Das langweiligste Viral Video ever… (Wait for it!)

Und dann auch an dieser Stelle mal etwas Pathos aus den Untiefen, gegen die Untiefen der Viral Video Kultur. Bitte bis zum Ende schauen. Klingt ein bisschen Clickbaity, ist in dem Fall aber einfach ein Verzicht auf Spoiler. Danke.

The most boring viral video via Like to discover

Hass im Netz! Dagegen halten – Mund aufmachen!

Es wird wohl nie wieder ein Tagesschau-Kommentar näher an ein gepflegtes “Fuck You!” kommen als dieser großartige Kommentar von Anja Reschke, der heute im ganzen Internet die Runde macht. Genau das hat er auch verdient, so wie die ganzen Rassistenärsche das damit transportierte Fuck You! verdient haben. Diesem schließe ich mich hiermit mal vollumfänglich an.

Hass im Netz: “Dagegen halten – Mund aufmachen” – Anja Reschke | NDR via Schlecky

Literarische Auslese: #Netzpolitik und #Landesverrat

Bevor ich es vergesse: Es gibt eine neue Ausgabe der Literarischen Auslese. Dieses Mal eine schonungslose Offendeckung des Landesverrats durch netzpolitik: Sprich, die Lesung des inkriminierten Dokuments: “Technische Unterstützung des Prozesses Internetbearbeitung” aus den Zuschüssen für das Bundesamt für Verfassungsschutz 2013. Wenn ihr an diesem Wochenende irgendwann mal in diesem Internet unterwegs ward, wisst ihr ohnehin schon worum es geht. Hier trotzdem noch mal alle relevanten Links.

https://netzpolitik.org/2015/verdacht-des-landesverrats-generalbundesanwalt-ermittelt-doch-auch-gegen-uns-nicht-nur-unsere-quellen/

https://netzpolitik.org/2015/ueber-pressefreiheit-und-staatliche-ermittlungen-das-schreckt-uns-nicht-ab/

https://netzpolitik.org/2015/geheimer-geldregen-verfassungsschutz-arbeitet-an-massendatenauswertung-von-internetinhalten/

Es gibt genau zwei Arten von Menschen…

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…Unfassbar großartiges Tumblr des portugiesischen Illustrators Joao Rocha, das genüsslich zahllose “2 Typen von Personen”-Beobachtungen in perfekt pointierten Infografiken auf den Punkt bringt. Ich musste gleich mehrmals laut lachen.

There are only 2 kinds of people in this world, those that find this blog hilarious and those that have no sense of humor whatsoever.

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Meine Selbstvermessung von oben nach unten: links, rechts, links, rechts, rechts, links, links, links… Analyze this!

2kindsofpeople via Maik

Der Echtzeitklang von Wikipedia

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Wunderschönes Projekt von Stephen LaPorte und Mahmoud Hashemi: Auf der Website Listen to Wikipedia werden die sekündlichen Artikelerstellungen, Korrekturen und Editwars der Wikipedia visualisiert und sonifiziert. Das Ergebnis ist ein großartiges Wechselspiel aus Klang, Wort und Farbe, das den Zuschauer und Zuhörer am Wachstum der Echtzeitenzyklopädie in romantisch musikalischer Form teilhaben lässt.

Bells indicate additions and string plucks indicate subtractions. Pitch changes according to the size of the edit; the larger the edit, the deeper the note. Green circles show edits from unregistered contributors, and purple circles mark edits performed by automated bots. You may see announcements for new users as they join the site, punctuated by a string swell.

Listen to Wikipedia, englisch oder (nicht ganz so voluminös) die deutsche Variante via Kraftfuttermischwerk

Clickbait Books

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Schönes Twitter-Mem, das von Daniel Dalton für Buzzfeed dann auch gleich mal in schicken Bookcover Redesigns umgesetzt wurde. Unter dem Hashtag #ClickbaitBooks wird die Frage beantwortet, wie große Autoren ihre klassischen Romane hätten nennen müssen, um in den Social Networks für Wirbel zu sorgen. Mein Nerd-Ich liebt den neuen Titel für den Hitchhiker’s Guide to the Galaxy: “Answers to Life, the Universe and Everything! You’ll never believe Number 42!” Und mein versnobtes Hochkultur-Ich quietscht vergnügt über die Ulysses Titelreinterpretation: “A man wandered around Dublin for a day. You wont understand a word of what he did.” Aber auch sonst sind ein paar echt lesenswerte Remixe dabei.

fightclub-clickbait

ulysses-clickbait

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14 Classic Novels Rewritten With Clickbait Titles

Female Charakters redesigned by Women

PrincessPeachRedesign-KirbiFagan

So sehr sich auch die Netz- und Nerdkultur bereits an historisierten, dunklen, absurden und bizarren Superhelden-Redesigns abgearbeitet hat, so darf es gerne noch ein paar mehr feministische Comic-Dekonstruktionen geben… insbesondere, wenn sie so clever und schick daher kommen wie die Ergebnisse des Aufrufs von Lauren Panepinto. Diesem sind gleich eine ganze Reihe Remixkünstlerinnen gefolgt und haben bekannte Superheldinnen so entworfen, wie sie sie gerne sehen würden. Ja! Genau davon brauchen wir mehr; und nein liebe Maskulinisten, niemand will euch eure Eier abschneiden.

It’s a given that in science fiction and fantasy movies, books, comics, and games, the dominant viewpoint has historically been that of a white heterosexual male. This means that characters of alternate race or sexual orientation have been the exception to the rule, and female characters are created through the lens of what male creators and consumers want. For the entirety of my own history as a geek, I have known that I was never the target audience. (…)

StormRedesign-AliceMeichiLi

ScarletWitchRedsign-BelindaMorris

SamusRedesign-AnnaFehr

BettyBoopRedesign-ChristinaHess

ChunLiRedesign-IoleMarieRabor

What Women Want…in Women Characters via Nerdcore

Disney-Prinzessinnen als Steine

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Okay, schuldig. Ich liebe die Remixes von Disney-Figuren, die man auf Deviant Art, Tumblr und Co. zu hauf findet, und ich habe sie in den letzten Jahren auch mehr als einmal verbloggt. Aber gerade was die Reinterpretation und Dekonstruktion des klassischen Disney-Prinzessinnen betrifft, gab es in jüngster Vergangenheit doch einen gewissen, anstrengenden Overkill. Ich scheine zumindest nicht der einzige zu sein, der mittlerweile genervt mit den Augen rollt, wenn die neusten Disney-Prinzessinnen als Zombies, Disney Prinzessinnen während eines Bad Hair Days, Disney-Prinzessinnen als Superhelden Kunstwerke im Newsfeeds aufploppen.

Und für alle, denen es ähnlich geht, gibt es jetzt Bolks Disney-Prinzessinnen als Steine zu bewundern. Damit dürfte alles gesagt sein. Danke Bolk. Und bitte, bitte, bitte sucht euch ein neues Betätigungsfeld liebe Deviant Artists.

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Disney Princess Pile of Rocks via A.V. Club

15 Jahre – Happy Birthday, Plattentests.de

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Wenn ich nach meiner musikalischen Sozialisation gefragt werde, kommen mir natürlich als erstes die Bands in den Sinn, die ich als junger Teenager gehört habe: Nirvana, Metallica, NOFX, R.E.M… etc…. eben alles, was der early 90’s Alternative Rock und Metal so hergibt. Vielleicht verliere ich dann noch ein paar Worte dazu, wie ich von MTV geprägt wurde, wie ich die Plattensammlung meines älteren Bruders durchstöberte oder wie ich in den späteren 90ern auf diversen Festivals immer die Künstler suchte, von denen ich vorher noch gar nichts gehört hatte, einfach nur, um mir ein Bild davon zu machen, ob ihre Musik DIE perfekte Musik für mich sein könnte. Und dann, wenn es darum geht, welche schriftlichen Publikationen meinen Musikgeschmack entscheidend mitgeprägt haben, lande ich – noch vor Visions/Intro/Pitchfork/NME und Konsorten – ohne große Umwege direkt bei einem Namen: Plattentests Online. Ein – wohl gar nicht mal so kleines – Portal für Musikrezensionen, mit hervorragenden Texten, viel Potential für goldene musikalische Fundstücke abseits des Mainstream (und auch der eigenen Indie/Alternative/Rock Filter Bubble) und einem der außergewöhnlichsten Foren des gesamten Internets. Diese großartige Seite wurde diesen Monat 15 Jahre alt. Zeit für ein paar Glückwünsche und Worte des Dankes.

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Was passiert, wenn jemand ein “Band Aid 30″ Video auf Facebook teilt?


Einen habe ich noch für den Freitag Abend (und alle vom Internet gelangweilten Facebook-Timeline-Aktualisierer da draußen). Eine großartige Infografik von Misha Anouk darüber, was beim Teilen eines Band Aid 30 Videos auf Facebook passieren kann. Und ja, ich kann mich auch Mishas Geständnis anschließen: Entdecke mich so in ziemlich allen Beiträgen – abgesehen von den Verschwörungstheorie-Posts – wieder. Dieses Jahr aber nicht, da bleibt dieses Blogpost mein einziger Kommentar zu dem Thema… vielleicht… versprochen … hoffe ich…

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Band Aid 30 – Do They Know It’s Christmas? (2014) (Amazon Partnerlink für einen guten Zweck)

Facebook und Band Aid 30 via Kraftfuttermischwerk

Ein paar Gedanken zu #Gamergate

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Ich habe mich nun echt lange schwer getan mit der Überlegung, ob ich überhaupt etwas zu #Gamergate publizieren soll, nachdem ich mich seit einigen Wochen durch die Untiefen dieses Diskurses quäle. Zwischenzeitlich dachte ich an einen Vlog-Beitrag (Weil Youtube in dem Fall tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes Meinungstool zu sein scheint), dachte an eine längere Reportage, einen schnippigen Kurzkommentar und lande mit diesem Text wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Die Gründe für mich, ein paar Gedanken zu dem Thema zu veröffentlichen, liegen dabei gar nicht einmal so sehr darin, dass es gerade ein großartiges Reizthema, eine (zumindest scheinbar) sehr kontroverse und ambivalente Debatte ist, sondern schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass mir sowohl soziale Fragen als auch die Videospielkultur sehr am Herzen liegen, dass ich mich durch und durch als (kultureller) Nerd und Gamer verstehe und zugleich wohl das bin, was in der Debatte gerne mal spöttisch als “Social Justice Warrior” bezeichnet wird. Sorry, ich merke gerade, dass ich dabei bin, Epona von hinten aufzuzäumen. Nicht wenige, die das hier lesen, werden irritiert mit den Schultern zucken: “‘Gamergate?’ Nie gehört!”. So richtig ist der Diskurs inklusive Hashtag nämlich noch nicht in der deutschsprachigen Öffentlichkeit angekommen (manche würden sagen “leider”, andere würden sagen “zum Glück”) und daher ist es wahrscheinlich – obwohl die Schlammschlacht mittlerweile seit über 3 Monaten im englischsprachigen Netz tobt – sinnvoll an dieser Stelle bei 0 anzufangen.

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Breaking News: The Scream accepts Ice Bucket Challenge

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Munchs Kreatur nominiert die blauen Pferde von Franz Marc, Kirchners sitzende Dame und Mackes Spaziergänger am See.

via Interweb3000 (FB)

Eine Google-Suchanfrage per Post… und die Antwort

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Komme gerade von sieben Tagen Danzig zurück (langweiliger Reisebericht folgt) und muss mich erst einmal warmbloggen. Daher starte ich den Tag mit etwas, was ohnehin schon durch die halbe Bloglandschaft gewandert und mittlerweile als Nicht-Fake bestätigt ist:

In diesem Jahr ist Michael Wiethe (Rettungsassistent) mit seinen beiden Söhnen Timm (12) und Henri (9) in dem Nordseebad Otterndorf. Das tägliche Ritual des Geschichtenvorlesens am Abend, vor allem die Geschichte des Deichhörnchens, hat Timm Wiethe jedoch grübeln lassen. „Mein Sohn wollte wissen, ob es das wirklich gibt“, erklärt Vater Michael. Der routinierte Griff zum Smartphone und der Suchmaschine Google war in Otterndorf aufgrund schlechten Empfangs nicht möglich. Sohn Timm hatte aber schnell eine Idee: einen Brief an Google schreiben. Gedacht – getan. Da der Postweg zu lange gedauert hätte, ging das nette Schreiben mit der Frage nach dem Deichhörnchen per Fax an das Unternehmen.

…und dann kam das als Antwort.

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Klar ist die Antwort von Google PR und so… aber so verdammt niedliche PR, dass sie einfach nicht ignoriert werden kann.

via

This Post is Art! Is it? – Wann wird ein Kunstwerk zum Kunstwerk?

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Wer in den letzten Wochen die kulturelle Blogosphäre verfolgt hat, dem wird kaum die mittlerweile wohl überall geteilte Geschichte von dem 4Chan-Beitrag entgangen sein, der kadriert und als Kunst postuliert bei ebay für über 90.000 Dollar verkauft wurde. Long Story short: In einer klassischen 4Chan Diskussion darüber, was nur aus der Kunst geworden ist, behauptete irgendwann ein anonymer User, Kunst sei früher etwas Wertvolles, Wertzuschätzendes gewesen, heutzutage könne tatsächlich alles Kunst sein, garniert mit dem ironischen Kommentar, dass auch sein eigener Post Kunst wäre:

Art used to be something to cherish.

Now literally anything could be art.

This post is art.

Ein findiger Netzkünstler fertigte ein Foto dieses Screenshots an, rahmte es und bot es unter dem Titel “Artwork by Anonymous” unter ebay feil (Anfangsgebot: 500 $). Der Rest ist Netzkultur-Geschichte. Das Werk wurde für fast 100.000 Dollar versteigert, während – mittlerweile bereits wieder gelöscht – ein gerahmter Screenshot dieser Auktion ebenfalls bei ebay landete aber nicht einmal annähernd die Begehrtheit des vorherigen Kunstwerks erreichte.

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