Schlagwort-Archiv: Musiktheorie

…Und dann war da noch das ebenso merkwürdige wie faszinierende Phänomen des musikalischen Orgasmus

musical-orgasm

Ein Phänomen, das von der Violinistin und Pianistin Psyche Loui zusammen mit ihrem Schüler Luke Harrison untersucht wird, seitdem sie ein orgiastisches Erlebnis beim Hören von Rachmaninows Piano Concerto No. 2 erlebt hatte.

Tatsächlich scheint es keine große Rolle zu spielen, ob man musikalisch besonders begabt ist, um die extremen physische Reaktionen auf bestimmte Musik zu zeigen, die von Loui “Frission” (Schauer) genannt werden und dem Gefühl eines sexuellen Orgasmus sehr nahe kommen. Entscheidender ist wohl eher die Beschaffenheit der entsprechenden Musik: Dynamische Sprünge, eine Dramaturgie von sanft zu laut und dissonante Töne, die mit der Hauptmelodie kollidieren, sind wohl die wesentlichen Ingredienzen für ein orgastisches Musikerlebnis. Als Wenig-Klassikhörer käme mir da als erstes die gesamte Montrealer Postrock-Ecke in den Sinn. Und tatsächlich, die Erregung die sich bei so manchem GY!BE-Song aufbauen kann, hat schon etwas für sich. Den gesamten Bericht zu dem Phänomen (inklusive einer “einladenden” Playlist) findet Ihr bei BBC Future.

The strange phenomenon of musical skin orgasms 

Friedrich Nietzsche – Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

Teil 2 der Reihe: Flo missbraucht sein Blog zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung in Philosophie. Nachdem ich mich das letzte Mal intensiv mit Edmund Husserls Cartesianischen Meditationen beschäftigt habe, mache ich an dieser Stelle einen weiten Sprung. Ich springe sowohl in der Zeit zurück, nämlich ins seelische 19. Jahrhundert, als auch in der Disziplin zur Seite. Ist das, was Husserl selbst als Transzendentalphilosophie und Phänomenologie bezeichnet, primär die philosophische Teildispziplin der Erkenntnistheorie, so widme ich mich bei meinem guten Freund Friedrich Nietzsche der Ästhetik… primär. Dieses “primär” sei an dieser Stelle nicht nur als “relativ” im Sinne von Einschränkung sondern gleich auch als ein “scheinbar” zu lesen. Denn auch wenn es Nietzsche in seiner Schrift Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872) vordergründig um eine Kunsttheorie geht, so verbirgt sich dahinter doch – ziemlich offensichtlich – eine fundamentale metaphysische Theorie, die nicht einfach nur die Geschichte und Beschaffenheit des Dramas durchleuchtet, sondern Aussagen über die Grundlage des Seins an und für sich treffen will. Nietzsches Abgesang auf die Ästhetik Richard Wagners, betrachtet durch die Brille eines vitalistischen Arthur Schopenhauers, ist nicht weniger als ein Rundumschlag gegen vernunftorientierte Ästhetik, die nach Nietzsche zum Niedergang der griechischen Tragödie führte, zugleich aber auch den Diskurs der Dramatik seit der Aufklärung wesentlich bestimmte. Nietzsches Tragödien-Stück ist ein gewaltiges Werk, und auch ein gewalttätiges: Voller Abgründe, voller Pathos, voller großer Gesten. Auch heute noch ein großes Lesesvergnügen.

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Links fürs Wochenende

Das weltweit schwerste Sudoku…

…entwickelt von einem finnischen Mathematiker. Habe mich selbst noch nicht rangetraut, auch wenn ich Sudokus so grundsätzlich eigentlich sehr mag, auch und insbesondere die richtig schweren. Siehe dazu auch, Bericht vom Daily Telegraph: World’s hardest sudoku: can you crack it?

No Surprises? Der große Radiohead-Coveralbum-Showdown

Uli vergleicht bei Auftouren das OK-Computer-Tributalbum OKX (2007) von Stereogum (Download-Link) mit dem aktuellen OK-Computer-Tributalbum A Tribute To OK Computer (2012), das vom Musikexpress herausgegeben wurde.

21/22

Ausdeutungen des Balotelli-Jubels konnte man in der Süddeutschen, der Welt und der taz lesen. Keiner der Exegeten ist auf Cantona gekommen, um Balotelli einzuordnen. Das ist nicht verwunderlich, denn sie haben alle drei etwas anderes im Blick: dass Balotelli schwarz ist. Dass er so gejubelt hat, ist ihnen immer auch Zeichen seines Schwarz-Seins.

Liebling, ich habe ein Viral kreiert – Wie konnte das passieren?

Jannis von Netzfeuilleton fragt sich, wie sein Video Gratis-BILD Unboxing zum viralen Hit auf YouTube mit über 100.000 Visits werden konnte.

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Plants vs. Zombies online (Browsergame)

Zwar nur die gekürzte, dafür aber kostenlose Version des großartigen, großartigen, großartigen (Oh mein Gott, ist das großartig!) Tower-Defense-Games für PC und diverse Mobile Devices. Wer es noch nicht gespielt hat, sollte das jetzt ganz dringend nachholen. Eines der besten, lustigsten und putzigsten Strategiespiele der letzten zweitausend Jahre.

Warum Musik Angst einflößen kann

Was wäre ein Gruselfilm ohne schaurige Musik? – Forscher präsentieren nun eine Erklärung, warum uns beispielsweise die Musik bei der Duschszene des Hitchcock-Thrillers „Psycho“ einen Schauer über den Rücken jagt.

How I watch Movies

Infografik, über den Unterschied cineastischer Sehgewohnheiten zwischen Kinovorführung und Computer-Konsum. Traurig, aber allzu oft wahr.

UNDERGROUND NEW YORK PUBLIC LIBRARY

Bilder von lesenden Menschen in der New Yorker U-Bahn

The IRL-Fetish

Sehr cooler Artikel über den Real Life, bzw. Offline-Fetisch, über die permanente Gegenüberstellung von echtem Leben und digitaler Sphäre, sowie über den Stolz, mit dem viele “Offliner” ihr “wahres Leben” präsentieren:

In great part, the reason is that we have been taught to mistakenly view online as meaning not offline. The notion of the offline as real and authentic is a recent invention, corresponding with the rise of the online. If we can fix this false separation and view the digital and physical as enmeshed, we will understand that what we do while connected is inseparable from what we do when disconnected. That is, disconnection from the smartphone and social media isn’t really disconnection at all: The logic of social media follows us long after we log out. There was and is no offline; it is a lusted-after fetish object that some claim special ability to attain, and it has always been a phantom.

How Accurately Does Hollywood Age Actors?

Fotostrecke des Slate-Magazins über die Diskrepanz zwischen der “künstlerischen Alterung” von Darstellern in Hollywoodfilmen und ihrem tatsächlichen Alterungsprozess. So haben die Star Trek Schöpfer von 1967 nicht im Geringsten bedacht, wie James T. Kirk William Shatner im Alter in die Breite gehen könnte, überraschend gut getroffen dagegen sind die Protagonisten aus Back to the Future.

The Art of Danger and Suspense

Im wahrsten Sinne des Wortes spannende Fotos bei Creative Review: Glas, scharfe Kanten, fatale Winkel… Die Gefahr der Verletzung ist in jedes einzelne dieser Bilder eingeschrieben.

Letztes Jahr auf Seite360:

Weiter geht es mit den musikalischen 90er-Retrospektiven, weiter geht es im Speziellen mit dem besten Alternative Rock des Jahrzehnts. Ebenfalls Richtung 90er schielt die Betrachtung sämtlicher Kuriosita der Zelda-Reihe, seien es die grauenhaften CD-I-Games oder die groteske Zeichentrickserie. Ebenfalls etwas kurios aber darüber hinaus erfolgreich: Die Suche nach historischen Allegorien in der Harry-Potter-Reihe.

Links fürs Wochenende

Komponieren heute

Johannes Kreidler macht sich Gedanken über den Aufwand und vor allem das Personal, das heutzutage für eine Komposition benötigt wird.

Sprechende und schweigende Malerei

„Heissest du die Malerei eine stumme Dichtung, so kann auch der Maler die Poesie eine blinde Malerei nennen. Nun sieh zu, wer der schadhaftere Krüppel sei, der Blinde oder der Stumme.“ (Leonardo Da Vinci)

Das Bild des Helden

Thomas Grüter aus der Gedankenwerkstatt schlüpft in die Rolle des Barden, der Siegfried bei seinen Abenteuern begleitete.

Kein Fisch, kein Fleisch

Jan Jasper Kosok für den Freitag über das Urteil im Fall GEMA vs. YouTube:

Das Landgericht Hamburg sollte heute im Streit zwischen der GEMA und YouTube klären, ob das Videoportal wirklich genug sperrt. Das Ergebnis: Ein bisschen tut es das nicht

Passend dazu auch Wir müssten mal miteinander reden, Vorläufige Stärkung, Gema nicht zu YouTube.

Euer Internet ist nur geborgt

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

Mir reichts jetzt!

Nach diversen #Nazigates bei den Piraten schlägt Marina Weisband mit der Faust auf den Tisch und macht eine großartig klare Ansage gegen rechtsradikale Störenfriede innerhalb der Partei.

Punk ist… Oder: wie viel sind 2000 Mädchen?

Mit jeder neu erschienenen Platte einer der (so genannten) deutschen Punkbands kommt die ebenso intelligente wie auch überlebensnotwendige Frage auf, ob das noch „Punkrock sei“. Seien es Die Ärzte oder die Toten Hosen, es spielt im Endeffekt keine Rolle, welche Band mit welcher musikalischen Ausprägung – die Frage bleibt stets dieselbe.

Gold Strike (Browsergame)

Keine Ahnung, wie sie das geschafft hat, aber meiner Freundin ist es gelungen, das wohl langweiligste Browsergame aller Zeiten im Internet auszumachen. Und das schlimmste daran, ich spiele das auch noch… jetzt schon seit ein paar Tagen, und jedes Mal überkommt mich der Ekel vor mir selbst, dass ich nichts besseres zum Prokrastinieren finde. Was mache ich also? Ich teile diese gähnende Flashgame-Hölle einfach mit euch. Aber behauptet nachher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

If Video Games were real:

Letztes Jahr auf Seite360:

Bei den besten Filmen der 90er Jahre kommt langsam die Frage auf: Kommt eigentlich noch Four Rooms? Nachdem diese mit ‘Nö’ beantwortet wurde, wirft Rinko einen Blick auf die besten Drogenfilme der Dekade, während Florian The Brave mit Johnny Depp zumindest kurz erwähnt haben will. Für weitere Nostalgieschübe sorgen die Deftones, die dann ja doch irgendwie auch Nu Metal sind, sowie ein filmabendliches Mashup, bei dem Walt Disney auf Zombies from Outer Space trifft und uns die Möglichkeit gibt, Parallelen zwischen Klassikern wie Dawn of the Dead und Arielle die Meerjungfrau zu suchen.

Poetisches für den Sonntag: Die Schönheit der Klassischen Musik erklärt in 20 Minuten

Wunderbarer Ted-Talk von Benjamin Zander, in dem uns erklärt und bewiesen wird, warum es sich lohnt Klassische Musik zu hören und warum jeder, wirklich jeder, seine Begeisterung für die Klassische Musik innerhalb weniger Minuten entdecken kann. Intelligent, witzig und ungemein poetisch. Vielleicht sogar der beste Ted-Talk, den ich bisher sehen durfte.

Benjamin Zander has two infectious passions: classical music, and helping us all realize our untapped love for it — and by extension, our untapped love for all new possibilities, new experiences, new connections.

Benjamin Zander on Music and Passion via Langweiledich.net

Links fürs Wochenende

Digitale Daten und das Vergessen

Brauchen wir ein Verfallsdatum für Daten, einen technisch gesteuerten und vom Nutzer beeinflussbaren Alterungsprozess für das Internet? Sollen Fotos mit den Jahren vergilben wie ihre Ahnen auf Papier? Sollen die Hinweise auf eine Zeit in unserem Leben, in der es noch keine Lebensversicherung, keinen Immobilien- oder Autokredit und keine grauen Haare gab nach und nach verschwinden?

Feindbild Internet

Sehr gelungener Kommentar von Daniel Fiene zur Spiegel-Datenkraken-Titelgeschichte

Forgotten 80`s  Nintendo Games

Tschernobyl, Dirty Dancing und andere Dinge, die 80er prägten, als NES Videogames. Großartiger Spaß!

Best of Feuilleton 2010

Der Umblätterer blickt auf die zehn besten feuilletonistischen Texte des letzten Jahres zurück…

Retro-TV: Fernsehprogramm vom Januar 1990

Mit Alf, Roseanne und Doctor Who

Sponsoren gesucht für ein Creative Commons Jugendprojekt über die Beelitzer Heilstätten

Ronny vom Kraftfuttermischwerk ist wie wohl die meisten von uns kein hauptberuflicher Blogger, sondern verdient seinen Lebensunterhalt als Sozialarbeiter in einem Mittelmärkischen Jugendtreff. Dort arbeitet er im Moment an einem Fotoprojekt, für das noch Sponsoren gesucht werden…

Im Rausch der Klänge

Musik wirkt auf den Körper und den Geist, erweckt Gefühle und setzt ordentlich Dopamin frei. An und für sich nichts neues. Jetzt ist es zumindest nach der Zeitschrift Nature Science offiziell. Und die wirkungsvollsten Stücke werden gleich mitgeliefert (Überraschung – primär Klassik, aber auch GY!BE sind dabei).

Die 00er Jahre: Die besten Filme des Jahrzehnts für Musikliebhaber I

Ein kleiner cineastischer Nachschlag für alle Musikliebhaber und Nerds da draußen. Sowohl Fiktionales als auch Dokumentarisches. Aber immer mit der Musik im Zentrum… oder dem Lebensgefühl, das sie vermittelt. Fans und Künstler, Nostalgisches und Hippes. Und weil man so viel über Musik drehen und noch mehr schreiben kann, unmöglich in einen Artikel zu quetschen. Daher in Kürze ein zweiter Teil. Die ersten besten Filme für Musikliebhaber direkt nach einer kurzen WordPress-Bridge…

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Links fürs Wochenende

Wenn Dieter Walter erzählen soll, wie er sich seine Geschichten ausdenkt, lacht er und sagt: “Man schaut auf die Leserbriefseiten in Frauenmagazinen. Da stehen immer Probleme, die Leute dahin schreiben. Später habe ich erfahren, dass diese Fälle auch fingiert sind.” Und dass die Autoren der Leserbriefe ihre Stoffe wiederum in Heftromanen finden.

Die in jüngster Zeit veröffentlichten Arbeiten von Kepler und Galilei zur Kosmologie haben zu Recht für großes Aufsehen gesorgt. In diesem Vortrag sollen die erzielten Ergebnisse kritisch analysiert und gewürdigt werden.

Künstler wird dieses „SEO-Gedöns“ vielleicht nicht kümmern. Wichtig ist es dennoch. Aber noch ein ganz anderes, ebenfalls wichtiges Thema: Wie ist es eigentlich um die Wiedererkennung einer gelernten, und von vielen wertgeschätzten Marke bestellt? Das Redesign ist eine Zäsur, wie sie nicht schärfer visualisiert werden kann. Sind die Veränderungen in der Semperoper so umwälzend, dass solch ein Schnitt unumgänglich gewesen ist? Wurde die Oper zerstört und ist sie an anderer Stelle wieder aufgebaut worden?

Musik kann in uns hineinfahren wie ein Blitz. Sie kann zu Tränen rühren, zum ausgelassenen Tanzen verführen, uns an Orte und in vergangene Zeiten zurückführen. Wie kann das sein? Sprache, die mit der Musik sehr verwandt ist, erreicht uns immer über das Bewusstsein. Doch Musik trifft uns ganz unmittelbar, ohne dass wir ihren Inhalt analysieren müssen. Wie macht Musik das, was sie macht?