Schlagwort-Archiv: Pink Floyd

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Die 80er Jahre: Die besten Filme des Jahrzehnts für Musikliebhaber

THE-BLUES-BROTHERS

Ich glaube, ich habe schon in einem der letzten Artikel mit Musikliebhaberfilmen erwähnt, dass Musicals so überhaupt nicht mein Genre sind. Dementsprechend sind sie auch in dieser Retrospektive nicht besonders präsent. Müssen sie auch gar nicht: Wer Musik und gleichzeitig Filme mag, ist keineswegs auf das naheliegendste und damit auch irgendwie ödeste Genre-Crossover angewiesen: Warum nicht stattdessen großartige Slapstick-Action mit viel Coolness, viel Humor und vor allem viel Rock N Roll (Blues Brothers)? Oder überlange surreale Musikvideos (The Amazing Mr. Bickford, The Wall), gerne auch dramatisch, pathetisch und voll mit Attitüde (Purple Rain). Oder warum nicht eine der besten Mockumentarys aller Zeiten (This is Spinal Tap)? Und wenns dann doch musicaleske Unterhaltung sein soll, kann ich zumindest Forbidden Zone anbieten… das wiederum ist aber auch ein Musical wie kein Zweites und passt somit perfekt in diese Reihe schriller, verquerer und ungewöhnlicher Filme.

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fluchtpunkthafen

Hörenswertes: Scott Walker & Sunno))), Marianne Faithfull, Damien Rice, Pink Floyd, TV on The Radio

fluchtpunkthafen

Au revoir, auf Wiedersehen
goodbye, tschüss und baba
es ist soweit, adiós, au revoir
(Ja Panik- Au Revoir)

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Hörenswertes April 2012 II: Last Days Of April, Screaming Females, Of Monsters And Men, Django Django

Ich spare mir mal die üblichen Auslassungen über irgendwelche Wetterkapriolen und kann nur mit Freude verkünden, dass dieser April endlich bald vorbei ist. So durcheinander wie das Wetter ist auch unsere Auswahl: Rüder Punk von den Screaming Females, gefühliger Sommer-Pop von Last Days Of April, braver Konsens von Of Monsters And Men und erstaunliche Experimente von Django Django.

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Poetisches für den Sonntag: Edvard Munchs “Der Schrei” als Animated Short

Sebastian Cosor hat einen kleinen, wunderschönen Animated Short zu der Hintergrundgeschichte von Edvard Munchs Der Schrei (1893) gebastelt. Unterlegt mit dem Gesang von Clare Torry aus dem Pink Floyd Song The Great Gig in the Sky (1973) sind zwei Männer zu sehen, die sich über die Angst vor dem Tod unterhalten, während aus dem Hintergrund der berühmte Schrei der Natur auftaucht, halb verzweifelt, halb tanzend den Dialog der beiden begleitet. Zurück geht diese Interpretation auf die Hintergründe der von 1893 bis 1910 gezeichneten, proto-expressionistischen Schrei-Bilder, die im Rahmen der Serie Fries des Lebens entstanden. Unter eine graphische Fassung des Werkes schrieb Munch übrigens in deutsch „Ich fühlte das große Geschrei durch die Natur.“, ein Verweis auf das in seinem Tagebuch festgehaltene Gedicht Schrei von 1892:

Ich ging des Weges entlang, mit zwei Freunden,
die Sonne ging unter,
ich fühlte einen Anflug von Wehmut –
Der Himmel wurde plötzlich blutrot.
Ich hielt an, lehnte mich an den Zaun
– todmatt –
sah über die flammenden Wolken,
wie Blut und Schwert
über den blauschwarzen Fjord und die Stadt –
Meine Freunde gingen weiter – ich stand da,
zitternd vor Angst –
und ich fühlte einen enormen unendlichen Schrei
durch die Natur -

via Kotzendes Einhorn

Musikvideo der Woche: Pink Floyd – High Hopes

Klassiker-Zeit ! Momentan hängen ja überall diese “Why Pink Floyd?”-Plakate und wenn ich an die gar erschröcklichen 80er Alben wie “The Final Cut” denke ist diese Frage auch mehr als berechtigt. Die genialen 70er Alben wollen wir dann aber nicht vergessen und das letzte Album “The Division Bell” war immerhin ein versöhnlicher Abschied. Für die Single “High Hopes” entwarf  Haus und Hof Fotograph-Storm Thorgerson ein schönes episches Video.

Pink Floyd – High Hopes (1994)

Regie: Storm Thorgerson

Album: The Division Bell

Rezension zu Anathema – "We're here because we're here"

Vor langer, langer Zeit in einem weit weit entfernten Land lebte eine junge Musikkapelle, die sich Anathema nannte. Anathema wie Kirchenbann, wie Exkommunikation, wie die Verfluchung vor Gott und dessen irdischen Vertretern. So wie sie sich nannten, so klang auch ihre Musik, die sie von Dorf zu Dorf ziehend den Menschen präsentierten. Da mischten sich harte Doom-Metal und Gothic-Klänge, da wurde gelitten, gestorben und dämonisiert. Da wurde das Dunkle in der Welt beschworen. Doch dann eines schönen Tages entdeckte ihr Schreiber Danny Cavanagh auf der Reise eine kleine Höhle namens Artrock, in der unglaubliche Schätze verborgen lagen: Dort zu finden waren psychedelische Farben, Schatzkisten voller epischer Hymnen und vertrackter Takte. Danny zog es in diese Höhle, ebenso den Rest der Band, und als sie wieder herauskamen, sollte nichts mehr so sein wie früher. Anathema hatten sich verändert…

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Zum Kinostart von Noah Baumbachs "Greenberg": Rezension zu seinem 2005er Drama "Der Tintenfisch und der Wal"

Einen Film über Familienprobleme und Scheidung zu drehen, dürfte wohl mit zu den schwierigsten Aufgaben überhaupt gehören. Immerhin muss der zuständige Regisseur den schmalen Grad zwischen Spannung und Realismus, zwischen Alltag und Tragik beherrschen, ohne dabei in Kitsch oder Beliebigkeit abzurutschen. Und dann gibt es natürlich noch das Problem mit dem Referenzwerk: Was damals bei „Kramer gegen Kramer“ für Aufsehen sorgte, ist mittlerweile nicht nur überholt, sondern gar als abgedroschen definiert, umso schlimmer, da sich Filme zu dem Thema nach wie vor an dem 80er Drama messen müssen. Eine Hürde, an der schon viele große Regisseure gescheitert sind. Noah Baumbachs „Der Tintenfisch und der Wal“ gelingt es, diese Probleme zu meistern, obwohl oder gerade weil er in seiner teils drastischen, teils lakonischen Darstellung sich erheblich von dem Referenzwerk unterscheidet, und auf seine ganz eigene Art zu den anrührendsten Dramen der 00er Jahre gehört. „Der Tintenfisch und der Wal“ ist eine bitterböse, süße Tragikomödie, die sich nicht nur mit „Kramer gegen Kramer“ messen kann, sondern diesen in einigen Punkten sogar problemlos überflügelt.

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