Symbolismus

So…  ich habe mal wieder Lust auf einen kleinen Filmabriss. Deser Artikel liegt schon seit Januar 2012 ohne größere textuelle Bestückung bei unseren Entwürfen rum und wartet geradezu darauf, endlich mit Lob und Verriss gefüllt zu werden. Dementsprechend gibt es hier keinen großen neuen Stoff zu finden. Kinogänger können gleich weiter wandern, das Haltbarkeitsdatum für die Leinwand ist bei diesen Filmen längst abgelaufen. Aber gerade Leute wie ich, die eine sympathische Videothek ihres Vertrauens in der Nähe haben und am Überlegen sind, was sie sich aus dem Filmprogramm der letzten 12 Monate als nächstes ausleihen könnten, dürften hier fündig werden: Tarantinoeskes von Kevin Smith in Red State, Arthausiges in Sleeping Beauty, Sci-Fi-Action mit einem Schuss Gesellschaftskritik in Chronicle und Monsters… und der große Teenager-Hype The Hunger Games. Ich versuche die entsprechenden Rezensionen ein wenig rough zu halten: Keine großen Inhaltsangaben, keine tiefschürfenden Analysen, stattdessen just my two cents zu dem DVD-Kram, den ich mir aus dem aktuellen Programm in letzter Zeit so gegeben habe. Viel Spaß.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Das vom holländischen Design Kollektiv Dutch Invertuals entwickelte und von Raw Color für die Dutch Design Week umgesetzte Projekt Invertuals 3 ist eine abstrakte Auseinandersetzung mit Grenzen und Gefahren der individuellen Freiheit. Menschliche Körper sind in ihrer eigenen, in weißer Unschuld gefärbten, Blase als Unberührbare eingesperrt. Ihre Bewegungen scheinen wie eine Suche nach dem Sinn, das verzweifelte Ringen nach etwas Greifbaren in dem indifferenten, glasigen Nebel. Und dabei sind es immer der Selbstverlust, die Selbstaufgabe, die als greifbare Gefahr im endlosen, abstrakten Raum als Gefahr offensichtlich werden. Großer Symbolismus, eindringlich pointierter Minimalismus und wundervolle, ausdrucksstarke Performance- und Bildkunst.

Dutch Invertuals are responding to the prevailing spirit of uncertainty and the downside of freedom. Through research and experiment, the group of designers translated the theme of vulnerability to contemporary designs.
Raw Color created the photo-series for this years exhibition expressing each participants vulnerability.

Invertuals 3 via benhammer

{ 0 comments }

Lust auf ein ungewöhnliches Spielerlebnis? Personal Trip to the Moon ist ein ungewöhnlicher Trip, der irgendwie zwischen metaphysischer Reise, interaktiver Geschichte und nostalgischem, schwarz-weißen Retrogame oszilliert. Ist natürlich Kunst… also so richtig Kunst. Medium Spiel als Experimentierraum und so weiter. Und an manchen Stellen für meinen Geschmack etwas zu sehr nebulös, transzendental selbstverliebt. Unabhängig davon ist der Trip zum Mond aber ein faszinierendes, interaktives Abenteuer mit netten SciFi-Reminiszenzen und einer schönen, poetischen Gesamtatmosphäre.

Personal Trip to the Moon via Pixellevel

{ 0 comments }

Nicolas Ritter, Student der Visual Communication, hat mit The Social Network eine ziemlich elegante Foto-Serie inszeniert, in der alltägliche, profane Handlungen auf Facebook als surreale, skurrile Choreographie performt werden. Dabei werden die beteiligten Darsteller und Models auf ziemlich unheimliche Weise anonymisiert und in grotesken Szenarien arrangiert, die auch einem Franz Kafka gefallen hätten. Die morbiden, düsteren Seiten der Sozialen Netzwerke, jedoch nicht ohne ein gehässiges Augenzwinkern. Oben seht ihr die Allegorie für das Fan-Werden. Unten als erstes “People you may know…” gefolgt von der Änderung des Beziehungsstatus. Alle weiteren Fotos gibt es bei Nicolas Ritter selbst zu sehen…

“The Social Network”
is a series of humorous
photographic illustrations
about facebook specific
vocabulary and staging
of banal things in social
networks.

The Social Network via Ignant

{ 0 comments }

Wow! Ich habe selten einen animierten Kurzfilm erlebt, der so gekonnt mit der Kadrierung des Mediums arbeitet. Gerade in den ersten Minuten ist dieser schwindelerregende Wechsel von Cinemascope zu Vertical Video zu 16:9 schon über-episch. Aber auch darüber hinaus ist Oben einfach nur fantastisch: Dramaturgie, Storytelling, die Bilder, das Sounddesign…. einfach nur groß und mitreißend. Unbedingt im Vollbildmodus genießen und entführen lassen.

Erzählt wird die Geschichte eines Sterbenden in einer großartigen Montage aus Krankenhaus-Szenen und Bergbesteigung, allegorisch für den Weg zum Ende des Tunnels. Mag abgedroschen klingen, aber dank der fantastischen Umsetzung mehr als würdevoll und ehrfurchtseinflößend.

OBEN (Frankreich, 2012)

Graduation film of EMCA (animation school/ FRANCE) by

Thierno Bah - bahthierno.blogspot.fr/
Noé Giuliani - coprolitre.blogspot.fr/
Pierre Ledain - lamaingauche.blogspot.fr/
David Martins da Silva - martinsdasilvadavid.blogspot.fr/

Sound design by Prince N’Gouda Ba
EMCA 2012

via

{ 0 comments }

Shewwww… da hat jemand die poststrukturalistischen Theorien des fragmentierten Subjekts aber ziemlich wörtlich genommen. Hugo Bravos Fragments ist ein spannend umgesetzter, minimalistisch inszenierter Kampf zwischen zwei Menschen, in einer Welt, die zerfällt und dabei die Subjekte permanent mit sich mitreißt. Klingt zu abstrakt? Ist es auch… aber gerade deswegen entsteht aus dem minimalistischen Setting, trotz der Kürze, eine unfassbar epische Auseinandersetzung mit Ich, Anderem und Welt.

Realisierung und Konzept: Hugo Bravo.
Produktion : Dimitri Cohen-Tanugi, Alexis Laffaille, Pierre Razetto, Morgane Souris.
Schauspieler: Pierre Razetto und Mehdi Leffad.

via Seitvertreib

{ 0 comments }

Puh… da bewirbt sich jemand für die Regie der kommenden Tool oder Nine Inch Nails Videos… oder für das Art-Design des kommenden Lynch-Streifens… oder für einen Innenarchitekten-Job direkt in der Hölle. Sowohl Bilder als auch Videos von Olivier de Sagazan sind zutiefst verstörende Trips in die Abgründe des menschlichen Individuums: Destruktive, dekonstruktive Metamorphosen, Bodyhorror zwischen Verfall und Mutation, zwischen Ästhetik des Hässlichen und surrealer, pathologischer Selbstentortung. Ist das jetzt poetisch oder einfach nur böse? Faszinierend ist es allemal.

Weitere Werke von Olivier de Sagazan via Robotmafia

{ 0 comments }

Den Buch-Künstler Guy Laramee habe ich an anderer Stelle zuvor schon ordentlich abgefeiert. Daher spare ich mir das an dieser Stelle und verweise nur kurz auf sein neues Projekt Guan Yin, das er – beeindruckt von dem Tode seiner Mutter – den geheimen Kräften hinter der Welt widmet. Die textliche Ummantelung des Projekts mag für meinen Geschmack ein wenig zu esoterisch sein, ändert aber nichts daran, dass die dabei entstandenen Werke wieder wundervollste Objektkunst vom feinsten sind. Schaut es euch an…

Everything we know, everything we did, everything we think we are, everything and everyone we love, all this will be wiped out. We would like to think that something will remain, culture, knowledge, or call it “life” if you don’t want to call it God, but of this also, we have no certitude. “No certitude” seems to be the only one we have, but even this is a concept, and concepts are the first thing to go down the drain, aren’t they ?

This project is dedicated to the mysterious forces thanks to which we can traverse ordeals.

Guan Yin by Guy Laramee via Colossal

{ 0 comments }

Eine der schönsten Reminiszenzen an den großen, modernen surrealistischen Künstler René Magritte, die ich je gesehen habe: In der schwarz-weißen fotografischen Reihe  Reality Rearranged entwirft der schwedische Künstler Tommy Ingberg die faszinierende Reise eines kopflosen, huttragenden Jedermanns durch die Wirren einer poetisch verkürzten supranaturalistischen Welt: Bilder, Symbole, Träume und ein angenehm nostalgischer Touch von Hommage an die Kunst des klassischen Surrealismus. Verträumt, verwegen, poetisch… und einfach nur wunderschön.

Reality Rearranged via My Modern Metropolis

{ 0 comments }

Let’s go Subgenre… Während in den 50ern Liebesfilme, Komödien und auch Tragikomödien oft als klassische Screwball-Comedies für und mit Erwachsenen inszeniert wurden, entdeckte das Kino – vor allem das Amerikanische – bereits in den 70ern die Teenager nicht nur als Zielgruppe sondern auch als Protagonisten für sich. Dies mündete schließlich in die legendäre Flut an Teenager-Filmen im Laufe der 80er Jahre, die in den 90ern wieder einigermaßen verebbte, um den Slackern und Gangstern Platz zu machen. Diese Welle der Coming-of-Age Movies ist dominiert von zahllosen schlechten Teenie-Komödien, die meistens irgendwie John Hughes nacheiferten, der mit Breakfast Club, Pretty in Pink und Ferris macht blau Maßstäbe für das Genre setzte. Aber auch das Drama entdeckte den pubertierenden Protagonisten für sich, im ersten Artikel der Retrospektive vertreten durch Francis Ford Coppolas artifiziellen Rumble Fish und den herrlich nostalgischen, im Grunde genommen eher präpubertären Stand by me. Aber auch andere Genres fanden sich im Teenager-Format wieder. Das soll in den Teilen zwei und drei noch einmal intensiver berücksichtigt werden, einen kleinen Vorgeschmack gibt es jedoch bereits an dieser Stelle mit dem familiengerechten Action/Coming-of-Age-Hybriden Karate Kid, der trotz aller kultigen Sillyness auch als empathisches Jugend-Drama zu begeistern weiß.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Eigentlich kann man sich mittlerweile schon fast den Kalender danach einrichten. Alle paar Jahre kommt ein Jugendbuch auf den Markt – der Beginn einer Franchise vornehmlich – und räumt so richtig ab. Auf Harry Potter folgte die Twilight-Saga und diese wiederum wurde dicht gefolgt von den Hunger Games, den Tributen von Panem, die jetzt das selbe Spiel durchziehen, wie die Bestseller davor: Fanatische Fans, ungewöhnlich hohe Verkäufe, Verfilmungen, Merchandising und zwischen drin die Hater, Feuilletonisten, die den Erfolg nicht erklären können, und natürlich auch die, die sich darüber freuen, dass die Jugend endlich mal wieder an schicker Belletristik interessiert ist. Und was findet dazwischen statt? Ne Menge. Zahllose Autoren versuchen sich an eben genau jenem Erfolg, schreiben fantastische Romane für ein jüngeres Publikum (in der Hoffnung zugleich ältere Leser zu erreichen) und präsentieren diese ebenfalls als Beginn einer ganzen Reihe. Also werfen wir doch einfach mal einen Blick auf drei (mal mehr, mal weniger) aktuelle Vertreter der fantastischen Jugendliteratur. Nicht mit der Frage, ob sie das Zeug zum Hype haben, sondern viel mehr, ob es sich lohnt in die Franchise einzusteigen. Bartimäus, Méto und Die Chroniken vom Anbeginn harren des Urteils einer kritischen Leserschaft.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Was einen guten Film zu einem guten Historienfilm macht, liegt ja eigentlich so ziemlich auf der Hand: Das historische Sujet. Der Schritt zum Epos ist da schon etwas diffiziler. Natürlich könnte man es sich leicht machen und einfach von Monumentalfilmen sprechen, doch damit bekommt man letzten Endes auch nur eine sehr eingeschränkte Genreschublade geboten, die automatisch primäre Assoziationen zu dem großen Monumentalfilm der 50er und 60er Jahre à la Ben Hur weckt. Gerade historisch akkurate oder aber auch fantastische, parabolische und surreale Werke mögen da kaum so richtig ins Bild passen. Also ganz kurz ein wenig Schubladenkunde, um meinen Begriff des Epos – des epischen Films – einigermaßen zu rechtfertigen.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Keine Sorge, wir kommen im Text gleich zu den besten Erotikfilmen der Dekade, aber ich möchte diese Einleitung trotzdem noch kurz von einer anderen Seite aufziehen: DU! Ja genau, DU bist gemeint! Du brauchst dich gar nicht so verschreckt hinter deinem Monitor zu verstecken. DU hast “Erotikfilme” gegoogelt, vielleicht auch “Die besten Erotikfilme” meinetwegen auch “+80er +Erotikfilm“, meinetwegen auch über Bing oder Yahoo gefahndet, aber das ist eigentlich auch zweitrangig. Denn DU hast nach Erotikfilmen und nur nach Erotikfilmen gesucht (keine Sorge werte Stammleserschaft, die ihr ohnehin jeden Artikel anklickt, ihr seid nicht gemeint)! Das ist eigentlich auch kein Problem – es sei denn du hattest die Hoffnung auf irgendwelche illegalen Porno-, oder Erotikstreams, aber das ist ein anderes Thema. Es ist schließlich ein offenes Geheimnis, dass die Erotikfilm-Artikel auf unserer Seite immer am meisten Page Impressions ernten. Die Sache ist nur, diese machen nur einen geringen Teil von Seite360 aus (irgendwo im 0,x% Bereich). Und Mitautor Rinko hat in letzter Zeit des öfteren – völlig zurecht – seinen Missmut darüber geäußert, dass andere hochklassige Texte im Vergleich zur Erotic Section viel zu selten besucht werden.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Zurück in die Zukunft… die Letzte. Waren die Vorgänger-Artikel noch alle ziemlich bunt durchmischt, heterogen in ihrer Filmauswahl, so bewegen wir uns nun auf doch relativ homogenen, familienaffinen Parkett. Die großen Independent- und Arthaus-Geschütze werden in der letzten 80er Jahre Science Fiction Retrospektive nicht mehr aufgefahren. Stattdessen gibt es viel Kuschel- und Wohlfühl-Fiction dem nostalgischen Fantasy-Trip Der Flug des Navigators, spannende genreübergreifende Action/Comedy-Unterhaltung in Zurück in die Zukunft 1 und 2, lässigen anachronistischen Disney-Quark in Tron und visionären Sci-Fi-Optimismus in Star Trek II – Der Zorn des Khan. Die einzig düstere Note setzt die pessimistische, Literaturverfilmung 1984… und mit dieser, nach wie vor brandaktuellen Dystopie landen wir wieder sanft in der Gegenwart und können uns anderen Genres widmen.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Ich liebe ästhetische Apokalypsen: Wenn die Kunst in sich zusammenstürzt bis nur noch ein kläglicher Widerschein ihres einstigen Glanzes übrig ist, wird sie mit ihrer eigenen Rolle als Spiegelbild der menschlichen Bedürfnisse und mit ihrer Ohnmacht gegenüber Produzent und Rezipient konfrontiert. Die Apokalypse eines Kunstwerkes ist eine beinahe essentielle Erfahrung, stürzt sie doch das vermeintliche genialistische Original hinab in einen dionysischen Urgrund, zerstört dessen Künstlichkeit und entblößt so dessen Abhängigkeit vom eigentlichen Medium und menschlichen Umgang mit diesem. Genau deswegen liebe ich Rejected, The Fall oder eben die Melting Wax Sculptures von Urs Fischer, die ohnmächtig ihrer eigenen Vergänglichkeit gegenüber beinahe so etwas wie schmerzhafte Empathie mit dem wahrgenommenen, sterbenden Kunstwerk auslösen. Das Werk, es leidet unter seinem Zerfall… Hier gibt es noch einen spannenden Guardian-Artikel zu den Skulpturen… Gespenstisch:

Fischer’s candle-man haunted me later when I was walking the decaying streets of Venice. It will haunt me for a long time. It is a beautiful, funny, frightening emblem of time’s fatal arrow.

[Weiterlesen…]

{ 0 comments }

Seite 1 von 612345...Letzte »