Schlagwort-Archiv: Köln

10402989_556038277868272_2374256957241993925_n

Konzertbericht: Primus in der Live Music Hall, 20.06.2015

10402989_556038277868272_2374256957241993925_n

Ach Live Music Hall, so sehen wir uns also wieder. Du bist wirklich keine Schönheit und doch warst du mein erstes Mal! Hier habe ich tatsächlich mein erstes, allererstes Live-Konzert gesehen, und wenn ich mich recht erinnere, waren das The Gathering mit ihrem sehr schönen Album “How To Measure A Planet” und einer komischen Vorband, in der ein Jüngling mit blonden wallenden Haaren Dosenbier in Rekordzeit killte und sich für keine Poserei zu schade war. Und wo ich schon wieder anfange zu ranten: Einen schöneren Ort für meine Entjungerferung hätte ich mir ehrlich gesagt auch gewünscht, da es sich hierbei um eine dieser komischen Stahlträger-Hallen handelt, die für manche rostigen Hinterhof-Charme haben, für mich aber einfach nur komplett austauschbar sind.

Weiterlesen

cologneneutral

Glory Glory Jesus Christ – Neutral Milk Hotel, Gloria, Köln.

cologneneutral

Die Apostelkirche neben dem unfassbar hässlichen Neumarkt, nicht zu verwechseln mit dem Heumarkt, ist eine schöne Ausnahme in der wohl verbautesten Metropole Deutschlands.

Die zweite angenehme, ungleich unscheinbare Erscheinung, ist das schmucke Gloria, das von außen wie ein die Jahre gekommenes Strip-Lokal aussieht, aber mit seiner Theater-Atmo und bewegten Geschichte vom Lesben/Schwulen-Treff in den frühen 90ern hin zu vielseitigem Programm der Gegenwart so etwas wie Charme versprüht, was bei den Mehrzweckhallen und Bunkern dieser Republik ja nun wirklich nicht Standard ist.

Der richtige Ort also für eine Auferstehung, auch wenn vor dem Gloria die Szenerie wenig feierlich ist: Weiterlesen

Feist – Video zu “A Commotion” und Tour 2012

Frau Feist und Mastodon haben sich ja unter dem Namen Feistodon für den Record Store Day zusammen getan und nun gibt es eine Art interaktives Video zu dem Song “A Commotion”.

Wieder komplett solo und ohne bärtige Progressive Rocker gibt es den großartigen Indie-Pop von Leslie Feist auf folgenden Events zu bestaunen:

15.08.  –  Hamburg, Stadtpark

21. 08. – Köln, Tanzbrunnen

22.08. – Stuttgart, Freilichtbühne Killesberg

Konzertvorschau: Woodkid, Einziges Konzert in Deutschland in Köln

Mit einem Video was auf Youtube 10 Mio angeklickt wurde kann es man sich wohl erlauben ein Konzert auf den Eiffelturm zu geben und pro Jahr für gerade mal ein Konzert in Deutschland vorbei zu schauen.

Nachdem die Berliner 2011 dran waren darf sich nun Köln freuen. Das französiche Allround-Talent, der mit bürgerlichen Namen Yoann Lemoine heißt, hat auch ein Video für Lana Del Rey und Drake gedreht und vielleicht inspiriert ihn die Kulturkirche für eine weitere interessante Performance.

Woodkid

Am 09.05.2012 in Köln, Kulturkirche
Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: 22,-€ zzgl. Gebühren

Konzertbericht: The Drums, Gebäude 9, Leverkusen, Sieg

Was für ein Nebel und was für eine Entscheidung! Ich habe mich gegen das Spiel Leverkusen gegen Chelsea entschieden und den Drums den Vorzug gegeben. Zwei Dinge die sich irgendwie nicht vertragen, denn die hippe Band aus Amerika umgibt eine Ära von wohlbehüteten Dandys, die sich den romantischen Dingen des Lebens widmen, während Fußball doch von jeher immer ein Männlichkeistkult bleibt, bei dem es um Wut, Härte und auch um eine ordentliche Portion Aggression geht. Man stelle sich nur einmal vor wie The Drums im Fußballstadion stehen, sich in sexueller Uneindeutigkeit geben und in bester Oscar Wildscher` Manier Best Friend singen. Das bleibt ihnen zum Glück erspart und sie überrennen nicht die Bayrena sondern das versteckte Gebäude 9 in der alles andere als romantischen Gegend um das Kölner Messe-Gelände.

Weiterlesen

Die 90er Jahre: Die besten deutschen Alben des Jahrzehnts II

“Damals hatten wir noch Gefühle” stand bei dem Youtube Kommentaren zu einem Jonas Video, die wir im ersten Teil der 90er Alben-Retrospektive vorgestellt haben. Ist natürlich “Früher war alles schöner”-Gejammer, aber so wütend wie auf Digital ist besser waren Tocotronic vielleicht nie wieder: Wo heute gesetzter Indie-Pop für Berlin Mitte regiert, war es früher roher Lo-Fi infizierter Sound, der irgendwo in einem dunklen Keller in Hamburg entstand. Ihre Begabung für Pop schimmerte schon damals durch. Die Einstürzenden Neubauten wagten sich mit Tabula Rasa erst einmal sehr vorsichtig und schemenhaft an das von ihnen eher ungeliebte Genre der Populärmusik, Selig und Die Fantastischen Vier indes hatten damit noch nie Probleme und erreichten mit ihren 90er Alben den künstlerischen Zenit.

Weiterlesen

Konzertankündigungen: Lanterns On The Lake, Zola Jesus, The Drums

Lanterns On The Lake

+ The Pattern Theory

Wer?

Lanterns On The Lake werden entscheidend durch den entrückt klingenden Gesang von Hazel Wilde geprägt. Das Sextett aus Newcastle spielt wunderschönen, verträumten Pop mit Gitarren, Geige, Electro-Beats und eben diesem ätherischen Gesang ihrer Leadsängerin. Ihre Einflüsse beschreiben die Musiker so: „The coast, red wine, the northumberland countryside, you, me, the deep blue sea, good bands, bad bands, Newcastle upon Tyne, dancing in the dark.“

(promo)

Wo?

09.11. 2011 Köln – Studio 672

10.11. 2011 Berlin – Privatclub

 

 

Weiterlesen

Girls – 2 x 2 Tickets zu gewinnen

Herbst finde ich persönlich ja mäßig geil, auch wenn momentan gerade so wunderbar goldendes Sonnenlicht durch meine Wohnung flutet. Für die kommenden Tage ist es aber dann leider vorbei und einer der größten Arschlochmonate überhaupt beginnt. Wäre der November doch nur ein Typ, ich würde ihm für seine kalten, grauen und nassen Tage den Hintern versohlen. Zum Glück sind Herbst und Winter aber auch die Monate mit den schönsten Konzerten und wir laden euch dazu ein. Wie wäre es zum Beispiel umsonst und in Begleitung zu einem Konzert der Girls in Hamburg oder Köln zu gehen? Findet ihr ne gute Idee? Dann schreibt bis zum 07.11.2011 eine Mail mit dem Betreff “Mädchen” an redaktion@seite360.de. Euren vollständigen Namen und Wunschort bitte nicht vergessen!

14.11.2011      Hamburg – Molotow

17.11.2011      Köln – Werkstatt

Konzertbericht: Bon Iver, E-Werk, Köln und ein Koffer

Junge, Junge ich sag dir, diese Trips nach Köln sind ja schon so ein Abenteuer für sich. Wenn man mit einem schwer bepackten Koffer (liebevoll von Mutti zusammengestellt) in Köln-Mühlheim ankommt und keine Möglichkeit gefunden hat, diesen irgendwo abzuschließen, hat man eine bereits leise Vorahnung, dass dieser Abend interessant werden könnte. Die Tanke gegenüber der Haltestelle Keupstraße hat auch schon um 23 Uhr zu, so dass mir nix anderes übrig bleibt, als den Koffer irgendwo in eine dunkes lauschiges Plätzchen hinter 2 Gebrauchtwagen zu stellen. Wer Mülheim kennt, weiß, dass sowas leicht daneben gehen kann, aber das Konzert von Bon Iver ist wichtiger als ein paar Socken und 2 Hosen.

Weiterlesen

Peter Licht – Das Ende der Beschwerde (Stream)

Ich mag ja den leicht verschrobenen Songwriter Peter Licht, auch wenn er mir eher wegen seiner tollen Album-Titel wie “Melancholie & Gesellschaft” oder “Lieder vom Ende des Kapitalismus” in Erinnerung geblieben ist. Das neue Album “Das Ende der Beschwerde” erscheint zwar erst am 28.10.2011, aber bereits jetzt kann man 9  der 12 Track auf Soundcloud anhören.

Das Ende der Beschwerde by PeterLicht

Konzertbericht Tame Impala, 20.06.2011, Köln

15:00, im Chat mit einem Freund: “Ich denke, wir bekommen noch ausreichend Karten”; 16:30, Facebook-Seite ” Es sind noch ein paar Restkarten übrig”. Es zahlt sich manchmal doch aus ein unverbesserlicher Pessimist zu sein, und hätte ich nicht für mich und meine zwei Begleiter noch vor dem Konzert die Karten ausgedruckt, hätten wir alle schön blöd vor einem “Sold Out”- Schild gestanden. Dass Tame Impala jenseits von Australien mit ihrem Debüt “Innerspeaker” für Aufmerksamkeit gesorgt haben, war ja bekannt, aber nach der subjektiven Einschätzung des Autors doch eigentlich auf einschlägige Indie- und Alternative Rock-Mags, Blogs und E-Zines beschränkt. Dass man hier in einer aufgeregt plappernden Menge in dem bis auf den letzten Platz proppevollen Gebäude 9 steht, hätte man sich und wahrscheinlich auch nicht der  Band  aus Perth erträumt. Denn eigentlich sind solche Erfolge eher bekannten Dickschiffen wie z.B.  Maximo Park vorbehalten, die immerhin auf einen radiofreundlichen Sound und Hits verweisen können. Weiterlesen

Konzertbericht: Fucked Up,17.05.2011, Köln Underground

Soso, das also ist das Underground. Ich habs sicherlich so ziemlich jeden Schuppen in Köln schon besucht, hierhin hat es mich bisher noch nicht verschlagen, dabei überzeugt die Location in Köln-Ehrenfeld mit einem netten Biergarten und gemütliche, wenn auch punkiger Atmosphäre. Nach dem Einstieg mit der Münsteraner Band Dramanine, die an The Hirsch Effekt und At The Drive-In erinnern und für ihren Auftritt viel Lob und Anerkennung bekommen, folgt eine längere Umbauphase (für was eigentlich ?) bis Fucked Up, die Kanadier aus Toronto, die Bühne betreten.

Weiterlesen

Auf Tour: Fucked Up

Wohl nicht wenige werden bei dem Arcade Fire leicht konstatiert geschaut haben, als ein Sänger mit dem Aussehen eines serbischen Eisenbiegers die Bühne betrat und energiegeladen den Support Slot seiner Band Fucked Up begann. Wer bei den Kanadiern allerdings nur monotonen Krachcore vermutet, liegt falsch. Die Art und Weise wie die Kanadier ihren intelligenten Hardcore interpretieren, geht zeitweise sogar schon in Richtung Prog und hebt sie wohltuend von der Mittelmäßigkeit der anderen Genre-Bands ab. Eine Hardcore Band, die zusammen mit Vampire Weekend “Do They Know It`s Christmas Time Again?” oder Owen Pallet als Gastsänger auftritt, ist sicherlich alles, nur nicht normal.

Fucked Up
special guest: Dramamine
17.05.2011
Köln, Underground
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Tickets: 14,- € (zzgl. Geb.)

Jimmy Eat World, 07.11.2010, Köln – Konzertbericht

Grau und ungemütlich ist der 7. November, was überraschend viele Besucher nicht davon abhält zum Jimmy Eat World Konzert im E-Werk zu gehen. Vor der an und für sich schönen Location, die eher wie eine kleine Kirche anmutet und eh schon seit Jahren den besseren Sound als das Palladium hat, ist ein bunt gemischtes Volk an Zahlungswilligen, von denen nicht wenige den 90er Emo Look aus dicker Hornbrille und kariertem Hemd präsentieren. Eine Zeit, in der dieses Wort weniger Synonym für einen Modestil als tatsächlich emotional aufgeladene Punkmusik war. Von diesem Stil haben sich Jimmy Eat World  seit “Chase This Light” verabschiedet und auch das, wohl durch Fanunmut bedingte, subtile neue Album “Invented” hat immer noch einen hohen Breitwand-Faktor, mit allerlei Handclaps und “Ohh”-Chören. Immerhin scheint dieses Album den ein oder anderen Fan versöhnt zu haben, sonst wäre das E-Werk nicht bis auf den letzten Platz ausverkauft. Weiterlesen

The Soft Pack – MTC, Köln, 01.03.2010

So sieht aus also meine Premiere im MTC aus. Eine kleine Treppe die nach unten in ein Art größeren Keller führt und mir trotzdem schon wesentlicher sympathischer als das Luxor ist. Zumindest funktioniert hier auch die Klimaanlage und man kann sogar noch ca. 5 m vor der Bühne was erkennen, was allerdings auch an den 30 Leuten liegen könnte , die sich hier in dem kleinen Indie-Schuppen eingefunden haben. Keine Frage, der Weg in Deutschland beginnt erst mal unten und hier verkauft einem der Bassist noch höchst persönlich die CD. Auch Visions Redakteur Hauke Hackstein, dessen allseits bekanntes Mag das aktuelle Album von The Soft Pack unter die Schönheiten des Monats wählte, sieht man hier vor, hinter und sogar mitunter auf der Bühne. Die Stoner Rocker The Picturebooks scheinen wohl seine Buddies zu sein und begeistern anfangs mit geradlinigem Stoner Rock, der sich allerdings wiederholt und schnell langweilig wird. Das Rockstar Gepose der Band macht das Ganze auch nicht besser, wenngleich die Kerpener ihr Handwerk eigentlich ganz gut beherrschen und weniger kritischen Hörern gefallen könnten.

Die Entscheidung  eine unbekannte Band vor einer (noch) nicht  wirklich bekannten Band knapp eine Stunde spielen zu lassen, dürfte auch nicht gerade zu den Pluspunkten an diesem Abend gezählt werden. So treten The Soft Pack zu nachtschlafener Zeit um 22 Uhr auf und scheinen zumindest heute nicht wirklich fit zu sein. Der Twitter Account klärt immerhin darüber auf, daß dem Konzert wohl ein ordentliches Saufgelage voraus ging und die Band spielt die Hits des Album in zufrieden stellender Leistung herunter. Der Sound ist, wie in fast allen Indie-Venues in Köln, nicht gerade legendär aber wirkt immerhin sehr druckvoll. Davon können vor allem “Pull Out” und die anderen schnellen Punk-Songs profitieren, nur “Mexiko” wirkt ein wenig verloren, ist aber immerhin eine gelungene Abwechslung. Über das Kölner Publikum und dessen unterkühlte Art ist sicherlich schon einiges geschrieben worden und auch an diesem Abend ist hier nicht sonderlich viel zu sehen, aber immerhin zu hören. Nach jedem Song gibt es begeisterte Rufe und am Ende ein lauthals geforderter Wunsch nach Zugaben, die The Soft Pack allerdings noch gar nicht anbieten können, da  ihr Debutalbum knackige 32 Minuten umfasst.  In Sachen Understatement steht die Band und vor allem Sänger Matt Lamkin den Fans eh in nichts nach und so geht er schon kurz nach dem Konzert von der Bühne, mischt sich unter das Volk und ist sichtlich erfreut über jeden der eine CD für 10 Euro am Merchandise Stand kauft.