Die 80er Jahre: Die besten surrealistischen Filme des Jahrzehnts I

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Im Grunde genommen ist Kino des Surrealismus in den 80er Jahren bereits ziemlich am Ende. Mit Luis Buñuel stirbt 1983 der wohl wegweisendste Regisseur des Genres und hinterlässt eine Lücke, die sich so schnell nicht schließen wird. Zwar wies David Lynch mit Eraserhead bereits 1977 einen Weg in die Zukunft des surrealen Films – zwischen Avantgarde und unterhaltsamem Genrekino -, in den 80ern kümmert er sich jedoch eher um “bodenständigere” Projekte wie seinen Elefantenmenschen oder Blue Velvet. Während der neue Surrealismus noch ein wenig in Wartestellung verharrt, lassen aber immerhin die Altmeister mit interessanten Spätwerken aufhorchen: Fellini, Godard, Kluge… die Filmemacher des ersten Beitrags zum surrealen Kino der 80er lesen sich wie ein who is who vergangener Jahrzehnte. Warum sie auch in dieser Dekade begeistern können, lest Ihr hier…

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Zombiefilm-Abriss: The Returned, Ben & Mickey vs. the Dead, Mutants, World War Z, White Zombie

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Genau so schwer wie seine Protagonisten ist das Genre des Zombiefilms totzukriegen. Nach dem großen Revival der 00er Jahre und einer wahren Blütezeit an Remakes/Fortsetzungen/Neuerfindungen ist der Zombiefilm auch im Jahr 2014 quickuntot. Und ich habe das Gefühl, gerade in den ersten beiden Quartalen mehr Film rund um Zombies gesehen zu haben als im gesamten Jahr davor. Also ist es mal wieder an der Zeit einen klar fokussierten Filmabriss zu schreiben, unter den Tags: Zombies, Untote, Infizierte… Neben neuen Vertretern wie den klassischen Fantasyfilmfest-Flicks The Returned und Ben & Mickey vs. the Dead werfe ich einen kurzen Blick auf den schon etwas älteren französischen Horror Nouvelle Vague Mutants aus dem Jahr 2009 und den letztjährigen Hollywoodbeitrag zum Subgenre World War Z. Und da die Zeit gerade da ist, schadet es auch nichts, sich kurz mit dem Klassiker überhaupt auseinanderzusetzen. White Zombie aus dem Jahr 1932, der gemeinhin als der erste Zombiefilm überhaupt gehandelt wird.

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Poetisches für den Sonntag: Klassische französische Filmplakate

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Design, das den Augen und dem cineastischen Geist eines jeden Filmfreundes schmeichelt. Drüben bei 50 Watts gibt es noch weitaus mehr davon zu sehen. Und an der Stelle kann gerne noch einmal betont werden: Was die Franzosen nach dem Krieg filmtechnisch angestellt haben (Stichwort: Nouvelle Vague, Truffaut, Godard, Malle u.a.), war nicht nur damals ein Fest für jeden Kinofreund. Konsequent, dass sich diese Liebe zum Medium selbst in der grafischen Präsentation der Werke – auch ausländischer Herkunft – widerspiegelt.

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via 50 Watts

Die 80er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts III

Wir werden international in unserer dritten 80er Thriller-Retrospektive. War der letzte Artikel noch von amerikanischen Genre-Beiträgen geprägt, beweisen nun Frankreich, Japan und Australien, dass auch sie ihr Publikum in Atem halten können. Mit Todesstille demonstriert Phillip Noyce eindringlich, wie viel sich aus einer minimalistischen Disposition und den richtigen Spannungsmomenten herausholen lässt, mit seinem Alterswerk Auf Liebe und Tod verbeugt sich François Truffaut mit einem Augenzwinkern vor dem Film Noir und den Krimis der Nouvelle Vague, während der ebenfalls aus Frankreich stammende Le Prix du Danger weit Richtung Zukunft weist und als besserer Running Man unter Beweis stellt, wie sich eine Science Fiction Dystopie realistisch und zeitnah, gegenwärtig erzählen lässt. Und dann gibt es natürlich noch Takeshi Kitano mit Violent Cop, der bereits in den 80ern wusste, wie sich Crime, Drama und abartige Komik perfekt kombinieren lassen. Ergänzt wird das Quartett durch den amerikanischen Romance-Krimi The Big Easy, der sich mit Charme und einer tollen Geschichte ins Herz seines Publikums spielt. Nach dem Klick gehts los…

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Links fürs Wochenende

Bildung durch Comics

Zeittaucher Christian Jung über die Frage, ob es didaktisch sinnvoll ist, historische Bildung über Comics zu vermitteln: “Comics können Bildung vermitteln. Jugendliche sind danach gebildeter. Auch ältere Menschen haben nach der Lektüre mehr Ahnung über Geschichte.”

Ein Meister des Fragments

Das Werk des Filmemachers Chris Marker ist riesig und hat andere Künstler inspiriert, die wir er wissen wollen, was es mit Blicken auf sich hat. 91 Jahre alt, ist Marker nun in Paris gestorben.

Immer wieder sehenswert, Markers fotografisches Meisterwerk La Jetée:

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The Top 50 Films of all Time

Wieder einmal haben fast 1000 Filmkritiker, Cineasten und Künstler gewählt, und wieder einmal ist das Ergebnis natürlich nicht im Geringsten anfechtbar. Überraschung 2012: Citizen Kane wurde von Platz eins verdrängt. Noch überraschender: Diesen Platz nimmt nun Hitchcocks zur Zeit seiner Veröffentlichung viel geschmähter Vertigo ein.

The Philosophy of Batman, Schopenhauer Edition 2 (englisch)

Ja, schrecklich diese Leute, die in Nolans The Dark Knight Rises unbedingt mehr sehen wollen als gut gemachte salzige Popcorn-Unterhaltung. Der Rundumschlag durch Schopenhauers Pessimismus in Verbindung mit dem dunklen Ritter ist dennoch lesenswert. Ebenso Teil 1, der sich mit dem Vorgänger The Dark Knight auseinandersetzt.

Hans Zimmer und das Ende der Filmmusik

Seine Beliebtheit gibt ihm Recht. Hans Zimmer und Personal prägen die Filmmusik des heutigen Mainstreamkinos. Mit systematischer Primitivität und ohrenbetäubendem Lärm versetzten sie einer großen Kunst den Todesstoß.

Das ist übrigens ein Penis

Es gibt tatsächlich eine ziemlich große Diskrepanz zwischen der Darstellung männlicher und weiblicher Nacktheit in Kunst und Medien. Elisabeth Raeter hat sich für die Zeit diese Diskrepanz genauer angeschaut. Ebenfalls dazu lesenswert, das Replik von Vicky Amesti (Les petits Plaisirs): Penis, Nacktheit, Porno.

Cinemaware Spielklassiker (Kostenloser Download)

Die Game-Schmiede Cinemaware hat sich vor allem in den 80ern mit den Umsetzungen diverser Filme – primär für den Amiga – einen Namen gemacht. Auf ihrer aktuellen Homepage bieten sie einige dieser Klassiker zum kostenlosen Download an. Am bekanntesten dürfte wohl das Strategiespiel Defender of the Crown (1986) sein, und das sit auch heute noch ohne wenn und aber spielenswert.

Tequila Zombies 2 (Browsergame)

Perfekt, um von der Plants vs. Zombies Sucht loszukommen, von der ich derzeit befallen bin: Eine coole, in Form von Comicstrips erzählte, Backstory, eine apokalyptische Welt, die von Zombies überrannt wird, ein Überlebender und eine Überlebende… und die Suche nach gutem Tequila. Das ganze spielt sich als launiges Actiongame ziemlich flott, macht verdammt viel Spaß und ist ein ordentlicher Action-, Splatterhappen für zwischendurch.

Das Internetphantom – oder: Für eine digitale Denkmalpflege

Was wir brauchen, damit das Internet nicht noch einmal von unseren Historikern als “Phantom” diskutiert wird, ist eine “digitale Denkmalpflege”. Zeitungen und Zeitschriften werden sorgfältig in denStaats- und Landesbibliotheken gesammelt und archiviert. Aber schon,wenn es um die Alltagskultur im Fernsehen – geschweige denn im Internet geht – wird die Quellensuche sehr schwierig.

Gema & Youtube Talk (6 Videos)

Schon zwei Wochen alt, aber auf jedenfall hörens- und sehenswert. Klaus Kauker – von dem btw. großartige Songanalysen und Musik-Grundkurse auf youtube veröffentlicht werden – spricht mit Peter Hempel von der GEMA über Urheberrechte, den Google-Streit und den ganzen Rest. Ergänzend dazu, die ebenfalls etwas ältere Gesprächsrunde der Piraten mit der GEMA (120 Minuten).

Letztes Jahr auf Seite360:

Ich machs mal wieder rough: Hörenswertes von Casper, Little Dragon,The Cool Kids  sowie Boris, John Tejada, Jakko Jakszyk, Robert Fripp & Mel Collins (A King Crimson ProjeKct) – Die großen Actionstars der 80er und 90er Jahre (und was von ihnen übrig ist) –  Filmrollen von Alfred Hitchcocks “The White Shadow” gefunden … uuuuund Freude schöner Götterfunken: 9Live gibt auf und stellt den Sendebetrieb ein.

Urlaubsgrüße von Jean-Luc Godard, Wim Wenders und Heiner Müller…

Egal was jetzt noch kommt… der Sommer ist einfach mal im Arsch. Nehmen wir das doch einfach zum Anlass, um uns ein wenig in nostalgischer Weltflucht zu üben und schauen uns dieses wunderbare Film-Material von Ira Schneider an. Dieser teilte sich in den 70ern mit Jean Pierre Gorin ein Haus unter der Sonne Kalifornien, in dem allerhand prominente Filmemacher und Künstler der damaligen Zeit zu Besuch waren. A Weekend at the Beach with Jean-Luc Godard (1979)  ist eine zehnminütige Impression der unbeschwerten Tage, die sie damals erlebten. Keine große Kunst, keine artifizielle Dekonstruktion, just The Wonder Years of the Golden Age of Cinema. Allein diese großen künstlerischen Genies, unbeschwert im atypischen Homevideo-Format zu sehen, ist schon ziemlich strange und gerade deswegen ein besonderer Genuss.

via cargo

Die 80er Jahre: Die besten Liebesfilme des Jahrzehnts II

Nachdem ich im letzten Artikel ordentlich auf die Arthaus-Kacke gehauen habe, folgen nun die weitaus traditionelleren, romantischeren und auch prototypischeren Liebesfilme, sowohl in Gestalt der Screwball Komödie, als auch in Gestalt des poetischen Liebesdramas, aber auch in Gestalt des abstrakten Kunstfilms. Und ja verdammt, diese Schnulzen können auch heute noch alle ungemein unterhalten. Keine Scham für das entzückte Seufzen zum Balztanz Dirty Dancing, keine Reue über das Lächeln und die Träne im Auge zu den romantischen Komödien Roxanne, Mondsüchtig und Harry und Sally. Und kein schlechtes Gefühl beim Erschlagenwerden von den pathetischen Liebsreflexionen in Liebe bis in den Tod und Vorname Carmen. There will be Kitsch, there will be Romance, there will be Love, Baby!

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Die 80er Jahre: Die besten Epen und Historienfilme des Jahrzehnts III

Einen über Episches und Historisches aus den 80ern habe ich noch, auch dieses mal mit gewisser Schubladen- und Kategorien-Unschärfe. Natürlich ist Highlander dann doch auch ziemlich viel Fantasy-, Action- und Blockbuster-Kino. Natürlich ist Fitzcarraldo auch irgendwie Abenteuerfilm und Drama. Natürlich kann man über die Historizität von Am Anfang war das Feuer streiten. Und natürlich ist Au revoir, les enfants in erster Linie eine Tragödie historischen Ausmaßes gespiegelt in einem sehr persönlichen Kindheitsporträt. Zumindest auf das epische Moment von Die Bounty können wir uns einigen, oder? Auch wenn sich da natürlich wiederum eine Diskussion über die Qualität von Roger Donaldsons Historienepos anbietet. Well, ohne Streit wäre es ja auch ziemlich langweilig.

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Update or Die! – Francois Truffaut im Gespräch mit Alfred Hitchcock (August 1962)

Massive Audio-Content: Im Jahre 1962 traf sich einer der führenden Köpfe der Nouvelle Vague Francois Truffaut (Jules und Jim, Der Wolfsjunge, Die amerikanische Nacht) mit dem legendären amerikanischen Regisseur Alfred Hitchcock. Das dabei entstandene fast 12stündige (!) Interview kann man sich Dank des Alfred Hitchcock Wiki nun vollständig anhören. Auch ne Möglichkeit einen ganzen Tag rumzukriegen.

In the fall of 1962, François Truffaut carried out extensive interviews with Alfred Hitchcock at his offices at Universal Studios. The interviews were recorded to audio tape and the content eventually edited down into the “Hitchcock/Truffaut” book.

Although Truffaut could speak a little English, he hired Helen Scott (of the French Film Office in New York) to act as the translator for the interviews.

Interview: Alfred Hitchcock and Francois Tuffaut via Open Culture

François Truffaut – Eine Autobiografie

Letztens habe ich ausschweifend François Truffaut zum Geburtstag gratuliert… Auf Arte+7 gibt es jetzt eine wunderbare Autobiografie, in der anhand von Spuren und Schnipseln von Truffaut höchstpersönlich dessen Leben und künstlerisches Werk dargestellt wird.

Um Spuren zu bewahren, hob Truffaut alles auf: Fotos von geliebten Menschen, Papierfetzen, auf denen er Ideen notierte, Briefe, Skripte von allen Phasen der Drehbucherarbeitung. Ausgehend von Filminterviews, Fotos und schriftlichem Archivmaterial, stellt der Dokumentarfilm Verbindungen zwischen Truffauts Lieblingsthemen her: Kindheit, Lehrjahre, Geschlechterbeziehungen, Primat der Kunst über das Leben, Totenkult. Zur Vertiefung und Ergänzung dieses autobiografischen Filmessays äußern sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, die Truffaut begegnet sind. So gesteht Woody Allen hier zum ersten Mal seine Leidenschaft für den französischen Regisseur. Anstelle musealer Glorifizierung vermittelt der Dokumentarfilm einen lebendigen Bezug zu Truffauts Erbe. Dabei kommen die oft nicht bewussten, aber höchst präsenten Zusammenhänge zum Vorschein, die ihn mit dem Publikum von heute verbinden.

Happy Birthday François Truffaut

Der Humanist und Romantiker, der leichtfüßige Geschichtenerzähler der Nouvelle Vague, François Truffaut (* 1932; † 1984) würde heute seinen 80. Geburtstag begehen. Surreale Verfremdungen, wie sie bei Louis Malle zu finden sind, und abstrakte Selbstreferenzen à la Jean-Luc Godard lagen Truffaut nicht, stattdessen verstand er sich wie kein zweiter Regisseur der neuen Welle des französischen Kinos darauf, unterhaltsame, spannende und dennoch anspruchsvolle Geschichten zu erzählen, immer mit einem Bein in Hollywood, mit dem anderen in den Traditionen der westlichen Philosophie, der Aufklärung, des Realismus und des magischen Idealismus stehend. Ich glaube, ich habe an der ein oder anderen Stelle hier schon erwähnt, wie sehr ich die Nouvelle Vague liebe und wie sehr mir ebenso Truffaut am Herzen liegt. Ganz gleich, ob das fesselnde Sozialdrama Sie küssten und sie schlugen ihn (1959), die wunderbare Tragikomödie über Liebe und Freundschaft Jules und Jim (1962), die psychedelische Science Fiction Dystopie Fahrenheit 451 (1966) – die nebenbei gesagt tausendmal besser ist als die überschätzte literarische Vorlage von Ray Bradbury -, das humanistische Lehrstück Der Wolfsjunge (1969) oder das cinephile Epos Die amerikanische Nacht (1973)… Truffaut ist einfach einer der größten, bedeutendsten Regisseure des 20. Jahrhunderts.

via Google, die einen netten kleinen Doodle für den großen Regisseur eingerichtet haben.

Poetisches für den Sonntag: Filmküsse

Im Grunde genommen besitzen Filmküsse selten ein poetisches Moment, insbesondere die aus der Hollywood-Ecke. Gerade bei den großen Blockbustern gehören sie sogar mit zum Funktionalsten, was die dramaturgische Technik zu bieten hat. Auch wenn der Hays Code bzw. Production Code 1967 offiziell abgeschafft wurde und Küsse im Film seitdem weitaus expliziter, weniger verschämt und bieder inszeniert werden, steht dieses cineastische Stilmittel auch heute noch in den meisten Filmen primär unter dem Scheffel der Dramaturgie: Es gibt die initiierenden (wenn sich das im Zentrum des Films stehende Paar zum ersten Mal küsst) und die finalisierenden Küsse (wenn dies zum letzten Mal geschieht), mitunter auch die dunklen und dramatischen Küsse (zum Beispiel wenn ein Betrug vollzogen wird)… aber fast nie die, die einen ästhetischen Selbstzweck verfolgen. Einer der wenigen Filmemacher, die sich mit dem Filmkuss außerhalb der cineastischen Normen beschäftigten, war Andy Warhol, der mit Kiss (1963) einen 50minütigen Experimentalfilm inhaltlich vollkommen in den Dienst des oralen Liebesspiels stellte.

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Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts IV

Auf ein Weiteres… Im vierten Teil unserer Dramen-Retrospektive genießen wir noch einmal emotionale Feste der großen Traumfabrik. Mit Was vom Tage übrig blieb und Der englische Patient fallen die besten Eigenschaften Hollywoods und des britischen Erzählkinos zusammen. Mit Quiz Show und Apollo 13 breitet das amerikanische Kino seine Flügel aus und findet doch zum Menschen zurück. Dazwischen haben sich die europäischen Arthaus-Filme eingeschlichen: Dänemark, Island, Frankreich und Spanien liefern große Geschichten, die mal subtil und leise, mal in atemberaubender Länge, mal in drückender Schwere dem Publikum präsentiert werden. Neben den dunklen Seiten des Menschlichen in Amantes, Engel des Universums und Breaking the Waves darf in Die schöne Querulantin auch einfach nur das Leben, die Kunst, der Künstler und die Schönheit des Menschen gefeiert werden. Und am Ende werden alle ein wenig glücklicher sein… oder zumindest ahnen, was Glück bedeuten kann.

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Kurzfilm der Woche: Charlotte et son Jules

Ein sehr früher Kurzfilm von Jean-Luc Godard, in dem Jean-Paul Belmondo (gedubbt vom Regisseur selbst) einen endlos scheinenden Monolog abhält, der aus Tiraden gegen seine Noch-Geliebte Charlotte besteht. Das Ganze spielt sich in einem Hotelzimmer ab, arbeitet mit Jump Cuts, Zeitsprüngen und wilden Perspektivwechseln, ganz ähnlich den Hotelraumszenen des im selben Jahr veröffentlichten Nouvelle Vague Klassikers Außer Atem (1960). Inzeniert wurde das monologische Kammerspiel als Hommage an Jean Cocteau’s erfolgreichen Einakter Le Bel Indifférent (1940).

Charlotte et son Jules (Frankreich 1960)

Regie: Jean-Luc Godard

Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Gérard Blain, Anne Collette

Musik: Pierre Monsigny

Godard trifft Truffaut – April/Mai 2011 im Kino

Manchmal ärgert es schon ein wenig, das Gefühl etwas verpasst zu haben… Ich rede jetzt nicht unbedingt von dem Film “Godard trifft Truffaut – Deux de la Vague”, der seit ungefähr einer halben Woche im deutschen Programmkino läuft (und von dem ich tatsächlich jetzt erst etwas mitbekommen habe), sondern von der Nouvelle Vague an und für sich. Was hätte ich gerne in der damaligen Zeit gelebt… und natürlich im damaligen Frankreich: Aufbruchsstimmung, große neue Filmideen, Experimentierlust, zeitzersetzende wahnwitzige inszenatorische Ideen, von Jump Cuts über selbstreferenzielle Momente bis hin zu ungewöhnlichen Narrationen. All das und noch viel mehr nutzten die Regisseure der Nouvelle Vague um eindrucksvolle, zeitlose Klassiker des postmodernen Kinos zu kreieren. Zwei der einflussreichsten Regisseure der damaligen Epoche sind Jean-Luc Godard und Francois Truffaut, deren Zusammenarbeit und Auseinanderdriften Emmanuel Laurent mit der Dokumentation “Deux de la Vague” nun ein filmisches Denkmal gesetzt hat.

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