Schlagwort-Archiv: Mashdown

Gluten Free Museum

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Ich bin zwar gerade im Urlaub, das hier nicht mit euch zu teilen, würde ich mir aber nie verzeihen… ganz unabhängig davon, dass es im Moment ohnehin durch sämtliche Nerd- und Kulturblogs geht. Im glutenfreien Museum werden in klassischen Gemälden ebenso wie in bekannten Filmszenen sämtliche glutenhaltigen Produkte entfernt. Ein Traum für jeden hippen, ernährungssensiblen Prenzlberger…

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Gluten Free Museum via Dangerous Minds

Der Festivalsommer 2015 kommt… auch dieses Jahr ohne Frauenquote

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Diese Mashdowns von Festivalplakaten nach dem Prinzip Reine Würstchenparty (BR) sollte man einfach so stehen lassen, während andernorts die Maskulinisten mal wieder rumjammern, dass die Unterdrückung des Mannes durch das so eben beschlossene Quoten-Reförmchen (bzw. “Fortschrittchen”, wie die ZEIT ziemlich passend titelt) um einiges schlimmer werden würde… Einfach so als kleiner Stupser in die Richtung: “Heh, schau dir die Waage doch mal genau an.”

Echt jetzt! Es ist wirklich nicht zu viel verlangt, einfach kurz und knapp festzustellen: Ja, es gibt noch eine Menge Nachholbedarf, in viel zu vielen Bereichen! Lasst uns schauen, wie wir das ändern können! Und sei es nur, indem wir auf die Missstände hinweisen. Wer tatsächlich glaubt, mehr Gender Equality würde der liberalen Gesellschaft etwas anhaben, der kann auch gleich argumentieren, dass die Sklavenbefreiung dem Recht auf freien Besitz einen herben Schlag versetzt hätte.

Darauf erst einmal einen Friedrich Nietzsche:

Wenn zum Antifeministen gehst, vergiss die Peitsche nicht.

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Behind the Matrix – Berühmte Gemälde als Datenvisualisierungen

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Spannende digitale Konzeptkunst des Künstlers Yousuke Ozawa: In seinem jüngsten Projekt Data Visualization hat dieser berühmte Gemälde auf Google gesucht und aus den gefundenen Bildern mit technischer Hilfe ihren Code/Datenstrom extrahiert. Diesen wiederum hat er ausgedruckt und in einer Galerie ausgestellt. Digitale Nacktheit als Blick hinter die Matrix der bildenden Kunst. Stark.

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Data Visualization via Spoon & Tamago

Espacios occultos – Die Leere der Leinwand

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In seiner Reihe Espacios occultos, zeichnet der spanische Künstler José Manuel Ballester berühmte Gemälde der Kunstgeschichte nach, verzichtet dabei jedoch auf sämtliche Personen, die auf den Originalen zu sehen sind. Die Enthumanisierung der Kunstwerke öffnet so den Blick des Betrachters für den Hintergrund, für das, was sonst hinter den Porträtierten verschwindet. Im wahrsten Sinne des Wortes versteckte Plätze kommen so plötzlich zum Vorschein: Eine einsame im Wasser treibende Muschel, die ihrer Rolle als Geburtsort der Venus beraubt ist, ein Hügel, einzig belebt von einer Blutlache, die ihn zum verlassenen Tatort der Erschießung der Aufständigen von Madrid werden lässt, eine verlassene Tafel, an der das letzte Abendmahl nur noch eine blasse Erinnerung zu sein scheint und ein inhumanes Chaos abstrakter Formen, die ein Guernica bilden, das die Menschen, die es einst bevölkerten, komplett vernichtet hat….

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An Arbuckle Christmas: Weihnachten mit Garfield ohne Garfield

Garfield minus Garfield habe ich hier schon mal ordentlich abgefeiert: YouTube-User mxisaac hat ein komplettes Weihnachtsspecial des Mashdown-Mems hochgeladen. Groß natürlich wie alle anderen Garfield-minus-Garfield Geschichten. Und zu Weihnachten wirkt die von Wahnvorstellungen begleitete Einsamkeit Jon Arbuckles noch trauriger, noch surrealer und vor allem noch unterhaltsamer. Good Job!

(Garfield minus Garfield Christmas Special) Jon Arbuckle, an awkward young man dealing with the aftermath of his childhood schizophrenia, revisits the rural town he grew up in for the Holidays. While home, he learns the true meaning of Christmas when he spends some much needed time with his grandmother who is dealing with the early effects of Alzheimer’s.

via Doug

Brand Spirit: Das weißeste Weiß von Allen

RSS-Reader aufräumen und tolle Sachen entdecken, die Zweite: Der Designer Andrew Miller arbeitet in seinem Tumblr Brand Spirit an der absoluten Markenperfektionierung durch radikale Reduktion: Labels, Brandings, Drucke… alles wird entfernt und zurück bleibt ein klinisches, weißes, minimalistisches Objekt, dessen kommerzieller Geist sich verflüchtigt hat, das als seelenlose Entität die kalte Schönheit einer postmaterialistischen Welt ausstrahlt. Utopisch, dystopisch, beängstigend oder befreiend? Vielleicht von all dem ein bisschen was. Eins steht jedenfalls fest: Näher werden alltägliche Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände der Perfektion nicht mehr kommen können.

Brand Spirit: every day for 100 days, I will paint one branded object white, removing all visual branding, reducing the object to its purest form. I can purchase each object for less than $10, it can be something I own, something another person gives me, or something I find.

Brand Spirit via i-ref

Koyaanisqatsi in 1552%iger Geschwindigkeit

Für manche ist der Dokumentarfilm Koyaanisqatsi (1982) pure Zeitverschwendung: Ein hoffnungslos naiver Bildersturm, in dem Godfrey Reggio zu Gunsten simpler, simplifizierender Zivilisationskritik auf jede Dramaturgie verzichtet und den Zuschauer stattdessen mit gewaltigen Bilderstürmen erschlägt. Für andere ist der “Mood-Film” der perfekte Beweis dafür, wie wenig es braucht um die Schönheit und das Dilemma unseres Planeten auf großartige Weise zu erzählen… indem eben nichts erzählt wird. Und für manche ist Koyaanisqatsi auch einfach nur zu lang und vor allem zu langsam. Wyatt Hodgson frühstückt in seiner 1552% more Speed Version den Klassiker in gerade mal 5 Minuten runter. Warum er das macht, erklärt er nicht, dementiert aber, in irgendeiner Form, die Vorlage respektlos behandeln zu wollen:

I have only the highest respect for Godfrey Reggio and Philip Glass (as well as The Art of Noise). This experiment is not meant in any way to diminish the emotional and atmospheric power of the original film, and I highly recommend anyone who has not seen it to do so before viewing this.

Signed! Und Experiment geglückt.

via Open Culture

Mashdown: CD-Artworks minus verstorbene Künstler

Ich liebe die kurze, so wunderbar poetische und zugleich skurril komische Sekunden-Szene in Die Fabelhafte Welt der Amelie, in der ein Trauernder den Namen des verstorbenen Freundes aus seinem Adressbuch streicht. Ähnlich akribisch neurotisch geht es auch auf dem Tumblr LIVE! (I see dead people) zu, wo Jean Marie-Delbes und Hatim El Hihi tote Künstler aus ihren CD-Artworks rausretuschieren. Macht irgendwie Sinn… ist irgendwie traurig, irgendwie makaber, irgendwie genial…

LIVE! (I see dead people) via Doktor Katze

Eine Bibel ohne Gott…

…und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Künstlerin Jessica Wohl hat aus einer Bibel das Wort Gott ausgeschnitten, konsequent auf jeder einzelnen Seite. Das Ergebnis, die Godless Bible (2008) beweist nicht nur, wie omnipräsent der Schöpfer im heiligen Werk ist, das jetzt von zahllosen leeren Stellen gesäumt wird, sondern ist darüber hinaus auch eine faszinierende Versuchsanordnung, die den wesentlichen Bestandteil einer Mythologie aus dieser entfernt und dadurch den Blick auf die Peripherie öffnet. Quasi eine radikale Dekonstruktion der christlichen Metaphysik, indem die weißen Flecken, die die Strukturierung eines Werkes vorgeben, ohne selbst in den Vordergrund zu drängen (Derrida) mit Gewalt erzeugt werden. Jessica Wohls eigene Erklärung des Projekts dagegen ist von einem sehr konkreten, weniger poststrukturalistischen Gedankengang geprägt:

I believe that God is invisible. We may see proof of God’s existence, but we don’t see God himself.  I made a bible that mimics reality. I wanted to know what becomes of the bible if “God” can no longer be seen in it.

via We like that

Klassiker der Bildenden Künste in stilisierter Punktform

Ein Meisterwerk ist ein Meisterwerk ist ein Meisterwerk und ist immer wieder zu erkennen… jedenfalls, wenn es nach dem Graphic Nothing Studio geht. Dieses hat Klassiker der Kunstgeschichte einmal durch den postmodernen, minimalistischen Design-Fleischwolf gedreht. Das Ergebnis sind allemal faszinierende Fragmente großer Werke und damit fast schon wieder so etwas wie Statements zu unserer Mashdown-Kultur. Hättet ihr die Klassiker erkannt (in Thumbnail-Form übrigens erheblich leichter als bei diesen Großformaten)?

via Benhammer

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Star Trek Porn without Porn

Wenn man schon mal die Möglichkeit hat ein fanmade Remake der geliebten “The Next Generation” zu sehen – die ohnehin die beste Star Trek Generation ist. Aber das ist ein anderes Thema – dann will man sich natürlich nicht mit lästigem Gevögle aufhalten. Konsequenterweise hat hier jemand sämtliche überflüssigen Sexszenen aus der Porn Parody von Star Trek herausgeschnitten. Zurück bleibt ein 25minüter mit ziemlich klassischer Next Generation Story, überraschend passendem Cast und etwas zu vielen Dialogen und zu wenig Weltraumaction. Aber nachdem die letzten Ausgeburten der Franchise eher so semigut waren, nimmt der Trekkie eben das, was er kriegen kann…

When an Enterprise away team finds a capsule on a remote planet, containing dead former crewmember Tasha Yar now very much alive, they must question whether they’ve been given a second chance with their lost friend – or whether it’s part of a cunning Romulan plot…
Ok – so here’s a little experiment. We took the fabled TNG XXX parody, and stripped it of the XXX element to see what you have left. And the answer is – a very flashy, very glossy, continuity heavy fan film.

via Minds Delight

Update: Weg vom Fenster. Wie zu erwarten war…