Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts III

Wir werden international in unserer dritten 80er Thriller-Retrospektive. War der letzte Artikel noch von amerikanischen Genre-Beiträgen geprägt, beweisen nun Frankreich, Japan und Australien, dass auch sie ihr Publikum in Atem halten können. Mit Todesstille demonstriert Phillip Noyce eindringlich, wie viel sich aus einer minimalistischen Disposition und den richtigen Spannungsmomenten herausholen lässt, mit seinem Alterswerk Auf Liebe und Tod verbeugt sich François Truffaut mit einem Augenzwinkern vor dem Film Noir und den Krimis der Nouvelle Vague, während der ebenfalls aus Frankreich stammende Le Prix du Danger weit Richtung Zukunft weist und als besserer Running Man unter Beweis stellt, wie sich eine Science Fiction Dystopie realistisch und zeitnah, gegenwärtig erzählen lässt. Und dann gibt es natürlich noch Takeshi Kitano mit Violent Cop, der bereits in den 80ern wusste, wie sich Crime, Drama und abartige Komik perfekt kombinieren lassen. Ergänzt wird das Quartett durch den amerikanischen Romance-Krimi The Big Easy, der sich mit Charme und einer tollen Geschichte ins Herz seines Publikums spielt. Nach dem Klick gehts los…

weiterlesen

Kikujiros Sommer auf Arte+7

Verdammt… wäre fast an mir vorbei gegangen. Auf Arte+7 läuft derzeit (wahrscheinlich nur noch ein paar Tage) der herausragende, mehr als empfehlenswerte Kikujiros Sommer (1999) von Takeshi Kitano. Der poetische Film zwischen Tragikomödie, leichtem Surrealismus und gediegener Hommage gehört mit zu den besten Filmen von Kitano überhaupt. Don’t miss it!

Der achtjährige Masao lebt bei seiner Großmutter in einer kleinen Wohnung in Tokio. Seine Eltern hat der schweigsame Junge nie kennengelernt, da sie, so erzählt es seine Großmutter, bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Für Masao stehen die Sommerferien an, doch dieses Jahr bleiben er und seine Großmutter zu Hause. Die langweiligen Tage nehmen eine ungeahnte Wendung als Masao das Fotoalbum der Familie und ein Bild seiner Mutter entdeckt. Daraufhin beschließt er, seine Mutter besuchen zu gehen.
Der Zufall will es, dass Kikujiro, ein Bekannter der Großmutter und im Leben augenscheinlich ein Versager und Gauner, von seiner Frau beauftragt wird, den kleinen Masao zu begleiten. Doch der griesgrämige Kikujiro denkt gar nicht dran, auf direktem Wege zu Masaos Mutter zu fahren. Stattdessen steuert er mit dem Jungen als Erstes ein Wettbüro an, in dem er die Reisekasse verprasst, so dass die beiden gezwungen sind, von nun an zu trampen. Es folgt eine Reise durch die japanische Provinz, auf der sie den skurrilsten Gestalten begegnen und in die außergewöhnlichsten Situationen geraten.

Trailerprogramm: Outrage, The Mill and the Cross, J. Edgar, The Thing, The Muppets

Outrage [Takeshi Kitano]

Neuer Yakuza-Thriller von Takeshi Kitano. Nachdem dieser im letzten Jahrzehnt doch etwas schwächelte – und nicht mehr im Geringsten etwas ähnlich Mitreißendes wie die 90er Meisterwerke Sonatine und Hana-Bi produzierte – bin ich grundsätzlich skeptisch gegenüber seinen neuen Filmen… auch wenn das hier verdammt gut aussieht. Aber das war unter anderem bei Brother auch schon das Problem. Sah echt vielversprechend und schick aus und war dann doch nur nette, durchschnittliche Thriller-Kost. Abwarten…

weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts I

So, sechs Komödienretrospektiven haben wir hinter uns gebracht (Parodien, Grotesken, Slacker, bitte, bitte, bitte…). Wenden wir uns nun der gekonnten Mischung aus Tragik und Komik zu. Wie schon bei den Komödien aufgefallen, ist es gar nicht so leicht das Genre der Tragikomödie einzugrenzen. Gelungene Komödien bieten immer auch tragische Momente, große Dramen haben auch oft genug ihre komischen Seiten. Und was sich dann genau dazwischen abspielt, ist eben oft auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und Empfindens. Egal, diese Filme bieten – jeder für sich – genug fürs Herz, für die Sinne, zum Schmunzeln, manchmal auch zum Lachen und selbstverständlich zum Weinen. Komisch schön, tragisch schön, einfach nur schön… die besten des Jahrzehnts. Mit einem Lächeln und einer Träne Teil 1…

weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts III

Und nocheinmal spannende und gute Thriller aus den 90er Jahren: Dieses Mal mit vielen Film Noir Reminiszenzen, gleich zwei Takeshi Ktano Filmen (der ja bereits im zweiten Teil für anbetungswürdig befunden wurde) und auch ein bisschen Hollywood Big Budget Ware, die nichtsdestotrotz zu begeistern wusste…

weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts II

Nachdem das Actionkino der 90er Jahre sehr von den USA dominiert war, wird es bei den Thrillern weitaus internationaler und bunter. Und wenn man sich in den 00er Jahren fragen durfte “Ja wo sind denn die guten Thriller?” so gibt es in den 90ern die volle Dröhnung Spannendes und Mitreißendes aus der Crime-Welt. Das hier ist Teil 2, weitere werden folgen.

weiterlesen

Die 00er Jahre: Die Filme der Redaktion

Zum Abschluss nochmal kurz unsere ganz persönlichen Tops und Flops. Wens interessiert… Weiterklicken.

weiterlesen

Die 00er Jahre: Die besten Episodenfilme und Composite Films des Jahrzehnts

Wir haben auf unserem Weg durch die Kinodekade klar abgegrenzte Genres wie Tragikomödien, Erotikfilme, Thriller und Horrorfilme hinter uns gebracht, aber auch mit  diffusen Kategorisierungen wie Tarantinoeske Filme gearbeitet. Jetzt wirds wieder ein wenig knifflig. Die Genrekategorisierung “Episodenfilm” ist hinreichend bekannt, scheint jedoch ein allzu enges Korsett für so manches cineastisches Werk zu sein. Der klassische Episodenfilm nämlich – wie zum Beispiel Intolerance von D.W. Griffith (1916) – besteht aus in sich geschlossenen Episoden, die durch ein alles verbindendes Thema zusammen gehalten werden. Nun ist aber gerade das postmoderne Kino, was Episodenkonstellationen betrifft, gerne verspielt und alles andere als stringent. Durchgesetzt haben sich hier episodische Prinzipien, die keine kleinen abgeschlosssenen Teilhandlungen erzählen, sondern diese ineinander verzahnen, parallelisieren,  darin wild umher springen oder gar klassische Chronologien komplett aufbrechen. Als Wegfeiler seien nur Robert Altmans Short Cuts von 1993 und Quentin Tarantinos Pulp Fiction von 1994 genannt und es wird offensichtlich, wie unterschiedlich sich Kurzgeschichten jeweils in einem Film anordnen lassen.

Die englische Sprache bietet hierfür den Begriff des “Composite Films” an, der Filme bezeichnet die trotz ihrer Episodenhaftigkeit dicht gewebt sind, und aus deren einzelnen kleinen Plots sich komplexe Gesamtstrukturen bilden. Die deutsche Filmkritik und Theorie arbeitet hier noch öfter etwas ungelenk mit Begriffen wie Ensemble Drama, Sittengemälde oder verzichtet gleich vollkommen auf eine eindeutige Kategorisierung. Wir wollen an der Stelle mit den beiden Begriffen Composite Film und Episodenfilm arbeiten, denn bei den besten Filmen der Dekade finden sich sowohl klar strukturierte, aus einzelnen voneinander getrennten Segmenten bestehende Werke als auch eng ineinander verzahnte Filmkompositionen. Mitunter parallel erzählt (im 2000er Drama Timecode sogar zeitgleich im echtzeitlichsten Sinne des Wortes), mitunter in durchgeschüttelter Chronologie, mitunter scheinbar ohne klare Linie. Und damit wollen wir die Theorie auch Theorie sein lassen. Es folgen die besten vielschichtigen, mehrstimmigen, zusammengesetzten , fragmentierten, komponierten und arrangierten Werke des Jahrzehnts… wie immer nach dem Klick.

weiterlesen