Schlagwort-Archiv: Paris

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Die 00er Jahre: Die besten elektronischen Alben des Jahrzehnts II

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So, wieder ein Schritt weiter in der Retrospektive über die elektronischen 00er. Zwei DJs spielen Rendes-Vouz, irgendwann in den frühen 80ern. Ja dieses Bild passt zum Electrocash der 00er Jahre, der das zaghafte 80er-Revival konsequent weit führte. Justice nahmen die Abkürzung zu den 90ern und gaben der Electro-Gemeinde anbetungswürdige Boller-Musik, Hot Chip versöhnten Soul und Keyboards, Fennesz war eher für das Chillen danach und für die Avalanches brauchte man sogar einen Psychiater.

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Die Eagles Of Death Metal äußern sich zu dem Terror in Paris

eaglesdeathinterview

Puh. Ich bin ehrlich gesagt ganz schon mitgenommen und muss das Interview erst einmal sacken lassen.

Mögen die Eagles Of Death Metal und Jesse Hughes nicht so unbedingt meinen Geschmack treffen, aber hier sieht man eine Band die schwer traumtatisiert ist und komplett fernab von harten Rockstar-Posen versucht das Geschehene in Worte zu fassen.

Ich bin immer noch angekelt von diesem kranken Terrorakt und würde gerne was zu diesen “Jetzt reißen alle ein Fass auf, aber wenn in…”-Krakelern auf Facebook was sagen. Aber nee, das gönne ich euch nicht.

Poetisches für den Sonntag: Bubble und Fly von Melvin Sokolsky

Kaum zu glauben, aber diese Fotos sind mittlerweile über 45 Jahre alt. Im Jahre 1963 fotografierte Melvin Sokolsky (*1938) Fotomodels in riesigen, transparenten Plastikblasen vor den Kulissen Paris’. Die Aufnahmen wurden unter dem Namen Bubble in der Modezeitschrift Harper’s Bazaar veröffentlicht, ebenso wie die zwei Jahre später entstandene Serie Fly, in der die Models nun scheinbar schwerelos über den Dächern der Stadt schweben. Unglaublich beeindruckende Aufnahmen zwischen Mode, Poesie und verspieltem Ästhetizismus… Weitere Bilder nach dem Klick.

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David Lynch’s Club Silencio for real!

Regisseur David Lynch plant eine reelle Umsetzung des Club Silencio aus seinem Film Mulholland Drive (2001) in Paris. Das düstere Theater, dessen grotesk-schöne Vorstellungen vor allem Schein und Sein thematisieren, steht im Zentrum des parabolischen, surrealen Mysterythrillers, den wir schon bei den besten surrealistischen Filmen der 00er Jahre ordentlich gefeiert haben. An den Plänen zu der Real-Life-Umsetzung dieses (alp)traumhaften Ortes haben unter anderem Arnaud Frisch (dem der berühmte Pariser “Social Club” gehört) und Designer Raphael Navot mitgearbeitet.

Der Club, der anscheinend nur für einen sehr erlesenen Kreis an Künstlern zugänglich sein soll, wird eine Bar, eine Konzerthalle, eine Kunstbibliothek und ein Kino enthalten. Ist aber auch eigentlich vollkommen egal… Ich will nur den irren Direktor sehen und das wunderschöne und zugleich verstörende Llorando hören. Bis Herbst ist noch ein wenig Zeit, um zu großem, künstlerischen Ruhm zu kommen oder das nötige Kleingeld zusammen zu kratzen. Eröffnet werden soll der extravagante Nachtclub in der französischen Hauptstadt nämlich erst im September.

No hay banda! There is no band. It is all an illusion…

via Guardian

Musikvideo der Woche

Joa, Justice hatten wie ja bereits schon in Zusammenhang mit der Adidas-Kampagne gefeatured. Nun kommt endlich das offizielle Video zu dem Song, und erinnert an “Right Here, Right Now” von Fatboy Slim und den Film Ice Age.

 

Justice – Civilization (2011)

Regie: Edouard Salier

Album: tba

Update: Das Internet mag uns wohl momentan nicht und es erscheint ein hässlicher Decodierungs-Fortschrittsbalken beim Aufruf des Videos.

Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts IV

Ein letztes Mal: Lachen, weinen, auf ein versöhnliches Ende hoffen… Im letzten Teil unserer Tragikomödienretrospektive werden wir noch einmal international und historisch. Wir wandern von Amerika nach Europa, streifen französischen Lebenschic, werden mit den dunklen Seiten der italienischen Geschichte auf tragikomische Weise konfrontiert und finden komplexe gesellschaftliche Strukturen im Spanien des 20. Jahrhunderts. Ein nostalgischer Blick zurück in die 60er Jahre der USA und eine schrille Konfrontation mit Neurosen und Ängsten… aber eben auch das Überwinden der selben. Et voilà. Alles wird gut!

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All In for Civilization – Justice machen es mit Adidas und Romain Gavras

Filter-House, Disco-Samples und Geboller.  Daft Punk Justice sind zurück ! Kaum zu glauben, dass deren  Album “Cross” nun schon 4 Jahre auf dem Buckel hat und ganz klar einen großen Einfluss auf das Electro-Revival der 00er hatte. Wo andere Band zaghaft MP3 Singles zum Download anbieten und auf sonstige Promotion verzichten, kann es für das Pariser Duo wohl nicht laut und pompös genug sein. Adidas ließ sogar den Justice-Intimus Romain Gavras das Commercial produzieren, was für einen Weltkonzern sicherlich gar nicht mal so ohne ist, da dem gute Mann dem Ruf als Provocateur vorraus eilt und seine Videos zu Stress und Born Free, welches wir hier schon als Musikvideo der Woche vorstellten, schnell auf dem Index von Youtube landeten. Im Grunde genommen hat sich sein Stil für die Adidas Werbung auch nicht großartig geändert: Hektische schnelle Schnitte, Adrenalin, ikonische Bilder, Ekstase und fast schon pornographische Darstellungen von Emotionen. Katy Perry, May, b.o.b, Beckham, Rose, Blanka, Mehdin, Jeremy, Rokko, Messi sind drin – wir nun auch.

hier noch die einzelnen Features, die später für den clip zusammen geschnitten wurden: Weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Epen und Historienfilme des Jahrzehnts

Wie schon im letzten Jahrzehnt sind die Epen als Filmgenre schwer zu greifen: Groß, bombastisch, pompös, meist historisch, oft bilderverliebt und grundsätzlich immer mit gigantomanischem und universellen Anspruch. Manchmal eskapistisch, manchmal aber auch düster und realistisch, manchmal sogar introspektiv… Aber irgendwie immer ein bisschen größer (und oft genug länger) als das, was es sonst im Kino zu sehen gibt. Here they come…

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Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts I – Serienkillerfilme

Die 90er Jahre waren ein ausuferndes Jahrzehnt für Thriller und Krimis. Neben den klassischen Crime-Stoffen war es vor allem der Serienkillerfilm, der einen zweiten Frühling erlebte. Natürlich sind auch hier die Genregrenzen oft fließend: Viele der hier genannten Filme könnten ebenso gut in der Horrorecke stehen; von den unzähligen – oft pubertären – Slasherrevivals heben sie sich aber deutlich sowohl in ihren Ausgangspunkten als auch Umsetzungen ab. Ein perfekter Serienkillerfilm arrangiert psychologische Tiefgründigkeit mit ganz realem physischen Terror, sucht nach Motiven und Ursachen, ermittelt ebenso akribisch, wie er akribisch tötet und schafft dabei eine unheilschwangere, düstere Atmosphäre. So werden die guten dieser Filme nicht zum bloßen Thriller sondern zum komplexen Persönlichkeits- und Gesellschaftsporträt, wenn nicht gar zu brutalen, düsteren und apokalyptischen Anthropologien.

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Die 90er Jahre: Die besten Liebesfilme des Jahrzehnts II

So hier wie versprochen Teil 2 unserer Liebesfilmretrospektive der 90er. Wie schon in Teil 1 bunt gemischt zwischen Romcoms, Independent, Hollywoodkitsch und obskuren “Anti-Romanzen”…

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Kurzfilm der Woche: Faubourg Saint-Denis (Paris je t’aime)

Diese Woche mit eintägiger Verspätung nachgereicht: Fauburg Saint-Denis… Einige wenige Englisch- und Französischkenntnisse sollte man hier schon mitbringen, dann kann man sich vollkommen von Tykwers Beitrag zum Paris-Kaleidoskop “Paris je t’aime” verzaubern lassen.

Die 00er Jahre: Die besten Episodenfilme und Composite Films des Jahrzehnts

Wir haben auf unserem Weg durch die Kinodekade klar abgegrenzte Genres wie Tragikomödien, Erotikfilme, Thriller und Horrorfilme hinter uns gebracht, aber auch mit  diffusen Kategorisierungen wie Tarantinoeske Filme gearbeitet. Jetzt wirds wieder ein wenig knifflig. Die Genrekategorisierung “Episodenfilm” ist hinreichend bekannt, scheint jedoch ein allzu enges Korsett für so manches cineastisches Werk zu sein. Der klassische Episodenfilm nämlich – wie zum Beispiel Intolerance von D.W. Griffith (1916) – besteht aus in sich geschlossenen Episoden, die durch ein alles verbindendes Thema zusammen gehalten werden. Nun ist aber gerade das postmoderne Kino, was Episodenkonstellationen betrifft, gerne verspielt und alles andere als stringent. Durchgesetzt haben sich hier episodische Prinzipien, die keine kleinen abgeschlosssenen Teilhandlungen erzählen, sondern diese ineinander verzahnen, parallelisieren,  darin wild umher springen oder gar klassische Chronologien komplett aufbrechen. Als Wegfeiler seien nur Robert Altmans Short Cuts von 1993 und Quentin Tarantinos Pulp Fiction von 1994 genannt und es wird offensichtlich, wie unterschiedlich sich Kurzgeschichten jeweils in einem Film anordnen lassen.

Die englische Sprache bietet hierfür den Begriff des “Composite Films” an, der Filme bezeichnet die trotz ihrer Episodenhaftigkeit dicht gewebt sind, und aus deren einzelnen kleinen Plots sich komplexe Gesamtstrukturen bilden. Die deutsche Filmkritik und Theorie arbeitet hier noch öfter etwas ungelenk mit Begriffen wie Ensemble Drama, Sittengemälde oder verzichtet gleich vollkommen auf eine eindeutige Kategorisierung. Wir wollen an der Stelle mit den beiden Begriffen Composite Film und Episodenfilm arbeiten, denn bei den besten Filmen der Dekade finden sich sowohl klar strukturierte, aus einzelnen voneinander getrennten Segmenten bestehende Werke als auch eng ineinander verzahnte Filmkompositionen. Mitunter parallel erzählt (im 2000er Drama Timecode sogar zeitgleich im echtzeitlichsten Sinne des Wortes), mitunter in durchgeschüttelter Chronologie, mitunter scheinbar ohne klare Linie. Und damit wollen wir die Theorie auch Theorie sein lassen. Es folgen die besten vielschichtigen, mehrstimmigen, zusammengesetzten , fragmentierten, komponierten und arrangierten Werke des Jahrzehnts… wie immer nach dem Klick.

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