Schlagwort-Archiv: Quentin Tarantino

Quentin Tarantino Reservoir Dogs

25 Jahre „Reservoir Dogs”

Was hat Tarantino mit Kafka zu tun? Neben dem klassisch-modernen Schriftsteller aus Prag, mit dessem Werk das Adjektiv kafkaesk in die Welt kam, kann vermutlich nur noch Quentin Tarantino von sich behaupten, dass sein Nachname für einen adjektivischen Gebrauch benutzt wird: tarantinoesk! Mit gerade mal zwei Filmen, „Reservoir Dogs” und „Pulp Fiction” in denen der US-amerikanische Regisseur eine neue Ästhetik des Filmerzählens entwickelte, drückte Tarantino einem ganzen Genre seinen Stempel auf. So nennt man Paul McGuigans „Lucky Number Slevin” nun tarantinoesk, um in einem Wort zusammenzufassen, mit was man ungefähr rechnen kann, wenn man den Film schaut.

Tarantinos Debut „Reservoir Dogs” erschien vor 25 Jahren und der Nerdwriter fühlte sich bemüßigt, in diesem Video-Essay zu prüfen, ob es gut gealtert ist. Nebenbei geht er auch auf Tarantinos spezifische Art und Weise des Erzählens ein. Schaut es Euch an!

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Not in a Hard Drive, but in a Movie!

Fasst Tim Roth die Großartigkeit von Siebzig-Millimeter-Film zusammen. Er und andere Stars, Produzenten, Kameramenschen und Tarantino himself schwelgen in dieser sweeten Featurette zu The Hateful Eight in Zelluloidträumen. Bekanntlich wurde Tarantinos neuer Film in 70-Millimeter gedreht, mit Linsen die seit den  Sechzigern kein Licht mehr gesehen haben. Für die Kinos wird es zwei Versionen geben, eine für, Trommenwirbel, 70-Millimeter-Projektoren, von denen es in Berlin genau einen gibt, der in Betrieb ist und zwar im Delphi Filmpalast. Man mag das alles für vernerdet halten, aber Erstens: die Bilder sprechen für sich. Zweitens: es ist eine tolle Huldigung an das Medium Film, ja an eine ganze Kultur. Drittens: ist das, angesichts der zunehmenden Virtualisierung von (Film-) Bildern fast schon eine Denkmalpflege. Und (vielleicht noch) Viertens: Das Licht mann, das Licht!

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Star Wars Episode IV by Quentin Tarantino

Ein bisschen Trivial-Content für den Sonntag? Here we go! Ein Trailer für Star Wars Episode IV, inszeniert von Quentin Tarantino: Das braucht nicht viel und wäre wahrscheinlich auch mit jedem anderen 70er/80er/90er Film möglich: Einfach die Musik entsprechend anpassen, die gewalttätigsten, wildesten, albernsten Szenen raussuchen und die richtigen Credits drüberlaufen lassen. Trotzdem ganz nett gemacht…

Direktlink via Neatorama

Filmabriss (2012er Recap III): Drive, Keyhole, Django Unchained, Cosmopolis

Joa… weiter gehts mit der Aufarbeitung des Kinojahres 2012: Die folgenden Reviews möchte ich dann mal unter dem Banner zusammenfassen: “Hipsters get, what hipsters want!” Sprich, Filme, die auf irgendeine Weise diesen Hipster-Link haben, sei es, weil sie sich besonders originell geben, sei es, weil sie besonders stylish sind, sei es weil sie als abstrakte Nerd-Kunstwerke daherkommen oder sei es einfach weil sie aus der Feder eines Hipster-Lieblings stammen. Das muss per se erst einmal kein Qualitätsmerkmal sein. Ein Film kann sehr wohl wie z.B. Drive voll im Trend liegen und dennoch über seine Zeit hinaus eine cineastische Wirkkraft entwickeln, ein Film kann wie Guy Maddins Keyhole als anspruchsvoller Ritt durch Genres daherkommen und trotzdem eine leere, nichtssagende Hülle bleiben. Filme können wie Tarantinos Django-Interpretation oder David Cronenbergs Cosmopolis ordentlich Namedropping betreiben und dennoch alle Erwartungen unterbieten, das Publikum unterwältigen. Und in jedem dieser Fälle ist selbstverständlich auch immer das jeweilige Gegenteil möglich. Welcher der folgenden Filme über Hipsters Liebling hinausreicht und welcher womöglich schnell vergessen gehört, erfahrt ihr in den Rezensionen nach dem Klick.

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Djesus Uncrossed – Christoph Waltz bei Saturday Night Live

Holy Fuckin Jesus Christ, was würde ich für diesen Film geben! Für die Comedy-Sendung Saturday Night Live hat Christoph Waltz die Sandalen geschnürt und killt als Gottes Sohn mal so nebenbei ein paar Römer und alle anderen, mit denen der ehemalige Pazifist so seine Probleme hatte. In dem Sinne: No More Mister Nice Jesus und ist Christoph Waltz momentan die coolste Sau, oder wie?

 

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The Man With The Iron Fists Soundtrack by RZA (Stream)

Jo, der alte RZA ist mal wieder mit seinem Lieblingsthema Samurai zurück. Doch diesmal gibt es nicht nur ein Album, sondern auch gleich einen Film. Der Wu-Tang Can Mastermind hat sich dafür auch gleich mal nen paar Superstar-Kumpels wie die Black Keys und Kanye West in Studio geholt und via Bandcamp ist das Dingen nun komplett anhörbar.

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Trailerprogramm: Django Unchained, Monster University, 360, The Master, Looper, Beyond: Two Souls, ZombiU

Django Unchained [Quentin Tarantino]

Okay, okay… dürfte wohl schon so ziemlich jeder gesehen haben. Trotzdem noch schnell meine 2 cents zum neuen Streifen von Quentin Tarantino. Das Mashup-Prinzip seiner letzten Filme scheint das Spielkind des postmodernen Exploitation-Kinos hier auf jeden Fall fortzuführen. Nachdem er Martial Arts und Comic (Kill Bill), Action und Giallo (Death Proof) sowie Kriegsfilm und Spaghetti-Western (Inglorious Basterds) zusammengeführt hat, steht im Falle Django Unchained die Hochzeit von Spaghetti-Western und Blaxploitation auf dem Programm. Wie schon bei den letzten Flicks, gelingt es Tarantino – zumindest dem Trailer nach zu urteilen – die beiden so unterschiedlichen Genre-Ansätze so perfekt zusammen zu führen, dass sie wie eine untrennbare, homogene Einheit erscheinen. Jepp, dieser Django ist nicht nur ein dunkler Racheengel, sondern obendrein ein ziemlich cooler Blaxploitation-Prototyp, der einen tödlichen Schuss auch mal mit einem launischen Oneliner – unterlegt von funkigen Klängen – kommentiert. Sieht natürlich alles schick aus und so weiter… auch wenn ich ein bisschen das Gefühl habe, dass Tarantino sich dieses Mal allzu uninspiriert bei sich selbst bedient haben könnte. Außerdem wird Django sich wohl oder übel mit der letzten – noch gar nicht so alten – Western-Revitalisierung der Coens True Grit messen lassen müssen. Gegen deren intelligente, düstere und charmante Auseinandersetzung mit dem Genre könnte Tarantinos Spiel-Exzess ziemlich alt aussehen. Ist aber nicht das erste Mal, dass ich nach Sichtung eines Trailers des Großmeisters kritisch bin; und bisher hat mich der Quentin doch jedes Mal wieder positiv überrascht. Auch zuletzt mit Basterds, den ich für eine der besten Exploitation-Hommagen der letzten zehn Jahre und einen der originellsten Kriegsfilme überhaupt halte. We’ll see… (via)

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Quentin Tarantinos Lieblingsfilme 2011…

…und mehr gibt es bei Quentin Tarantino Archives nachzulesen. Dort beweist der Kultregisseur – wie immer bei seinen Kanonisierungen – eine Mischung aus Geschmack (der unterschätzte Rise of the Planet of the Apes auf Platz 2) und obskuren Entscheidungen (was hat der lahme “Red State” in der Liste verloren?). Neben den Best und Worst Films of 2011 vergibt Tarantino nebenbei den Nice Try Award, und kürt die talentiertesten Regisseure sowie die besten Drehbücher. Sucker Punch dürfte übrigens DER Konsensfilm 2011 sein. Den fanden so ziemlich alle scheiße.

Quentin Tarantino’s official Top Eleven of 2011

1. Midnight In Paris
2. Rise Of The Planet Of The Apes
3. Moneyball
4. The Skin I Live In
5. X-Men: First Class
6. Young Adult
7. Attack The Block
8. Red State
9. Warrior
10. The Artist / Our Idiot Brother (tie)
11. The Three Musketeers

Quentin Tarantino’s favorite films of 2011 & more! via BadassDigest

Pulp Fiction in Chronological Order

Einen Recut von Pulp Fiction (1994) zu schneiden, in welchem dieser in der korrekten chronologischen Reihenfolge abgespielt wird, halte ich für ungefähr genau so sinnvoll, wie das selbe für Memento oder 11:14 zu machen. Diese Filme leben doch (auch) von ihrer Struktur, von ihrem ungewöhnlichen Storytelling, von dem Mindfuck- oder zumindest Aha-Effekt, den die Zerschneidung des Chronologischen beim ersten Sehen mit sich bringt.

Arthur Reeder hat sich trotzdem schon vor einiger Zeit an den Chronological Recut gewagt, steigt mit der legendären Uhrenübergabe von Christopher Walken ein, um am Ende Bruce Willis mit seinem Motorrad und seinem Mädchen davon düsen zu lassen. Joa… kann man machen… auch wenn es jetzt nicht die große Kunst ist. Viel toller an der Geschichte. Den Chronological Cut gibt es nun auch bei youtube, komplett online… und damit natürlich auch all die schönen Szenen, für die man Pulp Fiction so liebt und vergöttert.

via honk

Everything is a Remix: Kill Bill

Schöne Ergänzung zu Kirby Fergusons “Everything is a Remix”, in der sich Robert Grigsby Wilson der Filmgeschichte entliehene Motive in Quentin Tarantinos Kill Bill anschaut. Wie in der Serie üblich beeindruckend akribisch recherchiert, aber auch mit einem Sinn für pointierte Spitzen und ironischen Humor.

An extrapolation on the “One Last Thing” from Kirby Ferguson’s web series Everything Is A Remix – Episode 2:
Edited by Robert Grigsby Wilson
Produced by Kirby Ferguson and Robert Grigsby Wilson
Dedicated to Sally Menke, Quentin Tarantino’s Editor, who passed away last year. She was a great inspiration to me.

via LikeCool

Nach dem Klick der wahrscheinlich schon bekannte zweite Teil von Kirby Fergusons Everything is a Remix, der immer noch, immer wieder sehenswert ist.

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Quentin Tarantino and the Night of the Living Dead Hitler-Witches auf dctp.tv

Ist das ein Aufreißer?! Quentin Tarantino, Zombies, Hexen, Hitler… und das ganze noch im hochkulturellen Korsett. Wahrscheinlich genau das, was der vollkommen misslungene Sucker Punch eigentlich wollte, aber nicht geschafft hat. Und das Beste daran: Das Teil kommt aus dem Hause Alexander Kluge, wird als launisches, sprödes Interview präsentiert und hat dctp-Stammgast und Multiakteur Peter Berling in der Rolle eines Tarantino-Darstellers mit an Bord. Hochkultur trifft Nerdkultur oder so ähnlich. Das relativ kurze Interview gibts in der Themenschleife Der Tag an dem Hitler sich erschoss zu sehen, die ohnehin voll mit weird Stuff ist: Unter anderem Helge Schneider als Historiker und Zeitzeuge, Dr. Mark Benecke als Experte für Hitlers Überreste und der von der FSK extra für das Thema komponierte Song “Vom Himmel hoch da komm ich her…”

Bei so etwas nutze ich das Blog hier gerne, um ein bisschen Werbung für meinen derzeitigen Arbeitgeber zu machen…

Die besten Filme der 90er: “Wo bleibt denn Four Rooms?”

Na, das haben sie sich aber mal fein ausgedacht. Vier Regisseure, die allesamt für die Popularisierung des Independentkinos, bzw. die Verzerrung des Popcornkinos stehen, haben sich im Jahre 1995 zusammengefunden um einen kleinen Episodenfilm zu drehen: Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriques und Quentin Tarantino, das liest sich ja schon mal recht gut, quasi das who-is-who des postmodernen Unterhaltungskinos, das nicht mit Fremd- und Selbstreferenzen geizt. Jeder Regisseur schreibt schnell ein Drehbuch und führt bei der entsprechenden Episode auch gleich Regie. Dann suchen sich die Verantwortlichen irgendeinen gerade so passenden Hauptplot aus, der die einzelnen Geschichten so gut wie möglich zusammenschweißt und fertig ist der Silvester-Hit.

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90er vs. 00er – Battle of the Kinojahrzehnts I: Action, Thriller, Tarantinoeskes

Wir haben ja jetzt so etwas wie Halbzeit bei den besten Filmen der 90er Jahre. Und bevor wir allzu sehr in 90er Nostalgie und larmoyantem “Früher war alles besser” Geheul verloren gehen, wollen wir doch mal schauen, ob dem tatsächlich so ist. Wie schneiden die 90er Jahre im Vergleich zum folgenden Kinojahrzehnt ab? Welche der beiden Dekaden hat die besseren Filme zu bieten, welches Jahrzehnt liegt in welchem Genre vorne bzw. hinten? Wir starten unseren epischen Zeros versus Ninetees Zweikampf mit den Thrillern, Actioneern und Tarantinos: Blut, Schweiß und Tränen. Let’s get ready to rumble…

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Die 90er Jahre: Die besten Tarantinoesken Filme des Jahrzehnts

Allzu sehr unterscheiden sich die Tarantinoesken Filme der 90er nicht von denen der 00er Jahre. Auch hier gibt es die Tarantino-Instantklassiker, auch hier gibt es die Epigonen und auch hier gibt es die Filme, die irgendwie in das ‘Genre’ reinrutschen, ohne dass sie es je darauf angelegt hätten. Und doch sind die 90er vor allem als das Jahrzehnt in die Filmgeschichte eingegangen, in dem die Tarantinoesken Filme ihren Siegeszug antraten. Fraglich, ob dafür ganz allein der Mainstreamerfolg von “Pulp Fiction” verantwortlich gemacht werden kann… Vielleicht lag es  viel mehr daran, dass es nach der Grabenziehung der 80er zwischen Pop, Kunst und Midnightmovie Zeit für eine (für alle erfreuliche) Versöhnung war. Vielleicht war es für die Postmoderne einfach Zeit, nachdem die 80er alles Intellektuelle dekonstruiert hatten, sich auch ans Popcorn ranzumachen… Vielleicht war es auch einfach nur die plötzlich aufkeimende Freude kleiner Jungs, Geekfilme zu produzieren, die – warum auch immer – vom Feuilleton zur großen Kunst erklärt werden…  Anyway: 90er Jahre Pop-Exploitation, Gangsterromantik, Comicstilisierung, 70er Hommagen und Dekonstruktionen… nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Liebesfilme des Jahrzehnts II

So hier wie versprochen Teil 2 unserer Liebesfilmretrospektive der 90er. Wie schon in Teil 1 bunt gemischt zwischen Romcoms, Independent, Hollywoodkitsch und obskuren “Anti-Romanzen”…

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