Hörenswertes: Biffy Clyro, The Avalanches, Gone Is Gone, Billy Talent, Owen, Dinosaur Jr, Blossoms, Roosevelt

 

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Während ich die Einleitung schrieb hat Frank Ocean sein neues Album für dieses Wochenende angekündigt und überhaupt war ich der festen Überzeugung im Sommer keine Rezension schreiben zu müssen.

Ist es vielleicht schon die vielbeschworene Krise, von der alle immer reden und ist der Sommer schon so doof, dass man schon die Releases auf die Zeit vorverlegt, wo Leute doch lieber draußen grillen.

Egal, als Musikliebhaber nimmt man natürlich alles mit und hey, die Avanlaches melden sich zurück, Biffy Clyro leider auch. Gone is Gone, Billy sein Talent auch irgendwie. Blossoms bedienen sich gleich mal ausgelutschter Ideen, anstatt selber noch mehr falsch zu machen. Immerhin kann Roosevelt die Ehre der Jungmusiker rettet und zaubert ein wirklich frisches Dance-Album und ein versöhnliches Grinsen auf das Gesicht des muffeligen Kritikers.

Ach so, gerade kam noch die Beginner rein…

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Queens Of The Stone Age – …”Like Clockwork” Short Film

Einen spooky Kurzfilm kurz vor dem Schlafengehen gefällig? Die Queens Of The Stone Age sind zurück und bescheren uns unangenehme Träume zum bald erscheinenden Album.

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Baroness – Yellow and Green Album (Stream)

Nachdem Mastodon letztes Jahr gezeigt haben wie progressiver Metal geht sind nun wieder Baroness an der Reihe. Das Cover-Artwork von Frontgröhler John Baizley finde ich zwar diesmal nicht so großartig wie beim Red Album, aber was man auf NPR hört geht wieder unter die Decke.

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Die 90er Jahre: Die besten Sludge Metal Alben des Jahrzehnts

Während dem klasisschen Doom-Metal der 90er etwas sehr Erhabenes, Zeitloses, Universelles bis Transzendentales innewohnt, ist der Nischen-Bastard Sludge von allem metaphysischen Ballast gereinigt: Klar, Doom Metal ist in seiner Schwere, Dichte, Langsamkeit und Transzendenz nicht von dieser Welt, beinahe sakral, religiös. Was ihm aber definitiv fehlt, sind der Groove und der ordentliche Asskick. Der Sludge Metal hat beides im Überfluss zu bieten: Doom Metal kombiniert mit fetten Hardcore-Anleihen, einmal durch den Stoner-Fleischwolf gedreht und ordentlich im staubigen Wüstensand gebadet. Sludge ist der gefallene Stiefsohn des Doom Metal, der dreckige und räudige kleine Bruder, der sich einen Scheiß um Depressionen kümmert und stattdessen lieber mit satter Psychedelic-Note, viel Zynismus und Trockenheit alles niederwalzt, was irgendwie an Erhabenheit übrig ist. Nicht die subtilste Art von Musik, aber in ihrer konsequenten Genresprengung stilprägend für diverse Drone- und Avantgarde Metal Bands der 90er und 00er Jahre. Die besten Alben der Nische der Nische der Nische, die besten Werke dieses kleinen, verzogenen Doom-Abkömmlings präsentieren wir nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Doom Metal Alben des Jahrzehnts

Okay… ich weiß, es wirkt langsam ein wenig exzentrisch, hier jedem noch so kleinen Metal-Subgenre einen eigenen Artikel zu widmen. But, hell, it’s Doom. And Doom is pretty amazing. Schwere, langsame, schleppende Hymnen… ja, eine gewisse Verwandtschaft zu Gothic, Death- und Black Metal besitzt dieses Genre schon, aber gerade in seiner 90er Jahre Ausprägung ist es nicht nur einzigartig sondern auch wegweisend Richtung Avantgarde und Extreme Metal der 00er Jahre. Bands wie Isis, Cult of Luna, Sunn O))), praktisch der gesamte langsame Avantagarde Metal und Drone unserer Zeit ist beeinflusst von diesen frühen Pionieren: Winter und Goatlord, die noch tief im Black Metal verankert sind, Neurosis, die mit dem Hardcore den langsamen Tod überwinden wollen, Candlemass, die den 70ern ihr Tribut zollen, Skepticism und Thergothon, die ihr verzögertes Sterben dem Ambient und Postrock weihen, Solitude Aeturnus, die gar Richtung Pop schielen… sie alle kreieren – verbunden in der Langsamkeit – originäre Alben, düstere, lange und avantgardistische Epen, die mitunter heute sogar frischer und zeitgemäßer wirken als zu ihrer Entstehungszeit. Doom Metal, das beweisen die hier zu Wort kommenden Werke, ist alles andere als tot. Er lebt stirbt weiter. Und weiß auch heute noch zu erschaudern…

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Die 90er Jahre: Die besten Grunge-Alben des Jahrzehnts III

So, jetzt muss ich aber auch nochmal ran, nach Rinkos beiden Grunge-Retrospektiven. Habe damals immerhin auch Holzfällerhemd und zerrissene Jeans getragen und alles dies- und jenseits von Nirvana gehört, worauf ich Dank MTV und meinem großen Bruder aufmerksam wurde. Gleich zwei Unplugged-Alben sind aus dieser Zeit in guter Erinnerung geblieben. Sowohl Nirvana als auch Alice in Chains beweisen, dass sie es auch akustisch drauf haben, Letztere auch gleich noch einmal mit einer EP von 1996. Die Stone Temple Pilots haben genau so wie Blind Melon zu den großen Westküsten-Vertretern Seattles gehört, während Pearl Jams Klassiker Ten hier nicht unterschlagen werden darf. Apropos Klassiker: Wer Nevermind vermisst. Da sgehört natürlich hier rein. Wahrscheinlich wie kein zweites Album. Dafür gibt es dann aber einen gesonderten Artikel, in dem ich vor einiger Zeit das Zwanzigjährige dieses Meilensteins euphorisch gefeiert habe. Den Rest gibt es wie immer nach dem Klick.

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Hörenswertes: März 2011

Der Frühling kriecht ganz langsam hervor und lässt sich vom Winter doch wieder verschrecken, um kurz darauf eine erneute Offensive zu wagen. Wir reagieren auf dieses Wechselbad der metereologischen Gefühler, indem wir uns in unser stilles Kämmerlein zurückziehen und interessante Musik hören: Avantgardistischer Fusion von Syntony, mächtiger Drone von Earth, kurzweiliger Electro-Pop von Yelle, Kuschelsound von The Pain of being pure at Heart, sattsam bekannter Retro Rock N Roll von den Vaccines und entspannter Pop Jazz von Avishai Cohen.

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Die Stille nach dem Sturm – Envy "Recitation"

VÖ: 22.10.2010

Ein schwer Sturm kam 2006 über uns herüber. “Insomniac Dose” war vertonte Schwermut, aufkommende und endgültige Dunkelheit, die sich zum Ende in eine Verzweiflung und Hass steigerte. Nun, nachdem sich die Wolken entfernt haben, schauen wir uns um, erleben vollkommene Ruhe und werden uns bewusst was wir verloren und doch wieder neu hinzugewonnen haben. Das neue Album der Post Rock Legenden Von Envy versprüht in vielen Momente,n und mehr als je zuvorn die majestätische Schönheit von Sigur Ros. Auch die obligatorischen Ausbrüche erfolgen nicht mehr in Moll sondern wirken befreiend und karthartisch.

Auch wenn es nun viele verschreckt, aber auch Coldplay dürfen hier genannt werden, zumindest aus der Zeit als ihre Songs noch überlebensgroß wie “Amsterdam” waren. Envy öffnen sich auf Recitation mehreren Stilen und erweitern ihr en ohnehin nicht geringen Kopfkino-Score um weitere Emotionen, die auch gut zu einem Album von Thursday, mit denen sie eine Split EP aufgenommen haben, gepasst hätten. Hardcore Fans mag zwar der fast punkige Ausflug von “Dreams Coming To An End” sauer aufstoßen. Aber wer erkannt hat, wie sehr Post-Rock schon vor Jahren an seine Grenzen gestoßen ist, kann sich über derlei Neuerungen nur freuen. Recitation ist einfach das vielseitigste Envy Album und wird bestimmt auch Fans bei den Hörern finden, denen das Grau in Grau der vorigen Alben zu erdrückend schien. Hier ist Licht und fragile Hoffnung auf einen Neuanfang nach dem Ende.