Schlagwort-Archiv: Oscar

Tom Hanks

Filmabriss: Captain Phillips, 12 Years a Slave, Snowpiercer, Trance – Gefährliche Erinnerung

Tom Hanks

Unbedingt mal wieder Zeit für einen aktuellen Filmabriss… Irgendwie tut es mir derzeit um so ziemlich jeden Film leid, den ich sehe und zu dem ich es nicht schaffe, wenigstens ein oder zwei Zeilen zu Papier zu bringen; liegt nicht nur daran, dass ich das Gefühl habe, Seite360 giere nach Content, sondern auch einfach weil das Niederschreiben mir selbst hilft meine Meinung zu dem entsprechenden Film zu verarbeiten und zu fixieren, auch über den (ähnlichen) Effekt eines  Nach-Kinobesuch-Gesprächs hinaus. Hier also jetzt ein paar kurze Gedanken zu einigen Filmen, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe. Keine tiefgründige Analyse, keine umfangreiche Auseinandersetzung, nur ein oder zwei Cents, die ich glaube zu den Werken noch loswerden zu müssen. Dieses Mal sind die Big Budget Großprojekte an der Reihe: Zweimal Oscar-Gewinner in Captain Phillips und 12 Years a Slave, einmal stilsicherer Heist-Mindfuck in Trance, und einmal groteske Weltuntergangsphantasien zwischen Korea und Traumfabrik in Snowpiercer. 2014 ist btw. bis dato ein verdammt gutes Filmjahr.

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Ingmar Bergman zu den Academy Awards

Als Nachtrag zur sonntägigen Oscarverleihung. Ingmar Bergman lehnt 1960 die Oscar-Nominierung für Wilde Erdbeeren (1957) aus folgenden – im Grunde genommen ziemlich vagen – Gründen ab:

As Smultronstället (Wild Strawberries) didn’t compete for “OSCAR” I think it is wrong to nominate the picture and therefor [sic] I want to return the “CERTIFICATE OF NOMINATION”.

I have found that the “OSCAR” nomination is one for the motion picture art humiliating institution and ask you to be released from the attention of the jury in the future.

via The Criterion Collection

Die Oscargewinner 2012

Ich kopiere das jetzt einfach mal ganz dreist von den Filmfreunden hier rüber, die haben die Ergebnisse der diesjährigen Academy Awards nämlich echt mal anständig sortiert und formatiert. Achja, das Ergebnis…. hmmm… geht in seiner Überraschungsarmut so vollkommen in Ordnung. Hugo und The Artist machen es unter sich aus, und der beste Song kommt von den Muppets…Cool, a real award! Oh wait, it’s just an oscar.

Bester Film: The Artist

Beste Regie: Michel Hazanivicius (The Artist)

Bester Hauptdarsteller: Jean Dujardin (The Artist)

Beste Hauptdarstellerin: Meryl Streep (The Iron Lady)

Bester Nebendarsteller: Christopher Plummer (Beginners)

Beste Nebendarstellerin: Octavia Spencer (The Help)

Bester Fremdsprachiger Film: A Separation (Nader und Simin)

Bester Animationsfilm: Rango

Bestes Originaldrehbuch: Midnight in Paris (Woody Allen)

Bestes adaptiertes Drehbuch: The Descendants (Alexander Payne)

Bester Short Film (Animated): The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore

Beste Dokumentation: Undefeated

Beste Kurzdokumentation: Saving Face

Bester Short Film (Live Action): The Shore

Beste Kamera: Hugo

Beste Ausstattung: Hugo

Bestes Kostümdesign: The Artist

Bestes Makeup: The Iron Lady

Bester Schnitt: The Girl With the Dragon Tattoo

Bester Tonschnitt: Hugo

Beste Tonmischung: Hugo

Beste Visual Effects: Hugo

Bester Original Score: The Artist

Bester Original Song: Man or Muppet (Bret McKenzie, The Muppets)

Bester Host: Billy Crystal

Nachtrag:

Der beste Kommentar zu den diesjährigen Academy Awards stammt von Doug Walker:

My sum up of the Academy Awards: Some films deserved it, some films didn’t, winners could finish their speeches if they stop cutting to montages of of Oscar sucking it’s own dick. Sum up of next year’s Academy Awards: Some films deserved it, some films didn’t, winners could finish their speeches if they stop cutting to montages of of Oscar sucking it’s own dick.

Alle Oscar-Nominierten 2012

Man kommt ja wegen all dem anderen Kram fast gar nicht mehr zum Bloggen. Daher an dieser Stelle annähernd kommentarlos alle Nominierten der Academy Awards 2012, wie sie heute offiziell bekannt gegeben wurden.Gut 90% der genannten Filme habe ich ohnehin nicht gesehen… aber man kommt ja auch wirklich zu gar nichts mehr…

Bester Film

  • The Artist
  • The Descendants
  • Extremely Loud & Incredibly Close
  • The Help
  • Hugo
  • Midnight in Paris
  • Moneyball
  • The Tree of Life
  • War Horse

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Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts II

Irgendetwas müssen sie den Amis Ende der 90er in ihre Longdrinks gekippt haben. Ausgerechnet Hollywood, das uns noch anfangs mit empathisch-naiven Komödien wie Mrs Doubtfire oder Peter Pan eine zuckersüße Heile Welt mit Moralgarnierung servierte, dekonstruierte plötzlich genüsslich das eigene Ideal der amerikanischen Saubermann-Familie und führte in einer bis dato ungewohnten Bissigkeit hinter die Fassade des amerikanischen Traums. Den bitteren Tiefgang des europäischen Kinos wollte zwar auch keiner so wirklich, aber als selbst Jim Carrey plötzlich seiner eindimensionaler Rolle als Hollywoods Grimassenschneider den Mittelfinger entgegen streckte, Anarcho Komiker verkörperte und ins Satire-Fach wechselte, war klar, dass dies der Beginn einer neuen tragikomisch grotesken Zeit sein konnte.

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Links fürs Wochenende

Exzesse des Bunten

Jens Jessen über die nicht verebbende Begeisterung an Franz Marcs bunten – und wenn es nach Jessen geht kitschigen – Naturbildern mit blauen Pferden und roten Rehen.

“Ein goldener Moment in der Geschichte des deutschen Feuilletons”

Der Umblätterer in einem sehr ausführlichen, mehr als lesenwerten Interview mit dem Geisteswissenschaftler und Feuilletonisten Hans Ulrich Gumbrecht.

Auf Kaffeefahrt – Ein Erlebnisbericht

Poppe twittert live von einer Kaffeefahrt und hat die Zusammenfassung seiner Erlebnisse nun auch in sein Blog gestellt. Irgendwie ganz schön gruselig das.

‘Ich glaube es hackt.’

Die Werbeagentur Jung von Matt fragt bei den Helden an, ob sie nicht – für die mittlerweile sattsam bekannte Plakatwerbung – Testimonials für die BILD werden wollen. Und Judith Holofernes reagiert mit einem wunderbaren Rant offenen Brief.

Oscarnacht-Livechat…

…der Fünf Filmfreunde, Moviepilot und Film-zeit.de. Sonntag Abend, wenn die Party in Hollywood steigt. Nicht verpassen. Spätestens dann ist das Wochenende gerettet.

Duslog.tv

Auch 2011 begleiten Lukas Heinser und Stefan Niggemeier den Eurovision Songcontest in einem eigenen Blog.

Kleine Radiohead-Presseschau:

Nachdem wir “The King of Limbs” hier pflichtbewusst abgefeiert haben, interessiert uns doch auch, was die anderen sagen.  Pitchfork beschäftigt sich mit der Enttäuschung und Begeisterung, die das neue Material auslösen kann, Oliver Ding attestiert auf Plattentests, dass “The King of Limbs” das perkussivste Album Radioheads sei, Erich Renz findet bei Laut.de in seiner Track by Track Review ein Album, dessen Schatten auf die aktuelle Musikindustrie bei jedem Hören größer wird. Lennart von Auftouren knüpft sich auch einen Song nach dem anderen vor und genießt dabei ein sowohl bescheidenes als auch wunderbares Album, während der NME während der First Listening Session vor allem Ähnlichkeiten zum “Kid A”-Nachfolger Amnesiac feststellt. Positiv gestimmt sind übrigens alle dieser Reviews. Für negative Meinungen lohnt es sich dann eher die Foren und Leserkommentare abzugrasen. Einige sind zum Beispiel bei der kollaborativen Live-Review von 78s zu finden.

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko lässt die EPs der Hurts und Drums zum Zweikampf in den virtuellen Ring steigen, Florian lästert über den Eurodance der 90er Jahre und findet einen Haufen verfilmenswerter Bücher. Die Redaktion schwelgt Dank Tim Burton in einer großen “Alice im Wunderland”-Nostalgie und nimmt sich den vergessenen Alben der 00er Jahre an.

Die 90er Jahre: Die besten Animationsfilme des Jahrzehnts

Der Trickfilm der 90er Jahre war noch ganz und gar vom klassischen Zeichentrick geprägt. Computeranimationsfilme, wie sie im nachfolgenden Jahrzehnt zu Hauf zu finden sind, waren noch Mangelware. Aber es gab sie schon, die kleinen und großen Vorreiter für den Durchbruch des digitalen Trickfilmzeitalters. Und es gab auch ein paar klassische Stop-Motion-Meisterwerke, ebenso wie erlesene Puppenspiele. Es folgen die schönsten Trickfilme, bei denen nichts gezeichnet, sondern alles auf die ein oder andere Weise animiert ist.

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Links fürs Wochenende

Links gegen Geld

Eigentlich wollten wir zum “Bloggergate” (Hier der Artikel auf Netbooknews, der das ganze losgetreten hat) ja nichts posten, aber jetzt haben sich doch einige interessante Artikel zum Thema eingefunden. Oben der Taz-Artikel für den Überblick. Dann stellvertretend für die vielen Anfeindungen, denen Sacha Pallenberg seitdem ausgesetzt war, ein Artikel von Social Media Optimization. Dazu ergänzend ein sehr sympathischer Kommentar vom Urheber der Geschichte Pallenberg selbst. Robert Basic, dem Basic Thinking ja abgekauft wurde, äußert sich ebenso auf angenehm korrekte Weise. Dann gibts noch ein Interview mit dem “Beschuldigten” Christoph Berger von Onlinekosten.de, und nicht vergessen werden sollte die juristische Bewertung von Schleichwerbung ganz allgemein, sehr elegant und lesenswert bei Schwenke und Dramburg. Einen Kommentar zu der Geschichte ersparen wir uns dann mal an dieser Stelle. Die Links dürften reichen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Falls nicht, gibt es noch eine sehr gute, übersichtliche Linksammlung von Robert Basic.

PS.: Wir versichern, für die im vorkommenden Text vorhandenen Links nicht bezahlt worden zu sein.

PPS.: Wir sind keiner der betroffenen “Kleinblogs”. Bisher wollte uns noch niemand Geld für irgendwelche Links bezahlen. Kommt vielleicht noch.^^

Die Moderne ist unsere Antike

Slow media zur Entwicklung der Kunst in der Postpostmoderne und zur Renaissance des Enthusiasmus und Dilletantismus in unserer Zeit.

Metagames: Games about Games

Superber Artikel von Andy Baio über von ihm gesammelte Metagames: Gemeine “Abusive Games”, minimalistische Spielerlebnisse, komplett durchdrehende Spielmechaniken, Gameverarbeitungen des Gewaltdiskurses und natürlich die obligatorischen selbstreferenziellen Metagames… Von Basted über Super PSTW Action RPG bis hin zu Wario Ware ist alles dabei. [via]

Fotos von Tomohide Ikeya

Wunderschöne, ästhetische Leckerbissen zwischen Erotik, Dunkelheit und purem Wohlgefallen.

Everything is a Remix

Wo gerade Teil 2 von Kirby Fergusons großartiger Dokumentation “Everything is a Remix” veröffentlicht wurde, verlinken wir nochmal schnell auf die Projektseite. Neben den beiden bis dato veröffentlichten 10Minütern über Remixes und künstlerische “Diebstähle” gibt es Neuigkeiten zu den weiteren geplanten Teilen, weitere Videos, sowie die Möglichkeit das coole Projekt zu unterstützen. [via]

In wie vielen Wiederholungen musste Bill Murray eigentlich den Murmeltiertag ertragen?

Letzte Woche war ja Groundhog day – schon wieder. Was liegt da also näher, als  einfach mal den gleichnamigen Film komplett durchzuexerzieren, um auf die Anzahl der darin stattfindenden Murmeltiertage zu kommen? Simon Gallagher hat genau das getan: Akribisch recherchiert, mit sinnvollen Multiplikatoren versehen, das nicht zu Sehende in die Rechnung integriert… und kommt damit auf eine Zahl, die weit von den Regisseur Harold Ramis geschätzten 10 Jahren entfernt liegt. Die Mühe hat sich gelohnt: Ein großartiger Filmnerd-Artikel. [via]

Warum der Oscar der wichtigste Filmpreis ist und ausgedient hat

Die Moviepiloten haben sich der altehrwürdigsten Veranstaltung überhaupt angenommen und konnten sich nicht auf eine Meinung einigen. Deswegen nun einen Tribut an die Jury, die Außensseitern wie Hurt Locker eine Chance gewährt und eine schonungslose Beweisführung, warum der Oscar nur noch eine geldgeile Kommerzveranstaltung ist.

But that was yesterday!

Wunderschönes Flashgame um Erinnern, Festhalten, darin Scheitern und niemals Aufgeben.

Walrus TV presents Street Art – Blame Mr. Brainwash

Auf dem Youtube-Channel Walrus TV gibt es viele interessante Featuretten und einen Überblick über die gegenwärtige Street Art Szene, die  durch die Banksy Doku “Exit Through The Gift Shop” nun große Medienaufmerksamkeit erfährt, da diese bei der Oscarverleihung gute Chancen hat die begehrte Trophäe für die “Beste Dokumentation” zu bekommen. Weiterlesen

Oscar Nominierungen 2011 – Der immer wieder überraschende Traditionalismus der Academy

And the Winner is…. wird sich zeigen. Wie jedes Jahr liefern aber bereits die Nominierungen (und noch mehr die Nicht-Nominierungen) genug Stoff für Tratsch über aktuelle Filmtrends und vor allem darüber, wie die Academy aktuelle Filmtrends einschätzt und bewertet. Und wie so ziemlich jedes Jahr offenbart diese auch 2011 unverhohlen ihren Hang zum Traditionalismus.

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Animated Short der Woche: The Danish Poet

Eine wunderschöne kleine Geschichte über Liebe und Leben und Zufälle und Entscheidungen und Wetter und Weltraum und Chromosomen und Zellteilung und überhaupt…

The Danish Poet (Norwegen, Canada 2006)

Regie: Torill Kove

Erzählerin: Liv Ullman

Musik: Kevin Dean

Laufzeit: ca. 15 Minuten

Das Filmjahr 2009 – Eine mathematische Analyse

Was hat uns das Filmjahr 2009 gebracht? Wenn ästhetisches Urteil und kulturelle Verortung nicht mehr ausreichen, um bestimmte Phänomene zu erklären, kann vielleicht die älteste und genauste aller Wissenschaften weiterhelfen. Wagen wir einen mathematischen Rückblick auf die Filme der letzten zwölf Monate:

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