Schlagwort-Archiv: Porcupine Tree

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts I

Nachdem Rinko sich in Hip Hop Nischen herumgetrieben hat, wird es mal wieder Zeit für etwas populärere Genres (*hüstel). Dass Progressive Rock eigentlich ziemlich out of date ist, wahrscheinlich Zeit seines Bestehens out of date war, muss wohl nicht extra betont werden. Dürfte jeder wissen. Anyway, aktuelle und auch länger andauernde Trends sollten im Kanon keine Rolle spielen, und unabhängig von seinem Low Coolness-Faktor hat der Progressive Rock (oder Prog wie die Babyblauen liebevoll sagen) in den 90ern eine Menge toller Werke zwischen selbstverliebter Frickelei und bombastischem Monumentalismus abgeworfen. So begeistert Frank Zappa mit einem epischen Live-Doppelalbum, das auch  als einsteigerfreundliches Spätwerk funktioniert, King Crimson gelingt mit Thrak das kaum erwartete Comeback und mit Anekdoten, Porcupine Tree und The Gathering schießen die Progressive Rock Bands einer neuen Generation aus dem Boden. Die großen Unbekannten in dieser Runde bilden die Schweden Landberk, die mit atmosphärischem und trippigen Folk Post-Progressive begeistern.

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Tanzen auf dem Stachelschweinbaum – Rezension zu Demians "Mute"

VÖ.: 25.6.2010

Laufzeit: 50 Minuten

Da hat der gute Steve Wilson von Porcupine Tree mal ganz euphorisch die Werbetrommel für den Prog-Nachwuchs gerührt. Erst überschüttet er das Solowerk von Demians Frontmann Nicolas Chapell mit unzähligen Lobpreisungen um kurz darauf deren Debüt auch nochmal schnell in den höchsten Tönen zu loben. Eigentlich gar nicht schlecht, denn so weiß der interessierte Hörer immerhin schon ungefähr, was ihn auf dem Zweitalbum Mute erwartet. Und tatsächlich: Die Demians bewegen sich voll und ganz in den Gefilden, in denen auch die Neo-Prog-Heroen von Porcupine Tree zu Hause sind: Pathetischer, emotionaler Neo Progressive Rock, immer zwischen komplex und verträumt, in ausgesuchten Momenten auch mal mit Alternativem Metal flirtend, mit einer deftigen sakralen Note versehen und nie um den ein oder anderen EMOtionalen Ausbruch verlegen.

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Rezension zu Anathema – "We're here because we're here"

Vor langer, langer Zeit in einem weit weit entfernten Land lebte eine junge Musikkapelle, die sich Anathema nannte. Anathema wie Kirchenbann, wie Exkommunikation, wie die Verfluchung vor Gott und dessen irdischen Vertretern. So wie sie sich nannten, so klang auch ihre Musik, die sie von Dorf zu Dorf ziehend den Menschen präsentierten. Da mischten sich harte Doom-Metal und Gothic-Klänge, da wurde gelitten, gestorben und dämonisiert. Da wurde das Dunkle in der Welt beschworen. Doch dann eines schönen Tages entdeckte ihr Schreiber Danny Cavanagh auf der Reise eine kleine Höhle namens Artrock, in der unglaubliche Schätze verborgen lagen: Dort zu finden waren psychedelische Farben, Schatzkisten voller epischer Hymnen und vertrackter Takte. Danny zog es in diese Höhle, ebenso den Rest der Band, und als sie wieder herauskamen, sollte nichts mehr so sein wie früher. Anathema hatten sich verändert…

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Die 100 Alben des Jahrzehnts der User von Plattentests.de (Plätze 200 – 101)

Alle Jahre wieder… Neben zahllosen Diskussionen und Albereien ist das Forum von Plattentests.de auch immer ein Hort der Best-Of-Listen und manischen Aufzählungen gewesen. User Quertz ist es zu verdanken, dass Ende 2009 nach einer Wahl der 100 Alben für die Ewigkeit, der 100 Filme für die Ewigkeit und der besten Elektroniktracks nun auch endlich die musikalischen Jahre 2000 – 2009 ihren Einzug in den Plattentest’schen Kanon erfahren.

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