Hörenswertes: Biffy Clyro, The Avalanches, Gone Is Gone, Billy Talent, Owen, Dinosaur Jr, Blossoms, Roosevelt

 

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Während ich die Einleitung schrieb hat Frank Ocean sein neues Album für dieses Wochenende angekündigt und überhaupt war ich der festen Überzeugung im Sommer keine Rezension schreiben zu müssen.

Ist es vielleicht schon die vielbeschworene Krise, von der alle immer reden und ist der Sommer schon so doof, dass man schon die Releases auf die Zeit vorverlegt, wo Leute doch lieber draußen grillen.

Egal, als Musikliebhaber nimmt man natürlich alles mit und hey, die Avanlaches melden sich zurück, Biffy Clyro leider auch. Gone is Gone, Billy sein Talent auch irgendwie. Blossoms bedienen sich gleich mal ausgelutschter Ideen, anstatt selber noch mehr falsch zu machen. Immerhin kann Roosevelt die Ehre der Jungmusiker rettet und zaubert ein wirklich frisches Dance-Album und ein versöhnliches Grinsen auf das Gesicht des muffeligen Kritikers.

Ach so, gerade kam noch die Beginner rein…

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Hörenswertes: James Blake, Garbage, Tom Odell, Gallant, Spain, YG, Red Hot Chilli Peppers, Blink 182

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VÖ. Was war das noch für ein Moment in grauer Vorzeit, als man sich noch den Termin rot in den Kalender strich. Man band sich gar ein feistes Leibchen um und hüpfte strahlend in den nächsten Saturn, wo ein damals schon unmotivierter Mitarbeiter erst einmal an zehn andere Kollegen verwies. Der älteste und am schlechtesten gelaunte schaute dann in den PC, vertippte sich zehnmal und meinte dann: “Nä, haben wir nicht.”

Heute ist das alles vegane Wurst. James Blake haut einfach ohne Ankündigung raus, Radiohead und Beyoncé auch. So, dann hörte ich also mal mit Verzögerung in das Blake-Album rein und stellte fest: Gallant ist fast noch besser und in den Staaten schon richtig groß. Der nächste Frank Ocean mindestens. Spain machen seit den 90ern solide Arbeit, Garbage zum Glück auch wieder und YG klingt, als ob er eben nicht in den 90ern geboren wäre, sonder als habe er sie bereits miterlebt.

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Die 90er Jahre: Die besten Alben des Jahrzehnts (Übersicht aller Artikel)

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Poetisch, laut, grimmig, maskulin, feminin, naiv und abgeklärt. Das waren die 90er und hier noch einmal die große Retrospektive im Überblick.

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Hörenswertes, Mai 2016: Anohni, Death Grips, Mo Troper, Radiohead

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In meiner April-Musikschau war noch alles ganz kuschelig, wohlig warm… eigentlich sogar schon frühsommerlich. Im Mai sieht das ganze irgendwie anders aus. In diesem Monat dominieren die schrägen, düsteren, zersetzten und zersetzenden Töne. Daran kann auch der vergnügte Collegerock von Mo Troper nichts ändern. Denn begleitet wird dieser von Pop-Destruktionen einer ANOHNI und Industrial/Rap-Dekonstruktionen der Death GripsRadiohead stürmen zwar eher solide, ohne große Überraschungen den Frühsommer, ändert aber nichts daran, dass auch ihnen wieder mal ein kleines, artpoppiges, antipoppiges Meisterwerk geglückt ist.

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Hörenswertes: Explosions In The Sky, Moderat,Sophia, Pet Shop Boys, Last Shadow Puppets, All Saints, Deftones

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Nicht lange schnacken, Kopf in Nacken oder wie auch immer eure bevorzugte Leseposition ist.

Hier kommen die Pet Shop Boys mit eine Super, Super-Album, mache Moderat solides drittes Album, isse Sophia wieder wunderschön traurig, habe Last Shadow Puppets nicht leicht in dem Star-Ensemble und mache gemütlich mit Explosions In The Sky. We are the Champions!

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Mr. Brightside von den Killers in einem irischen Pup…

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wäre gar nicht mal so spektakulär. Dass ein älterer Typ sich dazu auch noch auf dem Tresen entblösst und in die Menge hüpft ist, zumindest in meiner klischeebehafteten Vorstellung von Irland, auch keine besondere Ausnahme.

Billy O´Sullivan gedenkt aber zusammen mit den anderen Menschen dem gemeinsamen Freund Ger “Farmer” Foley, der mit 45 an Mukoviszidose verstarb und widmet die Killers-Hymne ( ja, ist sie…Ruhe jetzt!) seinem Kumpel.

Mir übrigens egal, ob nun bildungsbürgerliche Klemmis Pickel wegen Bromance und Pub-Kultur bekommen.

Ger Farmer Foley from Tim Clifford on Vimeo.

via Vimeo

Hörenswertes: Big Ups, Nevermen, Santigold, Nada Surf, Ólafur Arnalds und Nils Frahm

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Was für eine fürchterliche, was für eine schöne Zeit! So ganz habe ich die Ereignisse der letzten Tage noch nicht verarbeitet, aber es muss ja alles weiter gehen. Ein bisschen Realitätsflucht tut gut und es ist diesmal doch recht bunt geworden. Hardcore von Big Ups, so ziemlich alles von Nevermen, Discount-Ware von Santigold, Nettes von Nada Surf und zum Abschluss noch sehr feine Ware von den beiden Trance Friendz Ólafur Arnalds und Niels Frahm.

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Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Jamie-Lee Kriewitz vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm…

…Und der Song, mit dem sie das tut, ist überraschend okay, an manchen Stellen sogar richtig gut. Die “The Voice of Germany”-Gewinnerin Kriewitz, von der ich bis dato noch nie etwas gehört habe (Pop-Castingshows rauschen in der Tat immer komplett ungesehen an mir vorbei), hat einen angenehm großen Stimmumfang und weiß den in ihrem Song Ghost auch geschickt einzusetzen. Ihre Stimme ist dann allerdings auch das einzig Herausstechende an dem deutschen Eurovision Song Contest Beitrag dieses Jahres. Der ist abgesehen davon eine solide Electropop-Nummer mit ein wenig Lena Meyer-Landrut, ein wenig Rihanna und viel grundgutem Schlagerpathos.

Ob das ganze in Stockholm was reißen kann? Ich würde mal laienhaft behaupten “ja durchaus!” (Die ESCs rauschen auch immer eher ungesehen an mir vorbei). Klingt Ghost doch schon irgendwie nach einem ESC-Gewinnersong. Außerdem ist es doch schön, dass nach dem ganzen Naidoo-Debakel doch noch ein würdiger Schland-Vertreter für den Contest gefunden werden konnte, auch wenn die Kassierer natürlich geiler gewesen wären…

ESC-Vorentscheid: Triumph des Zierbömmels (SPON)

Hörenswertes: Basia Bulat, Animal Collective, Kanye West, Meylir Jones

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Geht doch! Wir kommen endlich aus dem Winterschlaf heraus. Das Wetter, die Kälte und die Nässe dienen nicht mehr als Ausrede und das Motto lautet Hoch die Tasten!

Heute wird auch wieder bunt und fast könnte man meinen, dass hier ein zarter Hauch von Frühling durch die diesmal angenehm kuschelweichen Rezensionen weht. Rant ist ja auch in den wutbürgerten Zeiten so Desaster-Anfang 2016.

Viel Spaß mit dem Folk-Pop von Basia Bulat, den Aliens von Animal Collective, dem zwitscherten Kanye und für den barocken Abschluss ist in dieser Ausgabe Meylir Jones zuständig.

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Hörenswertes, Februar 2016: Pinegrove, The Prettiots, Bianca Casady, Two Ich Astronaut

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Der Februar nähert sich dem Ende… und mein Plan wieder mehr frische Musik zu hören zahlt sich aus. In diesem Monat entdecke ich vor allem drei kleine Weird Folk Glanzlichter, die sich an Bekanntem orientieren, um dennoch neues zu schaffen: Sympathischer Indie Teenie Folk von den Prettiots, nostalgischer Alt Country von Pinegrove und experimentelle Genre-Dekonstruktionen von Bianca Casady, die auch ohne ihre Schwester herausragende CocoRosie Sounds zu produzieren vermag. Okay, genug mäandert… Für den stilvollen Krach sind diesen Monat Two Inch Astronaut verantwortlich, die eine herausragende Mischung aus hymnischem, artsy Alternative Rock und trockenen Math Rock Experimenten spielen.

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Hörenswertes: Suede, SSIO, Rihanna, Beach Slang, Hey Ruin

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Lange Zeit, kurze Ansage. Ich liefere euch den feinsten Stoff mit SSIO, auch wenn er mal wieder neue Nummern hat. Suede waren mal eine große Nummer im Britpop und könnten es dank einem tollen Album wieder werden. Rihanna hat wahrscheinlich mehr Nr1.-Hits als Suede, aber möchte jetzt Anti sein. Beach Slang haben die Melodien, Hey Ruin trauen sich noch nicht und sind zu wütend.

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Goodbye David Bowie

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Es ist schon ein merkwürdiger Zufall: Einen Tag vor Bowies Tod habe ich sein neustes – und letztes – Album Blackstar in aller Ruhe einmal komplett durchgehört… und es hat mich schlicht umgehauen. Überraschend umgehauen. Überraschend im Sinne von: “Oh mein Gott. Den hatte ich gerade gar nicht auf dem Schirm! What a fucking masterpiece!” Ich habe ehrlich gesagt David Bowies Veröffentlichungen nie entgegengefiebert, sie nie aktiv begleitet. Die Musik des Chamäleons des Pop hatte immer etwas Unantastbares für mich, etwas – ja ich weiß, das ist im Falle Bowies alles andere als originell – Außerirdisches. Und so war ich auch nie im engsten Sinne des Wortes Fan dieses Ausnahmekünstlers. Was jedoch im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass ich ihn nicht ausgiebig und viel gehört hätte.

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Die 90er Jahre: Die besten Pop-Alben des Jahrzehnts IV

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Ich setze mal da an, wo Rinko bei der letzten 90er Pop-Retrospektive aufgehört hat… und kann einfach nicht anders als zu sagen: Da fehlt aber noch ein bisschen etwas! Pop zu mögen ist ja spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends wieder ein Indiz für Coolness. In den 90ern sah das jedoch noch komplett anders aus. Nicht nur, dass man in dieser Dekade – im Gegensatz zu den 80ern und 00ern – als Pophörer quasi dazu prädestiniert war, von Grungern, Punks und Metalheads mit einer Gitarre erschlagen zu werden, dies hatte auch seine Berechtigung. Denn wirklich coolen Pop – im ureigentlichsten Sinne des Wortes – gab es in diesem Jahrzehnt einfach nicht. Und so müssen wir für diesen Artikel einmal ganz tief durchatmen und uns auf unsere absolute Uncoolness besinnen, können dabei aber feststellen, dass auch uncoole Musik verdammt gut sein kann; so wie bei den absoluten uncoolen Genesis, angeführt vom komplett uncoolen Phil Collins, oder bei Dido, die trotz Gastauftritt bei Eminem noch nie cool war. Und dann gibt es natürlich noch Robbie Williams, bei dem man damals eine Zeit lang nicht genau wusste, ob man ihn cool finden durfte, eine Frage die dann spätestens im vergleich mit dem anderen großen Boygroup-Aussteiger Justin Timberlake negativ beantwortet werden konnte.

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