Schlagwort-Archiv: narrative Strukturen

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The Boy With A Camera For A Face – Surrealer Kurzfilm von Spencer Brown

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Notiz für dieses Jahr: Dringend mehr Kurzfilme anschauen.

The Boy with a Camera for a Face is satirical fairy tale about a boy born with a camera instead of a head, whose every moment is transformed by the fact he is recording it. Accompanied by a voice over narration read by Steven Berkoff, the film tells an epic story in fifteen minutes about the way we live today. …We follow him from his birth through to adulthood, and experience his inability to live a normal life.

The Boy with a Camera for a Face from Spencer Brown on Vimeo.

Only Lovers Left Alive (screenshot)

Filmabriss: Only Lovers Left Alive, Grand Budapest Hotel, Der Schaum der Tage, Das jüngste Gewitter

Only Lovers Left Alive (screenshot)

Filmaufriss, könnte ich auch titeln, da wir einen analytischen Blick auf (bzw. in) jüngere Filmwerke werfen werden. Filmästhetik und Erzähltechnik stehen da ebenso im Fokus wie philosophischer Gehalt. Da ich wenig Sinn darin sehe über irrelevante Filme zu schreiben, kann ich schon im Vorhinein alle hier behandelten Titel uneingeschränkt empfehlen. Have some fun.

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Mark Lombardi – Kunst und Konspiration (Doku auf Arte+7)

So der Titel einer Doku über den Künstler Mark Lombardi, die von der Regisseurin Mareike Wegener realisiert wurde und noch bis kommenden Mittwoch auf Arte+7 zu denken gibt. Lombardi visualisierte Geldströme und stellte so internationale Geflechte von Banken, Ölfirmen, Verbrechern, Mafiosi, der Familien Bush und bin Laden, Mudschaheddin (den späteren Taliban) etc. usw. grafisch dar. Seine Kunst ist auf mehreren Ebenen überaus interessant. In ästhetischer Hinsicht zum Beispiel definierte er eine literarische Institution des 19. Jahrhunderts, das Gesellschaftsgemälde, völlig neu, indem er es auf das wesentliche reduzierte. In seinen Werken gibt es reale Protagonisten, die in realen (zumeist Geschäfts-) Beziehungen zueinander stehen (standen), was reale Folgen zeitigte. Die Beziehungen, in Pfeildiagrammen dargestellt, werden jedoch nicht auserzählt, sondern es wird nur auf diese aufmerksam gemacht. So entzieht er sich dem heiklen Thema der Verschwörungstheorie und weist nur auf Tatsächliches hin. Die Ausdeutung dieser “narrativen Strukturen”, wie er selbst seine Grafiken nannte, wird dem Rezipienten überlassen. Das finde ich besonders interessant: Das Kunstschaffen wird gewissermaßen in den Rezipienten verlegt, wodurch es selbst virtuell wird und eine ungeheure Potenzialität entfaltet. Das Schaffen wird dadurch zu etwas Uneigentlichem, etwas zunächst Verborgenem, welches (nur) durch das Darüber-Sprechen, durch den Diskurs ständig im Entstehen begriffen ist. IMHO deutet das, vor allem im Zusammenhang mit Lombardis mysteriösen Selbstmord, auf das Bestehen, vielleicht sogar einen Tanz, von verborgenen Macht- und Gewaltstrukturen hin. Ich erkenne darin eine entfernte Verwandschaft mit Kafka. Beiden Künstlern ist gemeinsam, dass in ihren (Kunst-) Welten ein leeres transzendentales Signifikat, welches von Rezipienten gefüllt wird, Herrschaft ausübt. Zur weiteren Information und auch weil die Doku bald off sein wird sei hier auf den tollen Artikel von Frank Steinhofer vom Kunstblog DARE verwiesen. Hier der Link zum Video auf Arte+7.