Megaheftig: Sie hätten nie geglaubt, hinter dieser Headline seriösen Content zu finden, was sie aber dann sahen, brachte sie zum Weinen

megaheftigNeuer Lieblings-Tumblr für Qualitätsjournalismus mit Blick für Social Media Marketing Gedöns: Megaheftig verlinkt seriöse Inhalte wie wissenschaftliche Studien und feuilletonistische Debatten mit Headlines im Clickbait-Style: Und so verbirgt sich hinter dem rührseligen Life-Change-Titel kein kitschiger Eso-Film sondern ein Vortrag von Theodor Adorno und die unfassbare Beobachtung wurde nicht mit dem iPhone aufgenommen, sondern in einer soziologischen Studie gemacht. Großartige Inhalte mit dem Fischernetz verlinkt. Megaheftig, und am Ende musste ich weinen.

Das ist megaheftig! via Kotzendes Einhorn

WikiLeaks welcomes the CIA to Twitter

…und damit: Einen wunderschönen guten Morgen.

#rp14

republica-360

Ich bin diese Woche mal wieder überhaupt nicht zum Bloggen gekommen, weil ich voll und ganz in der re:publica-Bubble gefangen war. Und wie jedes Jahr war ich vor allem mit Arbeit beschäftigt, sowohl vor/nach dem eigentlichen Event, als auch während der drei Tage in der Station Berlin, und wieder einmal konnte ich daher den Großteil der Vorträge leider nur am Rande, in den folgenden Gesprächen oder – ironischerweise direkt vor Ort – im Livestream verfolgen. Trotzdem an dieser Stelle schnell meine zwei Pfennige zur diesjährigen Netzkonferenz.

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Wie Heartbleed funktioniert… (xkcd-Comic)

heartbleed_explanation

Wer immer noch nicht weiß, warum es jetzt wirklich angebracht ist, mal die ganzen Passwörter von Googlebookyahoo zu ersetzen, dem hilft der xkcd-Comic zum phänomenal apokalyptischen Heartbleed-Bug auf die Sprünge. Abgesehen davon, dass dadurch eine Menge diskreter User-Daten ziemlich kompromittiert sind, zeigt Heartbleed auch noch ganz gut, wie fragil vermeintlich sichere Internetverbindungen sein können und was für einen riesigen Fuck-up ein bisschen Code-Schlamperei bewirken kann. But don’t panic, it’s just the Internet Folks.

xkcd: Heartbeed Explanation CC BY-NC 2.5

Kimmel pranks the whole Internet


In der Regel verzichte ich auf den Klick, wenn mal wieder irgendein lustiges Fail-Video von Youtube in den üblichen verdächtigen sozialen Netzwerken die Runde macht. Und das Pannenvideo einer jungen Frau, die beim Twerking an der Zimmertür – Dank Unterstützung ihrer Mitbewohnerin – ins Straucheln gerät, stürzt und anschließend Feuer fängt, ist mir tatsächlich bis heute überhaupt nicht über den Weg gelaufen. Über 10 Millionen Views hat der Viral Hit erhalten… und wie sich nun herausstellt, handelt es sich dabei um einen geschickt eingefädelten Fake von Jimmy Kimmel selbst (der nach eigener Aussage auch der Typ war, der in Charlies Finger gebissen hat), mit dem er mal so eben die gesamte Fail-Video geile YouTube-Community (sprich: 90% aller Netzuser) verarscht hat. Nicht schlecht!

The video featured an inverted twerker named Caitlin Heller, who caught on fire after her roommate opened the door she was twerking against, causing her to spill over onto a table holding a lit candle. Kimmel showed a “full director’s cut” of the video on Jimmy Kimmel Live, which featured him coming through the door after the roommate and extinguishing the fire. It turns out that the twerker’s name isn’t Caitlin Heller, but Daphne Avalon. She works as a Hollywood stuntwoman.

via Nerdcore

Merkel-Rauten Hacks

Bin gerade titeltechnisch/bezeichnungstechnisch unkreativ… Anyway, seit heute Morgen geht ein grafischer Hack der Merkel-Raute von Anatol Stefanowitsch viral. Mittlerweile hat die Idee auch ihre Nachahmer gefunden und der passende Tumblr ist auch schon von unbekannter Seite eingerichtet. Mal sehen, ob mir auch noch ein passender Hack einfällt. I feel so meme today.

Merkelraute-Tumblr via Interweb3000

Links fürs Wochenende

Kompass: Wie der Heavy Metal in den Leitmedien abschneidet

Teil 2 der Power-Metal-Reihe zum Thema “Heavy Metal im Mainstream-Journalismus”. Dieses Mal stehen Fernsehen und Radio im Mittelpunkt, inklusive interessantem und kuriosem Anschauungsmaterial.

Jung & Naiv: Mit Peer Steinbrück

Bin tatsächlich erst vor kurzem auf dieses – mittlerweile gar nicht mehr so junge – Politiker-Interview-Format aufmerksam geworden. Die Selbstbeschreibung lässt eigentlich schlimmes erwarten: “Politik für Desinteressierte. Ungekürzt, endlich bearbeitet und weiterhin uninformiert.”? So kokett, so bemüht lässig, so bemüht anders… das kann doch nur in die Hose gehen. Tut es aber eben gerade nicht. Jung & Naiv ist wunderbar unangestrengtes, tatsächlich ziemlich lässiges Quatschen über Politik, das mit Tilo Jung einen ziemlich coolen Moderator zur Verfügung hat und in seiner Naivität angenehm spitzfindig daherkommt. Vielleicht gerade in diesem Jahr die beste Medizin gegen Politikverdrossenheit.

Irrer Qualitäts-Wahnsinn! - Bild-Mann Blome wird Spiegel-Chefredakteur

Prophetische Tagesspiegel-Satire vom April dieses Jahres. Siehe dazu auch: Der Fuchs im Hühnerstall und Satire sagte Blomes Spiegel-Wechsel voraus.

Süssem und McFit-Coupons

Schöner Semi-Rant von Herm zum System of a Down Konzert in Berlin Wuhlheide.

Hero Quest (Browsergame)

Großartiges Meta-Game, das man in relativ kurzer Zeit durchspielen kann, das sein wahres Potential aber erst offenbart, wenn es gegen den Strich gespielt wird. Experimentierfreude und das kritische Reflektieren der durch Spiele evozierten Grenzen sind aber schon notwendig, um überhaupt erst dahinter zu kommen, was diesen kleinen gehässigen Plattformer so besonders macht. Achja, und die Tastatur auf “englisch” umstellen, nicht vergessen. Um xz-Fingerkrämpfe zu vermeiden. (via)

Super Mario Bros. NES Game Builder

Eigentlich ist es unfassbar, dass Nintendo bis dato keinen coolen Level-Builder für die Super-Mario-Klassiker zur Verfügung gestellt hat. Die letzte Super Mario Allstars Jubiläumsausgabe wäre dazu geradezu prädestiniert gewesen. Anyway, Fans wissen sich zu helfen. Und dieser Editor für das erste Super Mario Bros Jump N Run für das NES hat alles an Bord, was man braucht, um seine eigenen kleinen und gemeinen Level zu erstellen. Fix, stabil und intuitiv zu bedienen. Was will man mehr? (via)

16 “Simpsons” Episodes That Made You Teary-Eyed

Achja… das waren goldene Zeiten. Als schwarzhumorige Zeichentrickserien auch noch emotional bewegen konnten. So sehr ich Family Guy und South Park schätze. DAS haben sie nie hingekriegt.

BoooTube

The worst rated videos in youtube-history. Nuff said. (via)

Grumpy Cat im Interview


Ich hatte mir echt vorgenommen, dass hier jetzt nicht zu posten. Denn immerhin sind wir ein Kulturblog, haben gewisse Standards zu halten, ein hochkulturelles Image zu wahren, unseren Besuchern Qualität… Oh, wait! CATCONTENT!
via Feingut

Betting Bad

Ich mach dann mal weiter mit dem “Oh my god, I am so fucking hyped”-Spam für die letzte Breaking Bad Staffel. Auf Betting Bad könnt ihr noch bis heute Abend eure Tipps abgeben, wen die letzten Folgen noch das Leben kosten könnten, wer was tun wird, und wie die Serie generell endet. Das ganze ist ein nonkommerzielles Fanprojekt: Zu gewinnen gibt es nichts außer die eigene Genugtuung, eine ziemlich unvorhersehbare Serie doch relativ gut eingeschätzt zu haben.

BettingBad.com is the first Fantasy TV experience that lets you place your bets on what will happen in the final season of Breaking Bad, earn points on correct bets, and compete with your friends throughout the last 8 episodes.

Ich kopiere dann mal schnell noch meine eigene Glaskugelschau hier rein, die ich beim René bereits in die Comments gehauen habe:

Ich denke, dass noch was richtig düsteres passieren wird:Wenn die Macher wirklich mutig sind, muss Walt Jr. wegen irgendwelcher “Altlasten” von Walt sterben. Der Racheakt eines Gus-Freundes, ein symbolischer Mord von Lydia, weil sie nicht will, dass Walt aufhört… irgendwas in der Art…
Jesse könnte ebenso wie Saul (man tötet den lustigen Sidekick einfach nicht) davonkommen. In meinem Wunschszenario flieht Walt, nachdem er erfährt, dass Hank ihm auf der Schliche ist. Hank verhaftet Skyler und die packt für einen großzügigen Deal über Walt aus. Hank verfolgt Walt und verhaftet ihn schließlich in einer der beiden letzten Folgen. In den letzten Minuten sehen wir (in einem Zeitraffer), wie Walt es im Gefängnis zuerst sau schwer hat, sich aber schließlich (durch irgendwelche intriganten Machenschaften) den Respekt seiner MItgefangenen “erarbeitet”. Die letzte Szene zeigt Walt im Knast, der seine lebenslange Haft dazu nutzt, wieder irgendeine Cook- and Deal-Aktivität in Gang zu setzen. Im Knast wird er schließlich zu DEM Drogenbaron, der er so lange sein wollte.

Fände ich auf jeden Fall spannender und vor allem auch origineller, als Walt sterben zu lassen. Damit rechnen immerhin so ziemlich alle Zuschauer. Außerdem wäre es sehr befriedigend, wenn Hank (als mittlerweile DER Sympathieträger in der Serie) seinen Heisenberg doch noch schnappen könnte.

re:publica 2013 Nachtrag

Shew… zwischen Magisterarbeit und Job bin ich nach wie vor leider noch im Blogvernachlässigungsmodus. Einen kleinen Nachtrag zur re:publica wollte ich trotzdem noch hier reintackern. Wie schon die Jahre zuvor war ich während des Großteils der Messe an meinen Arbeitsplatz gekettet (siehe Foto oben) und konnte deswegen exakt 0 (in Worten: Null) Reden und Workshops live miterleben. Meine Eindrücke vom Event beschränken sich daher zwangsläufig auf Rundgänge über das Gelände in den Pausen, die Videos von interessanten Vorträgen (die ich mittlerweile ganz gut abgegrast habe) und natürlich die Interviews, die wir zusammen mit Philip gedreht haben, bzw. die Gespräche mit deren Protagonisten davor und danach.

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Nachrichten-Poesie

Gregor Weichbrodt hat einen Algorithmus gebastelt, der Nachrichten des Tages sammelt und diese in schicker Reimform präsentiert. Würde ich mir sofort als rss-Reader-Alternative zulegen…

Ein Algorithmus sammelt über den Tag verteilt Schlagzeilen und kombiniert diese zu Reimen. Jedes Mal, wenn die Seite geladen wird, entsteht ein neues, zufälliges „Werk“.

Schlagzeilen-Poesie via Nerdcore

Verified Facts: Verschwörungstheorien online aus dem Zufallsgenerator

Gibt es etwas Willkürlicheres als Verschwörungstheorien? Man nehme irgendwelche historischen Ereignisse, suche sich ein paar dubiose Nebenschauplätze, ein paar Räuberpistolen und Zeitungsenten und natürlich ein Feindbild, das ordentlich diffamiert werden soll. Et Voilà: 9/11 als Inside Job des FBI, HIV als Supervirus-Züchtung der Illuminaten, Die Marslandung der Discovery als Inszenierung des Mossad etc. pp. Bei Verschwörungstheorien pendele ich immer zwischen ästhetischer und narrativer Begeisterung für die kreativen Einfälle, die hinter den Geschichten stehen und Fassungslosigkeit angesichts der politischen Naivität und ideologischen Aggression, die sich hinter den skurrilen bis abartigen Phantasien verbirgt. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man Verschwörungstheorien auf jeden Fall nicht, sind sie doch oft genug die perfekten Kolportationsinstrumente für groteske bis bösartige Ideologien, für absurde Querfrontbildungen der extremen Rechten mit den Linken (die angesichts ihrer naiven Feindbildsuche nicht einmal bemerken, von wem sie da gerade vereinnahmt werden) und politischen Aktionismus, der sich fernab jeglicher realen Rechtfertigung bewegt. Ganz abgesehen davon, dass mit Verschwörungstheorien pseudowissenschaftliche Weltbilder gefördert und antiintellektuelle Wissenschaftstravestie gestützt wird.

Insofern ist der beste künstlerische Umgang mit Verschwörungstheorien immer noch der Metatextuelle, der geschickt die Absurdität hinter diesen postmodernen Ersatzreligionen entlarvt und ihre eigentlichen Strukturen aufdeckt. So wie der Verschwörungstheorie-Zufallsgenerator bei Verified Facts, der bei jedem Seitenaufruf randomisiert eine neue Verschwörungstheorie präsentiert, inklusive Nietzsche-Zitaten (“There are no facts, only interpretations.”) und Lösungsvorschlägen (“Buy a gun!”)

Verified Facts via Kulturtechno

Real Life verursacht Mordserie in Computerspielen

Hitman-Avatar: Musste er wegen des Real Life sterben?

Eine Nachricht erschüttert die Videospielwelt: Wie unter anderem die dailymail berichtet, mussten offensichtlich tausend Avatare sterben, da ein Vater seinen 23jährigen Sohn vom Online-Spielen abhalten wollte. Der Hintergrund ist im so genannten Real Life zu finden: Der Vater des Spielers war frustriert über den Umstand, dass sein Sohn sich in dieser Parallelwelt nicht um einen Job kümmerte, da er voll und ganz in seine Aufgaben im virtuellen Raum involviert war. Daraufhin heuerte der Vater mehrere virtuelle Killer an, die seinen Jungen von der Computerspielwelt zurück ins Real Life bringen sollten, indem sie ihn durch die reihenweise Tötung seiner Avatare in den Frust trieben. Die Geschichte flog auf, nachdem der Spieler die Mörder direkt gefragt hatte, warum sie ihn immer und immer wieder ins Visier nehmen würden. Ihn selbst schien die Bezahlung der Killer durch seinen Dad weniger zu stören:

I can play or I can not play, it doesn’t bother me. I’m not looking for any job—I want to take some time to find one that suits me.

Unklar bleibt indes wie viele Avatare durch diesen brutalen Real Life Angriff ihr Leben lassen mussten und ob es bereits Nachahmer der Tat gibt. Wenn man von einer gesunden Durchschnittsspielzeit von 14 Stunden am Tag ausgeht, könnten die Verluste in die Tausende gehen. Die Dunkelziffer ist womöglich weitaus höher.

Father hires In-Game Hitmen to deter son from playing via Gamgea