Watch her Back!

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Großartige Zeichnungen von Danny Galieote: 50′s Feel Good popstilisierte Gemälde von Frauen, die hinter ihrem Rücken das richtige Werkzeug verbergen, um dem Patriarchat ein blutiges Ende zu setzen. Jetzt kann man hinter diesen Bildern, je nachdem wie einem ist, Misogynie oder aber auch eine feministische Botschaft vermuten… ich würde sie am ehesten mit einem Freud’schen Double-Spin erklären: Natürlich sind hier ganz ganz klassische Ängste des Mannes dargestellt; und diese werden in ein so überdrehtes – und leider Gotte doch so reales – sexistisches Setting verpflanzt, dass sie umso deutlicher zeigen, wie Maskulinismus und Anti-Feminismus v.a. durch irrationale Ängste vor Verlust des eigenen Status Quo geprägt sind. Sweet!

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Women fighting back via boing boing

Michael Jacksons BAD wird 27!

Und auf arte+7 ist bis nächste Woche Sonntag die von Spike Lee gemachte Doku zum (allerdings) 25. Jubiläum des Albums hier anzuschauen. BAD war meine erste Platte vom King of Pop. Ich hatte es als Tape und es war die Befreiung von den Schnulzen meiner Eltern, der Beginn meiner musikalischen Lossagung. Ein Kumpel hatte Thriller und ich holte mir später noch Dangerous. Die Doku erzählt anhand der Musikvideos des Albums eine Erfolgsgeschichte der Popmusik, die sich in Jackson sozusagen manifestiert, wobei er selbst nicht als musikalisches Genie entrückt erscheint, sondern einfach nur gezeigt wird, dass er perfektioniert hat, was er seit Kindestagen an tut. Sein Dasein als King of Pop gewinnt dadurch etwas normal-menschliches. Da viele von seiner schwierigen Kindheit wissen, von dem Erfolgsdruck, der Strenge und dem unbedingten Funktionieren, wodurch soviel Kindheit in seiner Kindheit verloren ging, entbehrt diese Doku auch nicht einer gewissen Tragik. Wer schon immer wissen wollte was dieses JAMONA ist und wie es Anne geht (Anne are you ok? aus smooth criminal), hier wird so einiges klar.

zur Arte Doku Bad 25

 

Full Nerd Jacket: D4nny und die Transzendenz des Pops, oder: Kritik der reinen Popmusik

Ich mag Pop. Aber nur wenn er so gut ist wie Pokerface oder call me maybe. Und ich mag D4nny. Weil er die Quintessenz des Pops ist.  weiterlesen

Banksy in Lego

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Der kanadische Fotograf Jeff Friesen hat Dioramen gestaltet und fotografiert, die die ikonographischsten Urban Arts von Banksy in ein Lego-Set-up transformieren. Nach dem Banksy über den Indie- und Hipster-Kult schließlich vollkommen im Pop-Hype angekommen ist (ob gewollt oder nicht) und mehrfach monetarisiert wurde (ob gewollt oder nicht), finde ich das nur konsequent. Gerade in seinem Fall hat sich die Popkultur derart brutal die Outsider Kultur gekrallt, dass der letzte Rettungsweg nur in einer noch radikaleren, noch konsequenteren Okkupation zu liegen scheint.

Jepp, diese Kuh muss jetzt so lange gemolken werden, bis ihre popkulturelle Verremixung als Symbol für die Macht des Pops selbst zum Kunstwerk wird. Next Steps: Banksy-Art als Disneyfilm, als Pixar-Animation, als Background für ein Lady Gaga Musikvideo, als Werbespot für Coca Cola und Mc Donalds… und die gesamte Verwertungs- und Adaptions-Maschinerie wird wiederum selbst zum großen Kunstwerk. Ehrlich, ich freu mich drauf.

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Bricksy at The Brick Fantastic via Amusing Planet

Sängerinnen von ADAM singen bis zum Orgasmus…

Warum ist das bis jetzt an mir vorbei gegangen? Die Sängerinnen der niederländischen Electropop-Band ADAM singen “Go to Go”, während sie gleichzeitig mit elektronischer Stimulation zum Orgasmus gebracht werden: Heiß, befreiend und einfach nur wunderschön. Erinnert natürlich an das großartige Hysterical Literature Projekt und bekommt daher in der B-Note ein paar Originalitätspunkte abgezogen: Im freien Gesang funktioniert das Konzept mMn. aber sogar um einiges besser als am Schreibtisch sitzend, einfach, weil die Protagonistinnen hier weitaus ungebundener, weniger beim Publikum und mehr bei sich selbst zu sein scheinen. Und nach wie vor gilt natürlich, dass Orgasmen mit zu den schönsten Erscheinungen dieser Welt gehören.

Direktorgasmus via Mind’s Delight

Hörenswertes Frühling 2014: Ja Panik, Beck, Neneh Cherry, Against Me,Elbow

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So, Winter! Du wurdest vor ein paar Tagen von den Meteorologen für beendet erklärt und ganz ehrlich, vermisst hat dich doch eh keiner! So klingen die hier vorgestellten Alben alle nach Lenz, aufblühendem Leben und Sahne in den Adern. Bei soviel sich bewegenden Molekülen findet man plötzlich gefallen an ehemals wenig geliebten Bands wie Ja Panik, die beswingt auf einmal eine spannende Facette von sich präsentieren, oder wie wäre es mit Against Me, deren Protest-Songs auch nun endlich wieder spannende Geschichten erzählen, und wem es nun gar zu warm ums Herz wird, der kann sich großartigste Melancholie von Beck einflößen, der auf dem neuen Album  zu Sea Change zurück kehrt und wieder schillert wie einst im Mai.

Beck – Morning Phase

(Caroline / Universal, 28.02.2014)

beck-morning-phase-608x608Der Morgen. Zeit des Anfangs, des Ankommen in der Realität, der leisen Euphorie oder auch der Niedergeschlagenheit, ob der Dinge die einen noch erwarten. Alles davon klingt wie das neue Album von Beck, der sich von seinem Eklektizismus wieder weg zum Songwritertum der 60er wendet und dem damit auch wieder tatsächlich etwas großes gelungen ist. Sea Change von 2003 war schon ein gewaltiges Album, passte aber nicht zum Image des ewig Jugendlichen mit seinen Flausen im Kopf. Zu altklug und zu schwer klang es für die Fans des sonst so infantilen Querdenkers. Auch wenn Beck immer noch aussieht wie gerade vom College geflogen, klingt seine Stimme doch gereift., folgt keinen Funk-Verrücktheiten, sondern orientiert sich an dem ätherischen Folk von Simon & Garfunkel und dem Entrückten der frühen Progrocker, als man mit King Crimson noch durch entfernte Traumwelten flog. Ein wunderbar homogenes Album, endlich wieder ein Klassiker der dem Ruf von Beck Hansen als Genie gerecht wird.


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Hörenswertes, Januar 2014: Sunn O))) & Ulver, Blank Realm, A Silver Mt. Zion, Xiu Xiu, Dum Dum Girls, Billie Joe and Norah Jones

Das Jahr 2014 startet groß… richtig groß. Bereits der Januar kann es locker fast im Alleingang mit 2013 aufnehmen und ich komme gerade gar nicht hinterher beim Reinhören in die ganzen fantastischen Alben, die hier durch den Stream rauschen. Und fuck ja, ich weiß, es ist schon Februar… und dann hat sich hierher auch noch mit Billie Joe und Norah Jones ein 2013er Output verirrt. Der hat mir den letzten Monat allerdings – trotz ein wenig zu braver Befriedung des Everly Brothers Klassikers “Songs our Daddy taught us” – mehr als einmal versüßt hat. Ansonsten gibt es in diesem Hörenswert-Artikel allerdings nichts aus der 13er Dose: Stattdessen neue Postrock-Highlights der Silver Mt. Zion, düstere Drone-Reisen in der Sunn O))) & Ulver Kollaboration, konfusen Retro Indie/Psychedelic-Rock von Blank Realm, Anti-Pop von Xiu Xiu und Pro-Pop von den Dum Dum Girls.

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Die 80er Jahre: Die besten New-Wave-Alben des Jahrzehnts I

Ich war leider in den 80ern eher damit beschäftigt, in die Hose zu machen oder mich von einer mies gelaunten Grundschullehrerin drangsalieren zu lassen, als mich der Popmusik dieses Jahrzehnts zu widmen. Auch später als meine musikalische Sozialisation begann, hat diese Zeit eher wenig Einfluss auf mich gehabt und eigentlich gab es auch Anfang der 90er kaum was Uncooleres als den Giganto-Hairspray-Metal und die steril klinische Jazz-Musik der vergangenen Dekade. Erst Ende der 90er haben wir begonnen, auch die unfassbar innovativen Seiten dieser Zeit zu sehen. New Wave, das sich an die Nouvealle Vague anlehnt, war zumindest in seinen Anfängen eine kunterbunte Mischung, gemischt mit viel Pioniergeist und unbändiger Lust am Experimentieren. Also all das, was das aktuelle Musikjahr 2013 nicht anzubieten hatte. Also ein sehr guter Augenblick, in die Zeit des Aufbruchs zu schauen. Blondie waren damals nicht nur wegen der Frontfrau on top, Modern English dachten den Pop-Weg von Joy Division weiter, Altered Images hatten Charme und Hits, Tears For Fears übertrafen sich mit The Hurting und The Art auf Noise und schufen ein einflussreiches Album, von dem Künstler wie Chemical Brothers bis Skrillex beinflusst wurden. Viel Spaß mit den wahren Instagram-Sounds!

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Die 90er Jahre: Die besten Crossover Alben des Jahrzehnts

Rinko will sich endlich den musikalischen 80er Jahren widmen und ist dafür schon fleißig am LP-Sammeln. So wie er im Moment über New Wave und Postpunk philosophiert und mir dabei irgendwelche Bandnamen an den Kopf wirft, die ich noch nie gehört habe, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis die musikalische Aufarbeitung meines Geburtsjahrzehnts hier auf Seite360 stattfindet. Als in den 90ern musikalisch sozialisierter Hörer habe ich mit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Und während Rinko sich in die Untiefen von No Future, Glam, Synthie und Postpost-irgendwas begibt, will ich zumindest noch ein paar Genres würdigen, auf deren Aufarbeitung er bisher in unserer 90er Retrospektive verzichtet hat. Wobei der Genre-Begriff im Falle des Crossover etwas diffus ist. Tatsächlich ist diese Bezeichnung für die Vorreiter des Nu Metal, für die ersten, die Rap, Rock, Funk und Metal zusammenmixten, primär eine deutsche Erscheinung. In den USA wurden die folgenden Bands stattdessen gerne dem Funk-Rock, dem Rapcore oder anderen Genrehybriden zugeordnet. Hierzulande dagegen sind wir mit genau jenem Crossover-Begriff groß geworden, nicht nur Dank deutscher Bands wie H-Blockxx oder Such a Surge, sondern auch Dank vieler Bands aus Übersee, denen wir dieses Label – stolz etwas neues musikalisches zu entdecken – aufgedrückt haben. Im Folgenden widme ich mich den besten Alben des klassischen Crossover, wie er Anfang/Mitte der 90er Jahre geboren wurde und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwunden ist, um diversen Core- und Nu-Metal-Labels Platz zu machen. Es war nicht alles golden in diesem mixwütigen Genre, ein paar herausragende, spannende Hybrid-Alben sind trotzdem dabei rumgekommen.

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Stromae – Formidable

Ich glaube ja, der wird auch in Deutschland noch ziemlich groß… und wenn nicht, er sollte es auf jeden Fall werden, allein schon wegen dieses fantastischen Musikideos, das durchaus Zeug hat mein persönlicher Videoclip des Jahres 2013 zu werden: Tu étais formidable, j’étais fort minable… Großartig!

Hörenswertes Herbst 2013: Travis, Nine Inch Nails, MGMT, Moderat,The Field,Casper, Darkside

Somme, Sonne, Kaktus ist leider vorbei. Schlecht für das Gemüt, schlecht für das Immunsystem, gut für die Musikliebhaber. Der Herbst gehört schon traditionell zu den Monaten mit einer enormen Veröffentlichungswelle an interessanten Alben, auch wenn aus purer Faulheit ein paar Alben aus dem Spätsommer reingerutscht sind, aber mal ganz ehrlich: Travis waren doch schon immer eine Herbst-Band, der grummelige Industrial von NIN was für verregnete Scheißtage, MGMT haben schon lange die Schnauze voll von ihren Party-Hits und Moderat waren ja schon immer eher die Melancholiker unter den Berliner Elektronikern. Bei all dem Anflug von Schwermut hat sich Casper zum Glück für den Aufbruch entschieden und geht mir großen Elan seinen Weg als Freidenker weiter.

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Hörenswertes Sommer 2013 III: Gold Panda, Andrew Stockdale, Black Sabbath, Jagwar Ma, Robin Thicke

Was haben wir alle nicht über sibirische Kälte und einen viel zu kalten Frühling gejammert, aber Hitze scheint uns ja dann auch nicht zu bekommen. Dabei steigert die hohe Temperatur das Lustempfinden und nicht gerade wenig aus dieser Hörenswert-Artikel lädt zum Tanz der Moleküle ein. Andrew Stockdale lädt zum heißen Höllen-Ritt durch den Outback ein, Jagwar Ma bringen uns die kosmischen Vibes aus der gleichen Ecke, während Ozzy und seine Jungs mal wieder den altgedienten HArdrock-Glutofen anschmeißen, dafür hinterlässt Robin Thicke mit einem lauwarmen R`n `B – Lüftchen nur einen klebrigen Schmier auf unserer Haut.

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Queens Of The Stone Age – …”Like Clockwork” Short Film

Einen spooky Kurzfilm kurz vor dem Schlafengehen gefällig? Die Queens Of The Stone Age sind zurück und bescheren uns unangenehme Träume zum bald erscheinenden Album.

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Hörenswertes Frühling 2013 II: Phoenix, Junip, Frank Turner, Ghost B.C.,!!! (Chk Chk Chk)

Wie angekündigt widmen wir unsere Hörenswertes-Rubrik den ansteigenden Temperaturen und der sich bessernden Laune. Selbst die Okkult-Rocker von Ghost B.C. machen mit und lassen bei allem Düster-Image auch Selbsrironie durchblicken, Phoenix wagen großes Kino, Junip mögens es ruhig und Frank Turner begeistert die Massen. Als klarer Sieger gehen diesmal aber Chk Chk Chk hervor und bringen den Groove in den Frühling.

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