Schlagwort-Archiv: Meta-Kunst

Die Paletten der großen Meister

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Wenn es nach dem Fotografen Matthias Schaller geht, spiegelt sich die Kunst der großen Maler bereits in ihren Arbeitsutensilien, in diesem Fall ihren Farb- und Malpaletten wider. In der Tat, wenn man sich die Fotografien anschaut, auf denen Schaller die Werkzeuge berühmter Maler verewigt hat, kann man kaum zu einem anderen Urteil kommen: Der wilde, expressive Farbrausch eines Wassily Kandinsky, die verträumten und zugleich erdenen Töne eines Claude Monet, die herbstlichen Töne eines Edgar Degas, die natürlichen Gewalten eines William Turner, das kreative Chaos eines Pablo Picasso, oder die Farbdichte eines Vincent Van Gogh, all das zeichnet sich mal mehr mal weniger deutlich auch im jeweiligen Werkzeug ab.

Oben seht ihr in trauter Eintracht Pablo Picasso neben Henri Matisse. Unten folgen zuerst William Turner und dann Marc Chagall. Weitere großartige (und entlarvende) fotografische Funde gibt es in Schallers Serie Das Meisterstück zu bestaunen.

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Das Meisterstück via Colossal

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Die Katze ist ein Regenschirm – Großartige Zeichnungen von Tango

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Ich bin gerade aber so dermaßen in die Zeichnungen von Tango verliebt! Er verknüpft eine schlafende Katze mit einem Vogel und heraus kommt ein Schwan, der Wolf zählt eine Schafherde, ein Knochen ist schuld an der merkwürdigen Köperform des Dackels ,zwei Pinguine verwandeln sich in Augen und der Killer mit der Infarot-Kamera….ach schaut es euch einfach an und fasst euch an den Kopf. Genius!!!

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Zwei AntiKünstler trollen Museen für moderne Kunst

Ein Duo namens Doug und Mikael hat das Tate Modern und die Saatchi Gallery in London gehijackt, indem die beiden mit zwei Tischtennisbällen im Mund als lebendige Kunstwerke die Ausstellungsräume kaperten. Der Gedanke dahinter ist natürlich – mal wieder – ein Kommentar auf die Absurdität vieler moderner Kunstwerke, nach dem Prinzip: “Ist das Kunst oder kann das weg?”. Den Kommentar, dass diese Form der Anti-Kunst als Meta-Kunst zwangsläufig selbst zur Kunst wird, spare ich mir an dieser Stelle. Das wurde auch bei reddit schon zur Genüge getan. Stattdessen zitiere ich einfach mal Frank Zappa, dessen Meinung ich diesbezüglich fast 100%ig teile (nur noch mal in der Form radikalisiert, dass für das Framing nicht der Künstler sondern der Rezipient verantwortlich ist):

The most important thing in art is the frame. For painting: literally; for other arts: figuratively – because, without this humble appliance, you can’t know where The Art stops and The Real World begins. You have to put a “box” around it because otherwise, what is that shit on the wall?


via visualnews

3D-Illusionen von Ramon Bruin

Mit viel zeichnerischem Können, einem genauen fotografischen Blick und der raffinierten Anordnung von zweidimensionaler Zeichnung und dem Medium Papier im dreidimensionalen Raum gelingen dem Künstler Ramon Bruin herausragende Bilder, die geschickt Dreidimensionalität vorgaukeln und mit den Sehgewohnheiten des Betrachters Schabernack treiben. Natürlich ist das alles herrlich metamedial, selbstreferenziell und so weiter… vor allem aber auch verdammt schön anzuschauen und auf großartige Weise dem künstlerischen Spieltrieb folgend.

Weitere 3D-Zeichnungen von Ramon Bruin via thaeger

Poetisches für den Sonntag: Sezierte Künstler

Von der  MASP Art School in Sao Paulo: Und natürlich tragen Dali, Van Gogh und Picasso das Fundament ihrer Kunst nicht nur in ihrem Herzen sondern gleich in sämtlichen Eingeweiden. Der Originalitäts- und Genie-Begriff reinterpetiert als anatomische Beschaffenheit. The war is over, biologism has won!

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24 Stunden Flickr-Bilderflut

Der Künstler Erik Kessel hat alle Bilder, die bei Flickr innerhalb von 24 Stunden hochgeladen wurden, ausgedruckt und zu einer Ausstellung mit dem Thema Zukunft der Fotografie in Amsterdam in einen Raum geworfen. Das Ergebnis ist eine wahre Content-Flut: Unsortierte Bilder aus allen Ecken des Globus, meterhoch gestapelt, disversifiziert und chaotisch. Einerseits eine großartige Momentaufnahme des täglichen usergenerated Content, der der gesamten Kulturlandschaft einen basisdemokratischen, plebiszitären Charakter gibt… Andererseits natürlich auch ein ziemlich bissiger Kommentar zur Überfülle an kulturellen Eindrücken, zur Unübersichtlichkeit der kreativen Erzeugnisse und vielleicht sogar zur Wegwerfmentalität, zum temporären Moment der Kunst in Zeiten der Digitalität.

“We’re exposed to an overload of images nowadays,” says Kessels. “This glut is in large part the result of image-sharing sites like Flickr, networking sites like Facebook, and picture-based search engines. Their content mingles public and private, with the very personal being openly and un-selfconsciously displayed. By printing all the images uploaded in a 24-hour period, I visualise the feeling of drowning in representations of other peoples’ experiences.”

24h in Photos @ Creative Review via Crackajack