Schwarz-Weiß

Joa… weiter gehts mit der Aufarbeitung des Kinojahres 2012: Die folgenden Reviews möchte ich dann mal unter dem Banner zusammenfassen: “Hipsters get, what hipsters want!” Sprich, Filme, die auf irgendeine Weise diesen Hipster-Link haben, sei es, weil sie sich besonders originell geben, sei es, weil sie besonders stylish sind, sei es weil sie als abstrakte Nerd-Kunstwerke daherkommen oder sei es einfach weil sie aus der Feder eines Hipster-Lieblings stammen. Das muss per se erst einmal kein Qualitätsmerkmal sein. Ein Film kann sehr wohl wie z.B. Drive voll im Trend liegen und dennoch über seine Zeit hinaus eine cineastische Wirkkraft entwickeln, ein Film kann wie Guy Maddins Keyhole als anspruchsvoller Ritt durch Genres daherkommen und trotzdem eine leere, nichtssagende Hülle bleiben. Filme können wie Tarantinos Django-Interpretation oder David Cronenbergs Cosmopolis ordentlich Namedropping betreiben und dennoch alle Erwartungen unterbieten, das Publikum unterwältigen. Und in jedem dieser Fälle ist selbstverständlich auch immer das jeweilige Gegenteil möglich. Welcher der folgenden Filme über Hipsters Liebling hinausreicht und welcher womöglich schnell vergessen gehört, erfahrt ihr in den Rezensionen nach dem Klick.

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An dieser Stelle könnte nun das neue Video von Tyler, The Creator stehen oder viele andere sehr gelungene Musikvideos. Die kleinen Schweinchen von der Gema verhindern das allerdings mal wieder gekonnt und machen sich mal wieder für kulturelle Förderung verdient. Gönnen wir also dem ominösen Überwachungsapparat seinen Erfolg und freuen uns trotzdem über ein schönes Schwarz-Weiß Video von Justin Timberlake, der hier zusammen mit Hip Hop Mogul Jay-Z stylishen 40er Flair aufleben lässt. David Fincher (Zodiac,Sieben,The Social Network) kann übrigens auch nicht-verstörende Musikvideos drehen und war für diese geschmackvollen Aufnahmen verantwortlich.

Justin Timberlake feat. Jay-Z – Suit and Tie

Regie:David Fincher

Album:The 20/20 Experience

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Ach, tun solche Videos gut. Keine schrillen Effekte oder nervige Collagen,sondern einfach ein ruhiger Schwarz-Weiß Film über Menschen, die mitten im hektischen Stadtverkehr einen Mülleimer umarmen oder gleich ihren Kopf hinein stecken. Poesie des Alltags.

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Kann ich davon ausgehen, dass es allgemeiner Konsens ist, dass die xkcd-Comics von Randall Munroe mit zum Besten gehören, was es an Comic-Kunst im Netz zu erleben gibt? Gut. Dann zieht euch das mal rein! Anhand eines klassischen simplen xkcds entwirft Munroe ein gewaltiges interaktives Bild zum Anklicken, Durchscrollen, Schmunzeln, Lachen und Anerkennend-Nicken… Die minimalistische und dabei so tiefe Welt seiner schwarz-weiß-Fantastereien als gigantisches, gigantomanisches interaktives Erlebnis. Im wahrsten Sinne des Wortes ‘groß’!

Einfach auf das Bild klicken und losreisen!

copyright xkcdAttribution-NonCommercial 2.5 Generic (CC BY-NC 2.5)

via Seitvertreib

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Großartige, scharf akzentuierte schwarzweiß Fotos von Brian Day, auf denen Detroit einen abgehobenen, fast magischen Touch erhält. Auf dem Photography Office gibt es neben weiteren Fotos noch ein lesenswertes Interview mit dem Künstler, der nach eigenen Angaben erst seit gerade mal drei Jahren leidenschaftlich fotografiert.

I consider that I am still a student of photography. I suppose the primary characteristics of my photos are that they are generally in black and white, and usually prefer to feature as few subjects as possible. I like the idea of being able to relate somehow to the subject in the photo and thus many of my photos may have only a single subject. However, I do work to construct a visual narrative wherever possible.

Brian Day Photography via Minimal Exposition

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Menschen in denen sich die Natur widerspiegelt, Menschen, die mit der Natur verschmelzen, Bilder die eine impressionistische Melancholie in sich tragen aber Dank der zurückhaltenden Visualisierung im blassen schwarz-weiß nie Gefahr laufen aufdringlich oder kitschig zu werden. Viele weitere dieser wundervollen Multi Exposures gibt es in Christoffer Relanders Portfolio zu sehen. Fotografische Poesie: Nachdenklich, naturverbunden, magisch realistisch… einfach nur wundervoll.

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Düstere-verwaschene Straßen-Fotographie von Jon Deboer, die genauso poetisch und bedrohlich wie der Dubstep von Burial wirkt.

 

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Ein fasznierender Infotainment-Prototyp aus dem Jahr 1923:  Nachdem der deutsche Regisseur Hanns-Walter Kornblum einen eher zwiespältig rezipierten Film über Albert Einsteins Relativitätstheorie gedreht hatte, nahmen sich die Fleischer-Studios des Themas an und inszenierten mit The Einstein Theory of Relativity (1923) einen zwanzigminütigen Erklärbär-Film, der trotz seines “eingeschränkten” Stummfilm-Formats und der eher putzigen Animationen schon verdammt viele Elemente der auch heute noch sehr populären Infotainment-Nische aufweist. Weitere Informationen zu dieser äußerst charmanten Dokumentation findet ihr drüben bei Astrodicticum simplex.

via Clockworker

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Zum vorletzten Mal ein Sprung durch alle Nischen und Subnischen des fantastischen, prophetischen High-Tech-Genres. Dieses Mal soll   uns nicht nur der Blick auf die verschiedenen, möglichen Spielartendes Science Fiction genügen, zusätzlich wollen wir den Schritt über Ländergrenzen hinaus wagen, uns nicht nur mit dem – in den 80er Jahren sehr dominanten – US-Kino beschäftigen, sondern auch Europa und dem “Osten” einen Besuch abstatten. Wie gewitzt Science Fiction Made in UDSSR aussehen kann, beweist der satirisch offensive Kin-dsa-dsa!, während Kamikaze 1989 schrille Dystopien aus Deutschland präsentiert. Le Dernier Combat inszeniert postapokalyptischen Horror aus französischer Sicht, Outland -Planet der Verdammten lässt unterkühlten britischen Thrill mit Space Western Motiven kollidieren… und dann landen wir doch wieder beim amerikanischen Blockbuster-Kino: Teil drei der Star Wars Reihe, Die Rückkehr der Jedi Ritter steht auf dem Programm, ebenso der unterschätzte Sci-Fi A-Movie Explorers, der alle Zutaten für großes Familienkino besitzt und in den 80ern leider Gottes zwischen Lucas und Spielbergs Blockbustern zerrieben wurde. Back to the Future, nach dem Klick.

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Kein Photoshop, keine Montage, just “Real-Live Action Wide-Angle Photographs”, wie Josef Hoflehner in seinem Portfolio beteuert. Für die mitunter komischen, mitunter surrealen, mitunter einfach nur beeindruckenden Aufnahmen von Flugzeugen, die beim Starten und Landen die Köpfe der Touristen und Strandgänger scheinbar streifen, ist der Fotograf an die Strände in der Nähe des Princess Juliana International Airport in der Karibik gereist. Mitreißende Ergebnisse gibt es im Album Jet Airliner zu Hauf zu sehen. Unbedingt hinsurfen!

Jet Airliner via welikethat

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Wo waren wir noch gleich stehen geblieben…? Genau! Die besten Dramen der 90er Jahre gehen in die dritte Runde. Mit Jonathan Demme und Steven Spielberg fahren wir noch einmal Hollywood-Geschütze auf. Zwei sensible Themen – einmal HIV in Philadelphia, einmal die Vernichtung der europäischen Juden in Schindlers Liste – die für Hollywood-Verhältnisse erstaunlich sensibel, wenn auch nicht ohne Traumfabrik-Pathos, umgesetzt wurden. Aber auch die kleinen Filme abseits des großen Geschäfts kommen zu ihrem Recht: Das furiose Psychogramm Shine, das sarkastische Familiendrama Der Eissturm und Mike Leighs düstere Großstadtapokalypse Nackt beweisen, dass auch jenseits des großen Budgets herausragende Filme produziert werden. Und mit David Lynchs The Straight Story hat sich gar ein Regisseur im Dramen-Genre verirrt, den man dort so gar nicht vermuten würde. Alle Filme, inklusive Kurzreview und Trailer nach dem Klick.

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