Hörenswertes, März 2016: Lucy Dacus, Crater, Bird on the Wire, Iggy Pop, Bela

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Frühling, Frühling, Frühling! Was soll ich anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah! Die Sonne scheint, die Vögel singen, Berlin erreicht endlich wieder Spaziergängertemperaturen und die hier versammelten Veröffentlichungen, die ich mir im März genehmigt habe, haben auch fast alle den passenden Sound dazu mitgebracht. Während Crater mit ihrem Electropop noch ein wenig Kälte in den März bringen, zaubert Lucy Dacus ganz entspannt und wohlig warm das beste Songwriter-Indie-Folk Album der Saison aus dem Hut. Iggy Pop versöhnt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Josh Homme eines seiner besten Alben überhaupt. Die Wildcards meiner März-Playlists gehören dagegen definitiv Bird on the Wire und Bela. Auf der einen Seite schön krautiger Psychedelic-Art-Pop, auf der anderen zutiefst menschlicher, frischer Ambientsound. Es hat Spaß gemacht, in diesem Monat die Lauscher zu spitzen. Was soll ich auch anderes sagen? Frühling, Frühling, Frühling! Hell, yeah!

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Hörenswertes Frühling 2013 II: Phoenix, Junip, Frank Turner, Ghost B.C.,!!! (Chk Chk Chk)

Wie angekündigt widmen wir unsere Hörenswertes-Rubrik den ansteigenden Temperaturen und der sich bessernden Laune. Selbst die Okkult-Rocker von Ghost B.C. machen mit und lassen bei allem Düster-Image auch Selbsrironie durchblicken, Phoenix wagen großes Kino, Junip mögens es ruhig und Frank Turner begeistert die Massen. Als klarer Sieger gehen diesmal aber Chk Chk Chk hervor und bringen den Groove in den Frühling.

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Konzertbericht: …And You Will Know Us by the Trail of Dead, Grammatikoff, Duisburg

Man möchte es sich nicht eingestehen, aber Trail of Dead sind älter geworden und mit ihnen wohl auch ihr Publikum. Vor dem Grammatikoff stehen sich  Ü30 jährige, nicht wenige davon bereits deutlich Ü40, die Füsse in den etwas fülliger gewordenen Bauch und warten auf den Einlass in die von außen eigentlich sehr schön ausschauende Location, die direkt neben einem Programmkino und einer Bar liegt.

Duisburg und junges hippes Publikum schließt sich eh schon seit Jahren weitestegehend aus und man ist ja schließlich nicht zur Vorführung der neuen Vintage-Kollektion hier sondern wegen Trail Of Dead, die mal 2004 mit ihrem Opus Magnum  Worlds Apart sowas wie mega-hip waren und komischerweise trotzdem nie den weltweiten Durchbruch schafften. Es gibt aber auch echt mal Wichtigeres als trendy Electro-Pop aus Brooklyn und die Band steht seit Jahren für energetischen Mix aus Alternative, Punk, Prog und Krautrock.

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Hörenswertes Herbst 2012: The XX, Animal Collective,The Hirsch Effekt, Grizzly Bear, Muse

Die Blätter fallen,

fallen wie von weit,

als welkten in den Himmeln ferne Gärten …

(Rainer Maria Rilke)

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Konzertbericht: Open Source Festival 2012

“Einfach mal selber besser machen”, zischt mein Nachbar in der ungewöhnlich großen Schlange vor dem Presse-Eintritt. Grund hierfür ist mein Genörgel über die gefühlt dreimal so lange Menschenansammlung vor dem normalen Eintritt. Das gute Wetter hat die Konzertbesucher in Scharen zu dem eher kleinen Open Source Festival gelockt, das mit dem Indie-Darling Beirut einen namhaften Headliner hat und ansonsten auf innovative Club-Acts und interessante Newcomer setzt. weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts IV

Ich befinde mich gerade in so einer Art unheimlichem Progressive Rock Rausch, Dank dem ich die entsprechenden Artikel beinahe in einem Rutsch runter geschrieben habe. Ich hoffe mal, dass sich meine derzeitige Begeisterung für die Art Rock Nische auch ein wenig in den Texten Lobeshymnen auf die Genre-Alben der 90er Jahre niedergeschlagen hat. Wie bei jedem guten Rausch wird früher oder später der Kater folgen und diesen werde ich mit den Stooges, Ramones und Sex Pistols dann auch hoffentlich erfolgreich bekämpfen. Bis dahin gibt es aber noch einmal eine volle Ladung Prog-Rock der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts. Morte Macabre laden zum düsteren Tanz ein, Mats / Morgan versetzen dem Fusion neue Stromschläge, Tool weiden sich in Undertow in einer Mischung aus Stoner, Alternative und Art Rock, während Bondage Fruit und Simon Steensland den Zeuhl erfolgreich in eine neue Epoche transferieren. Auch Buckethead und Tenhi klingen alles andere als nach klassischem RetroProg und mixen stattdessen Ambient, Postrock, Gothic, Metal, Experimental und was ihnen sonst noch in den Kram passt in ihren originellen, ungewöhnlichen Sound. Schubladenzertrümmerung erfolgreich, würde ich sagen: Der Patient lebt.

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Die 90er Jahre: Die besten Progressive Rock Alben des Jahrzehnts III

Die Schublade ist weiterhin der Feind. Und so dürfen in diesem Artikel Radiohead vom Brit-Pop aus Richtung Progressive Rock schielen, wie es mit Sicherheit einige britische Rocker in den 90ern getan haben, wenn auch kein einziger so konsequent wie Thom Yorke und seine Mannen. Vom Art Pop und Postrock kommt Mark Hollis hereingeschneit und selbst Pallas, Robert Fripp und David Sylvian durchbrechen ihre Traditionen, während zumindest  Höyry-Kone den Banner des klassischen Progressive oben halten (Und wie sie das machen!). Achja, und ein klein wenig Jahre Reminiszenz an die 80er Jahre – oder wie ich sie nenne: “Die dunkle Ära des Prog” – hat sich auch hierher verirrt; mit Collage, die den Neo Prog Sound von Marillion gekonnt in die nächste Dekade  transferieren. Progressive Rock, Art Rock, Art Pop, Post- irgendwas? Die Schublade ist tot, es lebe die Schublade!

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Liars – XIXIW (Stream)

“The Best Radiohead Album since Kid A”, behauptet NPR. Phew, große Worte. Eine mehr als gewagte Aussage und ob die Liars tatsächlich an die Meisterwerke der besten Band der 00er Jahre heran kommt kann man jetzt auf Gorilla vs Bear überprüfen. Was ich bisher höre klingt tatsächlich wie eine sehr spannende Mischung aus Portishead und Radiohead.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts V

Rinko hat in insgesamt vier Artikeln ja ganz schön gewütet in der deutschen Musiklandschaft der 90er Jahre. Ein paar kleine Perlen hat er mir aber dennoch übrig gelassen. Und so setze ich erstmal meine Unterschrift unter die meisten von ihm genannten Alben (außer Rammstein) und trage meinen Teil zu den besten deutschen Alben der 90er Jahre bei. Und wenn Rinko sich schon zu den Till Lindemanns bekennt, darf ich hier auch gegen alle möglichen Bedenken der Geschmackspolizei zwei Bands erwähnen, die wohl für viele 80er Jahrgänge lange gleichbedeutend mit “deutschsprachiger Musik” überhaupt waren. Jepp, auch die Mainstream-Punkrocker Die Toten Hosen und Die Ärzte haben in den 90ern verdammt starke Alben aufgenommen, die hier ohne Scham genannt werden dürfen. Daneben gibt es wunderbar e- und u-musikalisches von den Einstürzenden Neubauten, die von Rinko bereits erwähnt wurden sowie zum Krautrock der alten Schule formerly known as Avantgarde. In den 90ern vertreten durch die nicht tot zu kriegenden Faust. Und dann gibt es auch noch Jazzkantine sowie Such a Surge, die – trotz gelegentlicher Kritikerhäme – mit amtlichem Crossover begeistern können und – wie könnte man ihn vergessen – Reinhard Mey, der mit Flaschenpost mit einem nachdenklichen und bescheidenen Statement daherkommt und dabei angenehm reflektiert und unkitschig klingt.

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Konzertbericht Tame Impala, 20.06.2011, Köln

15:00, im Chat mit einem Freund: “Ich denke, wir bekommen noch ausreichend Karten”; 16:30, Facebook-Seite ” Es sind noch ein paar Restkarten übrig”. Es zahlt sich manchmal doch aus ein unverbesserlicher Pessimist zu sein, und hätte ich nicht für mich und meine zwei Begleiter noch vor dem Konzert die Karten ausgedruckt, hätten wir alle schön blöd vor einem “Sold Out”- Schild gestanden. Dass Tame Impala jenseits von Australien mit ihrem Debüt “Innerspeaker” für Aufmerksamkeit gesorgt haben, war ja bekannt, aber nach der subjektiven Einschätzung des Autors doch eigentlich auf einschlägige Indie- und Alternative Rock-Mags, Blogs und E-Zines beschränkt. Dass man hier in einer aufgeregt plappernden Menge in dem bis auf den letzten Platz proppevollen Gebäude 9 steht, hätte man sich und wahrscheinlich auch nicht der  Band  aus Perth erträumt. Denn eigentlich sind solche Erfolge eher bekannten Dickschiffen wie z.B.  Maximo Park vorbehalten, die immerhin auf einen radiofreundlichen Sound und Hits verweisen können. weiterlesen

Hörenswertes Juni 2011: Fink, Esmerine, Thurston Moore, 13&God

Okay, okay… es braucht kein langes Drumherumreden. Auch dieses Mal tendieren unsere hörenswerten Alben wieder in Richtung der dunkel schillernden Seite des Sommers. Soll Rinko sich doch um den feuchtfröhlichen Pop kümmern. Hier geht es wieder tief hinein ins Herz der Finsternis, an dessen Ende doch so etwas wie pure Schönheit wartet. So baden wir mit Fink in schwüler Düsterromantik und lassen uns von dem Postrock Esmerines in postapokalyptische Gefilde entführen.  Und weil wir mal wieder etwas hinterher hängen, liefern wir Thurston Moore und 13&God noch zwei Mai-Reviews nach.

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Radiohead’s 20 best Cover Songs

Radiohead machen nicht nur ausgezeichnete Musik, sondern haben darüber hinaus auch noch einen exzellenten Musikgeschmack, der immer wieder in ihren Coverversionen zum Vorschein kommt. Stereogum hat nun die besten dieser Cover-Songs gesammelt und bietet sie zum kostenlosen Download an. Das meiste davon war mir zwar schon bekannt, aber schön, dass ganze noch mal so geballt vor sich zu haben.

Tracklist:
20. Radiohead – “Wonderwall” (Oasis Cover)
19. Radiohead – “Down By The River” (Neil Young Cover)
18. Radiohead – “Sing A Song For You” (Tim Buckley Cover)
17. Radiohead – “I’ll Wear It Proudly” (Elvis Costello Cover)
16. Radiohead – “Cinnamon Girl” (Neil Young Cover)
15. Radiohead – “Shot By Both Sides” (Magazine Cover)
14. Radiohead – “On The Beach” (Neil Young Cover)
13. Radiohead – “Tell Me Why” (Neil Young Cover)
12. Radiohead – “Rhinestone Cowboy” (Glen Campbell Cover)
11. Radiohead – “The Thief” (Can Cover)
10. Radiohead – “Unravel” (Björk Cover)
09. Thom Yorke – “All For The Best” (Miracle Legion Cover)***
08. Radiohead – “The Rip” (Portishead Cover)
07. Atoms For Peace – “Love Will Tear Us Apart” (Joy Division Cover)
06. Radiohead – “Nobody Does It Better” (Carly Simon Cover)
05. Sparklehorse (Feat. Thom Yorke) – “Wish You Were Here” (Pink Floyd Cover)
04. Radiohead – “Union City Blue” (Blondie Cover)
03. Radiohead – “Ceremony” (Joy Division Cover)
02. Thom Yorke – “After The Gold Rush” (Neil Young Cover)
01. Radiohead – “The Headmaster Ritual” (The Smiths Cover)

DOWNLOADLINK

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via Testspiel

BBC Dokumentation über Synth-Pop und elektronische Musik

Ich kann allen nur dringend die tolle BBC Dokumentation über Synth Pop der späten Siebziger und frühen Achtziger ans Herz legen, die momentan komplett auf Youtube zu sehen ist. Es kommen unter anderem Depeche Mode, Erasure, Soft Cell und eigentlich so ziemliche jede großartiger Synth Pop Act aus Großbritannien zu Wort. Absolutely Fabulous!

 

via The Daily Swarm