Schlagwort-Archiv: Komödie

In eigener Sache: Kurzfilm ‘Little Brother is watching you’ online

Joa… Das Kurzfilmprojekt “Little Brother is watching you”, gedreht 2009, veröffentlicht 2010 ist jetzt online und steht auf YouTube in voller Länge zur Verfügung. Habe den Film ja schon das ein oder andere Mal hier angepriesen. Jetzt könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen. Also danke nochmal an alle die mitgearbeitet und ermöglicht haben, diesen wunderbaren, kleinen, gehässigen Film zu verwirklichen:

Was ein schönes Picknick in trauter Zweisamkeit werden sollte, entwickelt sich für Frank und Liz zu einer eigenwilligen Farce. Ein mysteriöser Herr gesellt sich zu ihnen, dessen einzige Aufgabe darin besteht sie zu überwachen. Und diese Pflicht erfüllt er auch mit jeder nur erdenklichen Genauigkeit: Er observiert, photographiert, fragt die beiden aus und notiert alle Vorkommnisse fein säuberlich für den späteren Bericht. Während Liz sich immer unwohler fühlt, gelingt es Frank schnell sich mit der ungewöhnlichen Situation zu arrangieren und den Überwacher in seiner Tätigkeit sogar nach Leibeskräften zu unterstützen. Aber was will dieser eigentlich? Für wen arbeitet er? Und warum verrichtet er seine Arbeit so höflich und ohne Bemühen, unerkannt zu bleiben?

http://little-brother-is-watching-you.de

Trailerprogramm: Jonas, The Ghastly Love of Johnny X, The Lorax, The Woman in Black, Games of Thrones, Lilyhammer

Jonas [Robert Wilde]

Nicht von dem Regie-Namen täuschen lassen… Jonas ist natürlich in erster Linie ein Christian Ulmen Projekt, in dem sich der Comedian und Verkleidungskünstler wieder auf dem ihm vertrauten Terrain der mockumentarischen Tragikomödie und Satire bewegt. Allerdings bringt er sein in ulmen.tv (2008 – 2010) und Mein neuer Freund (2005) bestens funktionierende Konzept auf ein neues Level, oder eben auch ein vorheriges Level,  je nachdem, wie man es interpretieren möchte. Die Maskerade fungiert hier nämlich nicht als Schein für die Beteiligten, dafür ist Ulmen in den Kreisen in denen sein neuer Film spielt, wohl einfach zu populär. Und trotzdem sind die “Statisten” auch hier echte Menschen mit echten Sorgen und Nöten, mit echten Geschichten, die im filmischen Mikrokosmos Ulmens zwischen Fiction und Mockumentary neu arrangiert werden. Jonas spielt auf einer Gesamtschule, Ulmen mimt den etwas debberten, viel zu alten Sitzengebliebenen, der eine letzte Chance bekommt. Ob und wie diese neue Variation seiner Rollenspiele aufgeht, wird sich zeigen. Immerhin birgt der Film nicht nur die Chance zur Authentizität sondern ebenso das Risiko zum unbeholfenen Vexierspiel der Statisten mit der omnipräsenten Kamera und dem absurden Gebaren Ulmens selbst. Der Trailer sieht auf jeden Fall schonmal sehr schick aus und macht auf den Film – allein wegen seines gewagten Konzeptes – neugierig.

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Trailerprogramm: Brave, Shame, Rampart, Crashtastic, ROBO-G, Mirror Mirror, Detachment

Brave [Pixar]

Das sieht doch echt mal ordentlich aus. Pixar und Disney kooperieren erneut und heraus kommt kein klassisches, humoristisch aufgebrochenes Trickspektakel sondern ein waschechtes Epos zwischen Historienfilm, Fantasy und Coming-of-Age-Märchen. Der in den schottischen Highlands angesiedelte Brave erinnert sowohl ästhetisch als auch dramaturgisch an einige der ernsteren Disney-Zeichentrickfilme der 80er und 90er Jahre… nur eben ohne die niedliche Aufbereitung. Kein kleines, verrücktes Tier weit und breit, anscheinend auch keine Musical-Einlagen, und auch Romanzenkitsch ist im Trailer nicht auszumachen. Stattdessen eine epische Geschichte um Selbstfindung, ein wenig klassischer Pixar-Humor und große, starke animierte Bilder. Sieht vielversprechend aus, auch wenn das Grundgerüst “Frau muss sich in Männerdomäne beweisen” alles andere als originell ist.

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Trailerprogramm: 21 Jump Street, You are not so smart, Perfect Sense, Fear of Falling, I believe I can fly, GTA5, We are the Legion

We are the Legion [Luminant Media]

Für 2012 angesetzte Dokumentation über Ursprünge, Ideale, Attitüde und Aktionen der Hacktivisten von Anonymous, die ja derzeit – Dank der Drogenkriege in Mexiko – wieder in aller Munde sind. Sieht gut aus, gerade weil sich der Film offensichtlich in der Dynamik und im Rhythmus an der Geschwindigkeit des Netzes orientiert. Ordentliche Bilder, ein hektisches – und gerade dadurch passendes – Spiel mit der Bildgestaltung, viele Interviews und interessante “Actionshots”. Jepp, macht Laune.

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Trailerprogramm: Chronicle, When Harry left Hogwarts, Crazy Clown Time, Himizu, Noé, Piranha 3DD, American Reunion

Chronicle [Josh Trank]

Film über ein paar High School Jungs, die plötzlich Superkräfte entwickeln. Sieht verdammt interessant aus. Nachdem Kick-Ass und Super diese Vorgabe für bitterböse Satiren und Nerd-Action ordentlich genutzt haben, wurde es aber auch echt mal Zeit für einen Film, der sich auf realistische Weise dem Thema nähert. Ist zu Beginn wahrscheinlich viel, zu viel, Mockumentary-Shaky-Cam, scheint aber während seiner Laufzeit immer weiter aufzudrehen. Coming-of-Age trifft Heroes trifft Super… Joa, das könnte was werden.

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Die 90er Jahre: Die besten deutschen Filme des Jahrzehnts II

Ein wenig lustiger und absurder als im ersten Teil geht es heute weiter. Schuld daran sind mal wieder die Ösis, die uns mit Single Bells und Hinterholz 8 zwei schwarzhumorige Perlen geschenkt haben. Doch auch wir Deutschen mussten uns im 90er Jahre Kino keinesfalls verstecken und schickten Uns Helge ins Rennen, der auch heute neben Ausnahmen wie Studio Braun immer noch ein Leuchtturm in den seichten germanischen Humorgewässern darstellt. Kleine Haie mag gegen den Ideenreichtum eines Schneider kein Land zu sehen, ist aber ein schöner Generationenfilm der beginnenden Dekade.

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Deutsche Filme der 90er Jahre: War da was?

Als ich die Liste für die besten Filme der 90er Jahre – sortiert nach Genres – angelegt habe, hat die ganze Redaktion fleißig mitgeholfen. Rinko hat dann auch ganz euphorisch eine Liste mit den besten deutschen – beziehungsweise deutschsprachigen – Filmen der 90er Jahre angelegt (Artikel von ihm in Arbeit), wovon ich so gut wie gar keinen kannte. Die, die ich kenne und sehr schätze, habe ich dann zu den anderen Genres gelegt… vorerst ohne mir große Gedanken zu machen. Es wäre mühselig jetzt zu grübeln, ob es Sinn macht, eine Best-Of-Liste für nationale Filme aufzustellen: Natürlich hat der Deutsche Film in jedem Jahrzehnt Spezifika, die ihn von anderen Ländern abheben. Und natürlich verdienen es diese Spezifika auch, näher genannt zu werden. Am stärksten kommt dies wohl beim Neuen Deutschen Film der 60er und 70er Jahre zur Geltung. Werner Herzog, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder… Diesen großen Regisseuren gelang es damals tatsächlich dem Deutschen Film eine besondere Note, ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Kino zu geben. Aber wie sieht es eigentlich in den 90ern aus? Was waren die Momente, die das deutschsprachige Kino von internationalen Produktionen abhob… Und sind diese ein Grund für cineastischen Patriotismus?

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Trailerprogramm: Being Elmo, The Pirates! Band of Misfits, Glitch in the Grid, Extremely Loud and Incredibly Close, The Catechism Cataclysm

The Pirates! Band of Misfits [Peter Lord]

Arrrr… Das Genie hinter Chicken Run ist zurück. Und was hat er mit gebracht? Einen Piratenfilm. Och nööö. Trotz meiner temporären Begeisterung für gewisse Parteien konnte ich mit Piratenfilmen noch nie viel anfangen. Ich hasse alle Fluch der Karibik Teile, jeder Errol Flynn lässt mich kalt, jede Piratenbraut kann mich mal kreuzweise. Aber heh, das sieht echt cool aus. Geradezu genial… und ich habe schon lange nicht mehr bei einem Trailer so oft lachen oder wenigstens schmunzeln müssen. Die Animationen sind schick, die Gags können sich sehen lassen, die Dialoge sprechen eine angenehm “erwachsene” Sprache… und natürlich auch Thumbs Up für die Ramones. Wird vorgemerkt.

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Trailerprogramm: The Girl with the Dragon Tattoo, Attack the Block, Urbanized, Luck, The Grey, ZOMBINLADEN

The Girl with the Dragon Tattoo [David Fincher]

Seitdem es David Fincher sogar geschafft hat, die Geschichte eines Internet Start-Ups mitreißend zu erzählen, hat er bei mir so etwas wie Narrenfreiheit. Ich vertraue ihm… fast blind. Und auch wenn ich überhaupt kein Fan dieses nordischen Thrillerkonzepts à la Stieg Larsson bin, so scheint The Girl with the Dragon Tattoo mein Vorschussvertrauen nicht zu enttäuschen. Wirkt schön düster, dicht und vor allem mit permanenter Spannung aufgeladen. Wie gesagt, ich kenne weder die Vorlage noch deren erste filmische Umsetzung. Ich freue mich aber definitiv auf diese Interpretation des Fight-Club-Regisseurs.

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Really Fucked Up Super Heroes – Rezension zu “Super” von James Gunn

Zu den Filmen, die mich im letzten Jahr am meisten enttäuscht haben, gehört auf jeden Fall die halbgare, möchtegerncoole und sich dem Nerdtum anbiedernde Superheldensekonstruktion Kick-Ass. Eine nette Idee, der allerdings in letzter Konsequenz die Eier fehlten, um mehr zu sein als ein lauer tarantinoesker Reißer ohne Biss. So viel Potential, so viel Mindfuck-Möglichkeiten… einfach verschenkt. Ein Glück, dass die Idee des simplen Next-Door-Superhelden nicht nur den Kick-Ass-Machern in den Sinn kam, sondern ebenso Slither-Regisseur James Gunn. Und dieser James Gunn hat Eier… und was für welche. Super, der sträflicherweise immer noch keinen deutschen Kinostart-Termin hat, ist das bösartigsten und abgefuckteste Stück Nerd-Film, das mir in letzter Zeit untergekommen ist. Indie Komödie, Actionspaß, Referenzfest… Und nicht nur das: Nebenbei zertrümmert dieser infame Streifen auch die gesamte Superheldenmythologie im Vorbeigehen, tritt ordentlich rein in die Zwiespältigkeit von selbsternannten Rächern und wandelt sich mehr und mehr zur düsteren, tragischen und zutiefst pessimistischen Parabel auf Verbrechen und Strafe, auf Schickslasgläubigkeit und Wahn.

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Die 90er Jahre: Die besten Filme für Musikliebhaber

Wie schon bei den 00er-Filmretrospektiven gibt es auch für die 90er noch einen kleinen Nachschlag für Musikliebhaber. Warum dieser im Vergleich zu den letzten beiden so dünn ausfällt… I don’t know. Vielleicht waren die 90er im Gegensatz zu den 00ern einfach nicht das große Jahrzehnt für Musikfilme, vielleicht habe ich diesbezüglich auch einfach noch verdammt viel Nachholbedarf. Falls ihr an dieser Stelle also dieses oder jenes Meisterwerk vermisst, habt keine Scheu davor, diese Lücke in den Kommentaren lauthals kundzutun. Nach dem Klick gibts dann erstmal Nostalgie mit den Beatles, ein eindrucksvolles Neil Young Musikerporträt von Jim Jarmusch, Videoclipästhetik auf Filmlänge, Radiohead auf der Suche nach sich selbst, zwei Slacker in  Wayne’s World, sowie Abgesänge auf den Glam Rock, den Grunge und das 18. Jahrhundert.

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Trailerprogramm für den Donnerstag: Le Havre, Detective Dee, Uncharted 3, Carnage, American Horror Story, Poulet aux Prunes

Carnage [Roman Polanski]

Ja… es ist mal wieder Zeit für ein hochkarätiges Kammerspiel. Und wenn sonst keiner Lust drauf hat, muss eben der Meister selbst ran. Roman Polanskis neuer Film – die Verfilmung eines Theaterstücks von Yasmina Reza – verspricht einiges: Eine exquisite Besetzung mit Jodie Foster, die alt geworden ist, aber nach wie vor unglaublich charismatisch aussieht, Kate Winslet, die ohnehin immer Top ist, Christoph Waltz, der sich hier als latent unheimlicher Durchschnittsbürger beweisen darf, und John C. Reilly, den ich immer wieder gerne sehe,  liefern sich in dem dichten Drama anscheinend einen spannenden, engen, mit trockenem Sarkasmus unterlegten Kampf, der sukzessive aus den Fugen gerät. Das wird groß… mit Sicherheit.

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Kurzfilm der Woche: Twenty Minutes of Love

KLASSIKER!!! Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Am besten so weit zurück wie möglich… und noch ein Stückchen weiter. Twenty Minutes of Love (1914) ist die erste Regiearbeit Charlie Chaplins, ein wunderbarer zeitloser Stummfilm/Slapstick-Klassiker mit toller Musik und viiiieeel Romantik.

Twenty Minutes of Love (USA 1914)

Drehbuch und Regie: Charlie Chaplin

Darsteller: Charles Chaplin, Minta Durfee, Edgar Kennedy

Warum Marty McFly und Doc Brown aus Zurück in die Zukunft zusammen rumhängen…

Eigentlich ne recht interessante Frage, mit einer ziemlich trivialen Antwort, die Bob Gale seines Zeichens Co-Creator von Zurück in die Zukunft (1985) nun auf mentalfloss gegeben hat. Irgendwie fehlt mir da noch so ein bisschen der Hinweis auf die Auswirkungen von Martys Zeitreise, immerhin kennt zumindest der Doc Brown vom Ende des ersten Teils (der mit der kugelsicheren Weste) Marty schon weitaus länger, schon bevor dieser geboren wurde. Sein Wissen um die Zeitreise Martys wird mit Sicherheit eine Rolle bei deren Freundschaftsfindung gespielt haben. Abgesehen von zeitlichen Paradoxien und Tautologien ist Gales Antwort allerdings einfach mal schöner, niedlicher (und vorhersehbarer) 80er Jahre Schmu, der euch an dieser Stelle nicht vorenthalten werden soll.

Okay, from the horse’s mouth (yes, I’m the horse — er, co-writer, co-creator): We never explained it in the movie. But the history of the characters that Bob Zemeckis and I created is this…

For years, Marty was told that Doc Brown was dangerous, a crackpot, a lunatic. So, being a red-blooded American teenage boy, age 13 or 14, he decided to find out just why this guy was so dangerous. Marty snuck into Doc’s lab, and was fascinated by all the cool stuff that was there. when Doc found him there, he was delighted to find that Marty thought he was cool and accepted him for what he was. Both of them were the black sheep in their respective environments. Doc gave Marty a part-time job to help with experiments, tend to the lab, tend to the dog, etc.

And that’s the origin of their relationship.
— Bob Gale

via Filmfreunde

Kurzfilm der Woche: Hands Solo – Mockumentary über gebärdenden Pornostar

Hands Solo ist eine 15minütige Mockumentary über einen gebärdenden Pornostar, der Dank seines Könnens der Gebärdensprache mit seinen Fingern entsprechend geschickt umzugehen weiß und genau deswegen im Sex-Business äußerst gefragt ist. Klingt bescheuert…? Ist es auch, gleichzeitig allerdings ungemein genial und schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sowohl Humor als auch Sex-Appeal sind in der medialen Verarbeitung der Gebärdensprache sträflich unterrepräsentiert. Und von beidem besitzt sie – egal ob lautbegleitend oder komplett gebärdet – mehr als genug. Zusätzlich besitzt Hands Solo natürlich noch einen ordentlichen Trash-Charme, viel schwarzen und auch bitteren Humor und die notwendige Leichtigkeit, um über 15 Minuten unterhalten zu können.

What if a Deaf man became an internationally famous adult film star, all because he’s very very good with his hands?

Hands Solo is a short comedy mockumentary about one lucky person who makes it to the top.

DIRECTOR’S STATEMENT:
Three years ago this month, I was in the pub with Charlie Swinbourne watching the end of a disappointing Euro 2008 game, when he reached into his rucksack and brought out a script he wanted me to read. It was called HANDS SOLO. I knew right there and then I wanted to make that film no matter what. It was the start of a beautiful working relationship, and a long filmmaking process.

3 years later, after many late night meetings, email exchanges, filming days and editing, Hands Solo has been round the world at various festivals, won lots of awards, reviewed in Empire magazine and Sight and Sound, shocked a few people and made even more people laugh. We’ve even caused an outrage in The Daily Mail which means we’ve finally become truly famous…

Hands Solo (Großbritannien 2010)

Regie: William Mager

Drehbuch: Charlie Swinbourne

Kamera: Stuart Bentley

Darsteller: Matt Kirby, Nicola Stapleton, Ben Green, Deepa Shastri

http://www.hands-solo.com

via Grenzgängerin