Die 90er Jahre: Die besten Kriegsfilme des Jahrzehnts

Kriegsfilme sind auch eine Form von Epos, im besten Fall eine Art Anti-Epos. Das (Anti)-Präfix wollen wir in diesem Fall jedoch bewusst aussparen, auch wenn es mit der ein oder anderen Einschränkung an jeden der hier genannten Filme angehängt werden könnte. Francis Ford Coppola hat bereits gesagt, dass alle Kriegsfilme in seinen Augen Antikriegsfilme seien. Eine Behauptung die durchaus streitbar ist, erliegen doch selbst die humanistischsten, offensivsten und naturalistischsten Werke allzu oft der Faszination des Krieges, dem Eskapismus der Schlachten dem apokalyptischen Ästhetizismus der Gewalt. Das gilt für “Apocalypse Now” ebenso wie für “Platoon” oder “Full Metal Jacket”. Die hier genannten (Anti-)Kriegsfilme sind jedoch unabhängig davon, wieviel Stilisierung in ihnen steckt, beeindruckende Bebilderungen der kriegerischen Seele des Menschen, radikale Erzählungen von der Front und dabei einfach so verdammt gut, dass sich die Frage nach Kriegsfilm, Antikriegsfilm oder gar Kriegsapologie gar nicht zu stellen braucht.

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Die 90er Jahre: Die besten Western des Jahrzehnts

Während wir im letzten Jahrzehnt die Western einfach dreist zu den Epen geklatscht haben, spendieren wir dieser Urform des amerikanischen Kinos hiermit einen eigenen Artikel. Traditionell wird es dennoch nur in den wenigsten Fällen zugehen. Stattdessen gibt es Revisionistisches, Verzerrtes, Parodiertes, Dekonstruiertes und in die Mangel Genommenes. Frei nach dem Motto: Die besten Western sind immer noch die, die keine sein wollen.

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Die 90er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts II

Und zum Zweiten: Futuristisches und Endzeitliches aus den 90er Jahren. Auch hier finden wir in erster Linie die selbe apokalyptische Stimmung wie schon bei der ersten 90er Science Fiction Retrospektive. Aber auch viel Virtuelles und Scheinbares, einen echten Popcornblockbuster, Abseitiges japanisches Kino und nicht zuletzt ein ganz klassisches episches Schlachtenspektakel mitten im Weltraum…

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I – Serienkillerfilme

Die 90er Jahre waren ein ausuferndes Jahrzehnt für Thriller und Krimis. Neben den klassischen Crime-Stoffen war es vor allem der Serienkillerfilm, der einen zweiten Frühling erlebte. Natürlich sind auch hier die Genregrenzen oft fließend: Viele der hier genannten Filme könnten ebenso gut in der Horrorecke stehen; von den unzähligen – oft pubertären – Slasherrevivals heben sie sich aber deutlich sowohl in ihren Ausgangspunkten als auch Umsetzungen ab. Ein perfekter Serienkillerfilm arrangiert psychologische Tiefgründigkeit mit ganz realem physischen Terror, sucht nach Motiven und Ursachen, ermittelt ebenso akribisch, wie er akribisch tötet und schafft dabei eine unheilschwangere, düstere Atmosphäre. So werden die guten dieser Filme nicht zum bloßen Thriller sondern zum komplexen Persönlichkeits- und Gesellschaftsporträt, wenn nicht gar zu brutalen, düsteren und apokalyptischen Anthropologien.

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Die 90er Jahre: Die besten Erotikfilme des Jahrzehnts

Im Gegensatz zu den Romanzen und Liebesfilmen ist Sexualität und Erotik wie schon in den 00er auch in den 90er Jahren im Kino sträflich unterrepräsentiert. Ein paar Highlights gibts trotzdem… und die gibts nach dem Klick.

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Little Brother is watching you – Kurzfilmpremiere für lau

Jepp… richtig gehört. Am Montag den 22.11.2010 feiert mein Kurzfilm Little Brother is watching you endlich Premiere… und zwar nicht irgendwo, sondern im Babylon Berlin Mitte. Es lohnt sich. Denn neben der Vorführung des Films erwartet euch ein buntes Programm, ein Stelldichein mit Cast und Crew sowie nette kleine Überraschungen. Und das Beste: Für den Eintritt muss nicht einmal bezahlt werden… Kommt also reichlich. Los gehts um 18 Uhr.

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Spiritual Porn Mindfucks – Gedanken zu Gaspar Noes "Enter the Void"

Natürlich kommt man, wenn man von Gaspa Noe spricht, nicht an Irreversible vorbei… dieses zermürbende Monster von einem Film, das seine Protagonisten und Zuschauer auf eine grauenhafte Odyssee durch einen rückwärts erzählten, quälend naturalistischen Revenge-Thriller schickt, an dessen Beginn eine schwindelerregende Kamerafahrt durch die aufgepeitsche Pariser Nacht steht, dessen Zentrum von einer der unerträglichsten Szenen der Filmgeschichte eingenommen wird und dessen vermeintlich harmonisches Ende, die grausame Determiniertheit der gesamten Geschehnisse brutal auf den Punkt bringt. Gaspar Noe ist ein cineastischer Extremist, ein sadistischer Filmemacher, der die Grenzen des Erträglichen auslotet, um sie eiskalt zu überschreiten. Vollkommen zurecht hat es sein Meisterwerk Irreversible zu den extremsten Filmen der 00er Jahre geschafft. Und dann hatten wir ganze vier Jahre Verschnaufspause, trügerische Ruhe, bevor die Ikone der New French Extremity mit Enter the Void 2010 zu einem erneuten Angriff auf unsere Sehgewohnheiten bläst.

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In eigener Sache: Ionescos "Die Stühle" ab Oktober im Verlängerten Wohnzimmer in Berlin

Manchmal erwache ich inmitten eines völligen Schweigens. Das ist das Absolute.

Ein alter Mann, eine alte Frau, der Trott. Jeden Abend sitzen sie da, hardern mit ihrem Schicksal, mit ihren verpassten Chancen, mit ihrem verschwendeten Leben. Doch heute abend ist alles anders. Er hat ein komplettes System aufgestellt, eine Wahrheit, die er der ganzen Menschheit verkünden muss. Gäste werden erwartet, Stimmen sind zu hören. Sie kommen. Ein letztes Mal schwelgen beide in ihren Wunschvorstellungen von sich selbst, von dem jeweils anderen, von ihrem Platz in der Welt. Sie empfangen Gast um Gast, bieten Sitzplatz um Sitzplatz, Stuhl um Stuhl, bis sie schließlich von der Masse fast erdrückt werden. Aber die Anstrengungen lohnen sich, denn am Ende werden wir alles wissen; am Ende wird die Welt gerettet werden.

Die Stühle von Eugene Ionesco: Eine absurde, tragikomische Groteske mit vier Darstellern und 56 Stühlen ab Oktober im Theater Verlängertes Wohnzimmer in der Frankfurter Allee 91 in Berlin.

Eine blanco y negro Produktion

Regie: Roland Wandel

Darsteller: Christiane Banneitz, Florian Bayer, Christian Lindner, Astrid Mathis

Eintritt: 8€ / 5€ ermäßigt

Wenn ihr mich mal auf der Bühne sehen wollt, erscheint zahlreich. Wir freuen uns über jeden Besucher. Gerade Freunde des absurden, grotesken, surrealen Theaters dürften an dem Stück ihre helle Freude haben. Da die ersten Spieltermine sind erwartungsgemäß immer sehr gut besucht, daher vergesst nicht, rechtzeitig Karten zu reservieren. Das könnt ihr unter der Telefonnummer 030-453-063-51 oder per E-Mail direkt an mich (plorb@gmx.net).

Die 00er Jahre: Die besten surrealen Filme und die besten Mystery Filme des Jahrzehnts

Im Zuge des “The sixth Sense”-Erfolges 1999 erlebte das US-Mystery-Kino zu Beginn des neuen Jahrtausends eine wahre Blütezeit. Zahllose Filme schossen aus dem Boden, meistens mit sich allzu sehr ähnelnder Struktur: Seltsame, irreal erscheinende Ereignisse, eine dunkle diffuse Atmosphäre und schließlich gegen Ende ein vermeintlicher Mindfuck, der die mysteriösen Ereignisse aufklärte. Das Genrekino rieb sich mehr und mehr selbst an seinen abgedroschenen Strukturen auf und statt wirklich interessanter Variationen bekam man zu guter Letzt immer das Gleiche zu sehen (Wodurch schon bei Beginn des x-ten Mysterystreifens eigentlich nur noch die Frage im Raum stand: “Gibt es eine psychologische Erklärung oder eine durch übersinnliche, übernatürliche Phänomene?”) Gott sei Dank gab es auch erwähnenswerte Ausnahmen; und diese bewegten sich fast vollständig abseits dieser vielbetretenen Pfade: Filme die verschrobener waren, mysteriöser, merkwürdiger, diffuser und vor allem surrealer…

Und damit wäre auch schon der Link zum zweiten wesentlichen Genre gesetzt, das in diesem Artikel Erwähnung findet: Dem surrealen Kino. weiterlesen

Lyrik der Woche: Arthur Rimbaud – Abschied (1871)

Heute ein kleines Werk des protosymbolistischen Dichters Arthur Rimbaud. In dem kurzen Gedicht “Abschied” werden bereits alle Motive der literarischen Moderne vorweggenommen: Aufschrei, Empörung, Resignation, Überdruss, die volle Bandbreite der transzendentalen Obdachlosigkeit. In der markanten Pointe steckt bereits das gesamte Fundament der modernen Lyrik, sei es nun Expressionismus, Symbolismus oder Futurismus.

Genug gesehn. Das Schaun ist allem Abschied längst begegnet.

Genug gehabt. Den Lärm der Städte, abends, und in der Sonne und allezeit.

Genug gehört. Das Leben stockt. – O Geräusche und Visionen!

Aufbruch voll Gefühl und Geschrei – neu!

Lyrik der Woche: Alfred Lichtenstein – Die Nacht (1912)

Ab sofort jeden Sonntag die Lyrik der Woche: Songtexte, Gedichte, klassische, moderne und postmoderne Verse. Von der Straße und aus den Bibliotheken, hochkulturell und im Gossenslang: Schmutzig, roh, wunderschön, elegisch, trocken und düster…

Den Anfang macht Alfred Lichtensteins zerfahrenes, melancholisches und modernes Großstadtporträt Die Nacht; erstveröffentlicht in der expressionistischen Zeitschrift “Die Aktion” (1912):

Verträumte Polizisten watscheln bei Laternen.

Zerbrochene Bettler meckern, wenn sie Leute ahnen.

An manchen Ecken stottern Straßenbahnen,

Und sanfte Autodroschken fallen zu den Sternen

/

Um harte Häuser humpeln Huren hin und wieder,

Die melancholisch ihren reifen Hintern schwingen.

Viel Himmel liegt zertrümmert auf den herben Dingen…

Wehleidige Kater schreien schmerzhaft helle Lieder.

Animated Short der Woche: Quest

Heute Oscarprämiertes aus Deutschland. Tyron Montgomerys Quest erzählt von der Suche des Menschen; festgehalten in sowohl spröden als auch ästhetizistischen Stop-Motion-Bildern, Ebene für Ebene hinabgleitend, symbolisch und surreal, mystisch und psychoanalytisch. Ein faszinierender Trip…

Quest (Deutschland 1996)

Regie: Tyron Montgomery

Laufzeit: 11 Minuten

Nackte Existenz – Rezension zu Cormac McCarthys postapokalyptischem Roman "Die Straße" (The Road)

Lange haftete dem amerikanischen Novellisten Cormac McCarthy der Ruf an, dass seine Werke unverfilmbar seien. Mit der kongenialen Coen-Adaption “No country for old men” hat sich dies geändert. Und auch in diesem Jahr erreicht ein Film die deutschen Lichtspielhäuser, dem ein Stoff McCarthys zu Grunde liegt. Das 2007 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete, postapokalyptische Drama “The Road” wurde 2009 von John Hillcoat beeindruckend auf die Leinwand gebracht (und auch hier bei den besten Science Fiction Filmen des vergangenen Jahrzehnts bereits gewürdigt). Ein guter Grund das Buch vor dem leider immer noch ausstehenden deutschen Kinostart des gleichnamigen Films genauer unter die Lupe zu nehmen…

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Die 00er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts

Wenden wir uns nach der epischen Vergangenheit und Gegenwart der Zukunft zu. Sie war schon ein bisschen mau im letzten Jahrzehnt. Die große Reanimation der Star Wars Franchise brachte allenfalls einen unterdurchschnittlichen, einen miesen und einen ganz netten Film hervor. Ansonsten gab es viel Massenware, einige ganz nette Fantasyhybriden und auch richtigen Trash wie den Scientology-Abkömmling “Battlefield Earth”. Aber immerhin ein paar wenige Perlen und Glanzlichter haben es dann doch auf die große Leinwandgeschafft. Wir haben sie rausgepickt und stellen sie hier vor…

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Musikvideo der Woche

Diese Woche wieder ein Griff in die Mottenkiste. Schräg, melancholisch, verzweifelt, seltsam, surreal und immer wieder gut. Der Zeichentrickclip zu Radioheads Paranoid Android…

Radiohead – Paranoid Android (1997)

Album: OK Computer

Regie: Magnus Carlsson