Die 80er Jahre: Die besten Actionfilme des Jahrzehnts III

So… genug pausiert im Kanonisierungswahn. Wo waren wir stehen geblieben? Genau, bei den besten Actionfilmen der 80er Jahre. Da habe ich doch noch ein paar nennenswerte Kandidaten in der Pipeline rumzuliegen, auf jeden Fall genug für zwei weitere Artikel. Also ohne große Umschweife – so als hätte die längere 80er Kanon-Pause nie stattgefunden – stürzen wir uns in den knallharten Kampf “Mann gegen einen Haufen Nazis russischer Terroristen” im grandios sarkastischen Stirb Langsam, in den düster-eleganten Kampf “Mann gegen das korrupte System” im französischen Actionthriller Der Profi, in den Kampf “Mann gegen US-Hinterwäldlerpolizei” in Rambo und last but not least in den Kampf “Mann gegen ein Killeralien” in Predator. Ja, das Actionkino der 80er Jahre ist doch ziemlich maskulin dominiert. Trotzdem rockt letzten Endes doch Ripley die gesamte Competition im Kampf “Frau gegen eine ganze Horde Weltraummonster” in der actionreichen Fortsetzung des Horror-Sci-Fi-Klassikers Aliens.

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Filmabriss: Gravity, Oblivion, Ender’s Game, Pacific Rim

Jau… mal wieder die Zeit gefunden ein paar – in irgendeiner Form zusammenpassende – Filme, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe, kurz zu rekapitulieren. In diesem Fall ist mal wieder Genrekino-Zeit, ganz konkret das Science Fiction Genre. Alle die hier genannten Filme spielen in einer sehr nahen (um genauer zu sein zeitnahen) oder sehr fernen Zukunft, platzieren sich im Weltraum oder eben auf einer zukünftigen Version unserer Mutter Erde. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn atmosphärisch könnten diese Genreableger nicht weiter voneinander entfernt sein: Gravity versucht sich am realistischen Sci-Fi-Szenario und überspringt dabei doch ab und zu so manche Plausibilitätskriterien. Im Gegensatz dazu will Pacific Rim so knallig, comicbunt und actionstylish wie möglich sein, was mit Sicherheit Spaß macht, aber doch ein bisschen zu Lasten der Tiefe geht. Ender’s Game inszeniert sich selbst als düstere Coming-of-Age Version des satirischen Starship-Troppers-Ansatzes. Und Oblivion stellt die Frage, ob man die Blockbusterattitüde von Tom Cruise mit einer raffinierten doppelbödigen Mystery-Geschichte kreuzen kann. Dank intelligenter Science Fiction Geschichten wie Moon durften sich die Genre-Fans in den letzten Jahren ja durchaus verwöhnt fühlen. Wird dieser Trend 2013 fortgeführt? Die Antwort folgt nach dem Klick.

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Filmabriss (2012er Recap IV): Cabin in the Woods, Looper, Twixt, John dies at the end

Material für den nächsten Filmabend zu Hause… und für die Nerd-Fraktion. Die folgenden Rezensionen kümmern sich ein wenig, wenn auch nicht ausschließlich, um die Direct-to-DVD Ecke des Jahres 2012. Ziemlich frisch reingerauscht ist – zumindest bei uns in der Ecke – John dies at the End, der versucht einen neuen Rekord an verwursteten Genres aufzustellen. Ebenfalls direkt auf DVD ist Copollas 2011er Spuk/Pulp-Drama Twixt gelandet, während sowohl Looper als auch The Cabin in the Woods zwar im Kino liefen, im Grunde genommen aber auch für einen Heimkinoabend weitaus geeigneter sind als für ein großes Lichtspielhaus. Wie die Filme sich auf dem TV, Sofa in Front, bewährt haben, erfahrt ihr nach dem Klick…

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Filmabriss (2012er Recap II): Cloud Atlas, Life of Pi, Beasts of the Southern Wild

Auch wenn 2013 mittlerweile schon ziemlich fortgeschritten ist, habe ich mit dem letzten Filmjahr immer noch nicht ganz abgeschlossen. Aber es wird! Und in mir ist dann doch der Gedanke – mittlerweile schon ziemlich weit – gereift hier wirklich in mehreren Portionen 2012 als Film- und Kinojahr genüsslich zu rekapitulieren. Im Mittelpunkt dieser Retrospektive soll das große Wort “Kinomagie” stehen: Filme, die episch waren, Filme, die verträumt waren, Filme die magisch waren und ihr Publikum auf irgendeine Weise verzaubern wollten. Ob sie damit Erfolg hatten, werde ich in den folgenden drei Reviews 100% subjektiv eruieren. Vorhang auf für den gigantomanischen Episodenfilm Cloud Atlas, der den Spagat zwischen Mainstream-Epos und Kunstfilm wagt, Vorhang auf für die fantastische Literaturverfilmung Life of Pi, die Spiritualismus und Exotik auf die Leinwand bringen will, Vorhang auf für den Überraschungsgast Beasts of the Southern Wild, der sozialromantische Botschaft mit fantastischen und surrealen Momenten kreuzt. Vorhang auf für das Kino als Hort des Magischen; mit Sicherheit nicht ohne Pathos und Größenwahn, dafür aber in seiner ureigensten Bestimmung.

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Luke’s Change – Die Zerstörung des Todessterns war ein Inside Job…

…und dieses Video, das die Verbindungen zwischen Darth Vader, Luke Skywalker und Princess Leia aufdeckt, ist der beste Beweis dafür. Als ob tatsächlich noch jemand glauben würde, dass ein einfacher Bauernjunge aus Tatooine mal so eben mit ein paar Raketen den größten Planetenzerstörer in der Geschichte des Imperiums in die Luft jagen könnte. Wahrscheinlich ging es dabei ums Geld, machte Darth Vader doch erheblichen Profit aus der Kreierung des zweiten Todessterns. Vielleicht steckt sogar noch mehr dahinter, wenn man sich die obskuren Verbindungen zwischen Rebellen und Imperium anschaut, die in diesem Film entlarvt werden. Die ganze Wahrheit werden wir wohl nie erfahren, aber eins ist sicher: Der offizielle Report des Imperiums verschweigt so manches…

An examination of some questionable events and circumstances leading up to the destruction of the Death Star, through the eyes of an amateur investigative journalist within the Star Wars galaxy. The focus is mainly on the connections between the people who created and operated the Death Star and those responsible for destroying it.
For those who don’t care for the obvious, this is a satirical spoof of the 9/11 truther video Loose Change.

Gefunden habe ich diese großartige Loose-Change Parodie bei Florian Freistetter, der seinen Text dazu noch mal schnell mit der besten Truther-Satire ever einleitet.

Filmabriss (2012er Recap): Prometheus, Monsieur Lazhar, Iron Sky, The Hobbit

Spät dran und mit einigem Abstand – der einen (*hust) objektiveren Blick zulässt – will ich dann doch noch Kurzrezensionen zu ein paar 2012er Filmen nachschieben, die mir entweder in Erinnerung geblieben sind oder die ich tatsächlich erst vor kurzem gesehen habe. Wer meinen Arschloch-Zuschauer-Artikel gelesen hat, weiß, dass ich derzeit alles andere als gerne ins Kino gehe. Das liegt noch nicht einmal so sehr an dem – zugegeben von mir überzeichneten – Bild der nervenden Kinobesucher sondern einfach an dem meiner Meinung nach immer offensichtlicher werdenden Verfall der Institution Kino an und für sich: Überhöhte Preise, nervige 3D-Gimmicks, verloren gegangenes Flair und eine seltsame Form der Arroganz, mit der die Filmspelunken – ehemals Filmpaläste – glauben, ihren Besuchern mangelnden Komfort mit durchschnittlichen bis schlechten Filmen und übertriebenen Hypes versüßen zu müssen. Daher lautet mein Credo im Moment: Wenn schon Kino, dann lieber die kleinen, familiären Betriebe, die überraschende – von der Öffentlichkeit sträflich ignorierte – Perlen zu okayen Preisen und in gediegener Atmosphäre präsentieren. Und wenn es ein Blockbuster sein soll, genügt es auch vollkommen ein paar Monate zu warten, bis die Videothek meines Vertrauens (Nein, nicht kinoxto.2k oder so) den Film im Programm hat. Egal, hier soll es um die Filme gehen, und da ist alles dabei, was 2012 im zu bieten hatte: Hyperventilierender Hype (Prometheus), epischer Blockbuster (The Hobbit), ausgezeichnetes Arthaus-Drama (Monsieur Lazhar) und Direct-to-DVD-Trash mit originellen Produktionsumständen (Iron Sky). Bleibt die Frage, wie sich die eigentlichen Filme fernab ihres Paratextes/Kontextes schlagen. Und die soll im Folgenden beantwortet werden.

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Wie sich die Star Wars Rezeption im Laufe der Zeit gewandelt hat…

…Von den 70ern bis heute, von Krieg der Sterne Euphorie bis hin zum Prequel-Debakel und darüber hinaus. Passt.

Die komplette Grafik bei Dorkly via pewpewpew

Kurzfilm der Woche: True Skin

Visuell beeindruckendes – im besten Sinne des Wortes ästhetisch und inhaltlich vollkommen überladenes – Cyberpunk-Drama, in dem in satten Neonfarben die Dystopie einer transhumanen Zukunft erzählt wird: Cyberware, Biotech, Bioware, Argumented Reality, Brain-Memories etc… eben alles was dazu gehört; und das irgendwo zwischen Blade Runner und den ästhetischen Visionen Chan-Won Parks. Neben den optischen Leckerbissen liefert der Film dann noch ein wenig humanistische Philosophie und Ethik, die allerdings erwartungsgemäß in dem Farbenrausch ein wenig verloren gehen. Aber purer Eskapismus kann ja manchmal auch ganz wohltuend sein…

True Skin – A sci-fi short set in the not too distant future where augmentation is the way of life. For Kaye, still a natural, augmenting will help him keep pace in this now hyper-paced world. However, after acquiring an off-market prototype, Kaye quickly finds himself fighting not only for his own humanity, but something much larger.

Written & Directed by: Stephan Zlotescu
Director of Photography: H1
Original Music: J-Punch
Producer: Christopher Sewall
Manager: Scott Glassgold / IAM Entertainment

An N1ON Production

True Skin via misterhonk

EWE mal wieder…

Ich mache es in diesem Fall kurz: Infos zum Film hier, Veranstaltung dort.

Kommt auf jeden Fall vorbei, wenn ihr das aktuelle Filmprojekt von Johannes und mir noch nicht gesehen habt.

EWE (Everybody Watchs Everybody, BRD 2011, 22 min) ist ein Film der Berliner Filmemacher Johannes Franke und Florian Bayer. EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich … Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum ve

rgessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach – bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.DISKUSSION

Der Film wirft zahlreiche Fragen zur Wirkung von Videoüberwachung auf. Was ist der Nutzen, was sind die Gefahren? Wie sehr beeinträchtigt das Beobachtetsein unser Leben? Sind wir noch wir selbst?
Darüber wollen wir im Anschluss des Films mit den beiden Regisseuren sowie einem Experten für Videoüberwachung sprechen.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr mit uns diskutiert.

Mittwoch, 7. November 2012 im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin; präsentiert von der Humanistischen Union
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Filmabriss: Red State, Sleeping Beauty, Chronicle, Monsters, The Hunger Games

So…  ich habe mal wieder Lust auf einen kleinen Filmabriss. Deser Artikel liegt schon seit Januar 2012 ohne größere textuelle Bestückung bei unseren Entwürfen rum und wartet geradezu darauf, endlich mit Lob und Verriss gefüllt zu werden. Dementsprechend gibt es hier keinen großen neuen Stoff zu finden. Kinogänger können gleich weiter wandern, das Haltbarkeitsdatum für die Leinwand ist bei diesen Filmen längst abgelaufen. Aber gerade Leute wie ich, die eine sympathische Videothek ihres Vertrauens in der Nähe haben und am Überlegen sind, was sie sich aus dem Filmprogramm der letzten 12 Monate als nächstes ausleihen könnten, dürften hier fündig werden: Tarantinoeskes von Kevin Smith in Red State, Arthausiges in Sleeping Beauty, Sci-Fi-Action mit einem Schuss Gesellschaftskritik in Chronicle und Monsters… und der große Teenager-Hype The Hunger Games. Ich versuche die entsprechenden Rezensionen ein wenig rough zu halten: Keine großen Inhaltsangaben, keine tiefschürfenden Analysen, stattdessen just my two cents zu dem DVD-Kram, den ich mir aus dem aktuellen Programm in letzter Zeit so gegeben habe. Viel Spaß.

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Eclectic Method – The Future

In ihrem neusten schweißtreibenden Supercut haben Eclectic Method eine Menge über die Zukunft zu erzählen: Von düsteren Terminator-Prophezeiungen über “Back to the Future”-Ausflüge bis hin zu den urbanen Visionen eines Blade Runners und kosmischen Space Opern. Wie immer, verdammt schick.

via Testspiel

Start Wars von Cédric Delsaux

Bei Fubiz findet sich eine schon etwas ältere, aber wunderschöne Bilderserie unter dem total bescheuerten Namen Start Wars… Den Sinn dahinter muss man nicht wirklich ergründen. Aufgenommen jedenfalls wurden die ziemlich tollen Bilder – 1000 mal toller als der bekloppte Name – von dem Fotografen Cédric Delsaux in Dubai; und das sieht man ihnen auch an: Eine angenehm irdene, bodenständige Interpretation des Space Opera Mythos, zwischen gaga nerdy (Die Klonkrieger, die an einem Auto rumlungern), berührend (der einsame Darth Vader in einer Häuserruine) und episch, beeindruckend (Mein Favorit: Der AT-AT im arabischen Nebel). Alle weiteren Bilder dieser wirklich großen Serie findet ihr bei Fubiz.

via FFFOUND

Betörend futuristische Maschinenmenschen – Body Paintings von Michael Rosner

Ich habe das Gefühl, dass der eigentlich zeitlose Topos des Maschinenmenschen, der in den 80ern durch Filme wie Blade Runner eine kleine Renaissance erlebte, im Grunde genommen aber bis zur Düsterromantik zurückreicht (zum Beispiel bei E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann (1816)) gerade wieder voll im Trend ist. Kein Wunder, lässt sich doch nur bei wenigen Motiven so wunderbar der Humanismus in Kontrast zu Utopie und Dystopie eines Übermenschen setzen, eines perfekten Hybriden aus Natürlichkeit und Künstlichkeit, aus unheimlicher, maschineller Perfektion und formvollendeter Sinnlichkeit.

Diese Dichotomien bringt auch der amerikanische Body Artist Michael Rosner grandios auf den Punkt, wenn er halbnackte Menschen als betörende, gottgleiche Maschinen-Wesen in Szene setzt. Die daraus entstehenden, lebenden Skulpturen atmen ebenso Sinnlichkeit wie einen futuristischen Grusel, sind betörend, erotisch, mystifiziert und oszillieren zwischen maschineller Sakralität, hypnotischer Schönheit, düsterem Sex-Appeal und dystopischem Horror. Viele weiteren dieser unmenschlichen, gottgleichen Menschmaschinen – fotografiert von  Tim Engle – findet ihr in Rosners Eye Level Studio. Hinsurfen lohnt sich.

Menschmaschinen Body Art via Visual News