Schlagwort-Archiv: Korn

Deutschrap und so #18: MOR – NLP

Es läuft gerade MOP – Ante Up, was immer noch ne richtige Hymne ist, als mir ein Kumpel seine neueste Errungenschaft vorführt. Ein CD-Wechsler. Für´s Autoradio! Ich weiß gar nicht mehr wie viel CDs da reinpassten, nicht viel, Fünf oder Zehn. Nach “Ante Up” folgte aufgrund Vorführung des CD-Wechselsystems eine Unterbrechung, die Menschen heute nervös nach ihren Smartphone greifen lassen würde, um zu schauen ob jemand ihren Beitrag geliked oder geteilt hat oder irgendeine Message von irgendeinem Messenger für sie bereit steht. Manche sind ihrer Performance ja derart gewieft, dass sie in der Zeit, welche ein CD-Wechselsystem von vor fünfzehn Jahren benötigte um von CD1 auf CD2 zu wechseln, Tinder durchspielen würden. Also ungefähr so lange wie männliche Jugendliche von vor fünfzehn Jahren ohne große, um nicht zu sagen unbefriedigende, um nicht zu sagen außerordentich enttäuschende, um nicht zu sagen keine Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht haben, brauchen, um eine mit T9 geschriebene SMS zu verfassen, nur um dann mit Kid Rocks “American Badass” doch wieder enttäuscht zu werden. “Nee, Alter. Mach mal weg den Scheiß.” Sehr wahrscheinlich wird noch Limp Bizkit gefolgt sein, die mit Significant Other bei uns so ein Status hatten wie,…. äääh…vermutlich …Skrillex bei Heranwachsenden 2010 oder so. Wir sind auch schon im Auto unterwegs, während immer noch auf dem CD-Wechsler rumgehackt wird. Da ich schon Fläppen habe, fahre ich normalerweise mit dem Auto des Vaters meines Kumpels: Mitsubishi Galant, der ungefähr so aussah und unser erster Panzer war. Aber nicht heute, wir fahren ja nur kurz zum See baden. Der CD-Wechsler wird also immer noch bearbeitet. Mein Kumpel war nicht so in KoRn wie ich, dafür aber in Papa Roach. “Last Resort” wird wie selbstverständlich angelassen.

Irgendwann müssen dann die Arkkode vom MOR – NLP – Intro eingesetzt und Valezkas samtweiche Stimme mich verliebt gemacht haben. Das perfekte Intro in ein perfektes Album. MC heißt ja bekanntlich “master of ceremony”. Eigentlich hätten sich MOR, was Masters of Rap heißt, auch MOC oder so nennen können, also einfach nur masters of ceremony. Kein anderes deutsches Rapalbum hab ich lieber, öfter und länger gehört als NLP. Es macht heute noch Spaß und zwar ganz ohne Nostalgie, es ist einfach lustig, funky, unterhaltsam, frech und abwechslungsreich. So viele verschiedene Stile! Savas´ Skills stechen hier gar nicht mal so sehr heraus, auffällig ist nur die Melodiösität seiner Lines, wollte er doch ursprünglich mal Sänger werden. NLP ist für mich das formvollendete Hip Hop Album. Fernab von diesem double- und tripletime-Technik-Geficke, einfach nur Hip Hop.

Wer Hip Hop als Karriere sieht macht sich bei mir unbeliebt. (Justus Jonas: MOR – NLP)

Haben wir sehr ernst genommen. Weniger ernst genommen haben wir das N-Wort: Nigga. Warum auch? Seit 1998 wurde MTV wieder via Satellit ausgestrahlt. Wir sind groß geworden mit Wu-Tang, Busta Rhymes, Cypress Hill, Onyx usw. Völlig unbedarft des politischen Kontextes dieses Wortes haben sich gute Freunde halt so betitelt. Den MOR-Leuten und anderen Rappern um die Jahrtausendwende wurde das ein paar Jahre später durchaus zu Recht angekreidet, aber eben auch zu Unrecht, weil es einfach nicht abschätzig oder rassistisch gemeint war, sondern so benutzt wurde wie heute Digga oder Brudi. Jedenfalls, durch MOR lerne ich Fumanschu kennen, den ich krass feiern werde, Taktloss, der bei NLP nicht mehr dabei war, Marcus Staiger, der mit dem Label Royal Bunker so viel für Hip Hop getan hat. Es ging uns um

Rap ist Leben und Spaß. Ich reime und gebe Gas, step ans Mic und das wars, schick MCs in den Sarg. (Savas: MOR -Bei mir)

Heute hat sich darum eine ganze Industrie entwickelt. Hierzu kann ich Falk Schachts Vortrag empfehlen: Wie hat Hip Hop angefangen? in welchem er auch die breit anerkannte Ideologie von Hip Hop über Hip Hop kritisch betrachtet und darauf hinweist, dass die Industrie von Anfang an am Start war. Richtigen Hip Hop, so wie ich ihn gerne hätte, gibt es noch bei Rap am Mittwoch und ganz Wu-Tang-Posse-mäßig mit der 187 Straßenbande, die richtig Spaß machen und zeigen, dass Hip Hop nichts mit actionfilmmäßigen Hochglanzvideos zu tun hat.

Korn – The Path of Totality (Stream)

Falls sich noch irgendwer für die interessiert… bei Roadrunner gibt es derzeit das neue Korn-Album The Path of Totality im Stream. Das Teil erscheint am 02.12…. Ich habe noch nicht reingehört, und irgendwie reizt es mich gerade auch tatsächlich nicht im Geringsten.

—> Zum Path of Totality Stream via In.Die.Meute

Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Die Deftones und der Nu Metal – Geschichte eines Missverständnisses

An alle Deftones-Fans
Musiksnobgasse 2
Alternativemetalhausen
CC/ Tool-Fans

Betreff: Re.: “Die Deftones sind kein Nu Metal”

Liebe Deftones-Fans,

um das gleich klar zu stellen: Ich bin einer von euch. Nicht, dass angesichts dieses Textes irgendwelche Missverständnisse aufkommen. Ich mag die Deftones, ich liebe sie geradezu. Fast jedes Album: Den Hassfetzen Adreanline, das fiebrige Around the Fur, das schillernde Meisterwerk White Pony, ja sogar dessen in Fankreisen verpönten selbstbetitelten Nachfolger. Ich liebe diese Band seit den 90er Jahren, halte sie für einen der besten Nu Metal Acts überhaupt… Und genau deswegen, weil ich sie liebe und weil ich sie für eine großartige Nu Metal Band halte, muss ich an dieser Stelle mit euch schimpfen. Ihr mögt die Band, zweifellos, sonst wäret ihr wohl kaum Fans; zugleich wehrt ihr euch aber mit der selben Leidenschaft mit der ihr die Band liebt gegen jede potentielle Einordnung der Mannen um Chino Moreno in das so verhasste Genre. “Die Deftones machen keinen Nu Metal!” muss ich dann immer wieder hören. Und genau das ist gelinde gesagt Blödsinn.

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Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Snot? / Tons? / Who?

Wer war das noch gleich? Im Gegensatz zu Limp Bizkit und Korn gelang es Snot (aka. Tons) nie bei einer breiten Masse an Musikhörern Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Band aus Santa Barbara Kalifornien erspielte sich Ansehen und Ruhm in der Szene, während sie kommerziell von der Hochzeit des Nu Metals so gut wie überhaupt nicht mehr profitieren konnte. Dies dürfte vor allem dem tragischen Tod des legendären Sängers der Band Lynn Strait geschuldet sein, der 1998 – während der laufenden Aufnahmen zum zweiten Studioalbum – bei einem Autounfall getötet wurde.

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Die große Nu-Metal-Retrospektive I: Die Vorreiter

Beginnen wir mit einem Outing. Ein Mitarbeiter (der hier nicht namentlich genannt werden möchte, die Red.) hat vor Kurzem gestanden, dass er im Moment ein kleines persönliches Nu Metal Revival feiert. Richtig: Nu Metal, oder New Metal, oder eben auch Nu-Metal (ziemlich SEO-unfreundliche Kategorie)… das ziemlich kurzlebige Genre, das irgendwann Mitte der 90er entstanden und innerhalb von 10 Jahren wieder fast vollständig untergegangen ist. Weder hat dieses Genre einen bestimmten Herkunftsort wie z.B Grunge in Seattle noch wurden hier sonderliche große Innovationen für nachkommende Generationen geboren. Falls überhaupt findet man diese nur auf dem selbstbetitelten Album der Band Korn, die zusammen mit Ross Robinson 1994 einen Sound entwickelte, der damals noch gefährlich und nicht selten als “krank” betrachtet wurde. Trotz der marginalen musikhistorischen Bedeutung und des Mangels an Innovationen prägte der Nu Metal die Mainstream-Rockmusik der ausgehenden 90er Jahre. Bands wie Limp Bizkit oder Linkin Park wurden zur festen Institution im Musikfernsehen, Nacheiferer fanden sie zu hauf und nicht wenige Musikhörer wurden durch den Sound des Nu Metal sozialisiert, um von diesem aus ihren Weg zu anderen alternativen Rock- und Metalgrößen zu finden.

In unserer kleinen Nu-Metal-Retrospektive wollen wir uns dem Genre genauer widmen. Wir betrachten seine Ursprünge ebenso wie seine Hochphase, kümmern uns um die weltberühmten Acts und Hitproduzenten, aber auch um den Underground, um Vergessenes und Vergessenswertes, um Erinnertes und Erinnerungswürdiges. Los legen wir mit einem Blick auf die Wurzeln des Nu Metal. Diese liegen insbesondere im gegen Ende der 80er Jahre entstandenen Crossover, die Suche gestandener Rock-, Metal-, und Hip Hop Acts nach genrefremden Einflüssen, ebenso im Groove und Neo Thrash Metal der beginnenden 90er, sowie bei experimentierfeudigen Hardcore- und Punkbands. Der daraus entstandene 90er Jahre Crossover sollte einen gewaltigen Einfluss auf den später populären Nu Metal haben… Roots, bloody roots… Direkt nach dem Klick.

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***Klaxons – Neues Album im August ***

Mit ihrem Album “Myths Of The Near Future” traten die Klaxons  damals die sogenannte  New Rave Welle in Großbritannien los, von der heute kaum noch nennenswerte Band übrig geblieben sind und den fast vergessenen The Prodigy einen zweiten Frühling und wieder volle Hallen bescherten. Der Begriff  New Rave war den Klaxons damals schon peinlich und gerüchtweise muss das die erste Version des Nachfolgers dermaßen umkommerziell ausgefallen sein, daß nun am 23. August eine schätzungsweise verträglichere Version erscheint. Schaut man sich allerdings den Namen des Produzenten an dürfte aber auch  “Surfing The Void” nicht gerade ein Pop-Album werden. Kein Geringer als New (sic!) -Metal Papst Ross Robinson (Korn, Slipknot) übernahm die Produktion des Albums, und selbst des Grunz-Metal unverdächtigen Indie-Bands wie At The Drive In und The Cure drückte der Mann seinen markanten und druckvollen Stil auf.

Quelle: http://www.nme.com/news/klaxons/51452

Diamond Eyes ahead – Eine kleine Retrospektive zur Einstimmung auf das neue Deftones Album

Nicht mehr lange, dann ist es soweit. Die Deftones bringen ihr sechstes Studioalbum auf den Markt. Zur Veröffentlichung von Diamond Eyes im Mai eine kleine Retrospektive der bisherigen Alben, EPs und von allem anderen der US Alternative Metal Band…

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