitelten Nachfolger. Ich liebe diese Band seit den 90er Jahren, halte sie für einen der besten Nu Metal Acts überhaupt… Und genau deswegen, weil ich sie liebe und weil ich sie für eine großartige Nu Metal Band halte, muss ich an dieser Stelle mit euch schimpfen. Ihr mögt die Band, zweifellos, sonst wäret ihr wohl kaum Fans; zugleich wehrt ihr euch aber mit der selben Leidenschaft mit der ihr die Band liebt gegen jede potentielle Einordnung der Mannen um Chino Moreno in das so verhasste Genre. “Die Deftones machen keinen Nu Metal!” muss ich dann immer wieder hören. Und genau das ist gelinde gesagt Blödsinn.

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Introducing… Korsakow Filme

Als Mediengestalter und Regisseur Florian Thalhofer im Jahre 2000 einen Film über Alkoholismus drehte  (Korsakow Syndrom), suchte er nach einer Möglichkeit, dem Sujet auch narrativ und ästhetisch gerecht zu werden. Aus diesem Antrieb entstand das so genannte Korsakow-System, eine Oberfläche für nonlineare Dokumentar- und Spielfilme. Zehn Jahre ist dies mittlerweile her und die Korsakow-Filme haben es trotz faszinierender Ideen und großartigen daraus entstandenen Dokumentationen leider nie über einen gewissen subkulturellen Bereich hinaus geschafft.

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Die große Nu-Metal-Retrospektive I: Die Vorreiter

Beginnen wir mit einem Outing. Ein Mitarbeiter (der hier nicht namentlich genannt werden möchte, die Red.) hat vor Kurzem gestanden, dass er im Moment ein kleines persönliches Nu Metal Revival feiert. Richtig: Nu Metal, oder New Metal, oder eben auch Nu-Metal (ziemlich SEO-unfreundliche Kategorie)… das ziemlich kurzlebige Genre, das irgendwann Mitte der 90er entstanden und innerhalb von 10 Jahren wieder fast vollständig untergegangen ist. Weder hat dieses Genre einen bestimmten Herkunftsort wie z.B Grunge in Seattle noch wurden hier sonderliche große Innovationen für nachkommende Generationen geboren. Falls überhaupt findet man diese nur auf dem selbstbetitelten Album der Band Korn, die zusammen mit Ross Robinson 1994 einen Sound entwickelte, der damals noch gefährlich und nicht selten als “krank” betrachtet wurde. Trotz der marginalen musikhistorischen Bedeutung und des Mangels an Innovationen prägte der Nu Metal die Mainstream-Rockmusik der ausgehenden 90er Jahre. Bands wie Limp Bizkit oder Linkin Park wurden zur festen Institution im Musikfernsehen, Nacheiferer fanden sie zu hauf und nicht wenige Musikhörer wurden durch den Sound des Nu Metal sozialisiert, um von diesem aus ihren Weg zu anderen alternativen Rock- und Metalgrößen zu finden.

In unserer kleinen Nu-Metal-Retrospektive wollen wir uns dem Genre genauer widmen. Wir betrachten seine Ursprünge ebenso wie seine Hochphase, kümmern uns um die weltberühmten Acts und Hitproduzenten, aber auch um den Underground, um Vergessenes und Vergessenswertes, um Erinnertes und Erinnerungswürdiges. Los legen wir mit einem Blick auf die Wurzeln des Nu Metal. Diese liegen insbesondere im gegen Ende der 80er Jahre entstandenen Crossover, die Suche gestandener Rock-, Metal-, und Hip Hop Acts nach genrefremden Einflüssen, ebenso im Groove und Neo Thrash Metal der beginnenden 90er, sowie bei experimentierfeudigen Hardcore- und Punkbands. Der daraus entstandene 90er Jahre Crossover sollte einen gewaltigen Einfluss auf den später populären Nu Metal haben… Roots, bloody roots… Direkt nach dem Klick.

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Animated Short der Woche: Logorama

Der Name ist Programm! Bis zum Bersten aufgeladen und dennoch super funktionierend und sehr unterhaltend. Nicht umsonst erhielt diese, nennen wir es mal “Satire-auf-Alles”  den Acadamy Award 2010 in der Rubrik Best Animated Short Film. Interessanterweise zeigt sich am Ende eine nette Parallele zum bereits 1994 verstorbenen Stand-Up-Comedian Bill Hicks, der in seinen Auftritten oft vom versinkenden Kalifornien witzelte, was Tool wiederum in ihrem Song “AEnema” aufgriffen.

Teil 1

Teil 2

Logorama (Frankreich, 2009)

Regie: H5 (François Alaux, Hervé de Crécy, Ludovic Houplain)

Musik: Dean Martin, Blood of Abraham, Huey Lewis & the News, Joe Tex, The Ink Spots, Human Music & Sound Design

Laufzeit: 16 Minuten

Die 100 Alben des Jahrzehnts der User von Plattentests.de (Plätze 50 – 11)

Samstag Abend hat Quertz die Top50 00er Alben der Plattentests-Leser veröffentlicht. Wie schon bei den Plätzen 200 – 101 und 100 – 51 wollen wir euch an dieser Stelle das Ergebnis nicht vorenthalten, da es sich bei Plattentests.de um eine der wichtigsten (wenn nicht gar die wichtigste) Online-Musikzeitschriften im deutschsprachigen Raum handelt.

Dieses Mal ohne große Vorrede, die beliebtesten Alben der 00er Jahre, gewählt von über 100 Plattentestslesern:

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Die 100 Alben des Jahrzehnts der User von Plattentests.de (Plätze 100 – 51)

Gestern hatten wir bereits an dieser Stelle die Plätze 200 – 101 veröffentlicht. Heute geht es weiter mit den beliebtesten 00er-Alben der Plattentestsleser.

Zum Einstieg ein kurzer Rückblick…

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