Kurzfilm der Woche: Doodlebug (Christopher Nolan)

KLASSIKER! So irgendwie. Doodlebug stammt aus dem Jahre 1997 , ein Jahr bevor Christopher Nolan mit  Following (der es vollkommen zurecht auch in unseren 90er Kanon geschafft hat) ein beachtenswertes Langfilmdebüt hinlegen sollte. Und das hier lässt spätere Großtaten schon sehr schön erahnen. Funktioniert auch ohne den berühmten Namen ‘Nolan’ wunderbar, ist schön weird und abgefuckt, hat ein bisschen Kafka mit an Bord und bietet ein herrlich fieses, bissiges Ende. Und wenn man genau hinschaut, kann man durchaus inszenatorische Stilmittel erkennen, bei denen sich Nolan auch später noch reichlich bedienen sollte.

Doodlebug (Großbritannien 1997)

Regie: Christopher Nolan

 

Filmabriss: Source Code, Paul – Ein Alien auf der Flucht, Wir sind die Nacht

Es gibt mal wieder ein paar neue – und weniger neue – Kinofilme, die durch unseren Filmriss gejagt gehören. Im letzten Filmabriss habe ich mich ja dezidiert mit Nerdfilmen auseinander gesetzt. Und Paul – Ein Alien auf der Flucht, der neue Film von und mit Simon Pegg und Nick Frost hätte auch wunderbar in diesen Artikel gepasst. Ansonsten gibt es noch Source Code, den neuen Science Fiction Mysterythriller von Duncan Jones (Moon), sowie den Vampirthriller Wir sind die Nacht, mit dem die Deutschen auch etwas von dem internationalen Vampir-Hype-Kuchen abhaben wollen. Mit Twilight hat der grimmige Berlin-Film dennoch wenig gemein…

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Twin Peaks auf ARTE

Grund zur Freude für alle Mystery-, Surrealismus- und Lynch-Freunde. Seit gestern überträgt ARTE anlässlich deren 20jährigen Jubiläums “Twin Peaks”. Jeden Dienstag um 22 Uhr wird die Serie über den Bildschirm laufen. Wer David Lynchs skurriles, melancholisches, schräges spannendes 80er Serienmeisterwerk noch nicht kennt, sollte die Gunst der Stunde nutzen und sich das Vorbild für zahllose Mysteryserien von Akte X bis LOST unbedingt anschauen. Gerade die erste Staffel, in deren Mittelpunkt die Ermittlungsarbeiten von Dale Cooper (Kyle MacLachlan als coolster FBI-Agent ever) im Mordfall Laura Palmer sowie die Geheimnisse und dunklen Seiten des nordamerikanischen Nestes Twin Peaks stehen, ist ein Meisterwerk postmoderner TV-Unterhaltung. Aber auch die späteren Folgen, die ab einem gewissen Zeitpunkt immer abgedrehter, skurriler und surrealer werden, sind auf ihre ganz eigene Art echt Gold wert.

Bei Arte.tv gibt es das ganze leider offensichtlich nicht zu sehen. Zumindest ist die Twin-Peaks-Abteilung dort  – abegesehen von kleinen Appetizern auf die einzelnen Episoden – leer. Also auf zum Fernseher und dem vernachlässigten Gerät wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenken!

via misterhonk

Filmabriss: Greenberg, Unknown Identity, Frozen

Noch ein paar Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Auch alles andere als hochaktuell. Greenberg wollte ich schon ewig rezensieren, bin ich aber nie so richtig dazu gekommen. Unknown Identity ist auch schon etwas länger her – da hätte es eigentlich sogar für eine zeitnahe Kinostartrezension gereicht – habe den aber irgendwie verdrängt, was gegenüber diesem grundsoliden, unterhaltsamen Thriller schon etwas ungerecht ist. Achja und den Direct-to-DVD Survivalthriller Frozen. Den habe ich als Letztes gesehen. Und würde ihn dann doch gerne so schnell wie möglich vergessen.

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Sword & Sworcery – Atmosphärisches und mysteriöses Pixelabenteuer für iPad

Ist natürlich blöd, wenn wir endlich mal wieder über ein Game bloggen und dieses dann ausgerechnet zu der Sorte gehört “Noch nicht angespielt und wird wohl auch eine ganze Zeit lang von uns nicht angespielt werden.” Anyway, Sword & Sworcery sieht Dank seiner Mischung aus Pixelwüste und atmosphärischem Landschaftsgemälde unglaublich groß aus und überzeugt nebenbei noch mit einer mysteriösen, surrealen Anti-Geschichte, die den Zuschauer Spieler offensichtlich lange im Dunkeln lässt, während sie peux à peux ihre eigenen Hintergründe offenlegt… Jörg von 4Players ist jedenfalls mächtig angetan von dem Titel und auch beim iPhone Blog sind sie ganz aus dem Häuschen. Naja wenigstens gibt es für uns traurigen Nicht-Pad-Besitzer dieses schicke Vimeo-Video, das sogar recht viel des Spielzaubers auf den passiven Zuschauer überträgt. Wer so’n i-Dingens besitzt, sollte sich das Teil (für unverschämt günstige 4€) besorgen.

 

Die 90er Jahre: Die besten Satiren, Grotesken und schwarzen Komödien des Jahrzehnts

Okay… Hier soll es wirklich böse, bizarr, grotesk, allerdings dennoch und gerade deswegen urkomisch werden. Und um das gleich klarzustellen: Wenn an dieser Stelle von schwarzen Komödien die Rede ist, dann ist auch wirklich schwarz gemeint. Pechschwarz! Nicht der sadistische Fäkalhumor, der sich als böse tarnt, um zu verbergen, dass er doch nur moralinsaure Teenager- und Massenunterhaltung aus Hollywood ist… nein, nein… gemeint ist das Lachen, das dir im Halse stecken bleibt und dort noch Tage später schmerzt. Das Lachen, das weh tut, weil es die eigene Amoralität, den eigenen Sadismus, die ureigenen dunkelsten Seiten des Menschen enttarnt. Böse gehässig und eben doch zum Schreien komisch, oder zum Leiden komisch, zum Erschrecken komisch, whatever. Die besten des Jahrzehnts: Wir haben euch gewarnt.

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Kurzfilm der Woche: From the Drain

Heute mal so richtig retro: Der absurde Kurzfilm “From the Drain” von 1969 (Budget: 500$) gehört zu den ersten filmischen Gehversuchen David Cronenbergs. Mit beängstigend feingeistiger Musik in dunklen Schwarzweiß-Aufnahmen erzählt. Irgendwie schön, irgendwie experimentell, irgendwie bizarr, irgendwie gruselig, irgendwie spröde und alles in allem sehr speziell…

From The Drain (Kanada, 1967)

Regie: David Cronenberg

Darsteller: Mort Ritts, Stefan Nosko

Laufzeit: 14 Minuten

 

Super 8 Trailer

E.T. und das Monster aus Cloverfield feiern zusammen ne Party und die Goonies sowie die Kids aus “Stand by me” sind auch eingeladen. Die Steven Spielberg und J.J. Abrams Fusion Super 8 könnte sich durchaus doch noch als Traumhochzeit entpuppen. Zumindest verspricht der offizielle Trailer gediegene Big Budget Unterhaltung zwischen Mystery, Science Fiction und nostalgischer E.T.-Reminiszenz. Ick freu mir!

via Filmfreunde

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90er vs. 00er – Battle of the Kinojahrzehnts IV: Horror, Mystery und Surreales

Nachdem das knisternde und r0mantische Kino sich als Stärke der 00er Jahre entpuppte und dieses sogar kurzfristig in Führung brachte, wenden wir uns an dieser Stelle den dunklen Seiten der cineastischen Jahrzehnte zu. Horror, Mystery, Surreales, fernab von dieser Welt und doch inmitten unserer Wirklichkeit beheimatet: Verzerrt, abseitig, erschreckend, absurd, beängstigend und der Realität auf grausame Weise ein Schnippchen schlagend. Die Besten der Bösartigen treffen sich hier zum Duell. Welches Jahrzehnt hat uns mehr und besser Angst gemacht? Welches hat uns besser verwirrt und zur Verzweiflung getrieben? Welches hat die stärkeren Rätsel aufgeworfen, die mächtigeren Paradoxien erschaffen? Im Angesicht der Geister, Dämonen und des Wahns wollen wir sehen, wie lange das brüchige Unentschieden (5:5) im Zweikampf der Filmjahrzehnte noch aufrecht zu halten ist.

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Die 90er Jahre: Die besten surrealen Filme und die besten Mysteryfilme des Jahrzehnts

Das Mystery-Genre war in den 90ern – ebenso wie der Surrealismus seit jeher – eine filmische Gattung die eher an der Peripherie stattfand. Für ein Massenpublikum waren die Themen der Filme meist zu obskur, die Erzählhaltungen zu distanziert. Aber abseits von Hollywood gelang es dem Genre dennoch sich eine treue Fangemeinde zu erarbeiten. Insbesondere die Filme von David Lynch – der auch in den 00er Jahren überfleißig war – haben sich zu echten Kultfilmen der Szene entwickelt. Und dann gab es da natürlich noch den berühmten Mysteryboom in der zweiten Hälfte der Dekade: Angestachelt durch die TV-Erfolge von Akte X und schließlich den Höhepunkt mit dem Kassenschlager und Instantklassiker “The sixth Sense” erlebend. Ironischerweise brachte die folgende Schwemme an Mystery-Epigonen keinen einzigen herauragenden Genrebeitrag hervor, stattdessen nicht viel mehr als ein müde Reihe an Plagiaten, die in die 00er Jahre hinüberschwappten, um das Publikum dort zu langweilen. Anyway, trotz des subkulturellen Flairs des Mystery, trotz der praktischen Nichtvorhandenheit des Surrealismus in den Kinosälen, gibt es hier auch in den 90ern so manches Entdeckenswertes. Wir haben es gesammelt…

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Die 90er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts I

Die 90er Jahre waren das letzte große Jahrzehnt für den Zeichentrickfilm vor der – man kann es nicht anders sagen – folgenreichen Wachablösung durch Computeranimationen. Auch wenn es in den 00ern, vor allem Dank des Studio Ghibli – noch herrausragende Trickfilme der alten Schule geben sollte, so erreichten diese doch nie wieder das Publikum wie die Jahre zuvor. Aber das ist kein Grund zur Trauer: Denn die 90er haben ein großes Erbe hinterlassen, stellen sie doch einen Höhepunkt des gezeichneten Films dar. In keinem anderen Jahrzehnt wurde eine solche Dichte an herausragenden Trickfilmproduktionen erreicht, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, sowohl was massentaugliche Familienunterhaltung als auch was düstere Trickfilmvisionen jenseits des klassischen Schemas betrifft. Und hier kommt die erste Ladung…

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Die 90er Jahre: Die besten Western des Jahrzehnts

Während wir im letzten Jahrzehnt die Western einfach dreist zu den Epen geklatscht haben, spendieren wir dieser Urform des amerikanischen Kinos hiermit einen eigenen Artikel. Traditionell wird es dennoch nur in den wenigsten Fällen zugehen. Stattdessen gibt es Revisionistisches, Verzerrtes, Parodiertes, Dekonstruiertes und in die Mangel Genommenes. Frei nach dem Motto: Die besten Western sind immer noch die, die keine sein wollen.

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Die 90er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts II

Und zum Zweiten: Futuristisches und Endzeitliches aus den 90er Jahren. Auch hier finden wir in erster Linie die selbe apokalyptische Stimmung wie schon bei der ersten 90er Science Fiction Retrospektive. Aber auch viel Virtuelles und Scheinbares, einen echten Popcornblockbuster, Abseitiges japanisches Kino und nicht zuletzt ein ganz klassisches episches Schlachtenspektakel mitten im Weltraum…

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Die 90er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts I

Viel Sehenswertes ist im Weltraum der 90er Jahre nicht geschehen. Dafür wie schon bei den besten Science Fiction Filmen der 00er umsomehr auf einer (potentiell) zukünftigen Erde. Das mag vor allem mit einem erneuten Endzeit- und Dystopienhype des ausgehenden 20. Jahrhunderts zusammenhängen (übrigens ganz ähnlich dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts). Jedenfalls war der Blick in die Zukunft, den viele Filmmacher in den 90ern wagten, oft ein kritischer, skeptischer, einer, der relevante Themen der 90er aufgriff und in ein mögliches – von düsteres bis buntes – 21. Jahrhundert transformierte. Jedenfalls waren die gelungenen Prophezeiungen zahlreich genug vertreten, dass das Science Fiction Genre zwei Artikel spendiert bekommt… Den ersten Teil gibt es direkt hier…

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