Schlagwort-Archiv: Noise-Rock

Die 90er Jahre: Die besten Indie-Alben des Jahrzehnts I

Moment, war Alternative nicht Indie und umgekehrt? Jein, wo Alternative Rock tatsächlich am Anfang noch eine Alternative zum dumpfen Mainstream war wurde schnell alles was irgendwie grungig war oder den Alternative-Style trug in diese Schublade gesteckt. Indie hingegen waren Querdenker oder notorische Mainstream-Verweigerer wie Neutral Milk Hotel, dessen kreativer Kopf Jeff Mangum die Öffentlichkeit scheut wie kein anderer. Travis hingegen schafften mit The Man Who den Durchbruch in den Mainstream, was nicht an Anbiederung lag sondern an einem zeitlosen Meisterwerk, dessen spröder Charme nie vergehen wird.

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Dum Dum Girls – End of Daze (Stream)

Achja… Musik gehört zum Lernen natürlich dazu. Dafür ist die aktuelle Dum Dum Girls EP End of Daze perfekt geeignet. Und wenn Rinko gerade auch wieder alles hier mit Musik zuspammt, schließe ich mich dem doch gerne an. Der Stream wird von Subpop in der Soundcloud zur Verfügung gestellt. Und Folk/Noise/ Dream whatever Pop tut gerade echt verdammt gut.

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Hörenswertes Juni 2012 II: Patti Smith, 2:54, dEUS, King Tuff, The Future of the Left

Fetzen muss es! Immerhin ist Sommer, Schluss mit den netten Pop-Hymnen, rein ins Leben. Naja, bevor das hier zum Manifest für den Vitalismus wird, ich bin gerade einfach auf der Suche nach Rock, nach heftigen, schrammeligen, noisigen Klängen, nach fetziger und dennoch tanzbarer, nach wilder und dennoch eingängiger Musik. Ob ich sie gefunden habe? Zumindest partiell. King Tuff rocken und poppen ordentlich durch sommerliche Garage Sounds, 2:54 revitalisieren die sphärische Schrammel-Seite des Post Punk und The Future of the Left drehen komplett am Noise-Rad. dEUS dagegen wissen noch nicht genau wohin, produzieren dabei aber wieder eines ihrer besseren Alben, und dann gibt es noch Patti Smith. Und die ist ja jetzt alt und weise und geerdet… und verdammt nochmal, vermisse ich ihr junges, ungestümes, einfach mal fetzendes Ich! Was solls! Es ist Sommer und zum Nörgeln ist der Herbst da. Also fünfmal hörenswerten Rock/Pop der Marke zum Anfassen und Genießen. Viel Spaß.

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Health – Tears (Stream/Music From Max Payne 3)

Ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr abwarten bis am Freitag mit Max Payne 3 mein potentielles Spiel des Jahres rauskommt. Die musikalische Untermalung für das grimmige Action-Game haben die Noise-Rocker von Health übernommen, was den eh schon hohen Coolheitsfaktor von dem Max Payne Franchise endgültig an den Anschlag dreht.

Das Indie-Rocker gerne mal Abstecher in die bunte Videogame-Welt unternehmen wissen aber schon bereits seit den gelungenen Auftragsarbeiten von Trent Reznor (Quake) und Calexico (Red Dead Redemption), sowie dem meist nervigen Fifa Score.

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts III

Hui, das macht langsam richtig Spaß! Wo ich eigentlich die deutschen Alben bewusst ganz nach hinten geschoben habe, fällt mir nun erst wieder auf, was für ein mutiges Jahrzehnt eigentlich die 90er-Dekade in der Heimat war. Da wurde wild rumexpermentiert, da wurden Grenzen aufgebrochen und Deutscher Hip Hop war auf seinem Höhepunkt angelangt. Ein tolles Jahrzehnt für Musik aus deutschen Landen… Hoffentlich liest gerade ein 15 jähriger mit, schmeißt später seinen ganzen Wir sind Julimond-Mist in den Müll (oder löscht ihn von der HD) und fängt wieder an spannende Musik jenseits von kantenlosem Pathos-Rock oder Heuli-Soulpop wie Tim Bendzko zu hören. Und ihr Musikproduzenten und Plattenlabels solltet diesem Beispiel folgen… Ganz ehrlich, liebe Bands aus Deutschland, dann fange ich auch wieder verstärkt an eure Musik zu hören und kaufe mir wieder eure Alben. Versprochen! So, aber nun übertrieben guten Hip Hop von Torch, frühe Qualitätsarbeit von The Notwist, nur das Beste von Mutter, Überraschendes von Grönemeyer und Grenzenloses von Den Goldenen Zitronen und Fischmob.

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Die 90er Jahre: Die besten Sludge Metal Alben des Jahrzehnts

Während dem klasisschen Doom-Metal der 90er etwas sehr Erhabenes, Zeitloses, Universelles bis Transzendentales innewohnt, ist der Nischen-Bastard Sludge von allem metaphysischen Ballast gereinigt: Klar, Doom Metal ist in seiner Schwere, Dichte, Langsamkeit und Transzendenz nicht von dieser Welt, beinahe sakral, religiös. Was ihm aber definitiv fehlt, sind der Groove und der ordentliche Asskick. Der Sludge Metal hat beides im Überfluss zu bieten: Doom Metal kombiniert mit fetten Hardcore-Anleihen, einmal durch den Stoner-Fleischwolf gedreht und ordentlich im staubigen Wüstensand gebadet. Sludge ist der gefallene Stiefsohn des Doom Metal, der dreckige und räudige kleine Bruder, der sich einen Scheiß um Depressionen kümmert und stattdessen lieber mit satter Psychedelic-Note, viel Zynismus und Trockenheit alles niederwalzt, was irgendwie an Erhabenheit übrig ist. Nicht die subtilste Art von Musik, aber in ihrer konsequenten Genresprengung stilprägend für diverse Drone- und Avantgarde Metal Bands der 90er und 00er Jahre. Die besten Alben der Nische der Nische der Nische, die besten Werke dieses kleinen, verzogenen Doom-Abkömmlings präsentieren wir nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Grunge-Alben des Jahrzehnts III

So, jetzt muss ich aber auch nochmal ran, nach Rinkos beiden Grunge-Retrospektiven. Habe damals immerhin auch Holzfällerhemd und zerrissene Jeans getragen und alles dies- und jenseits von Nirvana gehört, worauf ich Dank MTV und meinem großen Bruder aufmerksam wurde. Gleich zwei Unplugged-Alben sind aus dieser Zeit in guter Erinnerung geblieben. Sowohl Nirvana als auch Alice in Chains beweisen, dass sie es auch akustisch drauf haben, Letztere auch gleich noch einmal mit einer EP von 1996. Die Stone Temple Pilots haben genau so wie Blind Melon zu den großen Westküsten-Vertretern Seattles gehört, während Pearl Jams Klassiker Ten hier nicht unterschlagen werden darf. Apropos Klassiker: Wer Nevermind vermisst. Da sgehört natürlich hier rein. Wahrscheinlich wie kein zweites Album. Dafür gibt es dann aber einen gesonderten Artikel, in dem ich vor einiger Zeit das Zwanzigjährige dieses Meilensteins euphorisch gefeiert habe. Den Rest gibt es wie immer nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten Filme für Musikliebhaber

Wie schon bei den 00er-Filmretrospektiven gibt es auch für die 90er noch einen kleinen Nachschlag für Musikliebhaber. Warum dieser im Vergleich zu den letzten beiden so dünn ausfällt… I don’t know. Vielleicht waren die 90er im Gegensatz zu den 00ern einfach nicht das große Jahrzehnt für Musikfilme, vielleicht habe ich diesbezüglich auch einfach noch verdammt viel Nachholbedarf. Falls ihr an dieser Stelle also dieses oder jenes Meisterwerk vermisst, habt keine Scheu davor, diese Lücke in den Kommentaren lauthals kundzutun. Nach dem Klick gibts dann erstmal Nostalgie mit den Beatles, ein eindrucksvolles Neil Young Musikerporträt von Jim Jarmusch, Videoclipästhetik auf Filmlänge, Radiohead auf der Suche nach sich selbst, zwei Slacker in  Wayne’s World, sowie Abgesänge auf den Glam Rock, den Grunge und das 18. Jahrhundert.

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Die 90er Jahre: Die besten Alternative Rock Alben des Jahrzehnts V

Jau, Rinko hat ja schon ordentlich gewütet… Auf ganze vier Artikel hat er es bei der Alternative Rock Retrospektive geschafft. Ein, zwei Ergänzungen brennen mir allerdings auch noch auf dem Herzen und so schiebe ich noch nen eigenen kleinen Beitrag nach. Über die Zuordnung zum Genre kann man natürlich vortrefflich streiten, wie bei so ziemlich jeder anderen Kategorie auch. Ob Dredgs Debütalbum vielleicht doch eher Art Rock ist, ob The God Machine nicht vielleicht irgendeine Form von Alternative Metal spielen, ob man Live nicht besser zum Grunge packt, ob die Queens of the stone age nicht einfach die Fortführung des Kyuss’schen Stoner Rock sind und so weiter und so fort…

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Hörenswertes Juni 2011: Fink, Esmerine, Thurston Moore, 13&God

Okay, okay… es braucht kein langes Drumherumreden. Auch dieses Mal tendieren unsere hörenswerten Alben wieder in Richtung der dunkel schillernden Seite des Sommers. Soll Rinko sich doch um den feuchtfröhlichen Pop kümmern. Hier geht es wieder tief hinein ins Herz der Finsternis, an dessen Ende doch so etwas wie pure Schönheit wartet. So baden wir mit Fink in schwüler Düsterromantik und lassen uns von dem Postrock Esmerines in postapokalyptische Gefilde entführen.  Und weil wir mal wieder etwas hinterher hängen, liefern wir Thurston Moore und 13&God noch zwei Mai-Reviews nach.

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Hörenswertes: April 2011 (III): Fleet Foxes, Ja Panik, Jeremy Jay, Crystal Stilts, Yuck

War das ein Oster-Wochende… mit frühsommerlichen Temperaturen, blauem Himmel und allerfeinstem Biergarten-Wetter. Nun ist endgültig die Zeit für entspannte Musik, die jeden Sonnenstrahl nochmal endlos multplizieren und das Sonnebad noch schöner anfühlen lassen kann, als es eh schon ist. Wem allerdings die vielen Menschen im Park ein Graus sind, der darf sich mit Crystal Stilts in den Schatten setzen oder das neue Album von Ja, Panik auf einem Ledersofa im Hotel Foyer des Maritim hören. Yuck hingegen zerstören dein Jugendzentrum und Jeremy Jay mag  irgendwie alle und alle mögen ihn.

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Fuck the Devil, fuck myself… Rezension zu Aereogrammes Klassiker “A Story in White”

Achja… bin gerade auf so einem kleinen Nostalgietrip, einem Aereogramme-Nostalgietrip, um genau zu sein. Auf einem “A story in white”-Trip, um es auf den Punkt zu bringen. Und da ich trotz aktueller Radiohead-Besessenheit meine derzeitige Liebe zu dem 2001er Album nicht loswerde, teile ich sie einfach. Ist schon ein bisschen her, dass ich das hier geschrieben habe. Drückt aber nach wie vor aus, wie mich dieses Album jedes Mal wieder in seinen Bann zieht. A Story in white… und eben weitaus mehr als das:

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…And you will know them – “Trail of Dead” Retrospektive zur Einstimmung auf das neue Album “Tao of the Dead”

Nein! Man vergisst sie nicht so schnell, wenn man sie mal live gesehen oder gehört hat. Insofern ist der größenwahnsinnige Name “…And you will know us by the trail of Dead” durchaus Programm bei den Texanern. Auch wenn man angesichts seiner Länge dann doch gerne auf die etwas geschmeidigere Umschreibung “Trail of Dead” zurückgreift. Die Alternativerockband lebt seit den späten 90ern ihre ganz eigene Version von progressivem, wilden und lauten Rock N Roll, irgendwo zwischen Noise, Punk, epischem Postrock und auf späteren Alben sogar launigem, mehrspurigem und pathetischen Indie-Pop. Auch auf  dem neuen Album Tao of the Dead (Vö.: 7.2.2011) huldigen sie Vergangenem und feiern aktuelle Trends, rocken sie, ballern sie, zerstören sie und verschmelzen gestern und heute zu hymnischer Zwietracht. Aber wie kamen die musikalischen Exzentriker dahin, wo sie jetzt stehen? Zeit für eine kleine nostalgische Alben-Schau…

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Yin und Yang der Toten – …And you will know us by the Trail of Dead – Tao of the Dead

Es kann an dieser Stelle ruhig nochmal gesagt werden: Das neue Album von …And you will know us by the Trail of Dead kann man nicht nur wunderbar in einem Rutsch hören, sondern auch in einer formvollendeten Endlosschleife, in der der epische 16Minuten-Rausschmeißer fließend in den Opener übergeht. Alles befindet sich im Fluß, in einem atemberaubenden Sog, in einem geschlossenen Kreis, der dem ambitionierten, universellen Titel – und dem obskuren Coverartwork – mehr als gerecht wird. Ist ja bei einem Trail of Dead Album mittlerweile durchaus üblich. Keineswegs aber bei einem wilden, tanzbaren Rock N Roll Album. Insofern wieder einmal: Chapeau ihr lieben Texaner: Progressive, epische Klangkunst und derben, rotzigen Alternative Rock wunderbar vereint.

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