Literarische Auslese: Haftbefehl – Ihr Hurensöhne

Passt ganz gut zu unserer aktuellen – derzeit etwas eingeschlafenen – Deutschrap Serie: Es gibt eine neue Literarische Auslese. Dieses Mal mit einem ganz besonderen poetischen Leckerbissen: “Ihr Hurensöhne” des großen Lyrikers Haftbefehl.

Literarische Auslese: Ihr Hurensöhne

Literarische Auslese: TTIP

We did it! Johannes und ich haben endlich mal wieder Zeit gefunden, ein paar literarische Auslesen aufzunehmen, die in den kommenden Wochen immer Sonntags veröffentlicht werden. Los gehts, ganz in der Tradition früherer Auslesen mit der Poetisierung eines epischen Mammutwerks: Den Leitlinien für die Verhandlungen über ein umfassendes Handels- und Investitionsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das entsprechende Abkommen dürftet ihr unter dem Namen TTIP kennen. Und unabhängig davon, ob man keine Gene in seinem Essen haben mag, Angst vor Wracking hat oder sich superdubertoll auf eine große Starbucks-Invasion freut, sollte man den kontroversen Text zumindest einmal ganz gelesen bzw. gehört haben. That’s your Chance!

Poetisches für den Sonntag: Tauchen im Quallensee

Faszinierende Unterwasseraufnahmen vom Ongeim’l Tketau in Palau, der auch Jellyfish Lake bzw. Quallensee genannt wird. Warum dies so ist, wird in diesem von einem Schnorchler gedrehten poetischen Film eindrucksvoll beantwortet.

Eigentlich finde ich im Meer Quallen ja immer ein bisschen unheimlich: Hier, mit genügender Distanz, erscheinen sie tatsächlich aber als mit die poetischsten Tiere, die Mutter Natur zu bieten hat. Ergänzend sei noch gesagt, dass die hier zu sehenden Mastigias papua im Gegensatz zu vielen anderen Quallenarten derart sanfte Harpunen haben, dass sie für die menschliche Haut praktisch nicht spürbar sind und so ohne Probleme auch durch diese poetischen Massen hindurchgetaucht werden kann (mehr dazu in dieser pdf).

via Colossal

Und dann war noch das 16zeilige Gedicht, das 12 Linien Koks beinhaltete

koksgedicht

Short story short: Ein Lehrer gab seinen Schülern die Aufgabe ein 16zeiliges (“16 Lines”) Gedicht zu verfassen. Ein Schüler löste die Aufgabe kreativ, indem er einem gerade mal vierzeiligen Text, zwölf Linien Kokain zur Seite stellte. Eingeleitet wurde das dadurch entstandene Gedicht #Deep mit den Versen:

Some poems will leave you perplexed,
But this poem is just profane,
Here are four lines of text,
And twelve lines of cocaine.

…folgerichtig ergänzt durch die letzten 12 “verdrogten” Verse. Erinnert mich an den “Das ist ein Risiko!”-Treppenwitz, der damals in unserer Schulzeit rumgereicht wurde. Ihr wisst schon: Der Lehrer gibt dem Schüler die Aufgabe, auf einer ganzen Seite zu schreiben, was er unter einem Risiko versteht. Der clevere Schüler gibt ein leeres, weißes Blatt ab, auf dem nur geschrieben steht: “Das ist ein Risiko!”. War irgendwie – genau wie die für die Arbeit ausgestellte Bestnote – so eine klassische Urban Legend, die ich in meiner Schullaufbahn in verschiedenen Ausführungen immer wieder zu hören bekam. Das Gedicht hier geht dann doch über diesen Witz hinaus und ist ohne Frage definitiv große Kunst.

Zwei Post Scriptums gäbe es dann dennoch. Der Gag funktioniert im Englischen – wo “Line” sowohl eine Textzeile, als auch den Vers in einem Gedicht, als auch eine Line Koks bedeuten kann – natürlich weitaus besser als im Deutschen. Und dass die Jugend von heute ihre subversive Attitüde gerne mit einem Sicherheitsnetz ausstattet, will ich als alter Anarcho hier auch noch kurz angemerkt haben. Geschlossen wurde der Text nämlich mit dem Disclaimer: “I don’t actually do cocaine!”

#Deep auf reddit via Dangerous Minds

Through a Glass Darkly by Nick Turpin

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In seiner Fotoserie Through a Glass Darkly beobachtet der Londoner Fotograf Nick Turpin die Ruhe und Einsamkeit der winterlichen Stadt, wie sie sich in den Gesichtern von wartenden Buspassagieren widerspiegelt. Aus weiter Entfernung mit einem Teleobjektiv und extrem langer Belichtungszeit fotografiert, scheint durch die beschlagenen Scheiben des Busses nicht nur urbane Einsam

keit sondern auch die Schönheit, die in diesen Momenten der beschleunigten Entschleunigung schlummert. Die nächtliche, winterliche Stadt ist ein einsamer Ort, ist ein trauriger Ort, ist ein sakraler Ort, ist ein wunderschöner Ort. Beeindruckende Fotokunst.

Mehr dieser wundervollen, poetischen Aufnahmen findet ihr in Nick Turpins Portfolio. Also schaut da unbedingt vorbei

“For now we see through a glass, darkly; but then face to face: now I know in part; but then shall I know even as also I am known”

1 Corinthians 13:12

These pictures of London Bus passengers in the winter months were made at night from a raised platform with a long lens hand held at 1/40th second, on the limits of what modern camera sensors can record.

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Through a glass darkly via ignant

Attachment – Eine poetische Maschine von David Colombini

Attachment ECAL/David Colombini from ECAL on Vimeo.

Über attachment.cc kann man eine Botschaft, Gedicht, Text etc. an die Apparatur schicken, die dann ihrerseits das Eingesandte einkapselt und mit einem biologisch abbaubaren Heliumballon ins IRGENDWO entläßt. Sweeet. Und kommunikativ-subversiv, weil es das Gelingen und Scheitern von Kommunikation versinnbildlicht. Frei nach McLuhan: Die Maschine ist die Message.

via Creative Applications Network

Poetisches für den Sonntag: Brandy Eve Allen

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Ich stöbere gerade ein bisschen im Tumblr von Brandy Eve Allen und bin einfach nur hin und weg von ihren fantastischen Fotos und Spielen mit dem Medium Bild: Genau der richtige Zeitpunkt, um unsere sonntägliche Poesie-Ecke wiederzubeleben. Surft da hin, schaut euch ihre Bilder an, lasst euch verzaubern und hypnotisieren!

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Brandy Eve Photos via art fucks me

Manchmal ist Fußball doch Porno

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Oh wie ich mich für diesen Post schäme und doch gröhlend unter dem Tisch liege. Macht den Rest der Redaktion dafür bitte nicht verantwortlich und nehmt mir das Web weg bevor ich zu grunzen anfange.

via

Animated Short der Woche: Gloam

Ich kann gar nicht genau sagen, was es ist… Aber, dieser Film hat was. Und davon verdammt viel. Eine wunderschöne, poetische Kurzanimation, in der im Grunde nicht viel passiert, im Subtext womöglich auch nicht viel passiert, die aber genau für das was sie ist, einfach mal perfekt ausbalanciert und ungemein bewegend daherkommt. Nach dem Klick folgt noch ein kleines Making-Of für alle Interessierten.

Wandering a dark forest, a solitary creature encounters something unknown with only curiosity to lead the way.

Gloam is a short film by David Elwell & Gareth Hughes.

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135 Shots, die dir den Glauben an das Gute im Kino zurückgeben (Supercut)

Großartiger Supercut aus dem Hause Flavorwire. Auffällig ist vor allem, dass der Zusammenschnitt zahlloser Filmszenen erfreulicherweise auf den sonst oft anzutreffenden US-Zentrismus verzichtet und sich stattdessen auch ordentlich beim europäischen und asiatischen Kino bedient. Und so dürfen neben den üblichen Verdächtigen wie Stanley Kubrick eben unter anderem auch Akira Kurosawa, Wim Wenders und Alejandro Jodorowsky ihr Können unter Beweis stellen. Natürlich könnte man jetzt ein Spiel draus machen: “Wer erkennt die meisten Filme? Wer kann dazu noch Regisseur und Kameramann nennen?” Aber in diesem Fall lohnt es sich wohl auch einfach nur ehrfurchtsvoll staunend vor dem Bildschirm zu sitzen und den cineastischen Bilderreigen ohne jeden Kino-Snobismus zu genießen. Ich könnte das auf jeden Fall Stunden lang sehen.

135 Shots That Will Restore Your Faith in Cinema from Flavorwire on Vimeo

Black And White Detroit von Brian Day

Großartige, scharf akzentuierte schwarzweiß Fotos von Brian Day, auf denen Detroit einen abgehobenen, fast magischen Touch erhält. Auf dem Photography Office gibt es neben weiteren Fotos noch ein lesenswertes Interview mit dem Künstler, der nach eigenen Angaben erst seit gerade mal drei Jahren leidenschaftlich fotografiert.

I consider that I am still a student of photography. I suppose the primary characteristics of my photos are that they are generally in black and white, and usually prefer to feature as few subjects as possible. I like the idea of being able to relate somehow to the subject in the photo and thus many of my photos may have only a single subject. However, I do work to construct a visual narrative wherever possible.

Brian Day Photography via Minimal Exposition

Ein surfendes Lesezeichen

Ein verlassenes Zimmer, ein zurückgelassenes Buch, ein Lesezeichen, das sich zwischen die Seiten klammert… plötzlich springen die Fenster auf, ein Sturm weht durch den Raum, das Buch wird aufgewirbelt, das Lesezeichen wird von seinem sicheren Platz geworfen… und beginnt zwischen den Seiten zu surfen. Gott sei Dank wurde dieses Szenario in  Much Better Now von Salon Alpin nicht überdreht und geeky umgesetzt sondern viel mehr poetisch, geradezu zauberhaft. Wenn ich so etwas sehe, wird mir jedenfalls wieder schmerzlich bewusst, wie sehr die Animationsschmiede Pixar gerade Gefahr läuft ihren Zauber zu verlieren (den Dreamworks btw. schon vor langer Zeit verloren hat). Es wäre wirklich mal an der Zeit für eine Wachablösung.

A bookmark is stuck in a forgotten book that is one day knocked over by wind. It experiences its environment by surfing the pages that turn in to ocean-waves, enjoying the ride of its life. As the book cover closes light reveals new challenges.

production: Salon Alpin
direction / script / animation: Philipp Comarella, Simon Griesser
sound / music: Silvio Canazei
gaffer: Thomas Welz
animation: Christoph “Kris” Staber

Nach dem Klick folgen noch die Making Ofs…

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Poetisches für den Sonntag: Multi Exposure by Christoffer Relander

Menschen in denen sich die Natur widerspiegelt, Menschen, die mit der Natur verschmelzen, Bilder die eine impressionistische Melancholie in sich tragen aber Dank der zurückhaltenden Visualisierung im blassen schwarz-weiß nie Gefahr laufen aufdringlich oder kitschig zu werden. Viele weitere dieser wundervollen Multi Exposures gibt es in Christoffer Relanders Portfolio zu sehen. Fotografische Poesie: Nachdenklich, naturverbunden, magisch realistisch… einfach nur wundervoll.

via

Digitale Science Fiction Illustrationen von Victor Mosquera

Die futuristischen, poetischen Zeichnungen von Victor Mosquera sind, obwohl sie am Computer entstanden und trotz ihrer technoiden Grundstimmung, ungemein poetische, fantastische und epische Gemälde aus einer fernen Welt, aus einer anderen Dimension. Dabei wirken sie keineswegs so seelenlos wie viele andere digitale Illustrationen, sondern sind kraftvoll, lebendig und auch irgendwie beseelt.

Weitere Bilder  via Maik

Poetisches für den Sonntag: Terra Sacra

Sehr schöner, poetischer Timelapse-Film über die Erde und den Menschen…

An around-the-world time lapse journey celebrating our Sacred Earth. Six years in the making… seven continents… 24 countries.

TERRA-SACRA.com via Florian Freistetter