Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts V

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Auf zu den “Last but not least…”-Titeln, die 80er Trickfilmkunst betreffend. Da hat sich doch auch gleich noch ein Puppen-Animationsfilm unter die sonst ausnahmslos am Zeichenbrett entworfenen Empfehlungen geschmuggelt. Verdient gelistet zu werden, hat es Der dunkle Kristall allemal, auch wenn er eher zur “Style over Substance”-Fraktion gehört. Andere Titel im letzten Best-of für dieses Genres sind ähnlich streitbar. Sowohl der tapfere kleine Toaster als auch Mickey’s Christmas Carol lassen sich schon als kleine guilty pleasures meinerseits bezeichnen. Anders sieht es bei Totoro aus, der gewohnt niveauvolle Anime-Kunst aus den Ghibli-Studios abliefert, dieses Mal tatsächlich in erster Linie für die jüngeren und jüngsten Zuschauer. Und mit dem sperrigen Epos Daliás idök ist sogar was für die erwachsenen Kunstgourmets am Start.

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The most expensive shot in silent film history

Ladies and Gentlemen, sie sehen eine gif’d Szene aus Buster Keatons Der General (1926). Dieser ist nicht nur einer der teuersten Filme der Stummfilmära, sondern besitzt darüber hinaus mit diesen paar Sekunden eine der teuersten Szenen der Filmgeschichte überhaupt: Es handelt sich nämlich bei der in die Tiefe stürzenden Lokomotive keineswegs um ein Modell, sondern um eine echte Dampflok. Zudem wurde eigens für die Inszenierung des Unfalls eine 70 Fuß lange Eisenbahnbrücke konstruiert, nur um im besagten Moment wieder gesprengt zu werden. Selbstredend, dass die gesamte Szene nur ein einziges Mal gedreht werden konnte.

Über 3000 Schaulustige waren beim Dreh dabei, um zuzuschauen, wie rund $ 42.000 – das entspricht heute ungefähr $ 575.000 – für eine einzige kurze Szene, die vermutlich teuerste der Stummfilmgeschichte, im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert wurden. Ausgezahlt hat sich diese Gigantomanie übrigens nicht: Der Film fiel bei Kritik und Publikum durch, um erst Jahre später wieder ausgegraben und schließlich – verdientermaßen – als epochale Stummfilmkomödie gefeiert zu werden.

Weitere Infos zum Film (wiki) via FF-Tumblr

Update or Die! – Ein Stummfilm erklärt Albert Einsteins Relativitätstheorie

Ein fasznierender Infotainment-Prototyp aus dem Jahr 1923:  Nachdem der deutsche Regisseur Hanns-Walter Kornblum einen eher zwiespältig rezipierten Film über Albert Einsteins Relativitätstheorie gedreht hatte, nahmen sich die Fleischer-Studios des Themas an und inszenierten mit The Einstein Theory of Relativity (1923) einen zwanzigminütigen Erklärbär-Film, der trotz seines “eingeschränkten” Stummfilm-Formats und der eher putzigen Animationen schon verdammt viele Elemente der auch heute noch sehr populären Infotainment-Nische aufweist. Weitere Informationen zu dieser äußerst charmanten Dokumentation findet ihr drüben bei Astrodicticum simplex.

via Clockworker

Die 80er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts IV

Zum vorletzten Mal ein Sprung durch alle Nischen und Subnischen des fantastischen, prophetischen High-Tech-Genres. Dieses Mal soll   uns nicht nur der Blick auf die verschiedenen, möglichen Spielartendes Science Fiction genügen, zusätzlich wollen wir den Schritt über Ländergrenzen hinaus wagen, uns nicht nur mit dem – in den 80er Jahren sehr dominanten – US-Kino beschäftigen, sondern auch Europa und dem “Osten” einen Besuch abstatten. Wie gewitzt Science Fiction Made in UDSSR aussehen kann, beweist der satirisch offensive Kin-dsa-dsa!, während Kamikaze 1989 schrille Dystopien aus Deutschland präsentiert. Le Dernier Combat inszeniert postapokalyptischen Horror aus französischer Sicht, Outland -Planet der Verdammten lässt unterkühlten britischen Thrill mit Space Western Motiven kollidieren… und dann landen wir doch wieder beim amerikanischen Blockbuster-Kino: Teil drei der Star Wars Reihe, Die Rückkehr der Jedi Ritter steht auf dem Programm, ebenso der unterschätzte Sci-Fi A-Movie Explorers, der alle Zutaten für großes Familienkino besitzt und in den 80ern leider Gottes zwischen Lucas und Spielbergs Blockbustern zerrieben wurde. Back to the Future, nach dem Klick.

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Für die cineastische Abendgestaltung…

…empfehle ich dann heute einfach mal Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau. Der wurde nämlich vor genau 90 Jahren im Marmorsaal des Zoologischen Gartens in Berlin als pompöses “Fest des Nosferatu” uraufgeführt und zeigt auch heute noch den Vampirfilmen unserer Zeit, was ne Harke ist.

Air interpretieren den Stummfilm-Klassiker “Le Voyage Dans la Lune”

Die Ambient/Electro-Pop-Künstler Air haben vor Kurzem für Februar 2012 ein neues Album angekündigt. Le Voyage Dans la Lune orientiert sich dabei nicht nur dem Titel nach an dem Stummfilmklassiker Die Reise zum Mond (1902) von Georges Méliès. Das französische Duo will sich sowohl inhaltlich als auch musikalisch an den 16minütigen Kurzfilm anlehnen. Zudem wurde die filmische Vorlage, deren vollständige Kopie 2002 in Frankreich wieder entdeckt wurde, restauriert und feierte beim diesjährigen Festival in Cannes ihre Wiederaufführung…. selbstverständlich ebenfalls unterlegt mit der Musik von Air. Die digitale Limited Edition von Airs neuem Album wird den Film in voller Länge enthalten. Als kleinen Teaser gibt es bei NPR zumindest schon mal die einminütige Paraden-Szene, die im neuen Soundgewand zwar etwas schräg, nichtsdestotrotz fantastisch wirkt.


via SKOA

Trailerprogramm für den Dienstag: The Rum Diary, Apollo 18, Tyrannosaur, The Artist, Moviacs

The Artist [Michel Hazanavicius]

Das könnte groß werden, mehr als groß. The Artist präsentiert sich als wunderbar unzeitgemäßer, zeitloser Film, der sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch die goldene Stummfilmära Hollywoods wieder aufleben lässt. Zwischen beschwingter Hommage und großem Drama, dass den künstlerischen und gesellschaftlichen Wandel der damaligen Zeit greifbar werden lässt, erzählt als Stummfilm mit Tanzeinlagen, der keine Angst  davor hat Inszenierungstechniken, Ästhetik und Dramaturgie der damaligen Zeit konsequent einzufangen und umzusetzen. Eine wohltuende Abwechslung zu den High End Blockbustern der heutigen Zeit und im besten Sinne des Wortes ein konservativer Film, der gerade aus seinem Traditionsbewusstsein Originalität und Progressivität zu schöpfen scheint. Muss ich unbedingt sehen!

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Kurzfilm der Woche: Twenty Minutes of Love

KLASSIKER!!! Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Am besten so weit zurück wie möglich… und noch ein Stückchen weiter. Twenty Minutes of Love (1914) ist die erste Regiearbeit Charlie Chaplins, ein wunderbarer zeitloser Stummfilm/Slapstick-Klassiker mit toller Musik und viiiieeel Romantik.

Twenty Minutes of Love (USA 1914)

Drehbuch und Regie: Charlie Chaplin

Darsteller: Charles Chaplin, Minta Durfee, Edgar Kennedy

Filmrollen zu Alfred Hitchcocks frühestem erhaltenen Film “The white Shadow” gefunden…

Neuseeland* – Rechtzeitig zum 112. Geburtstag von Alfred Hitchcock haben Filmarchivisten drei Rollen mit einem der ersten Filme des Meister der Suspense gefunden. Darauf enthalten sind Aufnahmen des Films The White Shadow (1924), an dem Alfred Hitchcock als Drehbuchautor, Regieassistent und Cutter maßgeblich mitarbeitete. Wie der Hollywood Reporter berichtet handelt es sich bei dem potentiell ersten erhaltenen Hitchcock-Werk um ein britisches Melodram, in dessem Zentrum der Konflikt zweier Frauen steht. Beide werden gespielt von Betty Compson, die sowohl die “gute” als auch die “böse” Schwester verkörpert.

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Filmgeschichte – Die ersten Jahre des Films: Filme der Jahre 1900 bis 1910

In Ergänzung zu meinem Artikel “Die ersten Jahre des Films – Teil 2” habe ich hier noch ein paar nennenswerte Filmbeispiele zusammengetragen. Ich muss gestehen der Untertitel “die ersten inszenierten Geschichten” war zwar nicht falsch, aber doch sehr optimistisch, denn echte Inszenierungen blieben in dieser Zeit eine Seltenheit. Dieses Jahrzehnt haben sich die Filmemacher zumeist im Dokumentarischen verloren. Wenn ich mir das Material so anschaue, glaube ich, haben sich die meisten Produzenten ein wenig auf der Erfindung selbst ausgeruht und nur wenig experimientiert. Schnitt-Tricks wurden “in” aber selten wirklich sinnstiftend eingesetzt. Die Kamera nahm weiterhin statisch die Position des Theaterpublikums ein. Daraus resultierte Ende des Jahrzehnts eine erste Krise des Films, die Zuschauer hatten sich an die Technik gewöhnt und blieben unbeeindruckt zu Hause. Dennoch gibt es einige herausragende Filme die die Entwicklung des Mediums vorangetrieben haben. Großartigen Regisseuren wie Georges Melies und Produzenten wie Thomas Alva Edison ist es zu verdanken dass die Krise überwunden werden konnte.

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Die ersten Jahre des Films – Teil 2: Die ersten inszenierten Geschichten

Nachdem wir nun die ersten – eher von der Faszination der technischen Machbarkeit dominierten – Jahre hinter uns haben, stellt sich die Frage:
“… und warum noch gleich lohnte sich der Blick in die ersten Jahre des Films?”
Die Filme selbst sind meist nicht besonders spannend, die Komik ist platt, die technischen Aspekte kaum mehr faszinierend. Und die ersten künstlerisch anspruchsvollen Filme wurden erst in den nächsten Jahren gedreht. Das wirklich Spannende daran, ist die Entwicklung drum herum. Die Etablierung der verschiedenen Filmdepartments, und vor allem die gesellschaftlichen Aspekte.

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Filmgeschichte – Die ersten Jahre des Films: Filme der Jahre 1891 bis 1900

In Ergänzung zu meinem Artikel “Die ersten Jahre des Films – Teil 1” möchte ich euch noch ein paar der (subjektiv) wichtigsten Filme bis 1900 vorstellen.

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Die ersten Jahre des Films – Teil 1: von den Brüdern Lumière zur Jahrhundertwende

Während Florian sich in den Retrospektiven der jüngeren Filmgeschichte widmet, will ich mich mal auf die Anfänge des Kinos konzentrieren. Meine Filmische Bildung beginnt mit Charlie Chaplin. Charlie Chaplin, Buster Keaton und Friedrich Wilhelm Murnau. Warum? Weil sie die ersten waren die das Medium des “magischen Fotos” nutzten um Geschichten zu erzählen und damit den Siegeszug des Films erst möglich gemacht haben. Und wer sich aus heutiger Perspektive mit der Stummfilmzeit auseinandersetzt, dem ergeht es wie einem Atheisten mit der Bibel: er überspringt die ersten Kapitel und blättert rein, dorthin wo es spannend wird.

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Filmabend: Dream a little Dream

Das Kino ist nicht nur im metaphorischen Sinn der Ort der Träume, sondern kann dies auch wortwörtlich sein. Der Traum ist ein Motiv, das zahlreiche Filmmacher inspiriert hat: Von Tarkowskij über Fellini bis hin zu Craven und Nolan. Für unseren Filmabend unter dem Titel “Dream a little Dream” haben wir uns einen Kurzfilmklassiker sowie drei Langfilme gekrallt, die sich auf unterschiedlichste Weise mit Träumen und Alpträumen auseinandersetzen. Dazu gibt es feine asiatische Küche, seditative meditative Drinks und passende musikalische Untermalung. Dream a little Dream with us…

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