Literarische Roadtrips auf einer interaktiven Karte

on the road

Atlas Obscura stellen auf einer interaktiven Karte zwölf literarische Reisen der US-Literatur dar, wobei der Fokus auf dem good old Roadtrip liegt. Oben sieht man die Strecke von Jack Kerouacs “On The Road”, das man unbedingt lesen sollte. Das Werk ist eine der großartigsten Inszenierungen der Suche nach Freiheit, als das Zelebrieren derselben. Es gibt Einblick in eine der ersten und nachhaltigsten popkulturellen Subkulturen. Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre. Die Zeit der Beatniks und ursprünglichen Hipster, die Bohemiens des zwanzigsten Jahrhunderts, die nur Jazz, Literatur, Kunst und Liebe im Kopf hatten. Und was da für eine Literatur entstanden ist. Allen Ginsberg fast schon Prosagedicht, Burroughs strange Drogeneskapaden (Naked Lunch) und vieles mehr. Man sich von künstlerischen Konventionen. Kerouacs erzählender Text mischt sich mit dem stampfenden Beat des Jazz und wird zu einer musikalischen, lyrischen Prosa.

Aus “On the Road” (“Unterwegs”):

[…] denn die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten, die verrückt sind aufs Leben, verrückt aufs Reden, verrückt auf Erlösung, voll Gier auf alles zugleich, die Leute, die niemals gähnen oder alltägliche Dinge sagen, sondern brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen und wie Feuerräder unter den Sternen explodieren […] 

Via Kotzendes Einhorn

Und dann war noch das 16zeilige Gedicht, das 12 Linien Koks beinhaltete

koksgedicht

Short story short: Ein Lehrer gab seinen Schülern die Aufgabe ein 16zeiliges (“16 Lines”) Gedicht zu verfassen. Ein Schüler löste die Aufgabe kreativ, indem er einem gerade mal vierzeiligen Text, zwölf Linien Kokain zur Seite stellte. Eingeleitet wurde das dadurch entstandene Gedicht #Deep mit den Versen:

Some poems will leave you perplexed,
But this poem is just profane,
Here are four lines of text,
And twelve lines of cocaine.

…folgerichtig ergänzt durch die letzten 12 “verdrogten” Verse. Erinnert mich an den “Das ist ein Risiko!”-Treppenwitz, der damals in unserer Schulzeit rumgereicht wurde. Ihr wisst schon: Der Lehrer gibt dem Schüler die Aufgabe, auf einer ganzen Seite zu schreiben, was er unter einem Risiko versteht. Der clevere Schüler gibt ein leeres, weißes Blatt ab, auf dem nur geschrieben steht: “Das ist ein Risiko!”. War irgendwie – genau wie die für die Arbeit ausgestellte Bestnote – so eine klassische Urban Legend, die ich in meiner Schullaufbahn in verschiedenen Ausführungen immer wieder zu hören bekam. Das Gedicht hier geht dann doch über diesen Witz hinaus und ist ohne Frage definitiv große Kunst.

Zwei Post Scriptums gäbe es dann dennoch. Der Gag funktioniert im Englischen – wo “Line” sowohl eine Textzeile, als auch den Vers in einem Gedicht, als auch eine Line Koks bedeuten kann – natürlich weitaus besser als im Deutschen. Und dass die Jugend von heute ihre subversive Attitüde gerne mit einem Sicherheitsnetz ausstattet, will ich als alter Anarcho hier auch noch kurz angemerkt haben. Geschlossen wurde der Text nämlich mit dem Disclaimer: “I don’t actually do cocaine!”

#Deep auf reddit via Dangerous Minds

I Hate Poetry!!!

Ich kann den Hass des Fünftklässlers verstehen, dem in seinem Rant über Poetry lustigerweise selber einer der besten Gedichte ever gelungen ist.

Panajotis, du hast mein Herz erobert und mich von dem ekelhaften Gesülze von Julia Engelmann befreit! Diese eklige Fast Food Poetry mit Tonnen an Feenstaub ruft bei mir immer noch in regelmäßigen Abständen Schüttelkrämpfe hervor.

Die Transkription des Textes gibt es übrigens hier.

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via

Links fürs Wochenende

Günter Grass – Europas Schande

Ja, ja… wir sind ein Kulturblog und so. Und wenn Günter Grass mit viel Brimborium mal wieder ein neues Gedicht zu einem politischen – kontrovers diskutierten – Thema veröffentlicht, kommen wir daran nicht vorbei. Das Echo darauf hält sich aber dieses Mal in Grenzen. Ein Skandal ist ohnehin nicht zu erwarten, zumindest wenn es nach Spiegel Online geht. Ohnehin beschränken sich die Kommentare von den großen Medien bisher eher auf Agenturmeldungen. Er hat es schon wieder getan… Mehr fällt den meisten nicht dazu ein. Immerhin hat das Teil schon einen eigenen Wikipedia-Artikel (Das ging schnell). Weder auf Twitter noch sonst wo ist bisher allerdings viel passiert. Daher an dieser Stelle nur ein kurzer Hinweis auf die logische Forderung der @leipzigerin: Herr G. braucht ein Blog sowie meinen eigenen Analyseversuch. Vielleicht hat sich der Günter G. dieses Mal tatsächlich vergaloppiert mit seiner Suche nach Aufmerksamkeit und das große Echo bleibt aus. Wäre nicht allzu schade…

Im Auge des Shitstorms

Sarah Kuttner benutzt – um Alltagsrassismus anzuprangern – das Wort “Negerpuppe” und gerät ungewollt in einen albernen, vom Boulevard und empörten Facebook-Nutzern angestachelten Skandal, der auch zum kleinen Shitstörmchen wird. Mittlerweile hat sich die Lage Gott sei Dank beruhigt und ausgerechnet SPON ist mit einem differenzierten Artikel dafür verantwortlich.

Bertrand Russell explains: “Why I’m not a Christian.”

Lord Bertrand Russell’s famous (or infamous if you prefer) 1927 essay “Why I Am Not A Christian” is one of the “classics” of “atheist literature” and one that is still likely to be read to this very day by budding unbelievers trying to inch themselves out of the church pew

Forget me not (Browsergame)

Das schon längere Zeit als Download-Version erhältliche Independent Game “Forget me not” gibt es jetzt auch zum bequemen Spielen im Browser. Simples Prinzip, herausfordernder Schwierigkeitsgrad. Top Gameplay!

Gamgea vor Ort: Computerspielemuseum Berlin

Schon etwas älterer Erfahrungsbericht vom wirklich tollen – wenn auch zu kleinen – Computerspielemuseum auf der Frankfurter Allee. Hingehen lohnt sich, auch wenn das Wetter derzeit eher nach See und Freibad schreit.

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Hilfe, wir werden inkompatibel

Nun also ist es mal wieder soweit. Revolution. Disruption. Oder wenigstens Evolution. Unter dem Begriff Zeitenwende macht es heute kein Experte mehr, der sich das Netz, die Software oder gar Mechatronik/Robotik vorgenommen hat. Da plätschern die Innovationen in der Automobilbranche, der Pharmaindustrie oder der Bankenwelt so vor sich hin. Aber die Welt der digitalen Technik hält wacker das Fähnchen der Innovation hoch. Nur wir dumme Gesellschaft kommen nicht mit – durch unser soziales Gewese…

Letztes Jahr auf Seite360:

Im Zuge der filmgeschichtlichen Exkurse erinnern wir uns an einen der ältesten Animationsfilme überhaupt. Florian erinnert sich mit viel Gänsehaut an die große Zeit von Sonny und Cher, lauscht noch einmal ihrer bewegenden Grabrede und hört ein-, zwei- vielleicht auch dreimal den wunderschönen Song “I got you babe”. Außerdem wirft er einen ätzenden Blick auf ätzende Videospielverfilmungen, wirft einen etwas analytischeren Blick auf David Finchers Fight Club und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Filmtiteln auf den Erfolg des jeweiligen Films. Rinko genießt währenddessen räudige Gitarrenmusik von Fucked Up in Köln und steckt ansonsten wohl irgendwie in dem selben Sommerloch, in das Flo und Marcus gerade geraten sind.

Günter Grass – Europas Schande (Eine kleine Analyse)

Er hat es schon wieder getan, und ganz Deutschland hält den Atem an. Nein, natürlich nicht. Nachdem Günter Grass am gestrigen Freitag sein Gedicht zum Griechenlandkomplex Europas Schande veröffentlicht bei der Süddeutschen veröffentlicht hatte, gab es zwar das zu erwartende Rauschen im Online-Blätterwald (Von Zeit bis Spiegel war die Veröffentlichung allen großen Onlinemedien zumindest eine Agenturmeldung wert), auf Twitter hielten sich die Benutzer allerdings vornehm zurück. Wenn überhaupt von einer Reaktion gesprochen werden kann, dann wohl am ehesten von kollektivem Kopfschütteln, von einem allgemeinen “Oh no, he did it again”. Die ersten Reaktionen ließen sogar darauf schließen, dass manche der eifrigen Kommentatoren den Text gar nicht gelesen hatten, zumindest waren Witze über das potentiell nächste Grass-Gedicht, über die Öffentlichkeitssucht und den Leidensdruck des greisen Autors sowie dessen Ähnlichkeit zu Thilo Sarrazin weitaus häufiger anzutreffen, als Direktbezüge auf den Text. Macht ja auch eigentlich gar nix, muss man doch nicht jede lyrische Ausgeburt zerfleddern, analysieren, interpretieren und damit natürlich auch in gewissem Sinne zumindest einem aktuellen Kanon zurechnen… Das gilt insbesondere dann, wenn der Autor des Werkes bei seiner letzten Lyrik so derbe daneben gehauen hat, wie Günter Grass mit seinem Israel-Gedicht (das ich hier auch schon kurz kommentiert habe). Anyway, ich mache das an dieser Stelle trotzdem, und sei es nur um vor den anstehenden Germanistik-Prüfungen noch einmal ein wenig fit zu werden in der Poetologie und Metrik. Let’s analyze Europas Schande.

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Was gesagt werden sollte.

Warum schweige ich nicht,

quatsche ich doch viel zu lange schon,

argumentiere mit etwas,

was in rabulistischem Wahn offensichtlich

geschaffen wurde, geübt wurde

und dazu führt, dass der Inhalt

im politischen Diskurs nur noch zu Fußnoten verkommt.

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Links fürs Wochenende

Der Tod und das Social Web

Thomas Gigold über die Rolle der digitalen Sphäre am Ende des Lebens.

Die Grass-Debatte:

Puh, da gibt es so viel, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nee, okay… eigentlich ist es klar. Natürlich erstmal mit dem Gedicht selbst, Was gesagt werden muss. Einen guten Kommentar gibt es von Josef Joffe, der sich Gedanken über den innerlichen Antisemitismus Grass’ macht: Der Antisemitismus will raus. Etwas handwerklicher geht da Frank Schirrmacher vor, der das Gedicht auseinander nimmt und unter dem Titel Was Grass uns sagen will eine mögliche Interpretation anbietet.

Die SZ selbst stellt noch einmal einen kleinen Überblick der empörten Reaktionen zusammen, die auf Grass in den letzten Tagen hereingeprasselt sind. Laut dem Postillon haben die Vereinten Nationen ein Tinten- und Pfeifentabakembargo über Grass verhängt. Broder stellt fest, Günther Grass sei zwar nicht ganz dicht, aber ein Dichter, während einer der wenigen wohlwollenden Kommentare von Thomas Nehls stammt. Dieser verlangt Friedenspreis statt Schelte für den in der Kritik stehenden Lyriker. Dieser hat selbst natürlich auch nochmal reagiert (siehe Video unten), woraufhin Arno Frank feststellt, dass sich Grass nur noch weiter in seinem selbstverzapften Unsinn verstrickt. Und Broder langt in diesem Fall auch nochmal nach: “Ein autoritärer Knochen spielt verfolgte Unschuld”… Meiner Meinung nach summa summarum viel zu viel Aufregung um ein politisch eindimensionales, unterdurchschnittliches Gedicht.

Sensationalist Movie Posters, 1956-1973

Futter für die Augen vom Retronauten

Eine kurze Geschichte vom Kopieren und Kapieren

Wolfgang Messer begibt sich auf eine kleine Zeitreise in die Geschichte der analogen und digitalen Kopie des 20. Jahrhunderts:

Kein (Urheber-, Nutzungs-, Lizenz-, Leistungsschutz-, Anti-Produktpiraterie-)Recht der Welt – und sei es auch noch so neu und genial konstruiert – wird die Zeit komplett zurück drehen können. Es wird allenfalls noch notdürftig ein paar Wunden verbinden und Brüche schienen, aber nichts mehr wirklich heilen. Möglicherweise richtet es stattdessen sogar neuen Schaden an. Viele Chancen vertan und wenig kapiert, schon lange.

Gottes geliebte Söhne

Er ist homosexuell und Kandidat für das Priesteramt. Die katholische Kirche sieht das nicht vor, sie nennt sein Leben „ungeordnet“. Anvertrauen kann sich der junge Mann niemandem – und ringt mit seiner Berufung.

Die sixtinische Kapelle online

Ein wenig Besinnung für die feierlichen Ostertage, inklusive sakraler Klänge und interaktiver Features.

Machen Pornofilme Religiöse (un-)glücklich?

Pornofilme werden von glücklich Verheirateten seltener angeschaut und machen auch nicht wirklich glücklich. Aber massiv beeinträchtigen sie das Lebensglück (nur) jener, die glauben, dass solche Filme zu verdammen seien – und sie dennoch anschauen.

Die Handelsblatt-Debatte:

Das Handelsblatt, das Autoren auch gerne mal Kriegserklärungen an die Netzgemeinde schreiben lässt – hat unter dem Slogan Mein Kopf gehört mir die Statements von “mehr als hundert Vertreter aus Kunst, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik” zu Urheberrecht und geistigem Eigentum veröffentlicht. Reaktionen aus der “Netzwelt” ließen natürlich nicht lange auf sich warten: So stellt Marcel Weiss auf Neunetz fest, dass sich unter den 100 Handelsblatt-Kreativen gerade mal 26 Kreativschaffende, dafür aber 47 Manager befinden und spricht von einer kompletten Selbstdemontage des Handelsblatt, während  Markus Beckedahl dem Wirtschaftsmagazin Kampagnen”journalismus” vom Feinsten attestiert. Schön bissig nimmt Thomas Knüwer den zu den Promi-Statements veröffentlichten Artikel auseinander: Das Handelsblatt schwurbelt durch die unreale Welt lautet sein Fazit.

Auch Dirk von Gehlen meldet sich zu Wort: Vom Wissen der Wichser, ebenso Stefan Niggemeier, der passend feststellt Euren Kopf habt ihr längst verloren und den Verantwortlichen der Kampagne einige weitere lesenswerte Links ans Herz legt. Eine ebenfalls gute Linksammlung haben die Piraten auf Google+ zusammengestellt, während Richard Gutjahr zum anschwelenden Twitter-Shitstorm verschmitzt feststellt:

Letztes Jahr auf Seite360:

Florian sinniert über Grenzen und Möglichkeiten des aktuellen Zombiefilms und sucht in der Veröffentlichungsflut des Jahres 2011 nach hörenswerten Alben für den April. Fündig wird er bei den Mountain Goats, Za!, Explosions in the Sky und Colin Stetson. Für den nötigen Schub Nostalgie sorgen die besten Komödien der 90er Jahre. Ansonsten freuen wir uns alle so wie dieses Jahr (ähmm) am schönen Wetter und geben uns diversen Frühlingsgefühlen hin.

Rausgekramt: Als das FAZ-Feuilleton bei den Ärzten klaute…

So um die 2003 muss es gewesen sein, als die Redakteure des FAZ-Feuilletons komplett am Rad drehten und sich in Headlines und Bildunterschriften frei bei den Lyrics der Ärzte bedienten. Ob hier eine tiefe Punk-Verbundenheit zur Schau gestellt wurde, ob der zuständige Redakteur einmal zu oft auf einem Konzert der Berliner war oder ob irgendwelche subtilen Botschaften verbreitet werden sollten, ist bis heute nicht geklärt. Harald Schmidt und Manuel Andrack stießen damals jedoch auf die FAZschen Stilblüten und entlarvten deren Urheberrechtsverletzungen – wie es sich für investigative Journalisten gehört – in einer Ausgabe der Harald Schmidt Show. Der Ausschnitt zu der großen Enthüllung ist vor kurzem wieder auf YouTube aufgetaucht… und auch heute noch ziemlich amüsant.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts VI

Zwei Rückblicke zu den besten deutschen Alben der 90er habe ich noch in petto. Im vorletzten Teil unserer Retrospektive dominiert wieder die deutschsprachige Musik… aber nicht nur. Ganz ohne Vocals kommen die Doom Jazzer von Bohren & der Club of Gore aus, die bereits vor ihrem Meisterwerk Black Earth die Schönheit der Stille entdecken, während The Notwist für den gewissen angelsächsischen Touch sorgen. Deutschpunk darf natürlich nicht vergessen werden, in diesem Fall vertreten durch Slime, die amtlichen 80er Punk Rock von der Straße zelebrieren, diesen aber mit Metal und Noise gehörig in die Mangel nehmen. Auch die Boxhamsters spielen keineswegs klassischen Deutschpunk und schielen stattdessen lieber Richtung Hamburger Schule und Postrock-Euphorie mit Pop-Attitüde. So etwas wie die Hamburger Vorschule (ähmmm) gibt es dann auch noch, und zwar von der grandiosen, prophetischen Kolossalen Jugend. Und wirklich klassische deutsche Musik hat der Barde Konstantin Wecker im Gepäck, wenn er auf famose Weise Berthold Brecht interpetiert.

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Poetisches für den Sonntag: Heinrich Heine – Deutschland. Ein Wintermärchen

Da morgen – am 3. Oktober – mit dem Tag der Deutschen Einheit der deutsche Nationalfeiertag begangen wird, gibt es heute klassische deutsche Lyrik von Heinrich Heine. Deutschland. Ein Wintermärchen (1844) ist ein wunderbar vergnügtes, satirisches, mitunter pathetisches – aber auch immer mit sympathischen Augenzwinkern präsentiertes – Versepos, in dem Heinrich Heine seine Liebe, seinen Hass, seine Freude und seinen Schmerz gegenüber Deutschland mit den Lesern teilt. Nicht nur als historisches Dokument ungemein wertvoll.

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Lyrik der Woche: Durs Grünbein – Den teuren Toten

Heute der postmoderne, zynisch morbide Dichter Durs Grünbein mit einem seiner berüchtigten Epitaphe aus “Den teuren Toten”

In einer U-Bahn, früh am Morgen, lag ein Toter. Erwürgt mit einem Draht. Aus seinen Ohren quoll Musik aus einem walkman irgendwo im Innern

Der Lederjacke, blutverschmiert. Sein kahler Schädel Hing über die zerstochne Sitzbank wo mit FilzstiftIn Kinderschrift geschrieben stand ” Du Arschloch!”