Schlagwort-Archiv: Stille

Silence is Noise

Kirill Shirokov hat sich die Stille nach den Tracks und zwischen den Tracks von verschiedenen Alben genauer angehört, diese verstärkt und daraus einen Remix erstellt. Das Ergebnis heißt “practice the silence” scheint aber eher nach dem Prinzip “Defeat the silence” zu funktionieren… Conceptual Noise at its best.

via Kulturtechno

The Best of Marcel Marceau (LP)

Fällt in den Bereich “zu schön um wahr zu sein”, ist offensichtlich aber kein Hoax. Wie ich gerade eben beim Kotzenden Einhorn erfahren habe, gibt es tatsächlich eine LP mit dem wundervollen Titel The Best of Marcel Marceau. Jeder, der die Profession des so geehrten kennt, dürfte sich jetzt erst einmal verdutzt am Kopf kratzen. Marcel Marceau war ein Pantomime-Künstler, wenn nicht sogar der größte Pantomime überhaupt. Folgerichtig gibt es auf besagtem Album weder Musik noch Spoken Words zu hören, stattdessen nichts anderes als zweimal 19minütige Stille gefolgt von einminütigem Applaus. Wer jetzt 4′33″ schreit, dürfte damit goldrichtig liegen: Ähnliches Konzept, andere Umsetzung. Produziert wurde das Anti-Album von Michael Viner und erstaunlicherweise war das skurrile Vinyl-Schmuckstück ein kleiner Erfolg: Die für 50$ im Jahr 1970 produzierte Scheibe schaffte es laut Wikipedia sogar in die Charts und führte zu einem Deal mit Mike Curb, woraus schließlich die Candy Man Version von Sammy Davis JR. resultierte, die zwei Jahre später die Charts eroberte.

Ob es sich bei The Best of Marcel Marceau um das ultimative Konzeptalbum handelt, sei mal dahin gestellt. Zumindest Lester Bangs hielt diese Zuschreibung für durchaus angebracht. So schrieb er über die LP, die er in seine Liste der lächerlichsten Alben der 70er Jahre aufnahm:

Many feel this to be the ultimate concept album, while many others feel that it does not exist. But I ask ye unbelieving: would I, have I, ever lied to you? And if a record like this was possible, would MGM think twice about putting it out? Although the liner also mysteriously bears the imprint ‘Gone-If Records,’ as well as the word ‘Imagine!’ in giant black letters.
Conceived and produced by Michael Viner, a chops-buster if there ever was one. Label copy for each one: ’1. Silence — 19:00 2. Applause — 1:00.’ Marcel and his audiences are equally precise in their respective arts. Okay, so that joke stinks. Today is the first time I have pulled ‘The Best of Marcel Marceau’ out of its sleeve in five years, and it still smells good, not mouldy at all. Then again, this is one of those rare records that never dates. In fact it doesn’t even fool around.

Das lasse ich mal unkommentiert stehen. Auf jeden Fall gut zu wissen, dass es etwas so Großartiges gibt… leider weder bei Spotify noch in der Soundcloud noch bei YouTube. Ich empfehle einfach folgendes Video an- und den Bildschirm auszuschalten. Dürfte einen ungefähren Eindruck der Aufnahme geben.

L.A. with no cars

Eine Metropole ohne Autos. Kein Gehupe, kein Lärm und keine Staumeldungen. Ross Ching hat mit einer Canon 60D,  Final Cut und After Effects ein beeindruckendes Werk der Stille geschaffen. No Cars go…

Auf seiner Homepage wird übrigens noch einmal das Video und seine Bearbeitung Schritt für Schritt erklärt.

Kurzfilm der Woche: Thirty Century Man (Mogwai Remix)

In letzter Zeit verlassen wir ja hier etwas unsere klassischen Linie und tragen dem Kurzfilm-Trend unter den Musikvideos Rechnung. So neu ist das ja eigentlich alles nicht und bereits Michael Jackson gönnte sich in den 80ern für seine Musikvideos gerne mal ein Länge von 18 Minuten, aber das waren ja auch noch die aufregenden Zeiten von MTV. Heute sehen (oder eher “sahen”, MTV ja nur noch als Bezahlversion verfügbar) wir dort meist unterbelichtete Prollos aus irgendeinem Kaff in den USA und äußerst selten künstlerisch wertvolle Videos. Der heutige Kurzfilm der Woche läuft jedenfalls aktuell bei Live-Konzerten der Postrocker von Mogwai und veredelt ihren epischen Sound von “How To Be A Werewolf” in Zusammengang mit dem Kurzfilm “Thirty Century Man”. In diesem Film geht es um Radfahrer James Bowthorpe, der bereits im Guiness Buch steht und einen Weltrekord in einer Erdumrundung mit seinen Rad hält. Der Film zeigt Bowthorpe in der Einsamkeit Norwegens und einen abschließenden majestätischen Augenblick, in dem er sich selber wiederfindet.

 

Thirty Century Man (2010)

Regie: Antony Crook

Musik: Mogwai- “How to Be a Werewolf”

Rotkäppchen in Gebärdensprache

Im November letzten Jahres habe ich bei einem MABB-Projekt eine Dokumentation über sich ausdrückende Stille gedreht. Teile davon werde ich in Zukunft hier veröffentlichen. Mein Stummfilm-Mashup Silencio gibts bei den ‘Related Posts’. Hier sehen wir Gebärdensprachlehrer Andreas Costrau und eine Gebärdensprachversion des Rotkäppchenmärchens.

In the Fishtank 7: Low & Dirty Three (2000)

Nach dem Solo-Intermezzo von June of 44 wurde munter weiter kollaboriert bei Konkurrents Fishtankreihe. Pünktlich zur Jahrtausendwende standen sich die Indie-Rocker von Low und das instrumentelle Folk-Trio Dirty Three gegenüber. Diese haben durchaus Erfahrung, was die Zusammenarbeit mit Alternativerock und Indie-Größen betrifft. Warren Ellis war seinerzeit Mitglied bei “Nick Cave and the Bad Seeds”, die anderen beiden im Bunde – Mick Turner und Jim White – sind unter anderem als Backgroundmusiker bei Cat Power, PJ Harvey oder gar Sonic Youth zu hören. Da scheint die Zusammenarbeit mit den Lo-Fi, Slowcore-Rockern von Low nur folgerichtig.

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