Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts IV

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80er Thriller-Retrospektive No. 4: Dieses Mal wird es elegant, es wird knisternd und es wird düster… richtig düster. Neben den ganzen, mitunter viel zu glatten Hollywood-Thrillern dieser Dekade, haben sich die 80er nämlich durchaus auch als Jahrzehnt des Independent-Thrillers hervorgetan. Und während die Traumfabrik, auch wenn es um Mord geht, ihre selbstzensierenden Standards hat, darf es im Indie-Bereich ruhig etwas abnormer und abartiger zugehen. So sorgten sowohl Blue Velvet als auch Henry – Portrait of a Serial Killer in ihrer Heimat für einige Kontroversen, letzterer wurde hierzulande sogar auf den Index gesetzt. Auch Hitcher, der Highway Killer hat eine bewegende BPjM-Geschichte, inklusive zahlloser Schnittvariationen hinter sich. Auf andere Weise aus dem Rahmen fallen der französische Genrebeitrag Diva, der seine klassische Krimi-Handlung mit zahllosen Zitaten, Referenzen und skurrilen Intermezzi aufsprengt, sowie Leben und Sterben in L.A., der den Kampf “gut gegen böse” als Kampf “böse gegen böse” inszeniert, dabei aber nie vergisst, spannendes Genrekino zu sein.

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Kommt Twin Peaks Staffel 3?

Die beste Nachricht – oder besser gesagt das beste Gerücht – zum Jahresbeginn kommt aus der amerikanischen TV-Serienlandschaft. Wie ich schon vor ein paar Tagen auf Nerdcore aufgeschnappt habe, scheint eine dritte Staffel der Kultserie Twin Peaks (1990 – 1991) derzeit durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen. Auslöser der Spekulationen ist ein 4Chan-Posting, dessen Verfasser behauptet, bei einem mutmaßlichen Treffen von David Lynch und einigen NBC-Verantwortlichen anwesend gewesen zu sein. Die dritte Staffel soll laut diesem Posting in unserer Zeit angesiedelt sein, also 20 Jahre nach der Handlung der ersten und zweiten Staffel spielen. David Lynch will das Gros des alten Castes für die Serienfortsetzung zurück haben, inhaltlich soll ebenfalls alles dort anknüpfen, wo die Serie damals – so gehässig – endete. Der gute Agent Cooper ist nach wie vor in der Lodge gefangen, während eine junge Reporterin sich anmacht die Geheimnisse um Twin Peaks zu lüften. Bad Cooper sitzt zwischenzeitlich im Gefängnis für den Mord an zwei Twin Peaks Einwohnern (die arme Annie). Und beginnen soll die Serie mit einer Nachstellung der berühmten Redroom-Szene aus Staffel 1.

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Die 80er Jahre: Die besten Fantasyfilme und Märchen des Jahrzehnts II

Fantasy und Märchen die Zweite: Dieses Mal klammern wir das fantastische Kino aus Europa mit den amerikanischen Vertretern des Genres ein: Zum einen skurril Satirisches mit den Hexen von Eastwick, zum anderen versponnen Unterhaltsames bei Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft. Die großartige Astrid Lindgren steuert dagegen poetische, stille Meisterwerke mit Ronja Räubertochter und Mio, mein Mio bei. Michael Ende ist auch mit von der Partie, mit der großartigen, ebenso poetischen Allegorie Momo. Und dann darf es auch mal richtig schräg werden: Jan Švankmajers Alice ist wohl eine der dunkelsten, abstrusesten Märchen-Interpretationen der Filmgeschichte überhaupt, während Terry Jones’ Erik der Wikinger tief im Sagenschatz der nordischen Mythologie wühlt und daraus einen herrlich grotesken Mix aus Monty Python und Wickie und die starken Männer zaubert.

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Die besten Fantasyfilme und Märchen der 80er: Paperhouse – Alpträume werden wahr

Dass ich zu Paperhouse jetzt doch noch ein paar Worte über die Kurzrezension der ersten 80er Retrospektive hinaus verlieren muss, liegt daran, dass mich dieser Film als Kind entscheidend geprägt hat. Er war nicht der erste “Horrorfilm”, den ich gesehen habe, aber mit Sicherheit der, der mir auf längere Sicht die meiste Angst eingejagt, ja mich sogar bis in meine Träume verfolgt hat. David Cronenbergs Die Fliege (1986)? Pustekuchen. Die Miniserie Es (1990), die bei so vielen Horror-Zuschauern meiner Generation Ängste ausgelöst und Traumata verursacht hat? Lachhaft. Nein, mein persönliches Grusel-Trauma ist dieser Fantasy/Märchen/Psychoanalyse-Hybrid von 1988, und wenn ich meine Filmrezipienten-Vita durchstöbere, komme ich wohl sogar zu dem Fazit, dass kein Film – davor und danach – mir eine solche Angst eingejagt hat, wie diese Auseinandersetzung mit Traum, Alptraum und der beginnenden Pubertät.

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Filmabriss: Die Haut in der ich wohne, Womb, Wrecked

Dreimal das Sujet Identität, jedes Mal auf vollkommen andere Weise verarbeitet: Während der neue Film von Pedro Almodóvar Die Haut in der ich wohne (2011) auf ästhetizistische, hocherotische Bilder setzt, bewegt sich Womb (2010) in den kargen, minimalistischen Gefilden klassischer Arthaus-Dramen. Und die Direct-to-DVD-Produktion Wrecked (2011) wiederum versucht sich in der Tradition, dunkler, verwobener amerikanischer Mindfuck- und Survival-Thriller. In welchem Genre hat die Thematik die Nase vorn, welchem Film gelingt es, dem Stoff neue Blickwinkel abzutrotzen, und welches Werk geht mit dem schweren Thema baden? Drei Filme, drei Rezensionen, ein Motiv: Cineastische Identitätssuche und Selbstfindung nach dem Klick…

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Trailer zum neuen David Cronenberg Film “A dangerous Method”

Mit den beiden Thrillerdramen Eastern Promises und A History of Violence hatte David Cronneberg ja schon vor einigen Jahren mit seinem klassischen Bodyhorror abgeschlossen. Mit “A Dangerous Method” scheint er nun auch der physischen Gewalt endgültig den Rücken zu kehren und seine seit jeher vorhandenen psychoanalytischen Topoi offensiver denn je zu inszenieren… einfach indem er einen elementaren Teil der Geschichte der Psychoanalyse verfilmt. Im Zentrum von A dangerous Method stehen Sigmund Freud und Carl Gustav Jung, verkörpert von Viggo Mortensen und Michael Fassbender. Keira Knightley darf als Patientin und Geliebte das psychologische Dreieck vervollständigen.

Ich weiß ja nicht… sieht schon irgendwie schick und fein aus, und mit Die Unzertrennlichen (1988) und Spider (2002) hat Cronenberg ja schon mehr als einmal einen psychologischen Stoff außergewöhnlich und herausragend inszeniert. Und allein dafür, dass er Freud offensichtlich  nicht zur Karikatur verkommen lässt (wie sonst so oft in Filmen mit dem Traumdeuter zu sehen) verdient Applaus. Aber irgendwie wirkt das ganze doch recht brav, geradezu bieder für Cronenberg-Verhältnisse. Kann vielleicht was, könnte aber auch in die Hose gehen, obwohl es bis dato noch keinen wirklich schlechten Film des kanadischen Regievirtuosen gegeben hat.

A Dangerous Method soll am 10. November 2011 in den deutschen Kinos anlaufen.

via independentfilme.com

Die 90er Jahre: Die besten surrealen Filme und die besten Mysteryfilme des Jahrzehnts

Das Mystery-Genre war in den 90ern – ebenso wie der Surrealismus seit jeher – eine filmische Gattung die eher an der Peripherie stattfand. Für ein Massenpublikum waren die Themen der Filme meist zu obskur, die Erzählhaltungen zu distanziert. Aber abseits von Hollywood gelang es dem Genre dennoch sich eine treue Fangemeinde zu erarbeiten. Insbesondere die Filme von David Lynch – der auch in den 00er Jahren überfleißig war – haben sich zu echten Kultfilmen der Szene entwickelt. Und dann gab es da natürlich noch den berühmten Mysteryboom in der zweiten Hälfte der Dekade: Angestachelt durch die TV-Erfolge von Akte X und schließlich den Höhepunkt mit dem Kassenschlager und Instantklassiker “The sixth Sense” erlebend. Ironischerweise brachte die folgende Schwemme an Mystery-Epigonen keinen einzigen herauragenden Genrebeitrag hervor, stattdessen nicht viel mehr als ein müde Reihe an Plagiaten, die in die 00er Jahre hinüberschwappten, um das Publikum dort zu langweilen. Anyway, trotz des subkulturellen Flairs des Mystery, trotz der praktischen Nichtvorhandenheit des Surrealismus in den Kinosälen, gibt es hier auch in den 90ern so manches Entdeckenswertes. Wir haben es gesammelt…

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts III

Und nocheinmal spannende und gute Thriller aus den 90er Jahren: Dieses Mal mit vielen Film Noir Reminiszenzen, gleich zwei Takeshi Ktano Filmen (der ja bereits im zweiten Teil für anbetungswürdig befunden wurde) und auch ein bisschen Hollywood Big Budget Ware, die nichtsdestotrotz zu begeistern wusste…

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I – Serienkillerfilme

Die 90er Jahre waren ein ausuferndes Jahrzehnt für Thriller und Krimis. Neben den klassischen Crime-Stoffen war es vor allem der Serienkillerfilm, der einen zweiten Frühling erlebte. Natürlich sind auch hier die Genregrenzen oft fließend: Viele der hier genannten Filme könnten ebenso gut in der Horrorecke stehen; von den unzähligen – oft pubertären – Slasherrevivals heben sie sich aber deutlich sowohl in ihren Ausgangspunkten als auch Umsetzungen ab. Ein perfekter Serienkillerfilm arrangiert psychologische Tiefgründigkeit mit ganz realem physischen Terror, sucht nach Motiven und Ursachen, ermittelt ebenso akribisch, wie er akribisch tötet und schafft dabei eine unheilschwangere, düstere Atmosphäre. So werden die guten dieser Filme nicht zum bloßen Thriller sondern zum komplexen Persönlichkeits- und Gesellschaftsporträt, wenn nicht gar zu brutalen, düsteren und apokalyptischen Anthropologien.

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Die 00er Jahre: Die besten TV-Serien des Jahrzehnts I

Bevor wir unsere 00er Retrospektiven endgültig ad acta legen, werfen wir noch einen kurzen Blick auf die TV-Landschaft. Hier ist tatsächlich viel passiert im letzten Jahrzehnt, selbst wenn es nur die letzten Atemzüge eines sterbenden Mediums waren. Es gab spannende und große Serien, insbesondere aus den USA. Serien die im Budgetbereich locker mit aktuellen Kinoproduktionen mithalten können, aber auch kleine, feine unabhängige Produktionen: Komisches, Tragisches, Spannendes, Phantastisches und Mysteriöses… und wieder einmal unmöglich in einen Artikel passend. Daher hier erst einmal Teil 1 unserer 00er TV-Serienretrospektive.

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Die 00er Jahre: Die besten Dokumentarfilme des Jahrzehnts I

Bevor wir unsere 00er-Filmretrospektive endgültig dicht machen, widmen wir uns den großen nonfiktionalen Filmen des Jahrzehnts. Es gab viele spannende, interessante, mal mehr, mal weniger authentische, mal mehr, mal weniger stilisierte Dokumentarfilme in diesem Jahrzehnt. Naturbetrachtungen ebenso wie Medien- und Kulturgeschichtsstunden, Pop-Reflexionen, politisch engagierte Werke und vieles dazwischen. Die besten dieser Filmgattung passen – wie sollte es auch anders sein – nicht in einen Artikel und so gibt es in Kürze noch einen kleinen Nachschlag. Hier auf jeden Fall schonmal die erste Portion Realistisches, Wahres und Dennoch Schönes. Die besten Dokumentarfilme des Jahrzehnts, wie immer nach dem Klick.

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Animated Short der Woche: Quest

Heute Oscarprämiertes aus Deutschland. Tyron Montgomerys Quest erzählt von der Suche des Menschen; festgehalten in sowohl spröden als auch ästhetizistischen Stop-Motion-Bildern, Ebene für Ebene hinabgleitend, symbolisch und surreal, mystisch und psychoanalytisch. Ein faszinierender Trip…

Quest (Deutschland 1996)

Regie: Tyron Montgomery

Laufzeit: 11 Minuten

Die 00er Jahre: Die besten Erotikfilme des Jahrzehnts

Vom Spaß an der Überwindung der Wirklichkeit in den besten Fantasyfilmen des Jahrzehnts, über das blanke Grauen der besten Horrorfilme zum puren Genuss des erotischen Kinos. Gerade der erotische Film war schon immer eine ambivalente Geschichte: Einerseits ist der Fokus klar: Erotik, Sex, nackte Haut… Andererseits wünscht man sich als Zuschauer dennoch einen interessanten, fesselnden, auch unabhängig von seinen Schauwerten funktionierenden Film zu sehen. Denn ähnlich wie bei Actionfilmen steht auch bei diesem Genre das Sujet derart im Mittelpunkt, dass die Narration oft ins Hintertreffen gerät und der Cineast unbefriedigt zurück bleibt. Aber es gibt sie: Die guten Filme des erotischen Kinos, Filme die mehr sind als Masturbationsvorlagen und mit interessanten Perspektiven auf die menschliche Sexualität zu begeistern wissen. Aber auch Filme die dennoch erotisieren und erregen können und ihr Sujet nicht verschämt und verklemmt verbergen müssen. Hier haben wir die größten Werke dieses Genres von 2000 – 2009 zusammengestellt.

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Kurzfilm der Woche: Un Chien Andalou

Diese Woche: Einer der ganz großen Klassiker des surrealen Films, aus dem Jahre 1929.

Teil 1

Teil 2

Ein andalusischer Hund (Un chien Andalou 1929)

Drehbuch: Salvador Dalí, Luis Buñuel

Regie: Luis Buñuel

Produktion: Luis Buñuel

http://www.imdb.com/title/tt0020530/

Animated Short der Woche: Skhizein

Ein Mensch steht neben sich…im wahrsten Sinne des Wortes. Skhizein verzichtet darauf diese Idee zu einem platten Kalauer zu machen und erzählt stattdessen eine rührende, ruhige und nachdenkliche Parabel über den Selbstverlust und das Leben neben sich selbst…

Skhizein (F 2008)

Regie: Jérémy Clapin

Drehbuch: Jérémy Clapin und Stéphane Piera

Laufzeit: 13 Minuten

http://www.muiye.com/skhizein/SKHIZEIN.html

http://www.imdb.com/title/tt1235926/