Schlagwort-Archiv: Surrealismus

Die 80er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts I

Horror… done, Fantasy… done… Wir bleiben dem Genre-Kino treu. Je weiter es in den Jahrzehnten zurück geht, um so heikler wird das Verfallsdatum der jeweiligen Filme, und wenn es ein Genre gibt, bei dem dies besonders zum Ausdruck kommt, dann den Science Fiction. Wie schnell wirken doch die Zukunftsvisionen und High Tech Fantasien von einst albern aus heutiger Sicht. Oft scheint es naiv, wie sich damalige Kreative unsere heutige Zeit oder eine nähere Zukunft ausgemalt haben, oft scheint es übertrieben oder einfach vollkommen an den tatsächlichen Entwicklungen der Gesellschaft und Technik vorbei. Insofern gilt auch hier immer die Frage: Halten die Filme von damals dem Urteil von heute stand? Bei den folgenden Science Fiction Filmen kann die Frage durchgehend (mit klitzekleinen Einschränkungen) mit ‘Ja’ beantwortet werden: Zeitlose Dystopik liefern Quiet Earth, Brazil und Tetsuo, während Sie leben und Star Trek IV wunderbar als Zeitdokument funktionieren, inklusive aller Naivität und Sillyness. Und auch wenn James Camerons The Abyss gealtert sein mag, begeistert er auch heute noch als epischer Sci-Fi Blockbuster. Die besten Science Fiction Filme der 80er Jahre, Fuhre eins, nach dem Klick…

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Die 80er Jahre: Die besten Horrorfilme des Jahrzehnts VI

Die besten Horrorfilme der 80er Jahre… Klappe die Sechste und Letzte. Wir verabschieden das Jahrzehnt mit einer ganz hochkarätigen Riege an wirklich, wirklich, wirklich abgefuckten Filmen. So dürfen nun auch die Surrealisten vorbeischauen, so zum beispiel Alejandro Jodorowsky, der sich bei Santa Sangre munter bei Hitchcock, Giallo, sich selbst und wahrscheinlich unzähligen LSD-Fantasien bedient. Oder Bigas Luna, der in Angustia die vierte Wand und die selbstzufriedene Sicherheit der Zuschauer komplett einreißt. Für weitere WTFs ist auch Pfui Teufel – Daddy ist ein Kannibale gut, der sich nicht so ganz für ein Genre entscheiden kann und deswegen gleich ein Dutzend davon in einem satirischen Horrortrip für sich vereinnahmt. Ebenfalls diffus, nicht nur im Hinblick auf die Genrewahl, ist Već viđeno, der gemeinhin als Klassiker des serbischen Horrorfilms rezipiert wird (was auch durchaus Sinn macht, weswegen er hier ebenfalls auftaucht), dabei aber in seiner politischen Mischung aus Kafkaeskem Wahn, Satire, Psychodrama, Psychothriller und Gore-Alptraum weitaus mehr ist als bloßes Genrekino. Zu guter Letzt gibt es mit dem Horror-Alligator doch noch etwas bodenständigeren, nichtsdestotrotz grandiosen, Tierhorror zu sehen. Also noch einmal Atem anhalten, Klicken und demnächst wieder in die Videothek rennen. Nicht nur die besten, sondern auch die ungewöhnlichsten Horrorfilme der 80er Jahre folgen nach dem Break.

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Flugzeuge am Strand

Kein Photoshop, keine Montage, just “Real-Live Action Wide-Angle Photographs”, wie Josef Hoflehner in seinem Portfolio beteuert. Für die mitunter komischen, mitunter surrealen, mitunter einfach nur beeindruckenden Aufnahmen von Flugzeugen, die beim Starten und Landen die Köpfe der Touristen und Strandgänger scheinbar streifen, ist der Fotograf an die Strände in der Nähe des Princess Juliana International Airport in der Karibik gereist. Mitreißende Ergebnisse gibt es im Album Jet Airliner zu Hauf zu sehen. Unbedingt hinsurfen!

Jet Airliner via welikethat

Macht der Bücher

Das Flickr-Portfolio von Joel Robinson alias Boy Wonder beinhaltet mit die schönsten Fotos, die ich in den letzten Monaten zu sehen bekommen habe. Im Spiel mit Gegenständen, Orten, Situationen entstehen faszinierende, surreale und symbolische Momentaufnahmen, in denen der Mensch auf seine eigentliche Größe zurecht gestutzt wird. Nur eines unter vielen Beispielen sind die faszinierenden Impressionen eines Bibliophilen, in denen die Literatur ein physikalisch konkretes Eigenleben entwickelt, die literarischen Optionen zu riesigen Bergen werden, der Leser demütig hinter einem großen Meisterwerk verschwindet oder durch dieses komplett den Boden unter den Füßen verliert…. Den fotografisch festgehaltenen, perfekt visualisierten Akt des Lesens gibt es nach dem Klick. Surft aber unbedingt auch zum gesamten Flickr von Boy Wonder. Es gibt dort so viel zu entdecken…

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Super Mario Brothers: Meisterwerk des Surrealismus?

“Super Mario Brothers Is The World’s Greatest Piece Of Surrealist Art” behauptet zumindest Mike Rugnetta in diesem großartigen Idea Channel Video. Und unabhängig davon, dass er damit einfach mal Recht hat; eine Theorie, die René Magritte, Salvador Dali, Super Mario und Jack Torrance unter einen zweiminütigen Hut bringt, kann eigentlich nur genial sein, oder?

We all know who the Mario Brothers are but have you ever stepped back and tried looking at those games from a fresh perspective? Like you’ve never seen or heard of them before? They’re bananas! There are armored turtles who stand on their hind legs and steal princesses! There are bullets with FACES! We make a case for Mario’s inclusion into a canon of art wider than “Video Game”: we think Mario is a piece of surrealist artwork.

via @superlevel

Die 80er Jahre: Die besten Horrorfilme des Jahrzehnts IV

In Teil vier darf es wieder etwas bissiger, gehässiger und auch blutiger zugehen… Für eine ganze Ladung Innereien und blutiger Schockeffekte sorgen der Kultfilm-Zwillingsbastard The Evil Dead sowie seine Fortsetzung Evil Dead 2, die hierzulande wohl am ehesten unter dem Titel Tanz der Teufel bekannt sein dürften. Ebenfalls bizarr und mit ner Menge Blut arbeitet die Gothic Novel Adaption Docteur Jekyll et les femmes, die alles andere ist als bloß eine weitere Schauergeschichte der Düsterromantik. Etwas ruhiger und subtiler hingegen ist John Carpenters Geister-Märchen The Fog – Nebel des Grauens, während Gremlins – Kleine Monster den Horror vergnügt zum Mainstreampublikum führt. And last but not least, An American Werewolf in London, der der eigentlich abgegessenen Werwolf-Thematik nicht nur neue Seiten entlockt, sondern darüber hinaus auch als verflucht guter Horrorschocker zu unterhalten weiß.

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Die 80er Jahre: Die besten Horrorfilme des Jahrzehnts III

Wir pendeln weiter zwischen Hollywood-Grusel und Independent-Horror. In der dritten 80er Horror-Retrospektive wird es zumindest kurzfristig wieder “etwas” braver, berechenbarer und vor allem familiengerechter. Mit Poltergeist stellen Steven Spielberg und Tobe Hooper unter Beweis, dass es durchaus auch so etwas wie die Family-Version des klassischen Horrors geben kann. Stephen King ist auch wieder zu Gast, dieses Mal mit dem Meisterwerk Shining, das der Autor der Vorlage dem ausführenden Regisseur Stanley Kubrick wohl nie verziehen hat und das zugleich die beste King-Verfilmung überhaupt ist. Surreal, ungewöhnlich und extravagant wird es im psychedelischen Höllentrip und den beiden Spät-Giallos Opera und Tenebrae, in denen Dario Argento sowohl ästhetisch als auch inhaltlich vollkommen spinnert, ungeniert am Rad drehen darf. Und für den Trash-Faktor sorgt der ausgesprochen vergnügte, nichts desto trotz beängstigende Zombie-Thriller Re-Animator.

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Kurzfilm der Woche: SOLIPSIST

Ich werde jetzt nicht das ganze Gerante wiederholen, das Rinko von sich gegeben hat, während wir gemeinsam (nein, nicht händchenhaltend) diesen Kurzfilm von Andrew Thomas Huang genossen haben. Ja, SOLIPSIST kann man durchaus vorwerfen prätentiös, selbstverliebt, esoterisch, Kunstkunstkunst zu sein. Und ja, das erinnert in seiner Ästhetik stark an Björk-Videoclips (sucht euch einen Regisseur aus), hat ne Menge spirituelles Gewaber an Bord und sucht nach einem Sinn in allem. Aber diese Bilder, diese verspielte, verquere Erotik, dieser Farbentanz und diese wunderbaren Animationen! … Jepp, die reichen in diesem Fall, um endlich mal wieder Montags einen Kurzfilm der Woche nach oben zu tackern. Nach dem Klick gibt es noch das Making of zu sehen.

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Poetisches für den Sonntag: Nimbus von Berndnaut Smilde

Räume und Objekte werden vom niederländischen Künstler Berndnaut Smilde in wundervoll minimalistischen Manipulationen verfremdet, ihr surrealer Kern wird aufgedeckt und ihre Räumlichkeit durch kleine Ergänzungen transzendiert. Oben ist ein Wolkenzimmer aus der Nimbus-Reihe zu sehen, weitere großartige Kunstwerke findet ihr auf Smildes Website.

via Fubiz

Animated Short: Birdboy

Neben den ganzen eskapistischen, ästhetizistischen, lustigen und epischen Shorts hat sich in meinem RSS-Reader noch jenes kleines Meisterwerk eingefunden, das ich hiermit mal kurzerhand zu meinem favorisierten Kurzfilm der letzten Monate erkläre. Birdboy ist eine ziemlich verstörende, düstere und hochintelligente Parabel, in deren surrealistischen Welt verschiedenste Topoi in eine (alp)traumhafte Geschichte verpackt werden: Gesellschaftliche Missstände, universelle Träume, Traumatisierungen, Kindheitsängste, Kindheitsverlust und zumindest ein klein wenig Hoffnung kreisen in dieser dystopischen, symbolistischen Geschichte um die kleine Maus Dinki, die im Außenseiter Birboy einen stummen Verbündeten findet. Unbedingt ansehen, wird nicht so schnell vergessen!

A short film directed by Pedro Rivero and Alberto Vázquez
based upon the graphic novel PSICONAUTAS by Alberto Vázquez

Written & Direction : Pedro Rivero, Alberto Vázquez alberto-vazquez.blogspot.com/
Character design: Sebas Fábrega
Story/animatic: Santi Riscos (santicomic.blogspot.com)
Visual development Artist: Khris Cembe (khriscembe.blogspot.com)
Animation: Postoma Studio (Santi, Sebas, Khris) postoma-studio.blogspot.com
Postproduction: Santi Justribó
Editing: Iván Miñambres (UNIKO) uniko.com.es/
Music: Suso Sáiz
Sound: Cinemar

via

Animated Short der Woche: Plato

Irgendwie schon ein bisschen schade, dass unsere cineastischen Weekly-Rubriken derzeit so unschön brach liegen… daher gibt es heute das volle Short-Programm… Naja, nicht zuletzt auch deswegen, weil ich meinen RSS-Reader ein wenig säubern will und bei den labeled News noch ne Menge Shorts rumzuliegen habe. Los gehts mit dem mehrfach ausgezeichneten Plato von Léonard Cohen (der nichts mit dem Suzanne-Sänger zu schaffen hat): Ein postmoderner, wunderbar selbstreferenzieller Zeichentrick-Trip zwischen zwei und drei Dimensionen:

Falling up, tumbling sideways, profound flatness and zigzagging lines. Hey, man! Where’s your cube? Welcome to Plato, somewhere between anamorphosis of reality and severity of imagination.

Techniques utilisées : Animation traditionnelle papier et volume
Logiciels : Final Cut, After Effect
Réalisation, scénario, graphisme et montage : Léonard Cohen
Musique : Romain Blanc-Tailleur, Pierre Bertaud du Chazaud, Mikaël Charry
Bruitages, Mixage : Quentin Romanet
Production : EnsAD/La Ménagerie/XBO films

via Seitvertreib

Jacob Sutton

Gerade klicke ich mich durch das wirklich herausragende Portfolio von Jacob Sutton, der neben seinen – ebenfalls ausgesprochen ästhetischen – Fashion-Fotos einiges zu bieten hat: So steht bei seiner “Exhibition Work” immer die Verknüpfung des Destruktiven mit dem Stilisierten, die Schönheit in Verbindung mit dem Grotesken und Verworrenen im Mittelpunkt. Dabei zeichnen sich alle seine Werke durch eine wundervolle antigravitätische Atmosphäre aus, die beweist, dass sich High Style und künstlerischer Anspruch keineswegs ausschließen müssen. Ein kleiner Zwischenstopp beim digitalen Flanieren sei hiermit wärmstens empfohlen.

Jacob Sutton Portfolio via Fubiz

Die 80er Jahre: Die besten Fantasyfilme und Märchen des Jahrzehnts II

Fantasy und Märchen die Zweite: Dieses Mal klammern wir das fantastische Kino aus Europa mit den amerikanischen Vertretern des Genres ein: Zum einen skurril Satirisches mit den Hexen von Eastwick, zum anderen versponnen Unterhaltsames bei Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft. Die großartige Astrid Lindgren steuert dagegen poetische, stille Meisterwerke mit Ronja Räubertochter und Mio, mein Mio bei. Michael Ende ist auch mit von der Partie, mit der großartigen, ebenso poetischen Allegorie Momo. Und dann darf es auch mal richtig schräg werden: Jan Švankmajers Alice ist wohl eine der dunkelsten, abstrusesten Märchen-Interpretationen der Filmgeschichte überhaupt, während Terry Jones’ Erik der Wikinger tief im Sagenschatz der nordischen Mythologie wühlt und daraus einen herrlich grotesken Mix aus Monty Python und Wickie und die starken Männer zaubert.

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Die besten Fantasyfilme und Märchen der 80er: Paperhouse – Alpträume werden wahr

Dass ich zu Paperhouse jetzt doch noch ein paar Worte über die Kurzrezension der ersten 80er Retrospektive hinaus verlieren muss, liegt daran, dass mich dieser Film als Kind entscheidend geprägt hat. Er war nicht der erste “Horrorfilm”, den ich gesehen habe, aber mit Sicherheit der, der mir auf längere Sicht die meiste Angst eingejagt, ja mich sogar bis in meine Träume verfolgt hat. David Cronenbergs Die Fliege (1986)? Pustekuchen. Die Miniserie Es (1990), die bei so vielen Horror-Zuschauern meiner Generation Ängste ausgelöst und Traumata verursacht hat? Lachhaft. Nein, mein persönliches Grusel-Trauma ist dieser Fantasy/Märchen/Psychoanalyse-Hybrid von 1988, und wenn ich meine Filmrezipienten-Vita durchstöbere, komme ich wohl sogar zu dem Fazit, dass kein Film – davor und danach – mir eine solche Angst eingejagt hat, wie diese Auseinandersetzung mit Traum, Alptraum und der beginnenden Pubertät.

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Großartige Perspektivschwindel von Philippe Ramette

Nein, hier ist kein Photoshop am Werk sondern ein unglaubliches Gespür für die technische Überwindung der Schwerkraft, das Spiel mit der Perspektive und die Freude am kleinen Schwindel gegenüber dem Publikum. Weitere herausragende Bilder von Philippe Ramette gibt es bei Fubiz zu bestaunen.