Schlagwort-Archiv: Musikindustrie

Forget me not! – Gegen das Vergessen in Spotify

forgetspotify

Nachdem vor kurzem herausgekommen ist, dass es in Spotify einen versteckten, noch nicht aktiven Code-Snippet für die Integration von Podcasts gibt, bin ich wieder schwer am Überlegen, mir demnächst ein Abo des Musik-Streaming-Dienstes zu gönnen. Bin nach wie vor Fan, insbesondere von der Desktop-Version inklusive Erweiterungsmöglichkeiten durch diverse Apps (unter anderem auch von den großen Musikzeitschriften wie Pitchfork oder NME), die es ziemlich komfortabel machen, aktuelle, spannende Musik zu entdecken.

Aber es gibt auch die dunklen Ecken in Spotify: Vergessene Künstler, vergessene Alben, Songs die auf dem Dienst noch überhaupt nicht gehört wurden und die ein Schattendasein zwischen all den anerkannten und gehypten Stücken fristen. Laut Forgotify betrifft dies rund 4 Millionen Songs. Und die Website hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Missstand zu bekämpfen. Per Random Prinzip kann man sich  dort von vergessenem Song zu vergessenem Song klicken. Beim Testlauf bin ich über die Live-Aufzeichnung irgendeines Kinderorchesters, eine Mozart-Aufnahme und schrammeligen, schrägen Indien-Rock (genau, Indien, nicht Indie) gestolpert. Musik hören gegen deren Vergessen. Gefällt.

Forgotify via Interweb3000

Links fürs Wochenende

Das Urheberrecht und die Chance auf einen gesellschaftlichen Konsens

Die Frage, wer die Opfer und wär die Täter in der Zeit der digitalen Musikvervielfältigung sind, ist alles andere als leicht zu beantworten. Insbesondere dann, wenn ein “Märtyrium” der Künstler den geizigen Konsumenten zur Last gelegt wird, während gerade veraltete Distributionswege dafür sorgen, dass nur ein Bruchteil der Einnahmen auch bei den tatsächlichen Werkschöpfern ankommt. Der verlinkte Text bezieht sich auf eine Diskussion zwischen Berthold Seliger und Mark Chung, widmet sich aber letzten Endes genau dieser “universellen” Problematik. Zur Ergänzung auch unbedingt die Diskussionen in den Kommentaren lesen…

Scannen, Ablichten Hochladen

Fleißarbeit und kein Ende in Sicht: Das deutsche Kulturerbe soll möglichst vollständig digitalisiert werden. 633 Institutionen arbeiten in 915 Projekten an dieser Mammutaufgabe. Doch was bringt es, wenn Zugriff weiterhin nur Eingeweihte haben?

Bücherabend: Mit anderer Lesart

Über die Renaissance von Lesezirkeln in der digitalen und analogen Welt.

OUKA

Simples aber nettes Browsergame, bei dem es in den einzelnen Levels schlicht darum geht eine einzelne weiße Blume anzuklicken. Dass diese sich dem Mauszeiger und den Verfolgungen durch den Spieler auf jeweils unterschiedliche Weise entzieht, macht den Reiz des Spiels aus, das zwar ein wenig frickelig ist, aber immer die richtigen Hinweise bietet, um die Herausforderungen der einzelnen Bilder zu bestehen.

“Kleist war der Erste, der nicht wusste, was er tat.”

Heinrich von Kleist artikulierte seine inneren Konflikte über die Literatur, sagt der Biograf Peter Michalzik. Ein Gespräch über das faszinierende Werk des Dichters.

Passend dazu auch der Essay Der Schrecken im Bade von Durs Grünbein:

Die Stärke seiner Imagination kam aus Traumbereichen. Er war der Träumer seiner Existenz und Romantik bei ihm die Apotheose des leidenschaftlichen Traums. Die schönsten Momente sind bei Kleist jene, wo der Traum sich aufbaut, bevor die Menschen das Unheil aus sich herausschälen und er zerbricht.

Symmetal

Ein Blog, das sich ausschließlich der Schönheit widmet, die in der Symmetrie von Metal-Artworks verborgen liegt. Betrachtet werden insbesondere Black Metal Designs, aber auch Fotografien und Bandlogos.

Georg Kreisler

“Es reizt mich niemand zum Lachen”“Ich wundere mich, dass ich noch nicht tot bin.” —  “Ob ich ein intelligenter Rex Gildo sei?”

Woran man erkennt, welchen Fernsehkanal man sieht

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko beschäftigt sich intensiv mit dem Witch House Trend, Claudia fährt zum Rolling Stone Weekender und der Rest der Redaktion verschwindet in der beginnenden Herbst-Lethargie, vielleicht auch in diversen Prüfungen, Praktika, Dreharbeiten etc… pp. Weswegen Rinko sich dann doch bemüßigt fühlt,  nach potentiellen neuen Mitarbeitern zu suchen. Auch wenn wir wieder alle fleißig sind, ist dieser Aufruf nach wie vor aktuell. Wer gerne mal den ein oder anderen interessanten Beitrag hier posten möchte, darf sich weiterhin gerne bei uns melden.

Links fürs Wochenende

“Ist Indie am Ende?”

fragt sich Johnny Haeusler bei Spreeblick, nachdem er in TV Total erfahren hat, dass Thees Uhlmann nicht nur dort sondern auch beim Bundesvision Song Contest antritt… Finde solche pessimistischen Blicke auf die Musikindustrie ja immer so mehh… was aber definitiv stimmt, ist, dass die unabhängige Musikszene die Stärken des Internets bis daton noch nicht richtig ausspielen konnte, bzw. nach dadurch entstandener Popularität auch sehr schnell Teil der Industrie wurde.

Was ist falsch an der bekanntesten Grafik zur Evolution des Menschen?

Nils Cordes geht der Problematik der klassischen “The March of Progress”-Abbildung nach, inklusive einer Menge skurrilem Anschauungsmaterial.

R.I.P. R.E.M. – From a Fan

Nur einer von zahllosen R.E.M.-Nachrufen, die es diese Woche zu lesen gab… Definitiv aber einer der Schönsten. Alec von “The Fox is Black” erinnert sich an seine ganz eigenen, persönlichen Momente mit den stadionfüllenden Alternative Rockern.

Das neue Facebook-Profil: Timeline jetzt sofort nutzen

Caschy verrät in seinem Blog allen Neugierigen, wie sie jetzt bereits auf die Digitalisierung ihres Lebens à la Zuckerberg zugreifen können.

Jesus Camp

Starker Dokumentarfilm auf Arte+7 über Evangelikale in den USA, deren Nachwuchs und die Methoden mit denen dieser auf den Kampf für ein christliches Amerika vorbereitet wird.

Und dann gibt es ja noch die Aufregung in der wissenschaftlichen Community über Neutrinos auf der Überholspur, die “weitreichende Folgen für die Grundlagen der Physik” haben könnten, sofern es sich nicht um einen weitaus wahrscheinlicheren technischen Fallstrick handelt. Auf jeden Fall die perfekte Gelegenheit – auch für Physiklaien – sich mal wieder in die spannende und hochkomplexe Relativitätstheorie einzulesen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Die Welt ist noch in Ordnung, Einstein noch nicht in Frage gestellt. Daher muss die Aufregung von anderer Stelle kommen, zum Beispiel von kontroversen und provokanten Filmen der 00er Jahre, oder durch einen Kleinkrieg zwischen einem Rapper und einem Musikjournalisten. Beschaulicher geht es bei Maximum Balloon zu, mit denen Dave Sitek von TV On The Radio einen auf Pop macht, und bei herzerwärmender Musik für den Herbst, unter anderem von Yann Tierssen, Deerhunter und Nick Hornby.

Und dann gab’s ja noch die Top Ten der Songs, die auf Beerdigungen gespielt werden…

…die ich drüben bei Lukas Heinser gefunden habe. Ich würde ehrlich gesagt bei jedem einzelnen dieser Stücke noch einmal hilfeschreiend im Grab rotieren, wenn es auf meiner Beerdigung gespielt werden würde. Das ganz oben stehende schauderhafte Duett “Time to say goodbye” ist irgendwie schon aussagekräftig genug für den Rest der Liste. Tatsächlich auf Platz 2, das noch viel schrecklichere “Geboren um zu leben” von Unheilig. Und dann geht es munter weiter durch die schaurigsten Schnulzen der 80er und 90er. Immerhin haben sich der große Frank Sinatra mit dem großen “My Way” und der nette Reinhard Mey mit – dem totgeduldeten, unplugged aber immer noch schönen – “Über den Wolken” in der Liste verirrt. Und Highway to Hell ist schon fast wieder so etwas wie ein cooles Antistatement, auch wenn der Song auf meiner Beerdigung ebenfalls nichts verloren hätte. Das Copy/Paste des zugehörigen Pressetxtes erspare ich mir an dieser Stelle; den könnt ihr bei Coffee And TV nachlesen. Stattdessen die Top 5 meiner Beerdigungssongs, frei nach Nick Hornby:

1. Godspeed you! Black Emperor – Storm (so ein bisschen sakrale Ehrfurcht gehört ja schon zu einer Trauerfeier. Da darfs dann auch ruhig pathetischer Postrock sein)

2. Radiohead – Life in a glass house (Damit sich alle, die dies für nötig halten, ihren Tränen und ihrer Trauer hingeben können)

3. Neutral Milk Hotel – Aeroplane over the sea (Der obligatorische Trauer/Lovesong, gesungen von einer wunderschönen Frau. Meine Version von “You’re the best thing that ever happened to me”)

4. King Crimson – Court of the crimson king (einfach weil ich will, dass die Trauergäste noch ein bisschen gute Musik mit auf den Weg bekommen)

5. Pixies – Mr. Grieves (Als Rausschmeißer mit der klaren Botschaft: Die Sache ist vorbei, er ist unter der Erde, jetzt dürft ihr auch wieder ein wenig Spaß haben)

So viel zu mir. Now it’s your turn…

GEMA vs. YouTube – Anonymous hackt Website der deutschen Verwertungsgesellschaft

So ein bisschen was von Kindergarten-Kleinkrieg hatte der Konflikt zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und YouTube ja schon immer. Die einen wollen, dass ihre Künstler anständig vergütet werden, irgendwie nachvollziehbar, die anderen wollen keine horrende Summen für Videostreams bezahlen, die letzten Endes vor allem Werbung für die abgespielten Künstler sind… irgendwie nachvollziehbarer. Das ganze Brimborium um Rechte und Vergügtungen wäre im Grunde genommen auch ganz lustig, wenn es nicht auf dem Rücken der Zuschauer ausgetragen werden würde. Diese bekommen in Deutschland nämlich schon seit einiger Zeit immer öfter schwarze Bildschirme zu sehen, wenn sie eigentlich aktuelle Musikvideos genießen wollen. Schuld ist Google/YouTube, wenn es nach der GEMA geht. Schuld ist die GEMA, wenn es nach dem Videoportal geht. Auf wessen Seite Anonymus in dem Konflikt steht, durfte heute auf der Webpräsenz der GEMA eindeutig festgestellt werden.

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Für`s Protokoll : Echo 2011

Ich hab keine Ahnung, ob es überhaupt jemand interessiert, aber gestern wurde irgendwo in Berlin der weltunnötigste Musikpreis verliehen. Anwesend bei der dieses Jahr ca. 20 h andauernden Trauerveranstaltung waren unter anderem Rammstein die den Preis mit “Sowas passiert, wenn man die Zuschauer wählen lässt” kommentierten und sich sichtlich begeistert bei Vattenfall bedankten, weil “wir sonst hier im Dunkeln stünden”. Weiterlesen

Der Vollständigkeit halber: Grammy Awards 2011

Ja, ne… der Grammy als wertvolle Auszeichnung für die Musikwelt. Ob das überhaupt jemals der Fall war, darf stark bezweifelt werden. Aus unzähligen Veröffentlichungen werden ein paar rausgepickt, die dann von einer kleinen ‘erlesenen’ Jury ordentlich gefeiert werden. Mittlerweile gibt es für jede überflüssige Kategorie eine Auszeichnung und dementsprechend zieht sich die gigantische Promotionveranstaltung für die Musikindustrie immer ganz schön in die Länge. Vom Unterhaltungswert meistens noch einige Stufen unter der Oscarverleihung und von der tatsächlichen Relevanz für die beteiligten Künstler – abgesehen von der Möglichkeit die Plattenverkäufe anzukurbeln – eher gering. Oder um es mit Eddie Vedders Worten zu sagen: “I don’t know what this means. I don’t think it means anything”. Immerhin kann man die Uhr nach der jährlichen Verleihung stellen… und die Gewinner des Jahres 2011 sollen dann an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben

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