Hörenswertes, Januar 2014: Sunn O))) & Ulver, Blank Realm, A Silver Mt. Zion, Xiu Xiu, Dum Dum Girls, Billie Joe and Norah Jones

Das Jahr 2014 startet groß… richtig groß. Bereits der Januar kann es locker fast im Alleingang mit 2013 aufnehmen und ich komme gerade gar nicht hinterher beim Reinhören in die ganzen fantastischen Alben, die hier durch den Stream rauschen. Und fuck ja, ich weiß, es ist schon Februar… und dann hat sich hierher auch noch mit Billie Joe und Norah Jones ein 2013er Output verirrt. Der hat mir den letzten Monat allerdings – trotz ein wenig zu braver Befriedung des Everly Brothers Klassikers “Songs our Daddy taught us” – mehr als einmal versüßt hat. Ansonsten gibt es in diesem Hörenswert-Artikel allerdings nichts aus der 13er Dose: Stattdessen neue Postrock-Highlights der Silver Mt. Zion, düstere Drone-Reisen in der Sunn O))) & Ulver Kollaboration, konfusen Retro Indie/Psychedelic-Rock von Blank Realm, Anti-Pop von Xiu Xiu und Pro-Pop von den Dum Dum Girls.

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Hörenswertes Winter 2013 III: Karl Bartos, Daughter, Depeche Mode, Devendra Banhart, Kvevertak

Winter? Winter! Mir ist bewusst, dass wir hier Frühlingsanfang haben, aber nachdem mir gerade nach einem Kurztrip in den Supermarkt das Gesicht eingefroren ist  – und ich mich danach am liebsten in den Backofen zum Auftauen gelegt hätte – verzichte ich mal auf das meteorologisch korrekte Frühling in der Headline. So richtig warm ums Herz wird einem bei den wirklich bezaubernden Daughter, Karl Bartos erzählt von früher, Depeche Mode verlieren sich in der Gegenwart, Devendra Banhart macht auf seriös und Kvevertak müssen sich in der Bild-Zeitung nun schon als Hipster-Metal bezeichnen lassen.

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Baroness – Yellow and Green Album (Stream)

Nachdem Mastodon letztes Jahr gezeigt haben wie progressiver Metal geht sind nun wieder Baroness an der Reihe. Das Cover-Artwork von Frontgröhler John Baizley finde ich zwar diesmal nicht so großartig wie beim Red Album, aber was man auf NPR hört geht wieder unter die Decke.

Stream

The Mars Volta – Noctourniquet (Stream)

Krass… irgendwie hatte ich The Mars Volta schon längere Zeit nicht mehr auf dem Schirm. Die Ankündigung eines neuen Albums hat mich jetzt gerade auf jeden Fall ziemlich kalt erwischt, zumal Noctourniquet schon am 23.3. – sprich Morgen – erscheinen soll. Beim Rolling Stone gibt es seit heute eine Vorab-Preview: Das komplette Album im Stream. Und da ich schon ziemlich lange keinen wirklich guten, frischen Prog mehr gehört habe, werde ich der LP definitiv ne Chance geben. Auch wenn The Mars Volta mich mit ihren letzten Alben nie so richtig mitreißen konnten…

Hier gehts zum Stream des Neuen Mars Volta Albums

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Metal Alben des Jahrzehnts II

Sorry @ all und vor allem sorry an Rinko: Einmal geht es noch durch die Prog-Hölle. Der Progressive Metal hat wohl vor allem das Problem, dass er nie populär, nie trendy war und damals in den 90ern in seiner “Frühphase” bereits antiquiert wirkte. Kein Wunder: Der Progressive Rock hatte zwar seine kurze Hochphase in den 70ern, wurde aber schnell zur Blaupause für pathetischen, anstrengenden, selbstverliebten Rock N Roll ohne coole Attitüde. Der Punk als Quasi-Gegenbewegung zog an seiner Antipode dementsprechend schnell vorbei, setzte Trends und verbannte die Progger auf die hinteren Bänke der Musikgeschichte. Dort wurde dann insbesondere in den 80ern eine Menge musikalischer Müll verbrochen. Auch der Metal gewann in den 90ern sukzessive den Ruf alles andere als cool zu sein: Eher überholt, konservativ, dogmatisch… Die trendbewussten Kids wanderten zum Hip Hop, die Geeks gaben sich dem Grunge und später immer mehr der elektronischen Musik hin. Logisch, dass die Fusionierung zweier eher unpopulärer Genres nichts weiter als ein weiteres unpopuläres Subgenre hervorbringen konnte, zumal der Progressive Metal bereits damals – wie schon im ersten Teil erwähnt – im Vergleich zum Extreme und Avantgarde Metal ziemlich brav und bieder klang. Anyway… er hatte seine Perlen. Vielleicht nicht als Trendsetter, vielleicht nicht als schicke Profilierungsmucke, aber allemal zum Genuss zu Hause oder aber auch auf diversen Metal-Festivals (zusammen mit den anderen Outsidern). Hier kommen sie: Noch einmal Proto-Prog-Pathetisches von Dream Theater, Düster-Pathetisches von Opeth, Pathetisch-Pathetisches von Symphony X und Ayreon sowie verquast Groovy-Pathetisches vom Liquid Tension Experiment und Pain of Salvation.

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Die 90er Jahre: Die besten Progressive Metal Alben des Jahrzehnts I

Achja… der Progressive Metal: Die Verbindung von klassischem Prog und Heavy Metal hat sich tatsächlich erst Ende der 80er Jahre etablieren können und anschließend Dank Bands wie Dream Theater die gesamten 90er Jahre mal mehr mal weniger erfolgreich beglückt. Dabei wirkte diese Nische des Metal damals schon merkwürdig antiquiert, nicht zuletzt auch weil die 90er Jahre die Geburtstunde des Extreme und Avantgarde Metal bedeuteten, gegen den der Progressive Metal schon ein wenig traditionell – beinahe konservativ – daherkommt. Aber große Werke hat er nichtsdestotrotz hervorgebracht: Natürlich Klassiker wie Psychotic Waltz, Threshold und wahrscheinlich am prominentesten Dream Theater, aber auch so manche Ausreißer aus anderen Genres, wie Devin Townsend, der mit Biomech dem Industrial Speed Metal den Rücken kehrte, oder aber auch Agalloch, die Gothic Metal mit Folk und Postrock ergänzten und die etwas in Vergessenheit geratenen Voivod, die mit der Fusion von Prog und Post Punk selbst in dieser Nische einen gewissen Sonderstatus innehatten. Auch dieses Mal reichen die Highlights für zwei Artikel, und die erste Fuhre folgt nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Doom Metal Alben des Jahrzehnts

Okay… ich weiß, es wirkt langsam ein wenig exzentrisch, hier jedem noch so kleinen Metal-Subgenre einen eigenen Artikel zu widmen. But, hell, it’s Doom. And Doom is pretty amazing. Schwere, langsame, schleppende Hymnen… ja, eine gewisse Verwandtschaft zu Gothic, Death- und Black Metal besitzt dieses Genre schon, aber gerade in seiner 90er Jahre Ausprägung ist es nicht nur einzigartig sondern auch wegweisend Richtung Avantgarde und Extreme Metal der 00er Jahre. Bands wie Isis, Cult of Luna, Sunn O))), praktisch der gesamte langsame Avantagarde Metal und Drone unserer Zeit ist beeinflusst von diesen frühen Pionieren: Winter und Goatlord, die noch tief im Black Metal verankert sind, Neurosis, die mit dem Hardcore den langsamen Tod überwinden wollen, Candlemass, die den 70ern ihr Tribut zollen, Skepticism und Thergothon, die ihr verzögertes Sterben dem Ambient und Postrock weihen, Solitude Aeturnus, die gar Richtung Pop schielen… sie alle kreieren – verbunden in der Langsamkeit – originäre Alben, düstere, lange und avantgardistische Epen, die mitunter heute sogar frischer und zeitgemäßer wirken als zu ihrer Entstehungszeit. Doom Metal, das beweisen die hier zu Wort kommenden Werke, ist alles andere als tot. Er lebt stirbt weiter. Und weiß auch heute noch zu erschaudern…

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Die 90er Jahre: Die besten Gothic Metal Alben des Jahrzehnts II

Wie im ersten Teil versprochen, entfernen wir uns nun ein wenig von den ganz ganz klassischen Gothic Metal Roots und beobachten vor allem Mitte und Ende der 90er Jahre ein Aufbrechen und offensives Zertrümmern des eigentlichen Genres. Die Zutaten der Schubladensprengung reichen dabei von Industrial über melodischen Death Metal über Progressive Rock bis hin zu Ambient und Postrock. Manche Bands kamen auch genau aus jenen Ecken und nahmen wie Crematory oder Theatre of Tragedy nur einen Umweg über den Gothic Metal, um zu ihrem ganz eigenen Sound zu gelangen. Andere sagten dem Metal komplett lebewohl und wanderten wie The Gathering Richtung Progressive oder wie Paradise Lost Richtung Pop ab. Und wieder andere, wie Marilyn Manson und Moonspell sind alles andere als leicht einzuordnen. Bleibt natürlich die Frage, ob dann eine Subkategorie wie Gothic Metal überhaupt gerechtfertigt ist… Naja, so lange sich unter ihr so großartige, auf Samplern perfekt zusammen funktionierende Bands, Alben und Songs subsumieren lassen, dann definitiv ja. Der Beweis folgt auf den Pferdefuß nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Gothic Metal Alben des Jahrzehnts I

Das Genre, das neben dem klassischen Death und dem Doom dem Melodic Death Metal am nächsten stehen dürfte, ist wohl der Gothic Metal, der – mal aus der “Gruftie-Richtung”, mal aus der schweren Metall-Richtung – zu Beginn und Mitte der 90er einen Missing Link zwischen atmosphärischem Dark Rock und tiefen, harten Metal-Sounds generierte. Bevor ich angefangen habe, für die 90er Retrospektiven in meiner musikalischen Vergangenheit zu wühlen, war mir gar nicht bewusst, wie stark ich von den Bands dieses Subgenres geprägt wurde… Gerade habe ich sogar das Gefühl, dass der Gothic Metal für mich eine Art ganz persönlichen Link darstellte: Vom klassischen Metal hin zu Death, Doom-, Black- und anderen extremen Metal-Spielarten, von denen ich eine Zeit lang nicht genug bekommen konnte. Die meisten der hier genannten Alben habe ich mir als Pimpf wöchentlich in der Bibliothek meines Vertrauens ausgeliehen (die musikalisch erstaunlich gut aufgestellt war), ohne überhaupt zu wissen, in welches Genre sie fallen könnten. Geliebt habe ich sie trotzdem, und sie haben mir so manchen Horizont fernab des damals so populären Grunge, Punk und Alternative Rock eröffnet. In der ersten Fuhre soll es um die Klassiker des Gothic Metal gehen, im zweiten Teil werden wir uns die Bands zu Gemüte führen, die das Genre sukzessive erweiterten und damit unter Beweis stellten, wie flexibel der Gothic Metal der 90er Jahre sein kann.

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Die 90er Jahre: Die besten Melodic Death Metal Alben des Jahrzehnts II

Nachdem es im ersten Teil vor allem darum ging, die Pioniere und Wegbereiter des Genres auszuloten, werfe ich an dieser Stelle einen Blick auf die Bands, die sich durch Melodie, Pathos aber auch avantgardistische Experimente weit von den Ursprüngen des Death Metal entfernt haben… mitunter so weit, dass nicht mehr eindeutig zu klären ist, ob sie sich überhaupt noch in den tödlichen Doublebass-Regionen des ursprünglichen Genres befinden. Für diesen eklektischen Stilwandel gäbe es dann auch mehr als genug Bezeichnungen: Gothic Death Metal, Symphonic Death Metal, Progressive Death Metal, und so weiter und so fort. Um nicht den Überblick zu verlieren gönne ich mir an dieser Stelle aber wieder die eine oder andere Bezeichnungsunschärfe und packe alles zum Melodic Death Metal, was zwischen dem High Speed- und Dampfwalzen-Sound, den gutturalen Growls und dem wütenden Geshoute des klassischen Death, sowie dem Epischen, Melodischen und Hymnischen des in den 90ern aufgekommenen Melodic Death oszilliert. Ein bisschen pauschal mitunter, aber letzten Endes geht es doch um die Musik. Und diese passt Dank ihrer Größehärtebreite ohne Zweifel in das Genre…

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Die 90er Jahre: Die besten Death Metal Alben des Jahrzehnts I

Tja, dem Thrash Metal ist der Übergang  in die 90er Jahre und die schrittweise Modernisierung vorzüglich gelungen. Bei einem flüchtigen Blick auf das “extreme” Genre des Death Metal könnte man schnell, allzu schnell, gewillt sein, diesem genau das Gegenteil zu attestieren. Die Pioniere des Genres wie Posessed, Slaughter oder Celtic Frost hatten in den 90ern Sendepause, neue Bands machten sich relativ rar, und viele Pioniere wanderten zu anderen Metal-Spielarten ab. Aber man findet sie eben doch, auch in den 90ern: Die Todesboten, die das Genre noch nicht beerdigen wollten und es stattdessen mit frischen Sounds zwischen Elektronik, Progressivität und Melodie aufpolierten und das Banner der tödlichen Härte erfolgreich in der Dekade platzierten. Neben den Melodic Deathern (die hier noch einen eigenen Artikel spendiert bekommen), waren es vor allem die Progressoren und Techniker, die dem Death Metal nach den 80ern zu neuem Glanz verhalfen: Carcass, Suffocation, Entombed, Death… ihr Sound gibt sich nicht mit bloßer Härte zufrieden, sondern will auch immer ausfallen, auffallen und neben dem Tod auch so etwas wie Vitalität finden, während Morbid Angel mit ihrem schweren, doomigen Sound tief unter die Erde eines Friedhofs graben. Death Metal: Tiefe Growls, dunkle Landschaften und mechanische  Härte… Die erste Portion gibt es nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Thrash Metal Alben des Jahrzehnts II

Bei unserer Metal-Retrospektive kommt mir meine musikalische Sozialisation sehr zu Gute. Von Anfang bis Ende der Dekade – als ich dann schließlich Postrock, Progressive und Indie für mich entdeckte – bin ich eigentlich ziemlich konstant zwischen Punk Rock Hörer und Metalhead gependelt. Das führte dann auch irgendwie dazu, dass ich einfach mal alles erleben musste, was die beiden Genres hergaben. Anhören war das mindeste, egal welches Subgenre, egal aus welchem Land und egal in welcher Kategorie. Der EMP-Katalog, der alles vom Mainstream bis zum Underground bot, gab mir viele Anregungen, eine Zeit lang war die Rock Hard meine Bibel… und als das Internet schließlich vorsichtig in mein Leben trat, waren es gleich als erstes die Musikseiten, die ich nach neuem (und altem) Stoff durchwühlte. Thrash Metal war dabei schon so etwas wie mein Favourite Genre, einfach weil er zu der damaligen Zeit im Vergleich zu Power Metal, True Metal oder Black Metal das meiste Groove- und Rock-Potential bot… und eben auch die Härte, die man als jugendlicher Rebell (*ähmmm) einfach erwartet.

So viel zur Vorrede: Nach dem Klick gibt es Episches von Annihilator, Mainstreamiges von Sepultura, Avantgardistisches von Prong, Groovendes von Machine Head und Pantera und erstaunlich experimentierfreudiger, modernisierter Teutonen Metal von Kreator. Hörenswert sind diese Thrash-Alben jedenfalls alle… auch heute noch.

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Die 90er Jahre: Die besten Heavy Metal Alben des Jahrzehnts

Och nee…! Heavy Metal? Das ist doch so 80er. Wurde die “traditionellste” der Metal-Stilrichtungen in den 90ern nicht durch viel lebendigere Subgenres wie Neo Trash, Neo Death und Neo Neo Metal abgelöst? War die Zeit der Nieten- und Kuttenträger in diesem Jahrzehnt nicht endgültig vorbei? Maybe. In den 90ern war Heavy Metal im Grunde genommen längst Relikt, und alles was sich mit dem schwermetallenen Klang verknüpfte versuchte tunlichst eben genau jenes “Heavy” im Namen zu vermeiden. Dann doch lieber True, Power oder sonstwas Metal… und bloß nicht den Eindruck vermitteln, man wäre zehn Jahre zu spät gekommen. Egal. Ich will an der Stelle nicht den feigen Weg gehen und alle “traditionellen” Heavy Metal Bands bei den besten Metal-Alben der 90er zwischen Meshuggah und Machine Head einordnen. Ich suche nach dem Label “Heavy”, nach den letzten Überlebenden und vielleicht sogar Neu-Arrangeuren des ursprünglichsten, oft gestorbenen oft wiederbelebten, Metal-Subgenres; nach denen, die die HEAVY Metal Fahne weiter stolz in der Hand hielten und dennoch hervorragende Alben produzierten. Weitere Subgenres können dann auch gerne folgen, aber als erstes gibt es den vollkommen traditionellen, verklemmten und nostalgischen Heavy Metal Overkill. Rock on Dudes!

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