Schlagwort-Archiv: Nu Metal

Beklopptes Mashup ist bekloppt (Linkin Park vs. Smash Mouth)

shrek-hybrid

This shouldn’t work, why does this work? – Der Titel sagt eigentlich schon alles. Bastard Pop kann vieles: Begeistern, rocken, verblüffen… aber auch – wie in diesem Fall – schlicht erheitern. Mit Genregrößen wie den Kleptones oder Girl Talk kann es dieser irre Mashup-Song zwar nicht aufnehmen, aber es ist allemal ordentlich überraschend, wie der Gute Laune Fun-Punk von Smash Mouth mit dem pathetischen Nu Metal von Linkin Park harmoniert. Allein der Pfeifpart… Gold!

via Maik

Serj Tankian – Harakiri

Na dann, mal reinhören ob der System of a Down Frontmann nach seinen bombastischen Musical-Auflügen mit dem heute veröffentlichten Album Harakiri was wirklich Neues erzählen kann. Erster Eindruck: Kommt gut, wirkt aber mit seiner Besinnung auf die Crossover-Roots weitaus konservativer als die letzten Veröffentlichungen Tankians.

Serj Tankian – Harakiri (Stream) via KROQ

Korn – The Path of Totality (Stream)

Falls sich noch irgendwer für die interessiert… bei Roadrunner gibt es derzeit das neue Korn-Album The Path of Totality im Stream. Das Teil erscheint am 02.12…. Ich habe noch nicht reingehört, und irgendwie reizt es mich gerade auch tatsächlich nicht im Geringsten.

—> Zum Path of Totality Stream via In.Die.Meute

Die 90er Jahre: Die besten Thrash Metal Alben des Jahrzehnts I

Neben dem Heavy Metal ist der Thrash wohl das schwermetallene Genre, das am weitesten in die 80er Jahre zurückreicht. Von den Größen der Bay Area Scene blieb in den 90er Jahren freilich nicht viel übrig. Metallica wanderten zum Heavy und schließlich Alternative Rock ab, Testament versuchten sich ebenfalls in dunkleren Heavy Metal Tönen und Exodus lebten irgendwo, irgendwie so langsam weiter vor sich hin, ohne im Genre noch Großes zu reißen. Retrospektiv betrachtet war es vielleicht sogar besser so. Denn an die Stelle der alten Haudegen rückten neue Propheten des prügelnden Sounds. In Brasilien, den USA aber auch in Deutschland wurde die Härte des Thrash sukzessive  mit Groove und Tribal-Sounds ergänzt. Neo Thrash war eine lange Zeit das Schlagwort für diesen Trend, später auch Groove Metal, sogar zu Proto Nu Metal ließen sich wenige hinreißen. Daher sei mir so manche Genre-Unschärfe in diesem Best-Of verziehen. Denn auch wenn Sepultura, Ministry und Fear Factory alles andere als klassische Thrasher sind, so erfüllt ihre Musik doch die wichtigsten Kriterien: Sie knallt, ist schnell, verflucht hart und bricht dem Metal so manchen Zacken aus der Krone. Und ein paar Klassiker wie Slayer, Anthrax und Overkill haben sich dann schließlich auch noch, in gewohnt gehobener Qualität, in das 90er Thrash Metal Programm eingeschlichen…

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Hörenswertes Juni II: Bon Iver, Digitalism, Limp Bizkit, The Antlers

Der Sommer ist da, nur Bon Iver und The Antlers sitzen grübelnd in ihren Einsiedler-Hütten und veröffentlichen kleine Meisterwerke. Ein Glück das immerhin Digitalism und Limp Bizkit dafür die Region unterhalb der Gürtellinie beschallen und klarmachen, warum diese Jahreszeit nicht unbedingt für Feingeister taugt. Weiterlesen

Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Die Deftones und der Nu Metal – Geschichte eines Missverständnisses

An alle Deftones-Fans
Musiksnobgasse 2
Alternativemetalhausen
CC/ Tool-Fans

Betreff: Re.: “Die Deftones sind kein Nu Metal”

Liebe Deftones-Fans,

um das gleich klar zu stellen: Ich bin einer von euch. Nicht, dass angesichts dieses Textes irgendwelche Missverständnisse aufkommen. Ich mag die Deftones, ich liebe sie geradezu. Fast jedes Album: Den Hassfetzen Adreanline, das fiebrige Around the Fur, das schillernde Meisterwerk White Pony, ja sogar dessen in Fankreisen verpönten selbstbetitelten Nachfolger. Ich liebe diese Band seit den 90er Jahren, halte sie für einen der besten Nu Metal Acts überhaupt… Und genau deswegen, weil ich sie liebe und weil ich sie für eine großartige Nu Metal Band halte, muss ich an dieser Stelle mit euch schimpfen. Ihr mögt die Band, zweifellos, sonst wäret ihr wohl kaum Fans; zugleich wehrt ihr euch aber mit der selben Leidenschaft mit der ihr die Band liebt gegen jede potentielle Einordnung der Mannen um Chino Moreno in das so verhasste Genre. “Die Deftones machen keinen Nu Metal!” muss ich dann immer wieder hören. Und genau das ist gelinde gesagt Blödsinn.

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Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): System of a Down und ihr selbstbetiteltes Debüt

Aber hallo, was scheppert denn da so frisch aus den Boxen? Richtig, das Debüt von Serj Tankian (verantwortlich für die heftigen und patehtischen Vocals), Daron Malakian (Gitarre), Shavo Odadjian (Bass) und John Dolmayan (Schlagzeug), besser bekannt unter dem Namen  System of a down: Nicht nur ihre armenischen Wurzeln sind deutlich aus dem wüsten Crossovermix herauszuhören, sondern auch die Vorliebe für Faith no More, klassischen Hardcore und düstere Soundlandschaften á la Fear Factory. 1995 zusammengefunden, brachten sie unter Aufsicht des Produzenten Rick Rubin (u.a. verantwortlich für die Produktion von namhaften Bands wie den Red Hot Chili Peppers oder den Beastie Boys) ihr gleichnamiges Debüt an den Start. Kurz darauf sollten sie mit „Toxicity“ und fast zehn Jahre später mit dem 2005er Doppelschlag Mezmerize/Hypnotize zu wahren Größen des modernen Crossovers – Neusprech Nu Metal – werden.

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Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Snot? / Tons? / Who?

Wer war das noch gleich? Im Gegensatz zu Limp Bizkit und Korn gelang es Snot (aka. Tons) nie bei einer breiten Masse an Musikhörern Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Band aus Santa Barbara Kalifornien erspielte sich Ansehen und Ruhm in der Szene, während sie kommerziell von der Hochzeit des Nu Metals so gut wie überhaupt nicht mehr profitieren konnte. Dies dürfte vor allem dem tragischen Tod des legendären Sängers der Band Lynn Strait geschuldet sein, der 1998 – während der laufenden Aufnahmen zum zweiten Studioalbum – bei einem Autounfall getötet wurde.

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Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Limp Bizkit

“Run DMC and Grand Masta Jay
L-I-M-P and the place to be
never went to college i had an ID
now all the critics wanna know about me”

Neuer Crossover trifft auf seine Pioniere, verbindet Hip Hop und Metal mit einer große Underdog-K(l)appe. Limp Bizkit gehören von Anfang an nicht zu der tiefgründigen Fraktion des New Metal, aber zu deren erfolgreichsten. Sogar so erfolgreich, daß sie ihre einstigen Ziehväter Korn in Sachen Medienpräsenz und Verkäufe überholen. Fred Durst, ehemals Tätowierer und Profi-Skater, hat von Anfang an ein Händchen für einprägsame Songs und das Glück mit Wes Borland einen begnadeten Gitarristen in seiner Reihe zu  haben, der sich von eintönigen Gitarrenbrei der Konkurrenten unterscheidet.  Limp Bizkit sind wohl die Band, die das Image des New Metal in der öffentlichen Wahrnehmung am meisten beeinflussen. Weiterlesen

Die große Nu-Metal-Retrospektive I: Die Vorreiter

Beginnen wir mit einem Outing. Ein Mitarbeiter (der hier nicht namentlich genannt werden möchte, die Red.) hat vor Kurzem gestanden, dass er im Moment ein kleines persönliches Nu Metal Revival feiert. Richtig: Nu Metal, oder New Metal, oder eben auch Nu-Metal (ziemlich SEO-unfreundliche Kategorie)… das ziemlich kurzlebige Genre, das irgendwann Mitte der 90er entstanden und innerhalb von 10 Jahren wieder fast vollständig untergegangen ist. Weder hat dieses Genre einen bestimmten Herkunftsort wie z.B Grunge in Seattle noch wurden hier sonderliche große Innovationen für nachkommende Generationen geboren. Falls überhaupt findet man diese nur auf dem selbstbetitelten Album der Band Korn, die zusammen mit Ross Robinson 1994 einen Sound entwickelte, der damals noch gefährlich und nicht selten als “krank” betrachtet wurde. Trotz der marginalen musikhistorischen Bedeutung und des Mangels an Innovationen prägte der Nu Metal die Mainstream-Rockmusik der ausgehenden 90er Jahre. Bands wie Limp Bizkit oder Linkin Park wurden zur festen Institution im Musikfernsehen, Nacheiferer fanden sie zu hauf und nicht wenige Musikhörer wurden durch den Sound des Nu Metal sozialisiert, um von diesem aus ihren Weg zu anderen alternativen Rock- und Metalgrößen zu finden.

In unserer kleinen Nu-Metal-Retrospektive wollen wir uns dem Genre genauer widmen. Wir betrachten seine Ursprünge ebenso wie seine Hochphase, kümmern uns um die weltberühmten Acts und Hitproduzenten, aber auch um den Underground, um Vergessenes und Vergessenswertes, um Erinnertes und Erinnerungswürdiges. Los legen wir mit einem Blick auf die Wurzeln des Nu Metal. Diese liegen insbesondere im gegen Ende der 80er Jahre entstandenen Crossover, die Suche gestandener Rock-, Metal-, und Hip Hop Acts nach genrefremden Einflüssen, ebenso im Groove und Neo Thrash Metal der beginnenden 90er, sowie bei experimentierfeudigen Hardcore- und Punkbands. Der daraus entstandene 90er Jahre Crossover sollte einen gewaltigen Einfluss auf den später populären Nu Metal haben… Roots, bloody roots… Direkt nach dem Klick.

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Kid "A Thousand suns"? – Rezension zum neuen Album von Linkin Park

Linkin Park? Da war doch mal was… Genau, Linkin Park. Man erinnert sich. Sind zur Jahrtausendwende auf dem Nu Metal Zug mitgefahren, haben mit Hybrid Theory ein mindestens okayes Album aufgenommen. Eben was damals im Trend war: deftige Alternative Rock Riffs, Rap Parts, Shouts, cleaner Gesang, immer zwischen Aufbegehren und Teenie Weltschmerzpathos. Hat sich wie die Seuche verkauft das Album. Dann kamen noch ein grauenhaft langweiliger Nachfolger, ein zumindest etwas mutigeres Drittwerk und vor allem ungefähr zwei Dutzend Live-, Remix,- Outtake- und Best Of CDs. Irgendwann mochte Linkin Park niemand mehr leiden. Sie galten quasi als Inbegriff einer geldgeilen Musikindustrie, die Resteverwertung als Spitzensport betreibt. Aus knapp dreisig Songs schufen sie Remix um Remix, Resteverwertung um Resteverwertung, Produkt um Produkt, bis es selbst den größten Fans zu viel wurde. Auf dem  Abstellgleis des Nu Metal Pop Zirkus wurden sie von den Musikgourmets beschimpft, von den Kritikern  jovial belächelt.. und von der Industrie gefeiert. Aber heuer ist 2010, eine neue Dekade bricht an und Linkin Park werden mutig Ja, richtig gehört: Mutig.

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