Wissenschaftliche Arbeit: Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists

Ich glaube, ich habe es schon mal kurz angekündigt: Ich wollte meine Magisterarbeit über die Motivik der Improvisation im Spätwerk Heinrich von Kleists auf jeden Fall auf irgendeine Weise der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und da ich weiß, dass es utopisch ist, davon auszugehen – ohne finanzielle Investition bei einem obskuren Zuschussverlag – die Arbeit tatsächlich gebunden veröffentlichen zu können, da ich keine Lust habe, damit bei BOD Cent-Beträge zu sammeln und weil ich doch wissenschaftlich relativ idealistisch unterwegs bin, werde ich sie an dieser Stelle einfach mal für lau online publizieren. Wie gesagt, es handelt sich “nur” um eine Magisterarbeit, in der allerdings dennoch viel Herzblut steckt und für die ich immerhin die Bestnote bekommen habe. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen da draußen, der Interesse an dem Inhalt hat, oder ihn auf die ein oder andere Weise für sich verwerten kann.

Fragt mich aber bloß nicht, wie ihr am besten aus einer Onlinequelle zitiert… Wenn ihr in einem wissenschaftlichen Text auf etwas aus der Arbeit zurückgreifen wollt, empfehle ich als Quellenangabe: “Bayer, Florian: Die Verfertigung des Menschen Im Handeln. Motivik im Spätwerk Kleists. Berlin, 2013.” und zusätzlich als Quelle vielleicht den Permalink auf diese Seite, inklusive letztem Abrufdatum. Stellt euch dabei aber auf ein leichtes Stirnrunzeln eurer Prüferin oder eures Prüfers ein. Falls ihr trotzdem Gedanken davon verwerten könnt, oder ihnen vielleicht auch widersprechen wollt, freue ich mich total, wenn ihr mich anschreibt oder mir eine Kopie eurer eigenen Arbeit schickt. Und damit genug der einleitenden Worte. Hier ist das 116-Seiten Dokument:

Die Verfertigung des Menschen im Handeln. Motivik der Improvisation im Spätwerk Kleists (PDF)

Introducing: Textbeute

Johannes, der hier hin und wieder auch ein wenig gebloggt hat, arbeitet seit neustem an einer wirklich schönen Podcast-Reihe, die er regelmäßig jeden Samstag auf YouTube veröffentlicht. Unter Textbeute liest er die verschiedensten (gemeinfreien) Texte, die er im Netz, der Bibliothek oder auf dem Flohmarkt erbeutet hat: Kurt Tucholsky musste bereits daran glauben, ebenso Manfred Kyber und – was mich persönlich besonders erfreut hat – der allseits beliebte Heinrich von Kleist. Vorbeischauen, oder besser gesagt “Vorbeihören” lohnt sich also in jedem Fall…


Textbeute bei Netzbeute

Dramatik des 18. und 19. Jahrhunderts: Übersicht, Thesen und Probleme

So… geschafft. Der letzte Artikel zu meiner etwas ausgeuferten Prüfungsvorbereitung. Der chronologische, analystische und interpretatorische Überblick ist selbstverständlich primär die Grundlage für das eigene Prüfungsgespräch. Ich weiß, dass ich in meinen Texten Lücken gelassen habe: Ich hätte auf das ein oder andere Drama, den ein oder anderen Autoren dezidierter eingehen können, ich hätte komplett andere Werke wählen können und wäre damit womöglich zu einer komplett anderen Literaturgeschichtsschreibung gekommen. Die Literaturgeschichte trägt per se in sich schon den Hauch der Willkür: Was wir als wichtig erachten, was kommende Generationen als wichtig erachten, was früher Einzug in den Kanon gefunden hat, was heute kanonisiert ist… all das scheint zumindest bis zu einem gewissen Maße arbiträr.  Aber genau an jenem Punkt möchte ich in der mündlichen Prüfung auch mit meinen Thesen ansetzen, die einerseits begründen, warum ich ausgerechnet auf Lessing, Schiller etc. eingehe, andererseits genau aber jene Konzentration problematisieren soll und damit auch durchaus Fragen zum literaturwissenschaftlichen Feld generell stellt. Im Folgenden also ein kurzer Überblick über die hier veröffentlichten Artikel, dann die Thesen inklusive kurzen Erläuterungen und zum Abschluss schließlich noch einige Literaturempfehlungen sowohl im Bezug auf Quellen als auch Sekundärliteratur. Rock on, Science!

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Dramatik des 19. Jahrhunderts: Georg Büchner

So. Georg Büchner also. Alles was ich in vorangehenden Artikeln für das 18. und 19. Jahrhundert festgestellt habe, die Diskrepanz zwischen Theaterbetrieb und den großen Dramen, die Diskrepanz zwischen zeitgenössischer und späterer Rezeption, die Verdammung der großen Dramen zu Lesedramen etc… gilt für Georg Büchner (1813 – 1837) in extremem Maße. Es existiert nur eine geringe Zahl überlieferter Werke von ihm, er war Zeit seines Lebens ein literarischer Außenseiter, war ganz ähnlich wie Kleist seiner Zeit weit voraus und starb in jungen Jahren. Gleichsam spielt er eine ungemein große Rolle in der späteren und heutigen Rezeption der damaligen Zeit: Zahllose literaturwissenschaftliche Werke beschäftigen sich mit seinem Oeuvre, seinem Leben, seinem Schaffen und er wird vollkommen zurecht als Meister der deutschen Literatur gefeiert und mit den Größen des Sturm und Drang und der Klassik auf eine Stufe gestellt. Gleich mehrere Gründe, sich mit dem Vormärz-Dramatiker und Getriebenen ausführlicher zu beschäftigen.

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Dramatik des 18. und 19. Jahrhunderts: Heinrich von Kleist – Ein Gewitter-Leben

Der Kleist-Text ist im Prinzip fertig und muss nur noch korrigiert werden. Bis dahin empfehle ich den großartigen dctp.tv-Beitrag: Ein Gewitter-Leben mit Jens Bisky.

Dramatik des 19. Jahrhunderts: Versuch einer allgemeinen Strukturierung

Shew… dann habe ich es doch tatsächlich geschafft, so wie es der Plan war, das 18. Jahrhundert in rund zehn Tagen hinter mich zu bringen. Abgesehen von Heinrich von Kleist, der mit seinem frühen Tod so ein bisschen zwischen die Epochen gefallen ist (und daher auch verdientermaßen einen eigenen Artikel als Schwellen-Dramatiker spendiert bekommt), können wir eigentlich frohgemuts weiter ins 19. Jahrhundert vorrücken. Und das wird erst einmal stressig. Dank der Aufklärung als maßgebliches Fundament für die Dramatik lässt sich das 18. Jahrhundert recht gut strukturieren. Klar, dabei reicht es nicht, der klassischen Schuldenke von den rationalistischen Aufklärern, die von den empfindsamen Stürmern und Drängern abgelöst werden, die wiederum von der Klassik beerdigt werden, abzuspulen. Aber immerhin lassen sich anhand der Eckpunkte Normative Ästhetik, Rationalismus, Emanzipation des Bürgertums, Autonomes Subjekt, Universelle Versöhnung sowie der großen Namen wie Lessing und Schiller doch zumindest grobe Gattungsgrenzen ziehen. Im 19. Jahrhundert sieht das anders aus: Nicht weil es derlei Topoi zu viele gäbe sondern ganz im  Gegenteil. Im Grunde genommen ist das Deutschland des 19. Jahrhunderts dramatisch ein ziemliches Brachland. Während zwar die Dramatik von Hegel, Schopenhauer und selbst Nietzsche zu DER edlen Literaturform schlechthin erklärt wird und das Theater partiell eine beispiellose Blütezeit erlebt, machen sich wirklich wesentliche Dramen in der Zeit ziemlich rar. Die Romantiker bevorzugen den Roman, die Realisten die Novelle, die Jungdeutschen die Lyrik oder die Kampfschrift und die Biedermeier die Jagdidylle und Klassikerexegese. Und dann sind wir auch schon bei den einzigen eine klare Gattung konstituierenden Naturalisten und im letzten Jahrzehnt des Jahrhunderts. Wie leicht fiele es da, sich zurückzulehnen, zu lamentieren und die Epoche auf die großen Außenseiter Kleist, Büchner – vielleicht noch Grillparzer – zu reduzieren. Ganz so leicht will ich es mir nicht machen und wage im Folgenden zumindest eine grobe Strukturierung, die für die folgenden Themen mindestens hilfreich sein sollte.

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Dramatik des 18. und 19. Jahrhunderts: Die Weimarer Klassik als Epochenübergang?

Bereits in meinem Text zum Sturm und Drang habe ich von der grundsätzlichen Schwierigkeit einer epochalen Kategorisierung und Eingrenzung gesprochen. Die Diversifizität dieser Generation zwingt geradezu die Kategorie selbst als solche in Frage zu stellen, nicht zuletzt auch, weil wir von einem relativ engen Zeitraum und einer überschaubaren Anzahl an Autoren reden. Mit der Weimarer Klassik wird es nicht einfacher. Wie beim Sturm und Drang geht es schon mit der zeitlichen Einordnung los: Wo anfangen? Bei der beginnenden Arbeit Goethes in Weimar 1775? Bei seiner Italienreise 1786 – 1788 und der damit verbundenen Fertigstellung der Iphigenie auf Tauris? Bei dem Zusammentreffen Schillers mit Goethe ab dem Jahre 1794? Ähnliche Frage, selbes Problem: Wo aufhören? Knallhart mit dem Jahrhundertwechsel? Mit dem Tod Schillers 1805? Mit dem Tod Goethes 1832? Ebenfalls problematisch, dass sich die Weimarer Klassik qua Definition vor allem aus der gemeinsamen Arbeit Goethes und Schillers speist. Aber eine Epoche aus gerade einmal zwei Akteuren konstruieren? Ganz zu schweigen davon, dass zeitgleich immer noch Sturm und Drang ähnliche Werke veröffentlicht wurden, bürgerliche Dramen der Aufklärung und die Romantik bereits im Entstehen begriffen ist. Trotz dieser Vorbehalte, die sich auch aus der geradezu dreisten Instrumentalisierung der Klassik im 19. und 20. Jahrhundert ergeben, schlage ich eine genauere Betrachtung der Klassik als Epochenübergang vom Zeitalter der Aufklärung zum – großteils konservativen – 19. Jahrhundert vor, weniger als klar eingegrenztes Normativ, als viel mehr ein literarisches Exempel an Aufklärungsdialektik und Wandel hin zum klassisch/romantischen Zeitalter… vielleicht auch als großer Endpunkt der Dramatik des 18. Jahrhunderts, da diese Gattung in den folgenden Jahren – trotz theoretischer Emporhebung zur größten aller literarischen Künste – praktisch sträflich vernachlässigt wurde.

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Dramatik im 18. Jahrhundert: Friedrich Schiller

Warum? Ja warum eigentlich bekommt Friedrich Schiller (1759 – 1805) an dieser Stelle einen eigenen Artikel spendiert? Bei Lessing macht das Ganze noch Sinn, sticht er mit seinen revolutionären Neuerungen wie der Etablierung des bürgerlichen Trauerspiels im deutschsprachigen Raum durch Miss Sara Sampson oder der Konfrontation der bürgerlichen Welt mit dem höfischen Laster in Emilia Galotti aus den Dramaturgen seiner Zeit heraus. Aber Schiller? Klar, der Kanon und so, aber Goethe wurde hier auch nur barsch im Sturm und Drang eingeordnet. Der Grund für die Sonderstellung Schillers ist ein anderer: Schiller ist im Grunde genommen ein zu spät Gekommener. Sein eigentliches Erstlingwerk, Die Räuber (1781), ein Sturm und Drang Drama schreibt er, als der Sturm und Drang längst vorbei ist. Mit Kabale und Liebe (1783) schreibt er ein Bürgerliches Trauerspiel, als diese Gattung längst in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, und mit seiner Annäherung an Goethe in den 90er Jahren generiert er zwar etwas, was gemeinhin als Weimarer Klassik bezeichnet wird, greift dabei aber auch auf Topoi, Stilistiken und Motive zurück, die Goethe vor ihm bereits etablierte. Schiller als bloßen Epigonen abzutun, würde diesem großen Künstler aber ein gewaltiges Unrecht antun: Schiller ist nicht einfach ein zu spät Kommer, er ist ein Abschließer: Seine Räuber setzen einen Schlusspunkt unter die Zeit des Sturm und Drang, sein Kabale und Liebe rechnet mit dem bürgerlichen Trauerspiel ab, sein Don Carlos (1788) problematisiert das historische Drama… und alle diese Stücke sind so viel wertvoller als viele seiner Quellen und Inspirationen. Leidenschaft, Vernunft, Krisen… in Schillers Dramatik kulminieren die Topoi eines ganzen Jahrhunderts, bis dieses schließlich von ihm in Zusammenarbeit mit Goethe endgültig abgeschlossen wird.

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Dramatik im 18. Jahrhundert: Gotthold Ephraim Lessing II

Als Dramaturg und Berater des Hamburger Nationaltheater begleitete Lessing von 1767 bis 1769 die dort aufgeführten Stücke kritisch kommentierend und ironisch reflektierend. Das dabei entstandene Werk, die Hamburgische Dramaturgie (1767 – 1769) ist ganz ähnlich wie die Reflexion des Trauerspiels im Briefwechsel mit Nicolai und Mendelssohn kein geschlossenes theoretisches Werk. Stattdessen vermischen sich Literaturkritik mit Aufführungskritik mit allgemeinen Beobachtungen und theoretischen Überlegungen zum Drama und Theater. Gerade durch diese offene Form sind die zahllosen Aufsätze jedoch eine stilprägende Innovation der Theaterkritik überhaupt, wenn man so will eine frühe Form des Feuilleton, die Lessing sprachlich und inhaltlich auf dem Höhepunkt seines kritischen Schaffens zeigt.

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Dramatik im 18. Jahrhundert: Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

Für die deutsche Dramatik des 18. Jahrhunderts nimmt Gotthold Ephraim Lessing gleich in zweierlei Hinsicht eine exponierte Stellung ein. Anhand seiner dramatischen Theorie sowie zweier exemplarischer Werke sorgt er an zwei markanten Schwellenjahrzehnten mindestens für eine Reformation wenn nicht gar Revolution der dramatischen Theorie und Praxis. Die erste dieser beiden Reformen ist die Etablierung einer bürgerlichen Tragödie, in der nicht nur das Publikum als bürgerlich vorausgesetzt wird, sondern auch die Protagonisten selbst zumindest ethisch und strukturell aus dem Bürgertum stammen. Dies programmatisch im Briefwechsel über das Trauerspiel (1757/1756) mit Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai bestimmt, findet seine Umsetzung in der ebenso prototypischen wie bereits problematisierenden und differenzierenden Tragödie Miss Sara Sampson (1755). Die zweite große Reformation Lessings ist die Kontrastierung des bürgerlichen Ethos im Zusammenstoß mit der Welt des Adels. Dies geschieht mit Emilia Galotti (1772) und liefert neue Impulse für ein dahin festgefahrenes, zur Formel verkommenes bürgerliches Trauerspiel. Neben diesen beiden Schwellenwerken stechen auch seine Theoretischen Schriften Hamburgische Dramaturgie (1767 – 1769) und Laokoon (1766) sowie seine Dramen Nathan der Weise (1779) und Minna von Barnhelm (1767) aus den Werken der damaligen Zeit hervor. Betrachtet man daneben noch seine Verdienste für die deutsche Shakespeare-Rezeption sowie seine Impulse für ein Nationaltheater, steht es außer Frage, dass er zu den wichtigsten Theoretikern und Praktikern der damaligen Zeit gehört. Das verdient natürlich mehr als einen Artikel, und so widme ich mich hier erst einmal seiner frühen Dramaturgie und Miss Sara Sampson um in einem folgenden Text zu den späteren Werken zu gelangen.

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Dramatik im 18. Jahrhundert: Das bürgerliche Trauerspiel

Während die normative Dramentheorie Gottscheds wichtige Impulse für die Etablierung eines bürgerlichen Theaters lieferte und diese auch in den rührenden Lustspielen und bürgerlichen Komödien der Gottschedin oder von Gellert umgesetzt wurden, findet die eigentliche Einkehr des bürgerlichen Protagonisten sowie der bürgerlichen Topoi in das Drama in Deutschland erst gute zwanzig Jahre später statt. Erst die Öffnung der Tragödie für bürgerliche Protagonisten sorgt auch für eine tatsächliche Öffnung dieser Gattung für ein bürgerliches Publikum. In Folge der Vorreiter dieser Dramenform entsteht eine ganze Reihe bürgerlicher Trauerspiele, die mal mehr, mal weniger formell gehalten sind und sich in Motiven, Topoi und Stilistiken stark ähneln. Natürlich spielt hierbei vor allem der Dreiklang Lessing, Lenz, Schiller eine exponierte Rolle, aber auch andere Dramatiker der Zeit wenden sich diesen Themen zu. Im Folgenden will ich mich vor allem auf die gemeinsamen Charakteristika des bürgerlichen Trauerspiels konzentrieren und auf einige Prototypen näher eingehen. Den großen, kanonisierten Dichtern werde ich zu einem späteren Zeitpunkt einzelne Artikel widmen.

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Dramatik im 18. Jahrhundert: Versuch einer allgemeinen Strukturierung

Also wie angedroht, nutze ich – während ich gleichzeitig die normale Bloggerei auf ein Minimum zurückschraube – Seite360 jetzt einfach mal kurz, um meine eigene Prüfungsvorbereitung in klare Bahnen zu lenken. Gleich zwei Vorwarnungen zu diesem Artikel: Erstens, das ist ein Experiment. Keine Ahnung, ob das funktioniert, ob es Sinn macht, ob sich überhaupt irgendjemand dafür interessiert. Wenn es nicht klappt, kann es sein, dass das der einzige Artikel zum Thema bleibt und ihr – falls Interesse besteht – auf andere Literatur ausweichen müsst. Zweitens, das ist wahrscheinlich der egoistischste Text, den ich je auf diesem Blog veröffentlicht habe und je veröffentlichen werde. Ich reflektiere hier ziemlich rough meine Recherche, sprich germanistische/literaturwissenschaftliche Fachtexte. Ich will zwar, gerade im Hinblick auf den Zweck als Vorbereitung für die einstündige mündliche Prüfung, versuchen, das alles auch für Laien verständlich und interessant zu gestalten, werde aber nicht um Fachtermini drumherum kommen und an der ein oder anderen Stelle so schreiben, dass ein wenig Backgroundwissen vorausgesetzt wird (auch wenn ich das zu vermeiden versuche).

Trotzdem, wie gesagt, das soll dennoch nicht ganz ohne Mehrwert für euch bleiben. Sprich, wenn ihr Interesse an ein wenig Literaturgeschichte habt, falls ihr vielleicht selbst Literaturwissenschaften studiert oder gerade in der Abi-Vorbereitung seid, kann es durchaus sein, dass ihr hier die ein oder andere nützliche Info hier rausnehmen könnt. Kommentare, Ergänzungen, Kritik etc. eurerseits wären natürlich auch cool. Also viel Spaß oder fröhliches Ignorieren…

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Animated Short der Woche: Good Books – Metamorphosis

Hunter S. Thompson trifft auf Franz Kafka in diesem großartigen, visuell und inhaltlich beeindruckenden Short, der zwar nur ein Commercial für den Online Buchhandel Good Books ist, dafür aber ungemein künstlerisch und anspruchsvoll daher kommt. Good Books gehört dann auch tatsächlich, wie der Name schon sagt, zu den Guten, gehen doch 100% ihres Retail Profits an Charity Projekte von Oxfam International. Was es zu sehen gibt, ist also große Unterhaltung für eine tolle Sache… und das ist jetzt doch echt Mal ne Aufnahme in die Animated Shorts der Woche wert.

It is not very often that we have the opportunity to create a graphic equivalent of a drug fueled rant bringing all of our collective skills to bear. And it is almost unfathomable that we could actually do something like this and benefit a good cause.

The Buck team dug deep, channeling our inner gonzo, to direct and produce this homage promoting Good Books, the online bookseller that passes all its profits through to Oxfam. A big thanks to String Theory in NZ for bringing us this script, Antfood for their amazing audio stylings, to Thor for giving his voice and to all the artists who made this something we are proud of.

via Open Culture

Links fürs Wochenende

Karl May zum 100. Todestag

Ich war nie sonderlich großer Karl May Fan, aber dank der Cowboy-und-Indianer-Liebe meines Vaters war der Abenteuer-Schwindler in meiner Kindheit doch stets präsent. Zu seinem 100. Todestag spielt er in der deutschen Presse natürlich wieder eine außerordentliche Rolle. So begibt sich Henning Sußebach auf die Suche nach den heutigen Indianern und schreibt einen langen, aber wirklich großartigen Artikel unter dem Titel Wenn Winnetou das wüsste. Roger Willemsen stellt im Westen fest: Diese Kunst darf schwindeln! während sich Hans-Paul Nosko an eine Jugend im Zeichen von Karl May erinnert. Auch in dem dctp-Format 10 vor 11 wird dem Superstar der Abenteuerliteratur gedacht. Dort spricht Prof. Dr. Helmut Schmiedt über die reißerischen Märchen des fantasievollen Erzählers. Und für die notwendige kritische Distanz sorgt Georg Diez auf seiner Reise Durchs wilde Ironiestan. Dort kommt er zu dem – mir sehr sympathischen – Fazit:

Und wenn heute alle groß Karl May feiern? Dann weiß ich, warum ich Karl May nie mochte.

Wie die Sprache das Denken formt

Lera Boroditsky untersucht die unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten verschiedener Kulturkreise. Eine Fünfjährige Aborigine kann ohne mit der Wimper zu zucken mit geschlossenen Augen nach Norden zeigen, während zahllose Wissenschaftler aus anderen Kulturkreisen mit der Frage nach der Himmelsrichtung hoffnungslos überfordert sind. Woran liegt dies? Die verblüffende Antwort: An der Sprache.

Don’t shoot the Puppy! (Browsergame)

Hartes, hartes, wirklich hartes Browsergame, das die Geduld des Spielers herausfordert und zugleich seine Nerven strapaziert.

Movies as Code

Sehr schönes Blog, in dem Filme als Code-Snippets umgesetzt werden. Ein bisschen grundsätzliche Ahnung sollte man allerdings vom Programmieren haben, um das lustig zu finden (mein Wissen – das jetzt nicht sooo doll ist – reicht gerade aus). Nerdiges Beispiel: Die Star Trek Franchise:

Public Sub StarTrekMovies()
Dim intStarTrekMovie As Integer
For intStarTrekMovie = 1 To 6
If intStarTrekMovie Mod 2 = 0 Then
MsgBox(“Star Trek Movie #” & intStarTrekMovie & ” was great!”, , “Star Trek Movies”)
Else
MsgBox(“Star Trek Movie #” & intStarTrekMovie & ” stunk!”)
End If
Next
End Sub

Angst vor dem Volk im Netz

Sascha Lobo analysiert die Angst vor der Tyrannei der Masse, wie sie vor kurzem vom FDP Generalsekretär Patrick Döring geäußert wurde. Passend dazu auch: Piratenpartei und FDP: Wenn Startups die Originale überholen.

Get the Balance right

Spätestens nach dem Rant von Sven Regener im Zündfunk und den darauf folgenden Reaktionen könnte man die Debatte ums Urheberrecht und um Unterhaltungsinhalte im Netz als abgeschlossen ansehen. Denn sie tritt auf der Stelle: Die Fronten sind verhärtet, alle haben Recht und die jeweils anderen haben keine Ahnung. Deswegen glaube ich auch sagen zu können, was sich an der aktuellen rechtlichen Situation ändern wird: Sehr wenig.

Vollkommen seriöse Esoterik

Video-Impressionen von der Esoterik-Messe in Wien, zusammengestellt vom ScienceBlogger Florian Freistetter.

Der offene Brief von 51 Tatort-Autoren zu den Topics Urheberrecht, geistiges Eigentum und Schutzfristen, sowie eine ziemlich ausführliche, unglaublich treffsichere Antwort des Chaos Computer Club.

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko freut sich auf das Haldern Festival und sucht nach Leben in der Zombie-Veranstaltung des Echo 2011, Florian findet Leben in den ersten hörenswerten Alben des Frühlings: Mit von der Partie sind Têtes Raides, Nicolas Jaar, Home Video, Jonny Greenwood sowie Gold Panda. Während Justice es mit Adidas und Roman Gavras versuchen, steigen Radiohead ins Zeitungsgeschäft ein und sorgt Weeknd zumindest bei Florian für Kopfschütteln. Ansonsten läuft mal wieder alles nach dem “Früher war alles besser!”-Prinzip: Rinko trauert weiterhin dem Brit-Pop der 90er Jahre hinterher, Florian erinnert sich an die gute alte Zeit als Slacker (und deren Filme) noch cool waren und in der Satiren und Grotesken noch Niveau besaßen. 90er Jahre Nostalgie als Flucht vor der nervtötenden Gegenwart. It worked!

Links fürs Wochenende

R.I.P. Zdeněk Miler

Schöner – relativ kurzer, für Nerdcore-Verhältnisse ziemlich langer – Nachruf auf den Erfinder des kleinen Maulwurfs.

Eine Sozialistin die im Sozialismus aneckte

Nachruf auf die diese Woche ebenfalls verstorbene Autorin Christa Wolf.

Sprache diskriminiert

Grundsätzliche Überlegungen zu Sexismus und genereller Diskriminierung in der deutschen Sprache:

Sprache „kann“ nicht nur diskriminieren, Sprache diskriminiert. Und wir diskriminieren durch Sprache, jedes Mal, wenn wir den Mund aufmachen.

Mythos Mozart-Effekt

Und ein weiterer bildungsbürgerlicher Mythos, mit dem ich groß geworden bin, wird mit der Realität konfrontiert. Wir werden nämlich keineswegs schlauer, nur dadurch, dass wir Mozart hören. Auweia, wenn das mein Vater erfährt…

YouTube & GEMA: Ein Appell mit Bitte um Unterstützung

Bewegen tut sich hinsichtlich des Streits zwischen Google und der GEMA jedoch auch nach vielen, vielen Monaten anscheinend gar nichts. Ich bilde mir aber inzwischen durch viele Gespräche ein wenig mehr Durchblick in der Sache ein und glaube, dass es eine Lösung gibt, wenn sich beide Parteien einen Ruck geben. Um diesen Ruck etwas zu forcieren, skizziere ich einen Lösungsansatz in den nächsten Absätzen und bitte durch Verlinkungen dieses Artikels und durch kurze Kommentare um Eure Unterstützung. Ich werde sowohl die GEMA als auch Google um Stellungnahmen zu diesem Artikel bitten, denn vielleicht können wir als Musik- und Netznutzer für ein wenig Druck sorgen.

Kids react

Großartiger YouTube-Channel, den ich seltsamerweise erst vor kurzem entdeckt habe. Kinder von fünf bis dreizehn Jahren reagieren auf virale Videos (wie die Annoying Orange), Meme (wie Planking), Netzstars (wie Rebecca Black) und sonstige Filme (Trailer, Nachrichten etc…). Einfach nur großartig, zumal die kommentierenden Kinder ziemlich schlagfertig, intelligent und witzig sind. Teens react gibt es auch, von den selben Machern, kommt aber an dieses tolle Format nicht heran.

100 Regeln für Filmbösewichte

Ich weiß: Das ist alt. Richtig alt. Ich glaube ich habe diesen Text zum ersten Mal in meiner Schulzeit gelesen (und die is schon en bissel her, ne) und bin jetzt eigentlich nur deswegen drüber gestolpert. Egal, das funktioniert nach wie vor und ist auch heute noch sau komisch. Falls ihr das also in der Websteinzeit verschlafen habt, lest es unbedingt… Es lohnt sich.

Nostalgia Critic MUSICAL REVIEW: Moulin Rouge:

Letztes Jahr auf Seite360:

Zur Erinnerung an Leslie Nielsen (der im November letzten Jahres starb) gibt es ein kleines Best-Of seiner lustigsten Auftritte. Rinko erinnert sich in unserer Nu Metal Retrospektive an die Genre-Pioniere Limp Bizkit und widmet sich noch einmal ausführlich den 90er Jahre Alben von Oasis.