Schlagwort-Archiv: Mystery

Trailerprogramm: The Raven, VS, Norman, My Week with Marilyn, Tim und Struppi, Lulu

My Week with Marilyn [Richard Curtis]

Und hier haben wir dann auch gleich einen heißen Favoriten für die Academy Awards 2012. My Week with Marilyn, der von der kurzen und heftigen Romanze zwischen Marilyn Monroe und dem jungen Colin Clark erzählt, bringt alles mit, was die Academy derzeit und auch grundsätzlich liebt: Geschichte des 20. Jahrhunderts, ein Clash of the Cultures von Amerika und Großbritannien, edle Sets und Kostüme, große Darsteller (u.a. Kenneth Branagh und Judi Dench) und natürlich den notwendigen Schuss Menschlichkeit, Emotionalität und Big-Budget-Pathos. Ist mir fast zu sehr auf Oscargewinn gebürstet, sieht aber nichts desto trotz fantastisch aus. Michelle Williams funktioniert als Norma Jean, auch wenn sie nicht gerade meine Traumbesetzung für die Verkörperung der Hollywood-Legende wäre. Die Geschichte scheint erlesen, nicht zu effekthaschend erzählt, die Bilder sind natürlich episch… und hoppla, da stolpert ja auch eine deutlich gereifte Emma Watson durchs Bild, die hoffentlich nun auch jenseits der Potter-Reihe beweisen darf, dass sie eine verdammt gute Schauspielerin ist. Doch… das will ich sehen. Andererseits habe ich The King’s Speech (2010) bisher auch ausgespart. Angst vor der Academy Award Formel

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Die 90er Jahre: Die besten TV-Serien des Jahrzehnts IV

Auf zum letzten Teil unserer 90er TV-Kanonisierung. Dieses Mal gibt es viel Teenagerherzschmerz, einmal der realistischen und zugleich hochästhetischen Art mit der wundervollen Drama-Serie Willkommen im Leben, einmal als warmherziges Nostalgie-Paket Wunderbare Jahre. Neben Teenagern war die Dekade gegen Ende besonders von den Arzt- und Krankenhausserien geprägt. Der Vorreiter Emergency Room soll hier nicht unterschlagen werden, ebenso wenig die makabere, surreale Umsetzung des Topos in Lars von Triers grotesker Horrorserie Hospital der Geister. Zum Lachen gibt es dann aber auch noch was: Das großartige Review-Format Mystery Science Theater 3000 und die sarkastische, trockene High School Außenseiterin Daria. Alles ordentlich sortiert und rezensiert… nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten TV-Serien des Jahrzehnts III

Ich glotz TV, die Dritte. Auch dieses Mal gibt es eine exquisite Mischung aus tollen Kindheitserinnerungen und heute noch bestens funktionierenden Serien. Die Simpsons haben beides zugleich zu bieten, während die beiden Mystery-Serien Sliders und Outer Limits doch sichtlich gealtert sind, auch wenn sie immer noch zu unterhalten wissen. Familie Heinz Becker fällt wohl eher in die Ecke “nostalgischer Regionalstolz”, während South Park bereits seine spätere globale Klasse erahnen lässt. Achja und mit Roseanne hat sich doch tatsächlich wieder eine Sitcom eingeschlichen, eine ganz ganz klassische sogar, die im Gegensatz zu vielen anderen Comedy-Programmen der 90er aber überraschend würdevoll gealtert ist. Warum, lest ihr nach dem Klick.

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Die 90er Jahre: Die besten TV-Serien des Jahrzehnts II

Im ersten Teil habe ich ja besonders durch die rosarote Nostalgiebrille geschrieben und empfohlen. Die gibt es dieses Mal auch, allerdings nur in einem Fall: Dem wunderbaren, cheesy 90er-Teenager-Prototypen Parker Lewis, der Coole von der Schule. Ansonsten wird es im zweiten Teil weitaus ernster und düsterer. Mit Twin Peaks und Akte X kann ich gleich zwei Mystery-Klassiker empfehlen, an die sich alle 80er Jahrgänge wahrscheinlich noch gut erinnern können und die alle zu spät Geborenen schleunigst nachholen sollten. Dazu gesellt sich mit NYPD Blue ein echter Crime-Klassiker, aus einer guten alten Zeit, in der Thriller-Serien nicht nur daraus bestanden, in Leichen rumzupuhlen. Ein bisschen Science Fiction gibt es dann auch noch mit dem zweiten großen 90er Star Trek Ableger, der umstrittenen Soap im Weltraum Deep Space Nine. Und wenn es einfach nur klassische Sitcom-Unterhaltung sein soll… kein Problem. Der Comedy-Klassiker Seinfeld zeigt allen Kings of Queens und two and a half men wie echter Humor auszusehen hat.

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Filmabriss: Timecrimes, Der Plan, Exam

Im Moment wildere ich ein wenig durch die Videotheken, um festzustellen, was ich so die letzten Jahre an Filmen im Kino verpasst habe, und natürlich auch, um ein paar Direct-to-DVD Veröffentlichungen abzugreifen, die Dank fehlender PR in den Videotheken-Regalen ein wenig vor sich hinstauben. Sind sie es trotzdem wert gesehen zu werden? Dieses Mal gibt es das volle Mysteryprogramm im Realitätscheck: Der düstere – schon etwas ältere – Zeitreise-Thriller Timecrimes, die an den Kinokassen etwas untergegangene Mystery-Romanze Der Plan und das Kammerspiel Exam, das sich in seiner “Geschlossene Gesellschaft”-Variante ungeniert bei Cube und LOST bedient. Lohnt es sich? Die Antwort nach dem Klick.

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Filmabriss: Dogtooth, Beautiful, Bedingungslos

Nachdem es im letzten Filmabriss das volle Blockbuster-Programm mit Harry Potter, Super 8, und Planet der Affen Prevolution gab, verlassen wir dieses Mal die vorgewärmten Kinosessel und schauen uns im Videotheken-Regal in der Arthaus- und Independent-Film-Abteilung um. Ich weiß gar nicht, ob einer von den drei hier rezensierten Filmen eine Kinoauswertung hatte. Tendenziell wohl eher nicht. Auf jeden Fall liegen sie derzeit (relativ) frisch in der Videothek meines Vertrauens und bilden ein gutes Kontrastprogramm zu lauten, mainstreamigen Blockbuster-Orgien: Dogtooth eine verstörende, surreale Parabel in der Tradition des europäischen Autorenkinos, Beautiful ein düsterer Mysterythriller, der gerne das Blue Velvet des neuen Jahrtausends wäre, und Bedingungslos, in dem Ole Bornedahl (Nightwatch) mit perfider Montagetechnik den Zuschauer in einem alptraumhaften Sog gefangen nimmt. Was können die drei filmischen Ausreißer und lohnt sich für sie der Gang zur Videothek?

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Trailerprogramm: Retreat, Circumstance, Der gestiefelte Kater, The Dark Knight Rises, The Human Centipede 2

Circumstance [Maryam Keshavarz]

Wenn der Trailer bereits mehr als gänsehauttauglich ist, kann ich gar nicht anders als mich unheimlich auf den entsprechenden Film zu freuen: Liebe, Sex, Leidenschaft, die Gier nach Leben im iranisch/islamischen Kontext. Circumstance hat schon beim Sundance Filmfestival 2011 den Publikumspreis gewonnen, und diesen Bildern nach zu urteilen auch völlig zurecht. Kann natürlich auch sein, dass er mit seiner Geschichte überhastet in irgendwelche Klischeefallen stolpert… aber… nee… das glaube ich jetzt nicht.

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Kurzfilm der Woche: Deus Irae

Fieser, kleiner, dreckiger Mystery/Horror-Bastard vom argentinischen Regisseur Pedro Cristiani. Die Story um einen Exorzismus ist an und für sich nicht sonderlich originell; wie das Szenario umgesetzt wurde, entlockt dem Zuschauer aber doch so einige WTFs. Großartiges Makeup, absurder Humor, geniale Einfälle, ein wenig Goofiness (muss auch sein) und eine schön hässliche und infame Gesamtatmosphäre. Deus Irae soll ein Full Length Spielfilm werden bzw. in einen solchen einfließen, genau diese zwölf Minuten sind aber das perfekte Horror-Kurzfilmerlebnis, gegen die derRest eigentlich nur abstinken kann.

A fragile border separates our world from the realm of darkness, a limit where nightmarish creatures await in the shadows, looking for a way into our world: the tender souls of the weak and the innocent. Once possessed, people are used as portals to infect our reality.

Only one thing has been standing in their way: a secret order of priests, who devote their lives and souls to protect this border. Soldiers of a silent war, who hunt the monsters down to look them in the eye… and blow them away.

They are the ‘Deus Irae’

Deus Irae (Argentinien 2010)

Regie: Pedro Cristiani

Darsteller: Gastón Ricaud, Bernarda Parcés, Ana Pauls

Trailerprogramm für den Donnerstag: Le Havre, Detective Dee, Uncharted 3, Carnage, American Horror Story, Poulet aux Prunes

Carnage [Roman Polanski]

Ja… es ist mal wieder Zeit für ein hochkarätiges Kammerspiel. Und wenn sonst keiner Lust drauf hat, muss eben der Meister selbst ran. Roman Polanskis neuer Film – die Verfilmung eines Theaterstücks von Yasmina Reza – verspricht einiges: Eine exquisite Besetzung mit Jodie Foster, die alt geworden ist, aber nach wie vor unglaublich charismatisch aussieht, Kate Winslet, die ohnehin immer Top ist, Christoph Waltz, der sich hier als latent unheimlicher Durchschnittsbürger beweisen darf, und John C. Reilly, den ich immer wieder gerne sehe,  liefern sich in dem dichten Drama anscheinend einen spannenden, engen, mit trockenem Sarkasmus unterlegten Kampf, der sukzessive aus den Fugen gerät. Das wird groß… mit Sicherheit.

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Trailer zu Andrew Niccols Science Fiction Thriller “In Time”

Ich lehne mich jetzt einfach mal weit aus dem Fenster und behaupte: Justin Timberlake scheint mir derzeit einer der vielversprechendsten Nachwuchsschauspieler überhauptzu sein. Schon in “The Social Network” war er einfach nur grandios und stahl als heimliches Aushängeschild den vermeintlichen Protagonisten die Show. Und auch in Andrew Niccols Science Fiction Reißer “In Time” lässt er wieder seine schauspielerischen Muskeln spielen. Auch darüber hinaus wirkt die – etwas an Philip K. Dick erinnernde – Geschichte um Lebenszeit als Währung mehr als interessant. Könnte echt ein gelungener, intelligenter und spannender parabolischer Thriller werden. Wäre mal wieder an der Zeit…

Welcome to a world where time has become the ultimate currency. You stop aging at 25, but there’s a catch: you’re genetically-engineered to live only one more year, unless you can buy your way out of it. The rich “earn” decades at a time (remaining at age 25), becoming essentially immortal, while the rest beg, borrow or steal enough hours to make it through the day. When a man from the wrong side of the tracks is falsely accused of murder, he is forced to go on the run with a beautiful hostage. Living minute to minute, the duo’s love becomes a powerful tool in their war against the system.

via Affenheimtheater

Filmabriss: Wer ist Hanna?, The Human Centipede (First Sequence), Die Tür

Tja, wer bei diesem Wetter seine Zeit mit Filmen vergeudet, ist natürlich selbst schuld… Umso ärgerlicher, wenn das bemusterte Material sich tatsächlich nach Zeitverschwendung anfühlt. Ganz so schlimmt kommt es mit den Werken unseres aktuellen Filmabriss nicht. Wer ist Hanna? (2011) entpuppt sich als spannender Thriller, dessen wenig originelle Handlung von der herausragenden Inszenierung abgefangen und abgefedert wird, The Human Centipede (2010) ist ohnehin schon so etwas wie ein Gaga-Ekel-Klassiker und Die Tür (2009) vermag es zumindest überdurchschnittliche Mystery-Unterhaltung zu generieren. Alle drei ausführlich durchleuchtet, nach dem Klick.

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David Lynch’s Club Silencio for real!

Regisseur David Lynch plant eine reelle Umsetzung des Club Silencio aus seinem Film Mulholland Drive (2001) in Paris. Das düstere Theater, dessen grotesk-schöne Vorstellungen vor allem Schein und Sein thematisieren, steht im Zentrum des parabolischen, surrealen Mysterythrillers, den wir schon bei den besten surrealistischen Filmen der 00er Jahre ordentlich gefeiert haben. An den Plänen zu der Real-Life-Umsetzung dieses (alp)traumhaften Ortes haben unter anderem Arnaud Frisch (dem der berühmte Pariser “Social Club” gehört) und Designer Raphael Navot mitgearbeitet.

Der Club, der anscheinend nur für einen sehr erlesenen Kreis an Künstlern zugänglich sein soll, wird eine Bar, eine Konzerthalle, eine Kunstbibliothek und ein Kino enthalten. Ist aber auch eigentlich vollkommen egal… Ich will nur den irren Direktor sehen und das wunderschöne und zugleich verstörende Llorando hören. Bis Herbst ist noch ein wenig Zeit, um zu großem, künstlerischen Ruhm zu kommen oder das nötige Kleingeld zusammen zu kratzen. Eröffnet werden soll der extravagante Nachtclub in der französischen Hauptstadt nämlich erst im September.

No hay banda! There is no band. It is all an illusion…

via Guardian

Lynch Empire von Oliver Smolders

Oliver Smolders hat für Arte einen Supercut zusammengeschnitten, in dem David Lynch unter anderem mit Ingmar Bergman, Alfred Hitchcock und Walt Disney konfrontiert wird. Fünfzehn Minuten großartig surreal gemashte Filmkunst von Amerika bis Europa. Und die gibt es auch online bei Arte.tv zu sehen.

Die 90er Jahre: Die besten Trash-Filme des Jahrzehnts II

Und weiter gehts im Kino der niedersten Niederungen, der obskuren Ideen und kostengünstigen Antipoden zum Big Business. Dieses Mal haben sich gleich ein paar qualitativ hochwertige Filmversatzstücke in unserer Trash-Schau eingefunden. Neben Christoph Schlingensiefs Trash-Blaupause United Trash – die wie alle seine Filme heftig mit Avantgarde und Hochkultur kokettiert – kümmern wir uns um das deutsche Trashurgestein Helge Schneider und seinen Anti-Western Texas, freuen uns noch einmal auf Troma-Ware bei Sgt. Kabukiman und packen mit dem Geballer von Rutger Hauer in Split Second und den Nippeln von Demi Moore in Striptease zumindest noch zwei Filme dazu, über deren Qualitäten man vorzüglich streiten kann.

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Die 90er Jahre: Die besten Trash-Filme des Jahrzehnts I

In der Trash-Retrospektive der 00er haben wir die Trash-Perlen und schlechten Filme zusammen in einen Artikel gehauen, was genau genommen schlichtweg unfair ist. Denn es gibt einen schmalen, aber umso essentielleren Grat zwischen miesen Filmen und herausragenden Trashperlen, ein Grat, der entscheidet, ob wir an einem schlechten Film Spaß haben oder ob er uns langweilt oder gar ärgert. Genau jener Schwelle wollen wir in der 90er Retrospektive der Tieflader Rechnung tragen. Die Filme in diesem Artikel sind keine guten Filme im gewöhnlichen Sinne, nach cineastischen Maßstäben sogar oft genug ziemlich üble Machwerke. Aber verdammt nochmal, sie haben Spaß gemacht. Es war ein Genuss sie zu sehen und sie haben das Erbe des Midnight-, Trash- und Exploitationkinos würdig in eine neue Filmepoche transferiert. Hier kommen sie: Garantierter Filmspaß auf garantiert niedrigstem Niveau.

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