Schlagwort-Archiv: Schlager

Jamie-Lee Kriewitz vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm…

…Und der Song, mit dem sie das tut, ist überraschend okay, an manchen Stellen sogar richtig gut. Die “The Voice of Germany”-Gewinnerin Kriewitz, von der ich bis dato noch nie etwas gehört habe (Pop-Castingshows rauschen in der Tat immer komplett ungesehen an mir vorbei), hat einen angenehm großen Stimmumfang und weiß den in ihrem Song Ghost auch geschickt einzusetzen. Ihre Stimme ist dann allerdings auch das einzig Herausstechende an dem deutschen Eurovision Song Contest Beitrag dieses Jahres. Der ist abgesehen davon eine solide Electropop-Nummer mit ein wenig Lena Meyer-Landrut, ein wenig Rihanna und viel grundgutem Schlagerpathos.

Ob das ganze in Stockholm was reißen kann? Ich würde mal laienhaft behaupten “ja durchaus!” (Die ESCs rauschen auch immer eher ungesehen an mir vorbei). Klingt Ghost doch schon irgendwie nach einem ESC-Gewinnersong. Außerdem ist es doch schön, dass nach dem ganzen Naidoo-Debakel doch noch ein würdiger Schland-Vertreter für den Contest gefunden werden konnte, auch wenn die Kassierer natürlich geiler gewesen wären…

ESC-Vorentscheid: Triumph des Zierbömmels (SPON)

Links fürs Wochenende

Politischer gehts nicht!

Volker Beck von den Grünen über die tatsächlich existierende politische Komponente des Eurovision Song Contest in Baku, Aserbaidschan:

Entgegen der Auffassung der Ausrichter ist der Eurovision Song Contest eine hochpolitische Veranstaltung. In Baku besteht die Gefahr, dass er als Propaganda für das herrschende Regime genutzt wird.

Nilz zappt (16)

Nilz Bokelberg macht sich Gedanken über das Fehlen eines wirklich großen Unterhaltungsformates im deutschen Abendfernsehen und kommt zu einer einfachen wie verblüffend genialen Idee.

Müssen Wissenschaftler Agnostiker sein?

Ich finde ja, dass Agnostizismus immer so ein wenig eine feige Lösung ist, zumal er voraussetzt, dass im wissenschaftlichen Diskurs ein “Nicht bewiesen, dass nicht”-Argument genau so viel wert ist wie ein “Nicht bewiesen, dass”-Argument… was ich erstmal so grundsätzlich für fragwürdig halte. Florian Freistetter argumentiert anders aber ähnlich stichhaltig für seinen ganz persönlichen Atheismus und in der dem Blogpost folgenden Debatte wird dann auch noch das mir bis dato unbekannte,  sehr sympathische Konzept des Ignostizismus in den Raum geworfen. Insofern würde ich dann in nächster Zeit auf die Gretchen-Frage wie folgt antworten: Ich bin Ignostiker mit Hang zu einem radikalen Atheismus und Toleranz für alle agnostischen Spielarten… oder so.

The Simpsons tell Fox to eat its shorts

Wie respektlos die Simpsons mit ihrem eigenen Haussender umgehen… groß!

Du gegen ACTA – Gemeinsam ACTA stoppen

Sinnige Aktion von Markus Beckedahl und der Digitalen Gesellschaft: Crowdfunding-Projekt, das Info-Materialien gegen ACTA finanzieren soll. Klassische Lobby-Arbeit mit den Mitteln des Internet und der Schwarmintelligenz. Passend dazu auch Sascha Lobos Aufforderung ACTA wegspenden!

re:publica

Jau… Nächste Woche ist es wieder so weit. Und ich werde auch dieses Mal wieder vor Ort sein, wenn auch eher arbeitenderweise… Das ist aber auch gut so, denn das bedeutet, dass es wie letztes Jahr, schicke Interviews von Philip Banse auf dctp.tv zu sehen gibt. Weitere Infos folgen…

Letztes Jahr auf Seite360:

Die Bibel als Lego-Set begeistert die gesamte Redaktion, schicke Frühlingsmusik liefern dazu Fleet Foxes, Ja Panik, Jeremy Jay, Crystal Stilts und Yuck und die Fortführung der South Park Season 15 sorgt ohnehin für gute Laune. Gute Laune? Klar doch! Es ist Ostern und dafür hagelt es massig Automatic Easter Updates sowie Piss Christ von Andres Serrano: Pisse, Kunst und Vandalismus. Ansonsten, Nostalgie en Masse: Johannes reist kulturell weit zurück und beleuchtet die ersten Jahre der Filmgeschichte, Marcus reist noch weiter zurück und liest Hedda Gabler und Nora von Henrik Ibsen, während Florian in der aktuellen Nerdkultur wütet und mit Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt, Sucker Punch und Kick-Ass drei Filme eben jener subkulturellen Nische ins Visier nimmt. Achja, es gibt tatsächlich so etwas wie eine Topliste von Filmen, die wir vorgeben gesehen zu haben, obwohl dies nicht der Realität entspricht: Der Pate…? hab ich  gesehen… ehrlich! Ein bisschen Kanonisierungswahn folgt dann auch noch: Die besten Komödien der 90er Jahre bekommen ihren stolzen sechsten Artikel spendiert.

Links fürs Wochenende

Postmoderne, Peinlichkeiten und die allmächtige Ironie

Nina Pauer untersucht für die ZEIT unter dem Titel “Wenn Ironie zum Zwang wird” die Mechanismen der Peinlichkeit und Ironie im postmodernen Diskurs und macht einen Schlenker von aktuellen Casting-Shows zum 80er- und 90er Trash-Revival. Dies veranlasst Lukas Heinser zu einer ziemlich interessanten, ausführlichen und angenehm abschweifenden Antwort unter dem Titel Auf der Straße zur Ironie-Hölle.

Einer zum Reden

Interview von Verena Reygers mit dem Hip Hop Hoffnungsträger Casper:

Casper gilt im HipHop-Kosmos als braver Rapper. Deswegen wollen Frauen nach den Konzerten auch nur eins: ihm ihre Lebensgeschichte erzählen

Video Games then and now

Schöne Zusammenstellung vom Retronauten, in der Klassiker der Videospielgeschichte mit ihren aktuellen Äquivalenten verglichen werden.

Vorher gründlich googeln: Wie die Filmarbeit wahrgenommen wird

Es fällt ja nicht allzu schwer, über die Dunkelheit zu klagen, die hinter den gleißenden Scheinwerfern herrscht. Gelegentlich richtet dann aber doch mal jemand die Kamera in die schattigeren Bereiche und zeigt, dass nicht alles nur so toll ist wie angehende Top-Models und Superstars sich das vorstellen. Das geschah bislang zwar eher selten, in diesem bereits auslaufenden Jahr aber schon mehrmals, weshalb ich versucht bin, einen Trend darin sehen zu wollen …

Das totale Archiv

Spannender, mehrteiliger kulturwissenschaftlicher Essay von Johannes Kreidler, der nach eigener Aussage von einer Fachzeitschrift für Musik und Ästhetik “als “stalinistisch”, “medienfaschistisch” und “neoliberal” abgelehnt” wurde.

Allgemeine Feststellungen zur Buchsituation

Müssen wir uns Sorgen darüber machen, dass Sascha Lobo mittlerweile Stammgast bei unseren Links fürs Wochenende ist? Nicht so lange er so hervorragende, pointierte Artikel schreibt. Dieses Mal im eigenen – leider immer etwas verwaisten – Blog zum Thema E-Books und Verlage in Deutschland.

Banalitäten versteht man nur in der Muttersprache

Ein gut gelaunter, selbstbewusster Dieter Thomas Heck verteidigt den Schlager, die deutsche Sprache in der Musik und sein gesamtes Lebenswerk.

Lemmings Returns (Flashgame)

Großartige Browservariante des klassischen Lemmings. Nur zeichnen und löschen, um die suizidalen Grünschöpfe zum Ausgang zu begleiten. Rockt.

Letztes Jahr auf Seite360:

Mit einem Blick auf die Vorreiter des Genres beginnt unsere Nu-Metal-Retrospektive (die dann wieder ziemlich ins Stocken geraten ist). Marcus lernt, was während einer Zombie-Attacke zu tun ist, Florian geniesst passend zu Halloween die Black Francis Variante von Paul Wegeners Golem und rezensiert die besten Filme der 00er Jahre für Musikliebhaber.

Links fürs Wochenende

Cybergesellschaft: Das wahre Leben im Netz

Wie gut kennen wir unsere besten Freunde aus dem Netz? Und ist eine online geschlossene Beziehung weniger wert, als eine echte zum Anfassen? Eine Analyse der Cybergesellschaft. Von Stefan Niggemeier.

+Enno Park

Nachdem der Ennomane mehrmals ihr Google+-Account gesperrt wurde, ist sie in dem Social Network mit Klarnamenpflicht nun ganz seriös unter ihrem bürgerlichen Namen Enno Park unterwegs. Diese Zweitidentität bloggt munter über Internetsucht, Bananen bei Amazon, Häuschen im Grünen und Europe – The Final Countdown. Passend dazu auch sein Interview mit der ZEIT.

Doug’s Favorite TV Shows

Mal was anderes vom Nostalgia Critic… Straight listet Doug seine liebsten TV-Serien auf und kommentiert sie. Das ist zwar nicht ganz so lustig wie die Nostalgia Critic Episoden, gewährt aber einen guten Einblick in den Geschmack des Podcast-Comedians. Neben den erwarteten Größen wie Simpsons oder South Park gibt es so manche kleinere und größere Überraschung.

10 Best-Selling Books that were originally rejected

Auch wenn der literarische Erfolg über Umwege geschieht, kann dieser später dafür umso kräftiger einschlagen.

Ihr wollt ein Liebeslied, ihr kriegt ein liebes Lied

Lukas Heinser über Tendenzen und Trends der aktuellen deutschen Musikszene. Gibt es eine lyrische – und vielleicht gar musikalische – Renaissance des Schlagers?

Erst lachen, dann denken: Die lg-Nobelpreise 2011

Mit dem Link bin ich eigentlich ne Woche zu spät dran. Die lg-Nobelpreise sind aber an und für sich einfach so großartig, dass ich sie unmöglich hier unterschlagen kann.

Langzeitarbeitslosigkeit: Meine HartzIV-Familie

Hartz-IVler sind nicht in der Position, ihre Geschichten erzählen zu können, sie haben keine Lobby, und so bleibt der Begriff »Hartz IV« in Deutschland mit ein, zwei Klischeebildern assoziiert, die der Politik dabei helfen, diese Menschen weiter zu entrechten, und der Mittelklasse dabei, sich emotional von Leuten zu distanzieren, die ihnen vielleicht näher sind, als sie glauben.

Letztes Jahr auf Seite360:

Das große, große, große Kid A von Radiohead feiert seinen zehnten Geburtstag… Und wir feiern mit. Gefeiert werden auch die besten Dramen der 00er Jahre und das gleich zweimal. Und dann gibt es ja auch noch die Wahl zu den beliebtesten Filmen der 00er Jahre der User von Plattentests, deren Ergebnisse wir auf Seite360 präsentieren. Neben den Meisterwerken kümmern wir uns vor allem um den Trash, namentlich um Florence Foster Jenkins, die das letzte Jahrhundert auf ganz eigene Art in Verzückung versetzte.

Alleinunterhalter-Rant: Zur Hölle mit den Hochzeitsmusikern!

Ich war ja vor zwei Wochen in der guten alten Heimat auf einer Hochzeit… und irgendwie habe ich nach wie vor nicht den Schmerz überwunden, den ich an diesem Tag erleiden musste. Nein, dasbetrifft weder den katholischen Ritus, den ich mit einem Augenzwinkern und leicht nostalgischen Gefühlen gut überstanden habe. Es betrifft auch nicht das restliche Zeremoniell: Weißes Brautkleid, Blumenwurf, Kalt-warmes Buffet und Walzertanz. Das sind alles Dinge, mit denen ich klar komme. Wer’s braucht. Ich bräuchte es nicht, kann das ganze traditionelle Brimborium aber recht gut ertragen. Nein, was an diesem Tag wirklich unerträglich war, mir abwechselnd Angstschweiß, Schamesröte und schmerzhaft zusammengekniffene Augen ins Gesicht getrieben hat, war die musikalische Untermalung der Feier. Für diese war niemand anderes als ein Alleinunterhalter verantwortlich und dementsprechend bin  ich gleich mehrmals am Abend innerlich verblutet.

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Für`s Protokoll : Echo 2011

Ich hab keine Ahnung, ob es überhaupt jemand interessiert, aber gestern wurde irgendwo in Berlin der weltunnötigste Musikpreis verliehen. Anwesend bei der dieses Jahr ca. 20 h andauernden Trauerveranstaltung waren unter anderem Rammstein die den Preis mit “Sowas passiert, wenn man die Zuschauer wählen lässt” kommentierten und sich sichtlich begeistert bei Vattenfall bedankten, weil “wir sonst hier im Dunkeln stünden”. Weiterlesen

Links fürs Wochenende

Ozzy Osbourne – Ein genetisches Wunder?

Der Prince of Darkness hat seinen genetischen Code entschlüsseln lassen. Und dass sich in diesem Spuren von Pompeji bis zu König George I. befinden, ist wahrscheinlich nicht einmal so überraschend, wie es auf den ersten Blick klingt…

1000 Jahre Europa – in 5 Minuten

Beeindruckende geographische Kartenanimation, die Geschichte zu einem Wimpernschlag werden lässt.

Retro-TV: Die DVD-Boxen sind da

Schicke Sache: Den Videopodcast von Retro-TV gibt es jetzt auch für zu Hause. Mehr noch, auf den drei thematisch sortierten DVDs (Krimis, Serien, Kinderprogramm) tummeln sich Pilotfolgen zu Serien wie Schwarzwaldklinik und 1,2 oder drei.

Haube auf!

Gerry Friedle – alias DJ Ötzi – macht nun einen auf ernsten Schlagersänger… Mal schauen.

Überwachungskritik aus der Zukunft

Überwachung, das Schüren der Terrorangst, Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte, diese und andere aktuelle Gesellschaftsthemen und Diskurse werden hier weitergedacht und in fiktiv-zukünftige Nachrichten verwandelt.

Der Blog zum Film zur Radioshow

Klingt spannend… und da ist sicher noch weitaus mehr drin. Transmedialität rult… sowieso…

Feign – Verloren im Raum

Computerspiele als Kunst. Im Flashgame Feign ist der Spieler orientierungslos im (fast) vollständig leeren Raum gefangen, mit nur wenigen Orientierungsmöglichkeiten auf der Suche nach erstarrten Avataren. Beklemmend.

10 gute Gründe gegen die deutsche Nationalelf zu sein

Jau! Es ist mal wieder geschafft. Deutschland steht im Achtelfinale der Fußball-WM. Seit 2006 ist es ja wieder in Mode der deutschen Elf die Daumen zu drücken (war das im Fußball denn je aus der Mode?)… Bleibt die Frage: Sollte man das überhaupt? Passend zum klassischen Fußballduell gegen England liefern wir all den Unsicheren eine kleine Orientierungshilfe. Den Anfang machen zehn gute Gründe, am Sonntag den Herren von der Insel die Daumen zu drücken. Aber keine Sorge: Rechtzeitig vorm Anpfiff liefern wir noch für alle Fußballpatrioten zehn entsprechende Gründe nach, warum man für die deutsche Nationalelf sein sollte. Wie der Fußballfan sich letzten Endes entscheidet, bleibt ihm natürlich selbst überlassen. Aber zumindest die richtigen Argumente für oder gegen Schlaaaand die deutsche Elf dürfte er hiermit zur Hand haben.

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Eurovision Song Contest 2010… eine ganz ganz kurze Nachlese

Wir wollen uns zurückhalten… Irgendwie freut es uns dann ja auch, dass Lena trotz fehlender BILD-Rückendeckung, trotz unzähliger Lästereien aus dem Heimatland und trotz zahlloser Schwarzmalereien den Eurovision Song Contest 2010 gewonnen hat. Am erstaunlichsten an diesem Abend: Es hat tatsächlich das beste Lied gewonnen. Der gerade mal – nunja – nette Discopopsong “Satellite” war den restlichen Stücken aus Europa meilenweit überlegen. Das Feld war, wie schon die Jahre zuvor, unfassbar schwach und wirft weder ein repräsentatives noch besonders positives Licht auf die europäische Musikszene. Verloren in einem seltsamen Nimbus zwischen Pop und Schlager präsentierten sich peinliche Boygroup-Retrospektiven (Großbritanniens Josh Dubovie, der zurecht mit einer kläglichen Punktzahl abgestraft wurden), gelackte Semi-Spacerocker (die zumindest hörbaren Vertreter aus der Türkei maNga) und entweder unfassbar peinliche Gaga-Nummern oder sterbenslangweilige Powerpopballaden (das gesamte restliche Feld). Der traurige Höhepunkt war dann auch, als der Zuschauer die grauenhafte spanische Zirkushymne “Algo pequeñito” von Daniel Diges dank eines durchgeknallten Fans gleich zweimal über sich ergehen lassen musste. Positive Ausnahme war neben dem deutschen Discohit maximal der Vertreter aus Belgien Tom Dice, der gediegenen Songwriter-Folkpop zu präsentieren wusste. Ansonsten musste man sich den gesamten Abend durch schmerzhaft lächerliche Bühnenshows,  uninspirierte Sediernummern, schrecklich gestelzten Pathos und lausige Schlagerpopsongs quälen.

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Gute Seele – Rezension zu Reinhard Meys neuem Album "Mairegen"

Reinhard Mey? Ganz klar, die Musik unserer Elterngeneration. Und ja auch schon ein bisschen spießig, irgendwie. Reaktionär würde da sogar so mancher sagen. Schlager für das Bildungsbürgertum, Liedermacherkultur für die Braven und Naiven, weitab vom rebellischen Gestus eines Wader oder Wecker. Viel Kitsch und dieses – zumindest in der Studioversion – grausige “Über den Wolken”, das sich zum Schlagerklassiker gemausert hat. Und als wäre das nicht genug, dann auch noch die Gartennazi-Geschichte, der Heckmeck mit diversen Internetfanprojekten, die nach Post von Meys Anwalt nach und nach ihre Tätigkeit aufgegeben haben um der offiziellen Website den Platz zu räumen. Reinhard Mey sympathisch zu finden, hat einem der eigentlich grundsympathische Liedermacher in den letzten Jahren immer schwerer gemacht. Und doch hält er wacker seine Stellung im deutschen Chanson-Himmel, füllt die Konzertsäle und überrascht immer wieder mit erstaunlich schönen, unprätentiösen und zurückhaltenden Folksongs. Unabhängig von medialem Aufruhr, Authentizität-, Kitsch- oder Sympathiedebatten hat Reinhard Mey ein durch und durch respektables  Œuvre vorzuweisen, eine über 40jährige Karriere mit Kritiker- und Publikumserfolgen.  Schlicht, ein Stück deutscher Liedermachergeschichte und nun 2010 auch wieder mit einem neuen Album am Start.

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Avantgardist und Schlagerfuzzi: Rezension zu Mike Pattons "Mondo Cane"

Da ist er… der schon von Fantomas bekannte, höllische Kinderchoral… Gleich geht es los. Im Hintergrund sind schon das nahende Gitarrengeschrammel, das Gekeife, Gekreische, die irren Breaks zu hören… Achtung…. jetzt! Geigen erklingen, steigern sich zu einem kitschigen Crescendo. Und dann croont und schmeichelt sich die Stimme Mike Pattons (Faith No More, Mr. Bungle, Fantomas) in den musikalischen Kosmos. Croont und Schmeichelt? Richtig! Denkt man als langjähriger Hörer des irren Multitalents noch an ein ironisches Intro, wird man von Song zu Song eines besseren belehrt. Kann der das wirklich ernst meinen? Oh, ja! Er kann! Er meint es ernst. Vollkommen ironiefrei covert die Noise-, Extrememetal- und Avantgardekoriphäe auf ihrem neuen Album “Mondo Cane” italienische Schlager der 50er und 60er Jahre. Unterstützt wird der Avantgardekünstler dabei von einem großen Orchester (mit dem er die Coverversionen schon seit 2007, live vorträgt)   und offensichtlich viel  Weißwein und Ouzo. Mike Patton beweist erneut, dass ihm alles zuzutrauen ist… alles!

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