Schlagwort-Archiv: Naturalismus

Die 80er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts V

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Auf zu den “Last but not least…”-Titeln, die 80er Trickfilmkunst betreffend. Da hat sich doch auch gleich noch ein Puppen-Animationsfilm unter die sonst ausnahmslos am Zeichenbrett entworfenen Empfehlungen geschmuggelt. Verdient gelistet zu werden, hat es Der dunkle Kristall allemal, auch wenn er eher zur “Style over Substance”-Fraktion gehört. Andere Titel im letzten Best-of für dieses Genres sind ähnlich streitbar. Sowohl der tapfere kleine Toaster als auch Mickey’s Christmas Carol lassen sich schon als kleine guilty pleasures meinerseits bezeichnen. Anders sieht es bei Totoro aus, der gewohnt niveauvolle Anime-Kunst aus den Ghibli-Studios abliefert, dieses Mal tatsächlich in erster Linie für die jüngeren und jüngsten Zuschauer. Und mit dem sperrigen Epos Daliás idök ist sogar was für die erwachsenen Kunstgourmets am Start.

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Ob Facebooks Löschen vom “Ursprung der Welt” Zensur ist, wird nun in Paris verhandelt

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Okay… um ehrlich zu sein, schreibe ich jetzt darüber in erster Linie, um dieses wundervolle Bild noch einmal ganz oben ins Blog hängen zu können. Die Geschichte dazu reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Damals teilte ein französischer Lehrer Gustav Courbets Gemälde L’Origine du monde (1866) zusammen mit dem Link zu einer ARTE-Doku auf Facebook. Was folgte ist nicht schwer vorstellbar: Facebook löschte das Bild, weil es gegen die Gemeinschaftsstandards des Social Networks verstieß (Pornografie!111 Brustwarzen und Schamlippen direkt aus dem Musée d’Orsay) und sperrte das Konto des Nutzers.

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Poetisches für den Sonntag: Hyperrealistische Gemälde von István Sándorfi

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István Sándorfi, geboren 1948, gestorben 2007, war ein ungarischer Maler, der oft und gerne zu den Hyperrealisten gezählt hat, eine Kategorisierung, die – wie viele seiner Bilder zeigen – seinem spannenden Œuvre gerade mal im Ansatz gerecht wird. So nutzt Sándorfi die Möglichkeiten seines fotorealistischen Zeichenstils nicht bloß, um Realität übersteigert materialistisch abzubilden, sondern wagt immer wieder atemberaubende Schwenks in den Surrealismus, die Abstraktion, Dekonstruktion oder gar Düsterromantik. Und so oszillieren viele seiner Bilder gekonnt zwischen einem nahezu erdrückenden Realismus, traumwandlerischer Transzendenz und selbstreferenzieller Thematisierung des eigenen Schöpfungsprozesses: Mehr von ihm findet ihr unter anderem hier.

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via artfucksme

Lebensechte Skulpturen von Sam Jinks

…fallen wohl in den Bereich: Creepiest Art of the Week. Gleichzeitig sind die lebensechten Skulpturen von Sam Jinks auf ihre ganz eigene Art und Weise wunderschön und poetisch. In ihnen spiegeln sich ebenso Melancholie wie die Schönheit des Hässlichen, die Vergänglichkeit des Lebens und das Außergewöhnliche im Vulgären wider. Ein paar Favoriten sind hier gelandet, den Rest solltet ihr euch aber unbedingt auch ansehen.

Sam Jinks’ sculptural work sustains the briefest and often most private moments in time. Emotional vulnerability is both the subject and result of his work and moves audiences in a way not expected from contemporary art. For Jinks, his works are not literal representations, but are based on the combination of different stages of life.


Sam Jinks from Sullivan + Strumpf on Vimeo.

Weitere Bilder von Sam Jinks Kreaturen via Ignant

Liebe – Glaube – Hoffnung –
Die Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl

Ulrich Seidl gehört zu den letzten großen Avantgardisten des deutschsprachigen Kinos, er ist ein Extremist mit Kamera, der hinter nacktem, bisweilen brutalem Naturalismus große Themen versteckt, der sich nicht zu schade dafür ist einen pseudodokumentarischen Überbau zu benutzen, um dahinter große gesellschaftliche, politische und philosophische Themen zu verhandeln. So gelang es ihm in Hundstage (2001) Wien und seine Einwohner bis auf den menschlichsten allzu menschlichsten Kern zu entblättern und anhand trister Lebensbilder ein großes, urbanes Panorama zu entwerfen. Und so konnte er auch in Import Export (2007) einen Clash of the Cultures als Bühne für tiefe humanistische Fragen benutzen. Auch in seiner Paradies-Trilogie verfolgt Seidl dieses Prinzip und geht dabei bereits titeltechnisch in die Offensive: Das hier “Größeres” erzählt werden soll, steht wohl außer Frage, wenn die drei Filme mit dem Paradies-Präfix gemeinsam den ersten Korintherbrief des Paulus zitieren, als Dreierbund die traditionellen christlichen Tugenden benennen und zudem noch Richtung Ödön von Horváth und dessen Drama Glaube Liebe Hoffnung (1932) schielen. Aber gibt es auch eine Verbindung zwischen den Filmen jenseits der Verbundenheit der Titel? Und wie funktionieren sie als einzelne Werke? Ein Blick auf einen cineastischen Kosmos zwischen Dokumentation und Transzendenz, zwischen Porträt und Satire, zwischen tristem Alltag und großen Drama:

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Kritik (an) der praktischen Vernunft – Rezension zu LIEBE von Michael Haneke

In seinem zweiten großen Hauptwerk, der Kritik der praktischen Vernunft (1788) versucht sich Immanuel Kant an der Frage “Was soll ich tun?” und entwirft dabei eine ethische Theorie, in der der vernunftbegabte Wille  zur zentralen Maxime für moralisch richtiges Handeln wird. Mit seinem Fokus auf dem Willen zur Beurteilung der Sittsamkeit spezifischer Handlungen gehört Kant zu den berühmtesten Verfechtern der Deontologie in der Geschichte der Moralphilosophie. Gut ist, was aus gutem Willen entsteht, am schärfsten vermutlich formuliert in der Einleitung zu seiner Grundlegung der Metaphysik der Sitten (1785), in der es heißt: “„Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille.” Handlungen, die einzig und allein auf Liebe, auf bedingungsloser Zuneigung zu einem anderen Menschen basieren, können demzufolge nur gute, richtige Handlungen sein, vollkommen gleich wie ihr Ergebnis aussieht. Genau diese radikale Konsequenz aus einer deontologischen Ethik stellt Michael Haneke in seinem neuen Film Liebe (2012) dar: Eine Geschichte, die primär von absoluter Liebe handelt und deren Konsequenzen bis zum bitteren Ende verfolgt, darstellt und kritisch reflektiert.

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Filmabriss: Red State, Sleeping Beauty, Chronicle, Monsters, The Hunger Games

So…  ich habe mal wieder Lust auf einen kleinen Filmabriss. Deser Artikel liegt schon seit Januar 2012 ohne größere textuelle Bestückung bei unseren Entwürfen rum und wartet geradezu darauf, endlich mit Lob und Verriss gefüllt zu werden. Dementsprechend gibt es hier keinen großen neuen Stoff zu finden. Kinogänger können gleich weiter wandern, das Haltbarkeitsdatum für die Leinwand ist bei diesen Filmen längst abgelaufen. Aber gerade Leute wie ich, die eine sympathische Videothek ihres Vertrauens in der Nähe haben und am Überlegen sind, was sie sich aus dem Filmprogramm der letzten 12 Monate als nächstes ausleihen könnten, dürften hier fündig werden: Tarantinoeskes von Kevin Smith in Red State, Arthausiges in Sleeping Beauty, Sci-Fi-Action mit einem Schuss Gesellschaftskritik in Chronicle und Monsters… und der große Teenager-Hype The Hunger Games. Ich versuche die entsprechenden Rezensionen ein wenig rough zu halten: Keine großen Inhaltsangaben, keine tiefschürfenden Analysen, stattdessen just my two cents zu dem DVD-Kram, den ich mir aus dem aktuellen Programm in letzter Zeit so gegeben habe. Viel Spaß.

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Dramatik des 19. Jahrhunderts: Naturalismus

Während ich an der Retrospektive der Filmdekaden der 90er Jahre und 00er Jahre jeweils ein gutes Jahr gesessen habe, habe ich jetzt doch tatsächlich zwei Jahrhunderte der Dramatik innerhalb einiger Wochen abgefrühstückt. Ähmmm… ja, irgendwie bin ich da stolz drauf, auch wenn es sich leicht als Kulturbanausentum auffassen ließe. Anyway, das ist erst einmal der letzte Artikel meines historisch/literaturwissenschaftlichen Trips. Ich werde zwar noch was raushauen zur Literatur mit der ich primär gearbeitet habe und auch meine Thesen noch hier reinkloppen, das soll es dann aber auch wirklich gewesen sein. Mit dem Naturalismus endet jetzt jedenfalls diese Epoche der Literatur und es beginnt zugleich auch eine Neue. Der Naturalismus wird gemeinhin als Beginn der literarischen Moderne gewertet, ist weit entfernt von der Dramen- und Theaterpraxis der vorangehenden Jahrhunderte, zugleich aber auch weit entfernt von der Praxis der Expressionisten oder Futuristen. Gleichzeitig gibt es sowohl zu dem einen oder anderen Verbindungslinien, sei es zum Realismus, sei es zum bürgerlichen Theater, sei es zu der Radikalität der Literatur des 20. Jahrhunderts. Insofern kann man zu diesem relativ engen Zeitraum konstatieren: Sonderstellung, ja… Vollkommene Autonomie, eher nicht. Und damit geht es auch gleich hinein in den engen Zeitraum von 1889 bis 1900.

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Dramatik des 19. Jahrhunderts: Nachmärz und Gründerzeit

Ich habe vor der Diversifizität der Dramatik des 19. Jahrhunderts gewarnt… und im so genannten Nachmärz schlägt sie mit aller Brutalität zu. Außer Friedrich Hebbel, mit dem ich mich bereits im letzten Artikel auseinandergesetzt habe und dem österreichischen Schriftsteller Ludwig Anzengruber ist aus dieser Zeit dramatisch tatsächlich nicht viel herauszuholen. Es scheint regelrecht eine riesige Lücke aufzuklaffen zwischen dem Spätwerk Hebbels und dem Beginn des Naturalismus 1889. Die damals in der deutschen Literatur tonangebende Strömung, der Realismus, präferierte die Novelle oder den Roman. Wenn man sich die “großen” Namen anschaut, mit denen sich unsere heutige Literaturwissenschaft befasst, ist im Grunde genommen kein Dramatiker dabei zu finden: Storm, Fontane, Droste-Hülshoff… Nope, nichts, kein Drama. Stattdessen Prosa, Prosa, Prosa. Ein bisschen anders sieht es beim theatralen Betrieb aus. Hier finden wir immerhin die Meiniger, die mit ihren realistischen, akribischen Stücken zumindest in der Aufführungspraxis den Weg zum Naturalismus weisen. Ebenso markant in dieser Zeit, sowohl in Theorie als auch Praxis ist die Verklärung der großen deutschen Dichter: Kleist, Schiller, Goethe, Grabbe… sie werden in dieser Zeit wieder- oder teilweise zum ersten Mal entdeckt, oft gekoppelt an einen deutschen Mythos, in engem Zusammenhang mit der Reichsgründung. Und diesbezüglich kann man natürlich noch zumindest kurz auf Richard Wagner und seine Opern hinweisen. Well, es bleibt dennoch chaotisch und ohne klare Linie. Der folgende Text wird daher relativ kurz sein, soll aber dennoch nicht in allzu große Larmoyanz über eine nicht stattfindende dramatische Epoche ausarten.

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Dramatik des 19. Jahrhunderts: Versuch einer allgemeinen Strukturierung

Shew… dann habe ich es doch tatsächlich geschafft, so wie es der Plan war, das 18. Jahrhundert in rund zehn Tagen hinter mich zu bringen. Abgesehen von Heinrich von Kleist, der mit seinem frühen Tod so ein bisschen zwischen die Epochen gefallen ist (und daher auch verdientermaßen einen eigenen Artikel als Schwellen-Dramatiker spendiert bekommt), können wir eigentlich frohgemuts weiter ins 19. Jahrhundert vorrücken. Und das wird erst einmal stressig. Dank der Aufklärung als maßgebliches Fundament für die Dramatik lässt sich das 18. Jahrhundert recht gut strukturieren. Klar, dabei reicht es nicht, der klassischen Schuldenke von den rationalistischen Aufklärern, die von den empfindsamen Stürmern und Drängern abgelöst werden, die wiederum von der Klassik beerdigt werden, abzuspulen. Aber immerhin lassen sich anhand der Eckpunkte Normative Ästhetik, Rationalismus, Emanzipation des Bürgertums, Autonomes Subjekt, Universelle Versöhnung sowie der großen Namen wie Lessing und Schiller doch zumindest grobe Gattungsgrenzen ziehen. Im 19. Jahrhundert sieht das anders aus: Nicht weil es derlei Topoi zu viele gäbe sondern ganz im  Gegenteil. Im Grunde genommen ist das Deutschland des 19. Jahrhunderts dramatisch ein ziemliches Brachland. Während zwar die Dramatik von Hegel, Schopenhauer und selbst Nietzsche zu DER edlen Literaturform schlechthin erklärt wird und das Theater partiell eine beispiellose Blütezeit erlebt, machen sich wirklich wesentliche Dramen in der Zeit ziemlich rar. Die Romantiker bevorzugen den Roman, die Realisten die Novelle, die Jungdeutschen die Lyrik oder die Kampfschrift und die Biedermeier die Jagdidylle und Klassikerexegese. Und dann sind wir auch schon bei den einzigen eine klare Gattung konstituierenden Naturalisten und im letzten Jahrzehnt des Jahrhunderts. Wie leicht fiele es da, sich zurückzulehnen, zu lamentieren und die Epoche auf die großen Außenseiter Kleist, Büchner – vielleicht noch Grillparzer – zu reduzieren. Ganz so leicht will ich es mir nicht machen und wage im Folgenden zumindest eine grobe Strukturierung, die für die folgenden Themen mindestens hilfreich sein sollte.

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Die 80er Jahre: Die besten Epen und Historienfilme des Jahrzehnts I

Was einen guten Film zu einem guten Historienfilm macht, liegt ja eigentlich so ziemlich auf der Hand: Das historische Sujet. Der Schritt zum Epos ist da schon etwas diffiziler. Natürlich könnte man es sich leicht machen und einfach von Monumentalfilmen sprechen, doch damit bekommt man letzten Endes auch nur eine sehr eingeschränkte Genreschublade geboten, die automatisch primäre Assoziationen zu dem großen Monumentalfilm der 50er und 60er Jahre à la Ben Hur weckt. Gerade historisch akkurate oder aber auch fantastische, parabolische und surreale Werke mögen da kaum so richtig ins Bild passen. Also ganz kurz ein wenig Schubladenkunde, um meinen Begriff des Epos – des epischen Films – einigermaßen zu rechtfertigen.

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Die 80er Jahre: Die besten Abenteuerfilme des Jahrzehnts III

So… dann wüten wir also ein letztes Mal durchs Abenteuerkino der Dekade. Das hier ist trotzdem alles andere als eine Resterampe. Auch wenn sich der ein oder andere Film in die Auswahl verirrt haben mag, der bei manchen Lesern Kopfschütteln auslösen dürfte, finden sich auch hier wieder eine Menge Hochkaräter ein… und zwar in einer ziemlich heterogenen Vielfalt: Episches Arthaus-Kino in Werner Herzogs Fitzcarraldo auf der einen, amüsanter Slapstick- und Prügel-Trash mit Bud Spencer und Terrence Hill in Zwei Asse trumpfen auf auf der anderen Seite. Klassische Hollywood-Unterhaltung Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten, realistische Wildnis-Impressionen in Der Bär, überbordernde Komik und Achterbahnfahrten in Die Götter müssen verrückt sein II und ästhetisierte, schweigsame literarische Verarbeitungen in Crusoe. Das Abenteuergenre als Spielwiese für überambitionierte Filmmacher, als Ideenraum für cineastische Poeten und als Steilvorlage für großes Action- und Comedykino. All das kompakt und mit fetter Must-See-Empfehlung nach dem Break.

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Die 80er Jahre: Die besten Abenteuerfilme des Jahrzehnts II

Weiter geht es mit den besten Abenteuerfilmen der 80er Jahre, dem letzten Jahrzehnt, in dem dieses Genre tatsächlich noch eine gewisse Relevanz sowohl für Arthaus- und Independent- als auch das große Blockbuster-Kino hatte. Wer weiß, vielleicht erleben wir ja demnächst doch noch einmal ein etwas größeres Revival abseits von lahmen Piratenfilm-Ablegern. Bis dahin denken wir wehmütig an die gute alte Zeit zurück, als Indiana Jones und der letzte Kreuzzug sowie die Jugendversion des Abenteuer-Popcorn-Kinos Die Goonies Fantasy, Epik und Action perfekt unter einen Hut brachten, als Mosquito Coast, Greystoke und Wenn die Wölfe heulen sich in Zivilisationskritik und Überhöhung des natürlichen, kreatürlichen Leben übten, und die Zeit in der Im Rausch der Tiefe die Standards für ein beeindruckende Naturaufnahmen und herausragende Kameraführung neu definierte. So viel Nostalgie muss sein…

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Die 80er Jahre: Die besten Abenteuerfilme des Jahrzehnts I

Neben all den großen und kleinen Genre-Irrungen und Wirrungen steht für die 80er Jahre eins fest: Sie waren die letzte Dekade der wirklich großen Abenteuerfilme des Blockbuster- und Independentkinos. Und was für ein tolles Jahrzehnt waren sie für dieses Subgenre! Schatzjagden, Erkundungen im Dschungel, in Wüsten und auf Meeren, spannende Familienunterhaltungen und düstere Reisen in die Herze der Finsternis. Es erfüllt schon mit Wehmut, dass dieses ausufernde Genre in den folgenden Jahrzehnten kaum noch Berücksichtigung geschweige denn Anerkennung fand. Abenteuerfilme, wie die hier genannten, bewegen sich immer an der Grenze zwischen Action, Spannung und Fantasy. Gerade der letzte Aspekt kann sich auf vielfache  Weise niederschlagen, sei es in mythologischen Bezügen wie im ersten Indiana Jones Jäger des verlorenen Schatzes, in tatsächlich fantastischen Szenarien wie im zweiten Teil der Reihe Der Tempel des Todes oder sei es in fantastischen Wirklichkeitsverklärungen wie in Crocodile Dundee oder Piraten. Näher an der Realität, weiter weg vom Fantastischen – aber alles andere als naturalistisch – sind da schon der vergnügte Comedy Clash of the Cultures Die Götter müssen verrückt sein sowie der spannende Ökothriller Der Smaragdwald. Für ein sehnsüchtiges in die Ferne schweifen, sind sie allesamt geeignet, und großartige Filme noch obendrein.

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X-Ray Violin

Die Natur, künstlerisch abgeschätzt, ist kein Modell. Sie übertreibt, sie verzerrt, sie lässt Lücken. Die Natur ist der Zufall. Das Studium „nach der Natur“ scheint mir ein schlechtes Zeichen: es verräth Unterwerfung, Schwäche, Fatalismus, — dies Im-Staube-Liegen vor petits faits ist eines ganzen Künstlers unwürdig. Sehen, was ist — das gehört einer andern Gattung von Geistern zu, den antiartistischen, den Thatsächlichen. Man muss wissen, wer man ist…

Friedrich Nietzsche – Götzen-Dämmerung (via)

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