Schlagwort-Archiv: Tocotronic

Hörenswertes Winter 2013: Foals, Frightened Rabbit, Biffy Clyro, Jim James, Tocotronic, Inc.

So, die wahrscheinlich neben dem Herbst beste Jahreszeit für interessante Veröffentlichungen hat begonnen und beglückt uns mit Alben, die einem die Winterdepression vertreiben und mal zum tanzen, zum nachdenken oder gar zum Kopfschütteln einladen. Die Foals tanzen mal wieder die Wurzel im Quadrat und perfektionieren ihren Math-Rock, Inc. erneuern den R`n B, Frightened Rabbit wärmen uns mit feinem Single Malt Aroma und Tocotronic werden langsam noch komischer, als sie eh schon immer waren.

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Musikvideo der Woche: Tocotronic- Pfad der Dämmerung

Tocotronic machens mit High School, Vampiren und Cheerleadern. Klingt furchtbar trendy, und genau das ist es auch. Passt aber nach irgendeinem Reverse Reverse Irony Prinzip – das wahrscheinlich nicht einmal die Band selbst versteht – perfekt zu der Musik der Hamburger, die schon seit einigen Jahren auf ihren Alben so etwas wie pure, ungefilterte Destillate von deutschem Pop/Anti-Pop/Pop verbreiten.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts II

“Damals hatten wir noch Gefühle” stand bei dem Youtube Kommentaren zu einem Jonas Video, die wir im ersten Teil der 90er Alben-Retrospektive vorgestellt haben. Ist natürlich “Früher war alles schöner”-Gejammer, aber so wütend wie auf Digital ist besser waren Tocotronic vielleicht nie wieder: Wo heute gesetzter Indie-Pop für Berlin Mitte regiert, war es früher roher Lo-Fi infizierter Sound, der irgendwo in einem dunklen Keller in Hamburg entstand. Ihre Begabung für Pop schimmerte schon damals durch. Die Einstürzenden Neubauten wagten sich mit Tabula Rasa erst einmal sehr vorsichtig und schemenhaft an das von ihnen eher ungeliebte Genre der Populärmusik, Selig und Die Fantastischen Vier indes hatten damit noch nie Probleme und erreichten mit ihren 90er Alben den künstlerischen Zenit.

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Für`s Protokoll : Echo 2011

Ich hab keine Ahnung, ob es überhaupt jemand interessiert, aber gestern wurde irgendwo in Berlin der weltunnötigste Musikpreis verliehen. Anwesend bei der dieses Jahr ca. 20 h andauernden Trauerveranstaltung waren unter anderem Rammstein die den Preis mit “Sowas passiert, wenn man die Zuschauer wählen lässt” kommentierten und sich sichtlich begeistert bei Vattenfall bedankten, weil “wir sonst hier im Dunkeln stünden”. Weiterlesen

Die Freude am Nichts-Tun – Rezension zu Jakob Heins "Herr Jensen steigt aus" (2006)

Es scheint, als haben die Soziologen und Meinungsforscher, die Medien und Marktoptimisten einer ganzen Generation allzu hastig einen gewissen Stempel aufgedrückt. Die späten 70er und frühen 80er Jahrgänge, in der Jugend durch die 90er und beginnenden 00er sozialisiert galten lange Zeit als die Generation Karriere, die Generation Praktikum, die Verkörperung eines Arrangements mit neoliberalen Systemen und Werten. Kurzerhand wurden wir Kinder dieser Zeit zu den ideologielosen Aufsteigern erklärt, zu den im Leben verankerten, die sich von  den rebellischen Idealen der 68er ebenso distanzieren wie von der hohlen Spaßgesellschaft der 90er. Neue alte Werte stünden in unserem Mittelpunkt: Karriere, Erfolg, Familie, vielleicht auch Projekte für die etwas Orientierungsloseren… aber doch seien wir eine Generation der Tat, der Individualität und der Arbeit an sich selbst. Vielleicht war dies zu kurz gedacht. Denn nicht erst seit der großen Wirtschaftskrise hat sich eine Schattenkultur entwickelt, die so gar nicht in das Bild der aufstrebenden Jugend fügen will, die aber auch weit entfernt ist vom Idealismus ihrer Eltern-Generation. Die Rede ist von der Generation Kapitualtion, der Generation Langeweile, der Generation Tatenlosigkeit, der Generation resignativer Zynismus, deren Sprachrohre am ehesten noch Tocotronic und Rainald Grebe sind, deren genaue kulturelle Verortung ab nach wie vor aussteht. Jakob Hein hat mit seinem Roman “Herr Jensen steigt aus” 2006 versucht, ihnen ein simples aber dennoch greifbares Gesicht zu geben.

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Die 100 Alben des Jahrzehnts der User von Plattentests.de (Plätze 50 – 11)

Samstag Abend hat Quertz die Top50 00er Alben der Plattentests-Leser veröffentlicht. Wie schon bei den Plätzen 200 – 101 und 100 – 51 wollen wir euch an dieser Stelle das Ergebnis nicht vorenthalten, da es sich bei Plattentests.de um eine der wichtigsten (wenn nicht gar die wichtigste) Online-Musikzeitschriften im deutschsprachigen Raum handelt.

Dieses Mal ohne große Vorrede, die beliebtesten Alben der 00er Jahre, gewählt von über 100 Plattentestslesern:

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Dissensions à trois – Tocotronic "Schall und Wahn" im Redaktions-Dreikampf

Ein Album, drei Meinungen: Von schlecht über sehr gut bis hin zu mittelmäßig. Am neuen Tocotronic-Album “Schall und Wahn” scheiden sich auch die Geister der Seite360-Redaktion und so stürzen sich Rinko Heidrich, Florian Bayer und Johannes Schramm in die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit über den jüngsten Sprössling der Hamburger Schule…

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