Die besten Filmszenen 2014

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Drüben bei pewpewpew hat Sascha seine liebsten Filmmomente 2014 aufgelistet und irgendwie scheint mir das eine gute Art zu sein, das Filmjahr 2014 noch einmal Revue passieren zu lassen. Remember: Das sind die Filmszenen, die mich im vergangenen Jahr am meisten bewegt und begeistert haben, nicht notwendigerweise die Filme. Und so finden sich hier auch ein paar extrahierte Momente, deren Gesamtwerke ich nicht notwendigerweise in einer Liste der besten Filme des Jahres stehen hätte, mitunter gesamt betrachtet sogar als eher mäßige Filme ansehen würde. Achja, und zur Vorwarnung sei noch gesagt, dass die Liste mittelwarme Spoiler für verschiedene Filme dieses Jahres enthält. Major Spoiler sind aber eher nicht zu erwarten. Und noch ein kleines PS für alle Nitpicker. Ich habe mich am Deutschlandstart orientiert. Daher dürften ein, zwei Filme in der Liste gelandet sein, die manch anderer 2013 verorten würde.

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SciFi Filmabriss: The Congress, Interstellar, Young Ones, Apollo 18, Alles eine Frage der Zeit

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Zum Start von 2015 und Rückblick auf das vergangene Jahr, noch einmal Science Fiction satt. Nicht alle der hier rezensierten Filme stammen aus dem Jahr 2014, aber alle habe ich irgendwann in den letzten Monaten gesehen. Und so ziemlich alle – abgesehen von Interstellar – findet Ihr auch mittlerweile in eurer Videothek des Vertrauens. Wenn es also für das Ende von 2014, für den Beginn von 2015 noch einmal futuristisch, spacig, prophetisch werden soll, werdet Ihr hier bestimmt den ein oder anderen potentiellen Kandidaten für einen gemütlichen Filmabend zwischen den Jahren zum Jahresauftakt finden.

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Deep Dark Fears by Fran Krause

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Gruseln zum Jahresabschluss: Illustrator Fran Krause hat sich in simplen – dafür aber umso verstörenderen – Illustrationen den verborgenen Ängsten verschiedener Menschen angekommen. Das Ergebnis sind minimalistische Bizarrerien, die auf den ersten Blick absurd und irrational erscheinen, in denen man allerdings seine eigenen Ängste sehr schnell widergespiegelt findet. Der menschliche Verstand ist ein böser Troll und die eigene Kreativität kann mitunter dein ärgster Feind sein. Mehr davon gibt es in Krauses TumblrFacebook oder Instagram zu sehen. Außerdem könnt ihr die Teile auch als Prints kaufen.

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Deep Dark Fears via Bored Panda

FFO ART

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Wow! Einfach nur wow! Es ist echt verflucht lange her, dass ich aktuelle, derart beeindruckende, alles wegknallende Bildende Kunst gesehen habe. FFO’s Thema sind menschliche Beziehungen in allen erdenklichen Formen. Wie der anonyme Künstler, die anonyme Künstlerin dies in ihrem/seinem Tumblr umsetzt, sprengt aber jeglichen körperlichen und mentalen Rahmen:

Is this real? Or has this been happening inside my head?” 
Of course it is happening inside your head, but why on earth should that mean that it is not real?”

Körper werden destruiert und dekonstruiert, zerfließen mit der Umgebung, mit den Mitkörpern, werden aufgesprengt und in anatomisch nackte Monstren verwandelt. Surrealismus und Romantik treffen sich zum gemeinsamen Walzer, Erotik, Morbidität, Sehnsucht und Zynismus geben sich ein Stelldichein und dazwischen weiß der Betrachter nie, ob er sich gerade in einem Pop-Universe, einer pittoresken postmodernen Modenschau oder doch nur im Gehirn eines extrem dissoziativen Künstlers befindet. Anyway, ganz ganz große Kunst und mit das beste was mir in letzter Zeit auf Tumblr über den Weg gelaufen ist.

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FFO ART via doktorsblog

Filmabriss (Science Fiction, 2014): Under the Skin, Elysium, Edge of Tomorrow, Transcendence

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So es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Filmabriss, der sich tatsächlich konsequent aktuellen Filmen widmet: 2014 scheint wie bereits 2013 auf den ersten Blick ein ganz hervorragendes Jahr für das SciFi Genre sein. Nachdem ich vor ziemlich genau einem Jahr meine Begeisterung für Oblivion und Ender’s Game und vor knapp einem halben Jahr meine Begeisterung für Her, Lucy und den Planet der Affen kundgetan habe, sind in den letzten Monaten noch ein paar weitere interessante Genre-Beiträge durch mein Heimkino gerauscht, und das dann auch gleich in den unterschiedlichsten Variationen: Zum einen das Genre als Leinwand für artifizielles, eskapistisches Kunstkino in der Scarlett Johansson One-Woman-Show Under the Skin, zum Zweiten das Genre als Leinwand für dystopische Gesellschaftskritik in Elysium, zum Dritten das Genre als Hintergrund einer philosophischen Auseinandersetzung mit KI und Digitalität in Transcendence und last but not least, das Genre als Vorwand für Big Budget Kriegs- und Actionkino in Edge of Tomorrow. Welcher der Beiträge was taugt, lest ihr nach dem Klick.

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Les Revenants / The Returned – Review, Staffel 1

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Seit der ersten Staffel der Sopranos und der daraus resultierenden, tatsächlich überwältigenden, Welle an fantastischen Tripple A Serien aus den USA gehört es vor allem in Deutschland zum beliebtesten Volkssport der Feuilletonisten, über die vor sich hindarbende Serienlandschaft in Europa zu lästern. Mag das angesichts der miserablen Lage im deutschsprachigen Raum seine Berechtigung haben (Oh yeah! Noch ein Tatort-Klon), so haben andere europäische Länder in den letzten Jahren das ein oder andere mal bewiesen, dass auch der alte Kontinent dazu in der Lage ist, mit High Quality Serien zu punkten. Erinnert sei an dieser Stelle nur an die herausragende Roboterserie Real Human, die mittlerweile in die zweite Staffel gegangen ist und die sich weder ästhetisch noch inhaltlich vor den großen US-Serien verstecken muss.

2014: Bühne frei für das nächste, große, potentielle Serienmeisterwerk, fabriqué aux Europe: Les Revenants alias The Returned aus dem französischsprachigen Raum. Ein faszinierender Hybrid aus Drama, Mystery, Grusel und sozialer Parabel, den sich der aufgeschlossene Serienfreund keinesfalls entgehen lassen sollte.

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Und dann waren da noch die Animated Gifs von Scorpio Dagger…

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…die irgendwo zwischen traditioneller Renaissancekunst, Monty Python und What the Hell did I just see? pendeln. Großartige Remix-Alpträume und Bizarrerien, die auch gerne mal den albernsten und flachsten Weg einschlagen, um Hochkultur mit Netzkultur mit Dada mit Gaga zu versöhnen. Und das Beste ist: Sein Tumblr ist einfach mal voll mit dem Scheiß…

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Scorpion Dagger via Nerdcore

Polaroids aus der Zwischenwelt

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Schnappschüsse zwischen Nirwana, Selbstentfremdung und wohl temperiertem Schauer von der Fotografin Kathy Rankin. Some incredible Stuff!

I’ve always been interested in the human condition~fear, anxiety, isolation, the unknown as well as dreams, and I use self-portraiture as a means to explore these issues.

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Mehr davon gibt es in ihrem Flickr zu bestaunen. (via the only magic left is art)

Zombiefilm-Abriss: The Returned, Ben & Mickey vs. the Dead, Mutants, World War Z, White Zombie

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Genau so schwer wie seine Protagonisten ist das Genre des Zombiefilms totzukriegen. Nach dem großen Revival der 00er Jahre und einer wahren Blütezeit an Remakes/Fortsetzungen/Neuerfindungen ist der Zombiefilm auch im Jahr 2014 quickuntot. Und ich habe das Gefühl, gerade in den ersten beiden Quartalen mehr Film rund um Zombies gesehen zu haben als im gesamten Jahr davor. Also ist es mal wieder an der Zeit einen klar fokussierten Filmabriss zu schreiben, unter den Tags: Zombies, Untote, Infizierte… Neben neuen Vertretern wie den klassischen Fantasyfilmfest-Flicks The Returned und Ben & Mickey vs. the Dead werfe ich einen kurzen Blick auf den schon etwas älteren französischen Horror Nouvelle Vague Mutants aus dem Jahr 2009 und den letztjährigen Hollywoodbeitrag zum Subgenre World War Z. Und da die Zeit gerade da ist, schadet es auch nichts, sich kurz mit dem Klassiker überhaupt auseinanderzusetzen. White Zombie aus dem Jahr 1932, der gemeinhin als der erste Zombiefilm überhaupt gehandelt wird.

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David Lynchs Yoga-Mode, Anatomische Unterwäsche, Hello Kitty Superhelden, Trash-Overalls, Fashion/Porn

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Wir hatten vor kurzem ne Redaktionskonferenz (in unserem Fall bedeutet das, wir drei sind zufällig gleichzeitig online) und dabei konnte es Marcus nicht lassen, über unseren Mangel an Facebook-Fans zu trauern abzukotzen und im selben Atemzug festzustellen, wie beliebt doch diese ganzen nervigen Fashion-Blogs seien. Logische Konsequenz: Seite360 braucht mehr Mode- und Lifestylethemen, um ordentlich Laufkundschaft abzugreifen. Here we go:

Meditationsguru und (irgendwann auch mal) einer der größten noch lebenden Regisseure des Surrealismus David Lynch setzt jetzt voll und ganz auf selbstdesignte Mode! Klingt erst einmal schräg… bleibt es auch. Aber immerhin hat sich der Mastermind von Filmen wie Lost Highway dafür mit Live The Process zusammengetan und ein Teil der Verkaufserlöse der Yoga- und Sportbekleidung für Frauen soll an Missbrauchsopfer gespendet werden. Also schon irgendwie cool, auch wenn die Begründung für den neu gewonnenen Fashion-Kreativitätsschub voll und ganz nach dem schrägen Lynch der letzten Jahre klingt, der alles mögliche macht, außer uns mit einem weiteren bizarren Kino-Meisterwerk zu beglücken:

I have experienced many benefits (of meditation): more happiness within, more energy, more love of life, more understanding and more of a flow of ideas and intuition.

Ist ja gut man… aber bitte dreh auch wieder Filme. Okay? (via Vice)

Nächstes großes Fashion-Thema: Anatomisch korrekte Unterwäsche der Studentin  Eleanor Beth Haswell. Spricht eigentlich für sich; der erklärende Kommentar im entsprechenden Tumblr gefällt ebenfalls und ergibt auch Sinn: “Why are you so afraid of your own anatomy?” (via Designtaxi)

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So awesome die Betonung des Körpers in dieser feministischen Unterwäsche auch ist, so sehr erinnert sie doch daran, dass die Modeindustrie nicht nur sexualisiert sondern auch pornografisiert bis hin zum Sexismus und Chauvinismus ist. Damit setzt sich Erika Lust in einem spannenden Blogpost auseinander und verweist auch gleich auf das passende Exempel: Fashion or Porn? Mal wieder so ein Rate-Tumblr, der aber erschreckende Abgründe der Modeindustrie und überraschende Stilsucht der Pornoindustrie offenbart. Natürlich – spätestens wenn es zu den Auflösungen kommt – not safe for work und von unter 18jährigen fernzuhalten.

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Die Nordstadtblogger bloggen über eine ziemlich coole Kunstaktion zwischen Mode-Performance, Trash (im wahrsten Sinne des Wortes) und sozialer, ökologischer Programmatik. Auf der Trash Tour über den Borsigplatz tragen die Teilnehmer mit doppelseitigem Klebeband bestückte Overalls und sammeln so Müll auf, der sich an ihrem Körper in Mode verwandelt, die auf den all zu leichtfertigen Umgang der Platzbesucher mit überflüssig gewordenen Dingen hinweist. Fotos der Aktion und einen längeren Beitrag dazu gibt es im Nordstadtblog.

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Einen habe ich noch: Superhelden nach der Hello Kitty Stilberatung. Damit dürfte das Thema Mode für Seite360 dann aber wirklich für die nächsten 12 Monate gegessen sein.

Filmabriss: Captain Phillips, 12 Years a Slave, Snowpiercer, Trance – Gefährliche Erinnerung

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Unbedingt mal wieder Zeit für einen aktuellen Filmabriss… Irgendwie tut es mir derzeit um so ziemlich jeden Film leid, den ich sehe und zu dem ich es nicht schaffe, wenigstens ein oder zwei Zeilen zu Papier zu bringen; liegt nicht nur daran, dass ich das Gefühl habe, Seite360 giere nach Content, sondern auch einfach weil das Niederschreiben mir selbst hilft meine Meinung zu dem entsprechenden Film zu verarbeiten und zu fixieren, auch über den (ähnlichen) Effekt eines  Nach-Kinobesuch-Gesprächs hinaus. Hier also jetzt ein paar kurze Gedanken zu einigen Filmen, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe. Keine tiefgründige Analyse, keine umfangreiche Auseinandersetzung, nur ein oder zwei Cents, die ich glaube zu den Werken noch loswerden zu müssen. Dieses Mal sind die Big Budget Großprojekte an der Reihe: Zweimal Oscar-Gewinner in Captain Phillips und 12 Years a Slave, einmal stilsicherer Heist-Mindfuck in Trance, und einmal groteske Weltuntergangsphantasien zwischen Korea und Traumfabrik in Snowpiercer. 2014 ist btw. bis dato ein verdammt gutes Filmjahr.

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Neues von Helge Schneider auf dctp.tv

Achja… der Helge… im verbalen Schlagabtausch mit Alexander Kluge immer herausragend. Und in diesem Fall in – selbst für dctp-Verhältnisse – ziemlich irren Rollen: Als Skilehrer der Kanzlerin, als Lenins Friseur, als verkanntes Model von Abu Dhabi und in inniger Beziehung zu seinem Saxophon. Kultur + WTF = TV-Highlight dieses Monats. Wir haben den 45Minüter auf dctp.tv gerade online gestellt; und das hier ist ein Einschalt-Befehl!

Neu im Catch-up Service: Late Night Show mit Helge Schneider; inklusive Bildergalerie und weiteren fantastischen Helge Schneider Filmen (magazin.dctp.tv)

► Late Night Show mit Helge Schneider (45 Minuten; dctp.tv Direktlink)

 

Why American Horror Story sucks… a little bit

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Verdammt nochmal, ich liebe diese Serie! Ich liebe, liebe, liebe sie! American Horror Story gehört für mich zu den großen Serien-Überraschungen der letzten Jahre. Habe ich sie bei Ankündigung und Präsentation der ersten Teaser noch als Standard-Mystery-Schmu abgetan, habe ich mich erst zu Beginn dieses Jahres – aus Mangel an anderem Material – auf die Horror-Serie von Ryan Murphy eingelassen… und sie hat mich umgehauen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich die drei Staffeln weggesuchtet und kann es jetzt schon kaum erwarten, den Freakshow der kommenden vierten Staffel zu bewundern.  Daher ist dieses “Why … sucks!”-Resümee dann auch in erster Linie ein Versuch, mit Nitpicking gegen schwelendes Fanboytum anzukämpfen, in zweiter Linie dann aber doch auch eine Auseinandersetzung mit den zahllosen großen und kleinen Fehlern, die diese Serie beherbergt. Denn so genial sie auch ist, geschieht doch eine Menge stranges, dummes und einfach nur fragwürdiges Zeug im Verlauf ihrer drei Staffeln. Ganz schön schwer darauf herumzureiten, weil American Horror Story einfach mal Gott ist, aber ich will es dennoch (in diesem Fall auch relativ spoilerfrei) versuchen: Why American Horror Story sucks… zumindest ein bisschen.

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RemakeORama: Evil Dead, RoboCop, Oldboy, Maniac

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Es ist kein großes Geheimnis, dass der Traumfabrik in den letzten Jahren doch das eine oder andere Mal die kreativen und originellen Ideen fehlten, wenn es darum ging, Kinohits für die große Leinwand zu produzieren: Fortsetzungen, Remakes, Reboots, Prequels und Sequels wohin das cineastische Auge reicht. Und als ob das nicht schon frustrierend genug wäre, scheint selbst das vermeintliche Outsider- und Independent-Kino mittlerweile große Freude an der Resteverwertung gefunden zu haben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass mittlerweile nicht nur Kassenschlager von einst durch die Konservationsmaschinerie gedreht werden, sondern ebenso dreckige Trash-Perlen, Splatter-Kultfilme und düstere, groteske Thriller-Dramen mit Exoten-Flair. Remaking ist keineswegs ein Privileg, das nur Hollywood vorbehalten ist und wird durchaus auch jenseits des großen Blockbuster-Kinos für die ganze Familie eingesetzt. Aber Remake ist auch nicht gleich Remake und selbst in der vermeintlichen Ideenlosigkeit lässt sich dann doch manchmal die ein oder andere Perle finden: Fünf aktuelle Remakes von “Indie-Klassikern” auf dem Prüfstand: Was machen sie besser, was machen sie schlechter als das Original. Und sind sie es wert geschaut zu werden?

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The Uncomfortable – Manifeste der Ineffizienz

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In ihrem großartigen Projekt The Uncomfortable entwirft die griechische Architektin und Grafikerin Katerina Kamprani faszinierende, experimentelle 3D-Modelle, deren gemeinsamer Kern ein Alltagsgegenstand ist, der für den gewöhnlichen Gebrauch entfunktionalisiert wurde. Die frühere Funktion und Effizienz ist diesen Modellen nach wie vor eingeschrieben, sie sind unverwechselbar, direkt mit ihrer Funktionabilität assoziiert, wodurch in ihnen ein seltsam surrealer Bruch mittels minimalster Detailveränderungen stattfindet. Der Alltag, die Effizienz, der Sinn des Praktischen lösen sich in ihrer Konzeptionierung auf und zurück bleibt so etwas wie kaltes, zweckentbundenes Design, das eine ganz eigene Form von Schönheit entwickelt.

Die Objekte aus The Uncomfortable können als Angriff auf Designgeilheit – die nicht mehr den User sondern nur noch den Look im Sinn hat – gewertet werden, ebenso aber auch als Spiel mit den Möglichkeiten der Entpragmatisierung des Pragmatischen, als Rückkehr zur Form und Ästhetik in einer Welt, in der scheinbar alles auf irgendeine Weise effizient sein muss.

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Weitere Modelle der Serie von Katerina Kamprani via i-ref