Lugspiel, Trugspiel, Schauspiel – Rezension zu Siegfried Lenz' Novelle "Landesbühne" (2009)

Manchmal muss die Wahrheit erfunden werden. Mit dieser Losung legt Siegfried Lenz (Deutschstunde, Fundbüro) bereits den ersten wichtigen Grundstein zu seiner neuen Novelle Landesbühne. In der knappen, 120seitigen Erzählung geht es um das Zusammenspiel – nicht den Gegensatz – von Schein und Sein, die Macht der Freundschaft und unbeugsamen Optimismus. Mehr denn je haftet Lenz seinem Realismus das Attribut magisch an und erzählt dadurch eine Geschichte, die sich weder um Wirklichkeitstreue noch um dramatische Überhöhung kümmern muss.

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Animated Short der Woche: More

In einer ebenso trost- wie farblosen Welt macht einer der Bewohner eine beeindruckende Erfindung, die Farbe und Hoffnung in das Leben bringen soll. Dafür muss er allerdings ein Stück von sich selbst aufgeben… More ist ein wunderschöner und zugleich trauriger Stop-Motion-Film, perfekt unterlegt mit einem beeindruckenden Score der 80er New Wave Heroen New Order.

More (USA, 1998)

Regie: Mark Osborne

Musik: New Order

Laufzeit: 6 Minuten

Die 00er Jahre: Die besten Fantasyfilme und Märchen des Jahrzehnts

Mit den vergessenen Alben und den besten Popalben des Jahrzehnts haben wir das musikalische Dekade ja bereits ganz gut abgeklappert. Das selbe werden wir nun auch mit den cineastischen 00ern anstellen. In der folgenden Veröffentlichungsreihe werden wir jedem Genre einen kleinen Artikel gönnen und die beachteten, vergessenen und vor dem Vergessen zu bewahrenden filmischen Glanzlichter der Jahre 2000 bis 2010 auflisten. Den Anfang machen die besten Fantasyfilme und Märchen des Jahrzehnts.

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Animated Short der Woche: Skhizein

Ein Mensch steht neben sich…im wahrsten Sinne des Wortes. Skhizein verzichtet darauf diese Idee zu einem platten Kalauer zu machen und erzählt stattdessen eine rührende, ruhige und nachdenkliche Parabel über den Selbstverlust und das Leben neben sich selbst…

Skhizein (F 2008)

Regie: Jérémy Clapin

Drehbuch: Jérémy Clapin und Stéphane Piera

Laufzeit: 13 Minuten

http://www.muiye.com/skhizein/SKHIZEIN.html

http://www.imdb.com/title/tt1235926/

Gesuchtes und Gefundenes – Rezension zu Siegfried Lenz’ "Fundbüro" (2003)

Dank seines Romans „Deutschstunde“ zählt Siegfried Lenz mit zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. In einer nie moralisierenden, aber ethisch trotzdem konkreten Erzählweise setzte er sich oft explizit mit den Folgen des Nationalsozialismus und der Problematik der Konformität und Uniformität in der Bundesrepublik nach 1945 auseinander. Und trotz dieses immens wichtigen Beitrages zur Vergangenheitsbewältigung sind es keineswegs die großen Romane, die ihn so besonders machen: Nein, es sind die kleinen Erzählungen und Novellen, die alltäglichen Beobachtungen und Anekdoten, die nur scheinbar trivial sind, und in Wirklichkeit tief hinab in die Ängste und Sorgen der Menschen blicken lassen. In diesen Geschichten gelingt es Lenz immer, gesellschaftliche Probleme zu thematisieren, jedoch nie mit dem Blick des Zynikers oder gnadenlosen Realisten, stattdessen mit viel Herzenswärme, Sympathie für alle seine Figuren und einer großen Portion Hoffnung, die jedem seiner kleineren, zurückhaltenden Werke immanent ist. Und eben genau in diese Sparte fällt auch der 2003 veröffentlichte Roman „Fundbüro“.

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