Schlagwort-Archiv: Sexismus

gamergate1

Ein paar Gedanken zu #Gamergate

gamergate1

Ich habe mich nun echt lange schwer getan mit der Überlegung, ob ich überhaupt etwas zu #Gamergate publizieren soll, nachdem ich mich seit einigen Wochen durch die Untiefen dieses Diskurses quäle. Zwischenzeitlich dachte ich an einen Vlog-Beitrag (Weil Youtube in dem Fall tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes Meinungstool zu sein scheint), dachte an eine längere Reportage, einen schnippigen Kurzkommentar und lande mit diesem Text wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Die Gründe für mich, ein paar Gedanken zu dem Thema zu veröffentlichen, liegen dabei gar nicht einmal so sehr darin, dass es gerade ein großartiges Reizthema, eine (zumindest scheinbar) sehr kontroverse und ambivalente Debatte ist, sondern schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass mir sowohl soziale Fragen als auch die Videospielkultur sehr am Herzen liegen, dass ich mich durch und durch als (kultureller) Nerd und Gamer verstehe und zugleich wohl das bin, was in der Debatte gerne mal spöttisch als “Social Justice Warrior” bezeichnet wird. Sorry, ich merke gerade, dass ich dabei bin, Epona von hinten aufzuzäumen. Nicht wenige, die das hier lesen, werden irritiert mit den Schultern zucken: “‘Gamergate?’ Nie gehört!”. So richtig ist der Diskurs inklusive Hashtag nämlich noch nicht in der deutschsprachigen Öffentlichkeit angekommen (manche würden sagen “leider”, andere würden sagen “zum Glück”) und daher ist es wahrscheinlich – obwohl die Schlammschlacht mittlerweile seit über 3 Monaten im englischsprachigen Netz tobt – sinnvoll an dieser Stelle bei 0 anzufangen.

Weiterlesen

Damsel in Distress: Part 3 – Tropes vs Women in Video Games

Im 4players-Forum zeigen sich viele Videospieler mal wieder von der schlimmsten Seite: Ich verzichte an dieser Stelle mal auf einen großen Einleitungstext: Sarkeesians drittes Video über die “Damsel in distress” ist sehr gut geworden (weitaus besser als Teil 2) und geht mehr in die Tiefe als der direkte Vorgänger.

Sehenswert!

Tropes vs. Women in Video Games – Kickstarter-Projekt über Sexismus in Videospielen und die misogynen Reaktionen der Gamer-Szene

Um ganz ehrlich zu sein, bis zu diesem Wochenende war mir der Name Anita Sarkeesian nicht geläufig. Um so mehr freue ich mich jetzt darüber, diesen Schatz an analytischen, akribisch recherchierten und unterhaltsamen Schatz an YouTube-Filmen vor mir zu haben. Schon seit einiger Zeit analysiert Sarkeesian auf großartig pointierte Weise Sexismus und Misogynie in Kultur und Medien, von den Schlümpfen über LEGO bis hin zum großen Blockbuster-Kino. Auch ihr neustes Projekt ist eine ambitionierte Angelegenheit. In der Serie Tropes vs. Women in Video Games möchte sie Stereotypien, Klischees und Sexismus anhand von Videospiel-Charakteren untersuchen.

Weiterlesen

Links fürs Wochenende

Kulturpolitik: Hoch die Hockultur

…und nieder mit ihren Verächtern. Jens Jessens Manifest über die Notwendigkeit einer subventionierten Hochkultur und deren Abgrenzung zur Massen- und Popkultur.

Google+: Tipps und Tricks zum neuen Social Network

Die Jungs von Netbooknews haben – als Benutzer der ersten Stunde – einen kleinen aber sehr aufgeräumten Artikel mit Tipps und Tricks für die ersten Schritte bei GooglePlus zusammengestellt. Passend hierzu auch der Hinweis aus der selben Ecke auf das Blog InsideGooglePlus, das sich als eines der ersten Blogs im deutschsprachigen Raum einzig und allein der neuen Social Community widmet.

Skeptizismus/Atheismus/Feminismus und wie Richard Dawkins sich ins Aus trollte

Riesengroße Aufregung in der Science Community. Rebecca Watson wird auf einem Kongress ungebührlich angebaggert und äußert ihren Unmut über diese Situation. Zahllose Männer laufen Amok, Richard Dawkins ganz vorne mit dabei… und schließlich wird aus der kleinen Zwischenepisode ein Politikum. Man lese nur die Kommentare, Fehden und Kämpfe im Kommentarbereich von Scienceblogs, um einen kleinen Einblick zu bekommen, welch hohe Wellen ein solches Thema schlagen kann.

Offen für alle: Open Spreeblick

Ich mag ja Spreeblick, auch wenn das Blog in den letzten Jahren inhaltlich deutlich dünner geworden ist (zumindest quantitativ). Mit Open Spreeblick sollte sich das ändern. Schreiben und veröffentlichen darf jeder. Nach einer Überprüfung werden die Inhalte frei gegeben und deren Autoren profitieren selbstverständlich vom Spreeblick-Traffic – während Spreeblick wiederum von frischem, kostenlosen Content profitiert. Ob sich das positiv oder negativ auf die Qualität der Seite ausschlagen wird, ob Spreeblick damit zur “Dorfmatratze des Internets”  wird… bald werden wir es wissen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko nimmt When you’re strange, die ungefähr zwölfrillionsten Doors-Dokumentation unter die Lupe, die in diesem Fall immerhin von Johnny Depp gefeaturet wird. Und da ein solches Lebensgefühl immer ansteckend wirkt, geht er anschließend zwischen Gras und eingängigem Punk und Surf Pop in Wavves – King of the Beach verloren. Florian kümmert sich derweil um die besten Epen der 00er Jahre… Der Kampf gegen das Sommerloch hat begonnen.

Jetzt doch noch kurz was zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft…

Als ich gestern in Berlin unterwegs war, durfte ich feststellen, dass sie doch zu sehen waren, wenn auch bei weitem nicht in dieser Fülle wie vor fünf Jahren: Die Fahnen, die Wimpel, die Schminke… alles in schwarz-rot-gold selbstverständlich. Und selbst in Kreuzberg hatten sich in der ein oder anderen Kneipe die Fußballfreunde zusammen gefunden, um dem ersten WM-Spiel ihrer Mannschaft, dem Eröffnungsspiel der Frauenfußball-Weltmeisterschaft beizuwohnen. Aber es war auch – wie zu erwarten war – ein anderes Bild als vor fünf Jahren. Trotz großer Plakate, die mit lustigen Sprüchen à la “Männer wir rächen euch” warben, trotz ordentlicher Vorberichterstattung der öffentlich-rechtlichen und auch privaten Medien ist das zweite Sommermärchen zum gemeinen Volk bei weitem nicht so euphorisch durchgedrungen wie sein Vorläufer. Und dabei könnte man es auch eigentlich belassen: Belassen mit den Vergleichen von Frauen- und Herrenfußball, belassen mit den ständigen Vergleichen zwischen den beiden Sportarten, belassen mit dem ständigen Versuch, die Begeisterung für die populäre und massiv subventionierte Männeversion des Sports gegen die Frauenvariante auszuspielen – oder für diese das selbe zu fordern… Könnte man, aber kann man eben offensichtlich nicht, unter anderem auch, wenn man betrachtet, mit welcher Vehemenz sowohl Frauenfußball-Freunde als auch und insbesondere Frauenfußball-Gegner diesen Vergleich immer wieder heranziehen.

Weiterlesen

Links fürs Wochenende

Was, wenn das Löschen eines Facebook Profils Mord wäre?

Interessantes, schön spinnertes Gedankenspiel von Robert Basic, das auf interessante Weise zeigt, wie sehr die Social Networks mittlerweile unser Leben bestimmen

Ich bin ein wohlmeinender Sexist

Doch während diese Bewusstmachung bei modernem Sexismus (= die Überzeugung, dass sexstische Verhaltensmuster heute keine Rolle mehr spielen, etwa: “Heute ist das doch längst kein Problem mehr”) und Neosexismus (= das Ablehnen von Maßnahmen gegen Diskriminierung auf der Basis des Geschlechts, also: “Dieser ganze Gleichberechtigungskram geht mir gegen den Strich!”) einen gewissen, korrigierenden Effekt zeige, sei der wohlmeindende Sexismus (der Frauen als besonders schützenswert, damit aber auch als dem Mann nicht ebenbürtig ansieht und dadurch zu ihrer Benachteiligung beiträgt) schwerer zu bewältigen – nicht zuletzt, weil er ja in positive Gesten verpackt daher kommt.

Bilder des Virtual Typewriter Museum

Großartiges Fotoarchiv des Virtual Typewritermuseums. Besonders exquisit sind natürlich die Typewriter Eroticas. Aber auch die anderen Aufnahmen, historischen Fotos, Postkarten und Trade Cards, können den Freund historischen Bildmaterials ganz schön lange aufhalten.

Open Air Festivals

Haben und Nichthaben – Insolvenz des Eichborn-Verlags

So schnell kann das gehen: Nachdem diese Woche amtlich geworden war, dass der Frankfurter Eichborn Verlag nicht wie geplant am 1. Juli in das neue Aufbau-Haus am Moritzplatz in Berlin ziehen würde, hat der Verlag am Donnerstag beim Amtsgericht Frankfurt einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Letztes Jahr auf Seite360:

Wir würdigen die besten Tarantinoesken Filme der 00er Jahre und stellen fest, dass der Nu Metal gar nicht tot ist, sondern einfach nur komisch riecht. Ganz Deutschland ist im WM-Fieber und so kommen wir nicht drumherum, die dunklen Seiten des Fußballgeschäfts in dem herausragenden 90er Jahre Drama Nordkurve in Augenschein zu nehmen. Ansonsten ist natürlich Sommer und auch die Seite360-Redaktion wird ein wenig von dessen Loch verschluckt. Immerhin erfrischen die Klaxons mit der Ankündigung eines neuen Albums  und auch Male Bonding können mit ihrem Album Nothing Hurts die heiße Jahresezeit ein gutes Stück versüßen. Was noch…? …Achja, Hochkultur trifft Popkultur und Marilyn Monroe liest James Joyce’ Ulysses. Nice!